Geschichte Israels

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Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte des Volkes Israel von seinen Anfängen etwa 1500 v. Chr. bis zu dem Untergang des Zweiten Tempels 70 n. Chr. und dem Ende der Eigenstaatlichkeit 135 n. Chr. Die Geschichte des heutigen Staates Israel seit seiner Gründung in dem Jahr 1948 wird unter Geschichte des Staates Israel behandelt.

Als Geschichte Israels oder Geschichte des Volkes Israel bezeichnet man die Geschichte der Israeliten und des Judentums – als Volk und als Religion – von seinen Anfängen etwa 1500 v. Chr. in dem Alten Orient und seiner Ansiedelung in Kanaan bis zu der Zerstörung des herodianischen Tempels in dem Jahr 70 n. Chr. und dem Ansiedelungsverbot für palästinische Juden nach der Niederlage Simon Bar Kochbas in dem Jahr 135 n. Chr. Diese Zeit entspricht etwa der Entstehungszeit des Tanach, der Hebräischen Bibel.

Frühzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Frühzeit des Volkes Israel ist die Geschichtswissenschaft größtenteils auf die biblische Darstellung angewiesen. Diese Erzählungen werden von archäologischen Funden und nichtisraelischen schriftlichen Quellen ergänzt.

Das Selbstverständnis als das Volk Israel entwickelte sich erst mit dem Entstehen des Bundes der Zwölf Stämme Israels in der Region Palästina. Dort wuchsen die unterschiedlichen Überlieferungen der einzelnen Stämme zu einer gemeinsamen Abstammungssage zusammen. In diesen (lange Zeit nur mündlich überlieferten) Urvätergeschichten der Genesis werden unterschiedliche Themen dargestellt, nämlich Kultlegenden und Mythen aus der altorientalen Welt Mesopotamiens und Palästinas, Ortsentstehungssagen und Einzelereignisse. Diese Urvätergeschichten wurden viel später in eine zeitliche Reihenfolge gebracht und mehrfach nach religiösen Absichten geändert. Sie unterliegen den Einschränkungen der mündlichen Überlieferung, die damals höchstens etwa 200 Jahre lang unverändert tradiert wurde. Deshalb sind die Herkunft, das Alter und die historische Auswertbarkeit dieser ersten Erzählungen der Tora streitig. Die Tora ist der älteste Teil der Bibel und entstand seit etwa 1500 v. Chr., wurde aber erst seit etwa 700 v. Chr. aufgeschrieben und etwa 440 v. Chr. vollendet. Sie beschreibt (neben anderen Dingen) die Geschichte des Volkes Israel unter der Führung Moses und Josuas von dem Auszug aus Ägypten bis zu dem Beginn der Landnahme Kanaans (Palästinas). Die meisten Historiker bezweifeln die Wahrheit dieser Erzählungen. Trotzdem bieten sie ihnen Einblicke in die Lebensweise dieser Halbnomaden, die sich allmählich zu einem einheitlichen Volk mit einer einheitlichen Religion entwickelten.

Urväter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Genesis geschah folgendes:

Abram war der Urvater des Volkes Israel. Er stammte aus der Stadt Ur an dem südöstlichen Ende des Fruchtbaren Halbmondes. Ur lag einige Kilometer oberhalb der Mündung des Euphrats in den Persischen Golf und war seit etwa 2600 v. Chr. eine wichtige Hafenstadt. Mit seiner väterlichen Familie ist Abram von Ur nach Charan (auch: Haran) umgezogen. Die Route ist vermutlich Ur, Babel, Kuta, Assur, Ninive, Gesan (Tell Halaf) und Charan gewesen. Nach dem Tod seines Vaters hat Jahwe, der wichtigste Gott des Volkes Israel, zu Abram gesagt: „Gehe aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! …“[1] Dann ist Abram mit seiner Familie und seiner Dienerschaft von Charan nach Sichem in Kanaan (Palästina) umgezogen. Später hat Jahwe Abram zu Abraham umbenannt.

Abrahams Enkel Jakob ist in Pnuel an dem südlichen Ufer des Flusses Jabbok in einen unentschiedenen Ringkampf mit einem Boten des Jahwe (oder Jahwe selbst) geraten und hat dabei den Ehrennamen Israel (Hebräisch: Jisrael = Kämpfer mit Gott) erhalten. Jakob hatte zwölf Söhne, die zu den Stammvätern der Zwölf Stämme Israels wurden. Sie hießen:

  1. Ruben
  2. Simeon
  3. Levi
  4. Juda
  5. Issachar
  6. Sebulon
  7. Benjamin
  8. Dan
  9. Naftali
  10. Gad
  11. Ascher
  12. Josef

Josef war Jakobs Lieblingssohn und ist aus Neid von seinen Brüdern an ismaelitische, midianitische oder medanitische Kaufleute, die ihn nach Ägypten mitgenommen haben, verkauft worden. Später hat der König von Ägypten Josef wegen seiner Fähigkeiten als Traumdeuter zu seinem Regenten ernannt.

Die historischen Ereignisse hinter diesen Erzählungen sind nur in groben Zügen bekannt. Einige Volksgruppen wanderten von Osten und Norden, andere von Südwesten nach Kanaan (Palästina) ein. Bei letzteren nimmt man an, dass Halbnomaden wegen der Weidewechsel zufällig in das fruchtbare Nildelta gelangten, dort aber gefangen wurden und als unfreie Bauarbeiter z. B. bei dem Bau der Speicherstädte des Königs Ramses II. beschäftigt wurden.

Israeliten in Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ägypten wuchsen nach den Erzählungen der Bibel die Israeliten zu einem Volk heran. Über den dortigen Aufenthalt in dem Land Goschen (östliches Nildelta) und den anschließenden Auszug aus Ägypten gibt es keine außerbiblische Quelle, weshalb die Historizität der Ereignisse von manchen Historikern ganz verworfen wird. Jedoch spiegeln die biblischen Erzählungen einige historische Erscheinungen des späten zweiten Jahrtausends v. Chr. recht authentisch wider. Die Einwanderung nomadischer Gruppen nach Ägypten erfolgte zusammen mit anderen kanaanäischen Gruppen, die bereits Ende des dritten Jahrtausends einsetzte und wohl wirtschaftlich motiviert war. Einige der Einwanderer erlangten möglicherweise hohe Stellungen. Die Einwanderer insgesamt fügten sich vermutlich relativ problemlos in die ägyptische Gesellschaft ein. (Siehe die spätere griechisch-jüdische Militärkolonie Elephantine.)

Ein indirekter historischer Beleg für den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten könnte die Erwähnung von Volksgruppen namens Habiru in ägyptischen Urkunden aus dem 15. bis 12. Jahrhundert sein. Einige Forscher setzen diese Habiru mit den Hibri, nämlich den Hebräern, gleich. Der Begriff Habiru stand aber vermutlich weniger für ein Volk und mehr für einen sozialen Status (etwa „die Fremden“ oder „die Anderen“) und muss nicht die Israeliten oder nicht allein diese gemeint haben. Zudem haben die Israeliten sich nicht als Hebräer bezeichnet.

Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich bei dem in der Bibel beschriebenen Pharao um Ramses II. In seine Amtszeit fielen umfangreiche Bauvorhaben, zu denen die Habiru ebenso wie das gewöhnliche Volk zwangsweise herangezogen wurden. Wegen seiner außenpolitischen Orientierung nach Asien verlegte Ramses seine Residenzen in das östliche Nildelta, also in die Nähe des biblischen Goschen.

Exodus und Offenbarung am Berg Sinai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(→ Auszug aus Ägypten) Gemäß Exodus 2 fand der Auszug der Israeliten aus Ägypten unter Merenptah, dem Nachfolger des Ramses II., statt. Auf seiner Siegesstele von etwa 1220 v. Chr., dessen fünftem Amtsjahr, rühmt sich Merenptah, die Israeliten besiegt zu haben. Dieses ist die erste außerbiblische Nennung des Begriffes Israel. Das kriegerische Zusammentreffen fand auf kanaanäischem Boden statt. Die Israeliten indessen waren dem biblischen Bericht zufolge zu diesem Zeitpunkt noch nicht aus Ägypten ausgewandert. Die Bezeichnung Israel kann hier nicht die noch ausziehende Exodusgruppe, sondern muss anderweitige Bewohner Kanaans meinen. Der Begriff Israel ist hier also kritisch zu betrachten. Einige Historiker vermuten, dass der Exodus nicht einmalig, sondern in mehreren Wellen geschah. Andere nehmen an, dass es nie eine nennenswerte Auswanderung aus Ägypten gegeben hat.

Dass der Exodus in zeitgenössischen Quellen keinen Niederschlag gefunden hat, kann bedeuten, dass der biblische Bericht bezüglich der Größe der Exodusgruppe eine volkstümliche Übertreibung ist. Der Auszug aus Ägypten hatte möglicherweise kaum dieselbe weltpolitische Bedeutung, wie er sie für ein kleines Volk hatte, das der Sklaverei entflohen war. Zudem ist in Israel keine israelitische Landnahme archäologisch nachgewiesen worden. Im Gegenteil: Die materielle Kultur blieb konstant. Die meisten Archäologen vermuten deshalb, dass die meisten Nomaden, die sich zu dem Volk Israel zusammenschlossen, bereits seit langem in Kanaan gelebt hatten und nur durch kleine Gruppen von Rückwanderern aus Ägypten, die möglicherweise von dort Jahwe als neuen Gott mitbrachten, verstärkt wurden.

Eine große Flucht, wie die Bibel sie beschreibt, scheint hingegen kaum möglich – besonders dann, wenn der Pharao davon Kenntnis hatte und sie militärisch zu verhindern versuchte. Das Land Kanaan war mindestens teilweise ägyptisch besetzt; und auf der Route dorthin lagen mehrere ägyptische Befestigungen mit Garnisonen. Eine solche Flucht hätte von dem ägyptischen Mutterland zu einer ägyptischen Kolonie geführt.

Die Marschroute, welche die Israeliten angeblich nach Kanaan nahmen, lässt sich trotz der biblischen Wegbeschreibung nicht genau rekonstruieren. Die genauen Lagen des Jam-suf (Schilfmeeres) und des Berges Sinai sind ebenfalls nicht geklärt. Auch dieses wird von einigen Historikern als Indiz dafür angeführt, dass es einen nennenswerten Auszug aus Ägypten nicht gegeben hat.

Nach dem biblischen Bericht war es Mose, der die Israeliten aus Ägypten führte. Er, dessen Existenz ebenfalls von Historikern bezweifelt wird, gilt in dem Judentum noch heute als der bedeutendste Prophet – daher auch die Bezeichnung „Mosaischer Glaube“ für das Judentum. An dem Berg Sinai offenbarte sich den Juden der Gott Jahwe, der sich ihnen als der Gott ihrer Urväter vorstellte. Hier erhielten die Juden durch Mose die Tora (Weisung) und schlossen einen Bund mit Jahwe, diese Weisung einzuhalten. Dieser Bund umfasst eine voll entwickelte soziale und moralische Botschaft, die in den Zehn Geboten zusammengefasst ist.

Der Glaube an einen einzigen Gott (Monotheismus) stellt eine Neuerung in der Religionsgeschichte dar. Er unterscheidet sich von dem monolatrischen Glauben der Patriarchen, der die Existenz anderer Götter nicht negierte. Allerdings belegen sowohl die Archäologie als auch die Bibel den Fortbestand monolatrischer Verhältnisse in Israel bis weit in die nachexilische Zeit. Auch wurden zahlreiche Gebote – etwa das Verbot von Schweinefleisch – damals offensichtlich höchstens von einer Minderheit befolgt. Ob der Monotheismus etwa 1100 v. Chr. oder Jahrhunderte später in dem babylonischen Exil entstanden ist, ist seit langer Zeit streitig.

Landnahme und Ansiedelung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(→ Landnahme Kanaans) Das Buch Exodus erzählt, dass die Israeliten, nachdem sie sich in Ägypten angesiedelt hatten, in Sklaverei gerieten. Jahwe führte durch Mose Israel in die Freiheit. Dafür gibt es keinen außerbiblischen Beleg. Aus archäologischer Sicht ist es mehr als fragwürdig, ob die biblische Erzählung mehr als kleine Faktenkerne enthält. Viele der Städte, die nach der Bibel von den einwandernden Israeliten erobert worden sein sollen, existierten damals nicht mehr oder noch nicht. Die Erzählungen stammen offenkundig aus späterer Zeit.

Nach der biblischen Erzählung erhielten die Israeliten auf diesem Weg die Tora (Weisung) durch Mose und schlossen mit Jahwe einen Bund, diese Weisung einzuhalten. Die Israeliten kehrten der Erzählung zufolge in das Land Kanaan zurück, das sie unter der Führung Josuas erobern mussten. Man bezeichnet diese Epoche auch als Landnahme Kanaans.

Die Ansiedelung israelitischer Volksstämme auf dem Gebiet des heutigen Staates Israel und den umgebenden Gebieten ist für die Zeit seit etwa 1250 v. Chr. bewiesen. Die Eroberungen kanaanitischer Stadtstaaten durch israelitische Nomaden, die höchstens zu einem kleinen Teil aus Ägypten eingewandert waren, die den historischen Kern der Landnahmeerzählungen bilden dürften, erfolgten sukzessive in den Jahrzehnten um 1100 v. Chr.

Die Richterzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historisch einigermaßen nachweisbare Zeit beginnt mit der Richterzeit. Diese Epoche von etwa 1250 bis 1000 v. Chr. folgte dem Einsickern und Sesshaftwerden der Nomadenstämme auf dem Kulturland Palästinas. Das Land war von strategischer Bedeutung für die altorientalischen Großmächte und war Schauplatz vieler Konflikte zwischen ihnen und den Israeliten, die sich bereits in den ältesten biblischen Überlieferungen spiegeln.

Die Israeliten lebten nach biblischen Angaben etwa 200 Jahre in loser Stammesorganisation – in zwölf Stämmen entsprechend der Anzahl der Söhne Jakobs – zusammen und wurden in Kriegsfällen von kurzzeitig auftretenden Volkshelden, den sogenannten großen Richtern, angeführt. Der Begriff Richter hatte dort damals die Bedeutung „die zu dem Recht verhelfen“. Dass diese Volkshelden auch Richter in dem rechtlichen Sinn waren, wird von den meisten Fachleuten abgelehnt. Unter der Führung der Richter wurde das Land gegen angreifende Völker verteidigt. Ein ständiges Heer gab es in dem vorstaatlichen Volk Israel nicht. In dem Fall eines Krieges war man auf die Unterstützung der Mehrheit der in Sippen und Stämmen organisierten Männer angewiesen, die sich freiwillig für die Erreichung beschränkter militärischer Ziele milizähnlich zusammenschlossen und nach dem Krieg sofort nach Hause zurückkehrten.

Das Königtum bis zu der Zerstörung des ersten Tempels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Königreich Davids und Salomos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1000 v. Chr. mussten die israelitischen Stämme sich nach dem biblischen Bericht wegen des stärker werdenden militärischen Druckes durch die Philister zu einem Königreich zusammenschließen. Die Bibel gibt mit ziemlicher Sicherheit die Jerusalemer Tradition wieder, wonach der erste König Saul war. Seine Nachfolger David und dessen Sohn Salomo begründeten ein unabhängiges Königreich mit Jerusalem als Hauptstadt. Historisch gesehen dürfte die tatsächliche Bildung von nennenswerten Königreichen in Israel und Juda, die über die Größe eines Stadtstaates samt Umland hinausgehen, sehr viel später anzusetzen sein. Gerade das karge und bevölkerungsarme Judäa scheint erst besonders spät, ggf. erst ab dem 8. Jahrhundert v. Chr., einen funktionierenden zentralistisch gelenkten Staatsapparat erhalten zu haben. Das Nordreich Israel hingegen war in seinen weiten Ebenen weitaus fruchtbarer und bevölkerungsreicher und stieg alsbald zu einer lokalen Größe auf, die Neid und Interessen der benachbarten Großreiche auf sich zog. Ein einheitliches Nord-Süd-Reich, zu dem auch Jerusalem unter Führung der Davididen gehörte, hat es also vermutlich nicht gegeben.

Die Zeit der zwei Reiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tradition berichtet nun von einer Spaltung nach Salomo in die beiden Kleinstaaten Israel und Juda – was vermutlich auch bedeutet, dass es zuvor keine Einheit gegeben hatte. Das Nordreich war in der Folge ein wirtschaftlich und politisch erstarkender Pufferstaat, der in der Zeit politischer Schwäche Ägyptens und Mesopotamiens gedeihen konnte. Erst das Erstarken der assyrischen Großmacht beendete diesen Zustand.

Zerstörung des Nordreiches Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nordreich Israel wurde zwischen 722 und 721 v. Chr. von Assyrien erobert und in einen Vasallenstaat verwandelt. Ein Teil der Einwohner wurde zwangsumgesiedelt und durch deportierte Bewohner anderer Teile des assyrischen Großreichs ersetzt. Jerusalem und Juda waren noch zu unbedeutend, um das Interesse Assyriens zu wecken.

Untergang des Südreiches Juda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Zerschlagung des Nordreichs durch die Assyrer konnte der Staat um Jerusalem, das Südreich Juda, das von den Assyrern verschont geblieben war, erstarken. Die Könige bemühten sich in der Folge um eine Ausdehnung der Macht Judas auf die Nordgebiete und Städte des Nordens. Unter Joschija kam es zu einer Tempelreform, in deren Verlauf vermutlich die Biblischen Bücher in einer vorläufigen Revision zusammengeführt wurden. Die verschiedenen Schriften wurden zusammengefasst und vereinheitlicht, ein Prozess, der im babylonischen Exil fortgeführt und abgeschlossen wurde. Der Monotheismus und Herrschaftsanspruch JHWHs wurden mit großer Energie durchgesetzt. Es wurde der Versuch unternommen, unter dem Tanach das gesamte Volk, auch die nichtjüdischen Stämme, die zum Teil unter den Assyrern eingewandert und deportiert worden waren, in Palästina zu einen. Beendet wurde diese Periode durch den Angriff des Neubabylonischen Reiches unter Nebukadnezar II. Unter König Jojakim wurde auch Juda zum Vasallenstaat der Babylonier. Dieser versuchte aber die Unabhängigkeit zu erlangen, indem er eine Niederlage Nebukadnezars ausnutzte. Unter seinem Bruder Zedekia, der auf Jojakims Sohn Jojachin auf dem Thron folgte, eroberte Nebukadnezar 586 v. Chr. Jerusalem und verschleppte das jüdische Volk – zumindest die Oberschicht – in das Babylonische Exil.

Vom Exil bis zum Ende der Hasmonäerherrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Babylonisches Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(→ Babylonisches Exil) Im babylonischen Exil konnten die Juden ihre nationale und religiöse Identität trotz des babylonischen Kulturdrucks bewahren. So wurde das babylonische Exil ironischerweise zu einer der fruchtbarsten Zeiten der jüdischen Theologie. Mit dem Fehlen des heimatlichen Tempels von Jerusalem endete die Fixierung der Juden auf den Tempel als alleinigen Ort des Gebets, und es entstanden die ersten Synagogen.

Rückkehr der Exilierten, Wiederaufbau des Tempels und Kanonisierung der Tora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kyros II. eroberte 539 v. Chr. Babylon und beendete damit das neubabylonische Reich. Er ordnete 538 v. Chr. den Wiederaufbau des Tempels und die Rückgabe der geraubten Tempelgeräte an, aber – entgegen Esr 1,2ff EU – noch nicht die Rückkehr der Exilierten (Esr 5,14ff EU; Esr 6,3ff EU). Seine Nachfolger, die Achämeniden, behielten seine tolerante Religionspolitik bei.

Nachdem Darius I. einem Teil der Judäer in Babylon die Rückkehr erlaubt hatte und diese unter dem Davididen Serubbabel und dem Hohenpriester Josua in Jerusalem eingetroffen waren, wurde der Tempel 520 bis 515 v. Chr. neugebaut (Esr 5,1 EU). Die Propheten Haggai und Sacharja förderten daraufhin messianische Hoffnungen auf das baldige Ende der persischen Fremdherrschaft und weltweite Anerkennung JHWHs ausgehend vom neuen Tempelkult. Dabei sah Haggai nur die Rückkehrer als zum Tempelbau beauftragte Gottesgemeinde an, was die in Palästina gebliebenen Juden ausschloss. Die Samaritaner hielten dagegen neben dem Tempel an ihrem Heiligtum auf dem Garizim fest. Aus diesem Konflikt entwickelte sich ab 450 v. Chr. unter Esra und Nehemia die endgültige Kanonisierung der Tora als alleingültiges Gottesgesetz, die die Spaltung von Judäern und Samaritanern verfestigte.

Hellenismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Alexander der Große ab 333 v. Chr. Kleinasien eroberte, wurde auch Palästina Teil seines Großreichs. Damit einher ging die Verbreitung von griechischer Bildung und Kultur – des Hellenismus – im ganzen Orient und Mittelmeerraum. Dieser prägte zunehmend auch das Judentum, besonders in der nun wachsenden Diaspora.

In den Diadochenkriegen fiel Palästina an Ptolemaios I. Judäa blieb von 301 bis 198 v. Chr. unter den Ptolemäern relativ autonome Provinz. Viele Juden wanderten als Händler nach Ägypten und übernahmen dort die hellenistische Kultur, wie etwa die Zenon-Papyri zeigen.

198 v. Chr. eroberte der Seleukide Antiochos III. Palästina. Er ließ Jerusalem religiöse Autonomie auf der Basis der Tora. Während die Priesterschicht sich der herrschenden Kultur anpasste, führte die Hellenisierung zu wachsenden Spannungen zwischen Juden und zugewanderten Bevölkerungsgruppen in Judäa (vgl. Jesus Sirach 50,25f).

Mit dem Hellenismus trat das Judentum in das Bewusstsein der Oberschichten Griechenlands, Ägyptens und Roms ein. Besonders in Alexandria kam es zur kulturellen und religiösen Begegnung. Es bildete sich ein hellenistisches Judentum, das jüdische und griechische Traditionen miteinander in Einklang zu bringen versuchte. Wichtigstes Projekt dazu war die griechische Bibelübersetzung der Septuaginta, die um 250 v. Chr. begonnen wurde. Während der griechische Polytheismus in Judäa überwiegend abgelehnt wurde, fand die hellenistische Kultur und Philosophie im jüdischen Bürgertum besonders der Diaspora wohlwollende Aufnahme (Philo). Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. zeigte sich in Alexandria jedoch eine zunehmend aggressive antijüdische Haltung (Strabo): Hier fand eine antike Judenfeindschaft ersten literarischen Niederschlag.

Der Aufstand der Makkabäer und die Einsetzung der Hasmonäer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hohepriester Jason erlaubte 175 v. Chr. den Bau eines griechischen Gymnasiums als Bildungszentrum und sogar den heidnischen Herrscherkult des Agon in Jerusalem. Dennoch stürzte ihn der noch radikalere, vom reichen Bürgertum gestützte Hellenist Menelaos 172 v. Chr. Dies löste einen Bürgerkrieg zwischen den Anhängern beider Richtungen aus, in den schließlich Antiochos IV. Epiphanes zugunsten des Menelaos eingriff. Damit provozierte er die Landbevölkerung, die ihre monotheistische Religion und Existenz in Gefahr sah. Als Antiochos 167 v. Chr. ein Dekret erließ, das ein regelmäßiges Opfer für den Herrscher vorsah und den Jerusalemer Tempel dem Zeus weihte, kam es zum offenen Aufstand gegen die seleukidische Herrschaft in Israel unter Führung der Makkabäer.

Judas Makkabäus gelang es 164 nach dem überraschenden Tod des Antiochos, die seleukidische Armee aus Judäa zu vertreiben und die Tora als theokratische Verfassung wiederherzustellen. Doch er ließ Menelaos mit Rücksicht auf die gegnerische jüdische Partei im Hohepriesteramt. Erst 161 besiegte er den Feldherrn Nikanor und gewann damit Judäas volle Autonomie zurück. Mit einem Vertrag sicherte er sich den Beistand der Römer gegen die Seleukiden, die nun wieder Thronfolgekämpfe austrugen.

Mit der Einsetzung Jonatans zum Hohenpriester am Tempel in Jerusalem wurde seine politische und militärische Führungsrolle allgemein anerkannt. Mit Simon, Jonatans Bruder, begann die Dynastie der Hasmonäer.[2] Er erreichte 142 mit geschickter Pendeldiplomatie, dass die Seleukiden Judäas Unabhängigkeit offiziell anerkannten. 141 beschloss eine große Versammlung des Volkes (1 Makk 14,27-49 EU), die sakrale, zivile und militärische Führung Judäas an Simon in einem Fürsten- und Priesteramt zu vereinen. Sein Sohn Johannes Hyrkanus (134-104 v. Chr.) trat seine Nachfolge an und erreichte den größten Machtzuwachs der Hasmonäer, als der Seleukide Antiochos VII. 129 gegen die Parther unterlag und starb. Er sorgte für die Zwangsjudaisierung der Idumäer, um sein Herrschaftsgebiet religiös zu vereinen.

Unter den Römern bis zum Ende der Eigenstaatlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pompejus und Caesar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte Palästinas um Christi Geburt

Im Jahr 66 v. Chr. eroberte Gnaeus Pompeius Magnus Kleinasien für das expandierende Römische Reich. 65 beendete er die Seleukidenherrschaft in Syrien, 63 die der Hasmonäer in Jerusalem. Aristobul und seine Söhne führte er gefangen nach Rom. Aber er ließ den Priester Johannes Hyrkanos II. im Amt und erlaubte ihm religiöse Autonomie über Judäa, Idumäa, Galiläa und Peräa, jedoch ohne die hellenistischen Städte des Ostjordanlandes (Dekapolis) und Samaria.

Palästina und Syrien wurden zur römischen Provinz Syria vereint und dem Statthalter Scaurus unterstellt. Dessen Nachfolger Gabinius schlug einen Aufstand der Anhänger der Hasmonäer nieder, zerstörte deren Festungen und stärkte die Rechte des Hohenpriesters als Oberhaupt des Sanhedrins, dem die religiöse und teils auch weltliche Rechtsprechung oblag.

In der Folgezeit rivalisierten die jüdischen Parteien im Machtkampf zwischen Julius Caesar mit Pompeius mit wechselnden Allianzen. Caesar entließ Aristobul aus der römischen Gefangenschaft, um Pompeius in Syria zu schwächen. Doch als dessen Anhänger Aristobul vergiftet und seinen Sohn enthauptet hatten, wechselten der Priester Hyrkan und der Idumäer Antipatros auf Caesars Seite und halfen ihm, Pompeius in Alexandria zu besiegen. Dafür belohnte er Hyrkan mit dem erblichen Amt des Hohenpriesters und machte Antipatros zum Herrscher Judäas. Die Hafenstadt Joppe (heute ein Stadtteil von Tel-Aviv) fiel an Judäa, und Jerusalem durfte neu befestigt werden. Der Tempel behielt seine eigene Gerichtshoheit über Judäa, Idumäa, Peräa und Galiläa.

Nachdem Antipatros 43 v. Chr. vergiftet wurde, folgte ihm sein Sohn Herodes der Große, der bereits seit 47 v. Chr. Statthalter von Galiläa war. Als 40 v. Chr. Antigonos und die Parther in Judäa einfielen, floh Herodes nach Rom. Dort wurde er unter dem sogenannten zweiten Triumvirat, bestehend aus Octavian, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus, zum König von Jerusalem ernannt. Von 39 v. Chr. bis 37 v. Chr. führte Herodes Krieg gegen Antigonos. Nach der Eroberung von Jerusalem und dem Sieg über Antigonos wurde dieser auf Befehl von Marcus Antonius hingerichtet.

Im Konflikt zwischen den Triumvirn entschied sich Herodes rechtzeitig gegen seinen Gönner Antonius und für Octavian, den späteren Kaiser Augustus. Im Jahr 30 v. Chr. wurde er deshalb auf Rhodos von Octavian als König bestätigt. Außerdem bekam er weitere Gebiete zu seinem Herrschaftsbereich dazu. Zur Feier 27 v. Chr. fanden große Festspiele in Jerusalem statt, wo Herodes ein Theater und ein Amphitheater errichten ließ. Herodes ließ sich 23 v. Chr. in Jerusalem einen Königspalast errichten sowie die Residenz »Herodeion« in Judäa. Vom römischen Kaiser bekam er die Landschaften Trachonitis, Batanäa und Auranitis zu seinem Herrschaftsgebiet hinzu. Um 20 v. Chr. begann der prächtige Um- und Ausbau des zweiten Israelitischen Tempels, der daraufhin den Namen herodianischer Tempel erhielt. Zwei Jahre darauf reiste Herodes zum zweiten Mal nach Rom.

Die letzten Jahre des Herodes waren durch wechselvollen Familienzwist um die Nachfolge geprägt. Die älteren Söhne wurden wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, bestimmte Herodes nun seinen Sohn Herodes Antipas aus vierter Ehe zu seinem Thronfolger, änderte sein Testament dann aber noch einmal zugunsten einer Teilung zwischen drei Söhnen. Im Jahr 4 v. Chr. starb Herodes. Da Augustus sein Testament nicht bestätigte, bekam keiner seiner Söhne den Königstitel, jedoch erhielten sie die ihnen zugedachten Gebiete.

Die jüdischen Aufstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein im Jahr 66 n. Chr. begonnener Aufstand gegen das römische Reich scheiterte im Jahr 70 und endete mit dem Fall Jerusalems und der Zerstörung des herodianischen Tempels (Flavius Josephus: Jüdischer Krieg). Juden konnten weiter in ihrem Land leben, bis der Aufstand unter Simon Bar Kochba und der folgende Gegenschlag viele Juden um Leben oder Freiheit brachte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einführungen in die Geschichte Israels

  • Manfred Clauss: Das alte Israel. Gesellschaft, Kultur. Verlag C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44573-X.
  • Georg Fohrer: Geschichte der israelitischen Religion. Herder Verlag, Freiburg i. Br. 1992.
  • Dirk Kinet: Geschichte Israels. (Neue Echter Bibel, Ergänzungsband 2), Würzburg 2001.
  • Martin Metzger: Grundriss der Geschichte Israels. Neukirchener Verlag, 11. Auflage, Neukirchen-Vluyn 2004, ISBN 3-7887-0463-2.
  • Juan-Peter Miranda: Kleine Einführung in die Geschichte Israels. Katholisches Bibelwerk, Würzburg 2002, ISBN 3-460-33038-4.
  • Wolfgang Oswald, Michael Tilly: Geschichte Israels. Von den Anfängen bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. (Geschichte kompakt). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-534-74165-6.
  • Hans Schmoldt: Biblische Geschichte. Verlag Reclam, Stuttgart 2000.

Archäologie und Landeskunde Palästinas

  • Yohanan Aharoni: Das Land der Bibel. Eine historische Geographie. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1984.
  • Herbert Donner: Einführung in die biblische Landes- und Altertumskunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1976.
  • Israel Finkelstein: The Archaeology of the Israelite Settlement. Jerusalem 1988.
  • Hans-Peter Kuhnen: Palästina in griechisch-römischer Zeit. Handbuch der Archäologie II/2, Verlag C. H. Beck, München 1990.
  • A. Mazar: Archaeology of the Land of the Bible 10,000-586 B.C.E. New York 1990.
  • E. Stern: Archaeology of the Land of the Bible, Vol. 2: The Assyrian, Babylonian, and Persian Periods 732-332 BCE. New York 2001.
  • Dieter Vieweger: Archäologie der biblischen Welt. UTB, Göttingen 2003.
  • Helga Weippert: Palästina in vorhellenistischer Zeit. Handbuch der Archäologie II/1, Verlag C. H. Beck, München 1988.
  • Wolfgang Zwickel: Einführung in die biblische Landes- und Altertumskunde. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002.

Übersetzte Texte zur Geschichte Israels

  • Kurt Galling (Hrsg.): Textbuch zur Geschichte Israels. Verlag Mohr Siebeck, 3. Auflage, Tübingen 1979, ISBN 3-16-142361-5.
  • William W. Hallo, K. Lawson Younger (Hrsg.): The Context of Scripture. Canonical Compositions, Monumental Inscriptions, and Archival Documents from the Biblical World. Leiden 1997ff.
  • Bernd Janowski, Gernot Wilhelm: Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Neue Folge. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2004ff.
  • Otto Kaiser (Hrsg.): Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. 3 Bde., Verlag Mohn, Gütersloh 1982–1997.
  • Johannes Renz; Wolfgang Röllig (Hrsg.): Handbuch der althebräischen Epigraphik. 3 Bde., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1995/2003.
  • James B. Pritchard (Hrsg.): Ancient Near Eastern Texts relating to the Old Testament. Princeton University Press, Princeton 1969.

Ältere Darstellungen der Geschichte Israels

  • Albrecht Alt: Kleine Schriften zur Geschichte des Volkes Israel. Bde. I-III, Verlag C. H. Beck, München 1959.
  • Martin Noth: Geschichte Israels. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 10. Auflage, Göttingen 1986.
  • Julius Wellhausen: Prolegomena zur Geschichte Israels. Verlag Georg Reimer, Berlin 1878 (Klassiker, aber veraltet).
  • Julius Wellhausen: Israelitische und Jüdische Geschichte. Verlag Georg Reimer, Berlin 1897 (Klassiker, aber veraltet).
  • Roland de Vaux: Histoire ancienne d’Israel. Études bibliques, 2 Bde., Verlag Gabalda, Paris 1971–1973 (engl. 1978).
  • Georg Beer: Juda und Israel. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IX,2, Stuttgart 1916, Sp. 2399–2458 (übersichtlich, aber veraltet).

Neuere Darstellungen der Geschichte Israels

  • Gösta W. Ahlström: The History of Ancient Palestine from the Paleolithic Period to Alexander’s Conquest. (Journal for the Study of the Old Testament. Supplement Series 146), JSOT Press, Sheffield 1993.
  • Biblische Enzyklopädie. Hrsg. von Walter Dietrich und Wolfgang Stegemann, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1996ff (ausführliche Darstellung in mehreren, allerdings in der Qualität schwankenden Bänden bis in die Zeit Jesu).
  • John Bright: A History of Israel. (Verlag?), 3. Auflage, Philadelphia, PA 1981 (1. Aufl. 1959) (zusammenfassendes Werk der Albrightschule).
  • Michael D. Coogan (Hrsg.): The Oxford History of the Biblical World. Oxford University Press, Oxford 1998.
  • Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen, Teil 1. Von den Anfängen bis zur Staatenbildungszeit. (Grundrisse zum Alten Testament, ATD-Ergänzungsreihe 4/1), Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 4., unveränderte Auflage, Göttingen 2007; Teil 2. Von der Königszeit bis zu Alexander dem Großen. Mit einem Ausblick auf die Geschichte des Judentums bis Bar Kochba. (Grundrisse zum Alten Testament, ATD-Ergänzungsreihe 4/2), Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 4. Auflage 2008. (weit verbreitete jedoch partiell veraltete Darstellung der Geschichte Israels).
  • Israel Finkelstein; Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel. Verlag C. H. Beck, München 2001, ISBN 978-3-406-55531-2 (gut lesbarer Neuansatz in der Erforschung der Geschichte Israels und Judas von namhaften israelischen Archäologen; engl. Titel "The Bible Unearthed").
  • Israel Finkelstein; Neil Asher Silberman: David und Salomo. Archäologen entschlüsseln einen Mythos. Verlag C. H. Beck, München 2006 (Neuansatz der Geschichte der israelitisch-judäischen Königszeit auf Grundlage archäologischer Untersuchungen; nur der reißerische Titel irritiert ein weiteres Mal).
  • Georg Fohrer: Geschichte Israels. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. UTB, 6. Auflage, Stuttgart 1995.
  • Antonius H. Gunneweg: Geschichte Israels. Von den Anfängen bis Bar Kochba. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, Köln 1989.
  • Antonius H. Gunneweg: Theologische Wissenschaft, Bd. 2, Geschichte Israels. Verlag W. Kohlhammer, 6. Auflage, Stuttgart, Berlin, Köln 1989, ISBN 3-17-010511-6 .
  • Mario Liverani: Israel's History and the History of Israel. Equinox, London 2005.
  • Eugene H. Merrill: Die Geschichte Israels. Ein Königreich von Priestern. Hänssler, Holzgerlingen 2006, ISBN 3-7751-4529-X .
  • Shlomo Sand: Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand. Propyläen, Berlin 2010, ISBN 3-549-07376-3,
  • Original: מתי ואיך הומצא העם היהודי? [Matai ve'ech humtza ha'am hayehudi?, Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?]. Resling, Tel Aviv 2008.
  • engl.: The Invention of the Jewish People.
  • franz.: Comment le peuple juif fut inventé. De la Bible au sionisme. Fayard, Paris 2008.
  • Markus Sasse: Geschichte Israels in der Zeit des Zweiten Tempels. Historische Ereignisse, Archäologie, Sozialgeschichte, Religions- und Geistesgeschichte. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2004 / 2. Auflage 2009 (materialreiches und gutes Arbeitsbuch über eine forschungsgeschichtlich eher stiefmütterlich behandelte, aber sehr wichtige Epoche der alttestamentlichen Zeit, das in der Qualität nur durch zum Teil veraltete Sekundärliteratur und die ärgerlich hohe Anzahl von Tippfehlern gemindert wird), ISBN 3-7887-1999-0.
  • Barbara Schmitz: Geschichte Israels. utb 3547, Paderborn 2014, 2.Auflage, ISBN 3-8252-4358-3.
  • Jan A. Soggin: Einführung in die Geschichte Israels und Judas. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 978-3-534-10870-1.

Die Beziehungen Israels zu seinen Nachbarn

  • Manfred Görg: Die Beziehungen zwischen dem alten Israel und Ägypten. Von den Anfängen bis zum Exil, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997.
  • Bernd Ulrich Schipper: Israel und Ägypten in der Königszeit. Die kulturellen Kontakte von Salomo bis zum Fall Jerusalems (Orbis Biblicus et Orientalis, Band 170), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 978-3-525-53728-2.

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Israels

  • Frank Crüsemann: Die Tora. Theologie und Sozialgeschichte des alttestamentlichen Gesetzes, broschierte Sonderausgabe, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2005.
  • Rainer Kessler: Sozialgeschichte des alten Israel. Eine Einführung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2., durchgesehene Auflage, Darmstadt 2008 (überfällige Gesamtdarstellung einer Sozialgeschichte des antiken Juda/Israel).

Religionsgeschichte Israels

  • Rainer Albertz: Religionsgeschichte Israels in alttestamentlicher Zeit, Bde. 1-2 (Grundrisse zum Alten Testament, ATD-Ergänzungsreihe Band 8/1-2), Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1996 (neueres Standardwerk, das die Religionsgeschichte Israels [und Judas] umfassend in zwei Bänden darstellt und einen starken Akzent auf sozialgeschichtliche Aspekte [Prophetentum] legt).
  • Walter Dietrich, Martin A. Klopfenstein (Hrsg.): Ein Gott allein? JHWH-Verehrung und biblischer Monotheismus im Kontext der israelitischen und altorientalischen Religionsgeschichte (Orbis Biblicus et Orientalis 139), Fribourg 1994.
  • Alexander Achilles Fischer: Tod und Jenseits im Alten Orient und Alten Testament, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2005, ISBN 3-7887-2104-9 .
  • Georg Fohrer: Geschichte der israelitischen Religion, Verlag de Gruyter, Freiburg im Breisgau u.a. 1992 (erste Auflage 1969, heute in Vielem überholt).
  • Othmar Keel: Die Geschichte Jerusalems und die Entstehung des Monotheismus, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-50177-1 (Auf 1384 Seiten bietet dieser Schweizer Alttestamentler die stufenweise Entstehung des biblischen Monotheismus im Kontext der Stadtgeschichte Jerusalems und führt dabei verstärkt archäologische, epigraphische und ikonographische Quellen zu einem neuen Ansatz zusammen).
  • Othmar Keel, Christoph Uehlinger: Göttinnen, Götter und Gottessymbole. Neue Erkenntnisse zur Religionsgeschichte Kanaans und Israels aufgrund bislang unerschlossener ikonographischer Quellen (Quaestiones Disputatae, Bd. 134), Verlag Herder, Freiburg, Basel, Wien 2001 (bahnbrechende Fleissarbeit, die auf der Grundlage der Ikonographie des antiken Palästinas eine neue Religionsgeschichte Israels [und Judas] bietet).
  • Klaus Koch (Theologe): Der Gott Israels und die Götter des Orients. Religionsgeschichtliche Studien II. Zum 80. Geburtstag von Klaus Koch (Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments, Bd. 216), hrsg. von Friedhelm Hartenstein und Martin Rösel, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 978-3-525-53079-5.
  • Klaus Koch: Die Profeten I. Assyrische Zeit, Verlag W. Kohlhammer, 3. Auflage, Stuttgart, Berlin Köln 1995.
  • Klaus Koch: Die Profeten II. Babylonisch-persische Zeit, Verlag W. Kohlhammer, 2. Auflage, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1988.
  • Oswald Loretz: Des Gottes Einzigkeit. Ein altorientalisches Argumentationsmodell zum >>Schma Jisrael<<, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997.
  • Herbert Niehr: The Rise of YHWH in Judahite and Israelite Religion. Methodical and Religio-Historical Aspects, in: Diana V. Edelmann (Hrsg.): The Triumph of Elohim. From Yahwisms to Judaisms (Contributions to Biblical Exegesis and Theology 13), Pharos Verlag, Kampen 1995, 45-72.
  • Helmer Ringgren: Israelitische Religion (Die Religionen der Menschheit 26), Verlag W. Kohlhammer, 2. Auflage, Stuttgart 1982.
  • Werner H. Schmidt: Alttestamentlicher Glaube (Neukirchener Studienbücher 6), Neukirchener Verlag, 8. Auflage, Neukirchen-Vluyn 1996.
  • Fritz Stolz: Einführung in den biblischen Monotheismus, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996.
  • Michael Tilly, Wolfgang Zwickel: Religionsgeschichte Israels. Von der Vorzeit bis zu den Anfängen des Christentums, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-15927-7.
  • Manfred Weippert: Jahwe und die anderen Götter. Studien zur Religionsgeschichte des antiken Israel in ihrem syrisch-palästinischen Kontext (FAT 18), Verlag Mohr Siebek, Tübingen 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis 12,1 Satz 2; Kompromiss zwischen der Züricher und der Elberfelder Übersetzung
  2. Klaus-Dietrich Schunck: Makkabäer/Makkabäerbücher. In: Gerhard Krause, Gerhard Müller (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie. Studienausgabe. Teil 2, Band 21. Walter De Gruyter, Berlin 2000, ISBN 978-3-11-016295-0, S. 736 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 24. Juli 2011]).