Hammah

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hammah
Hammah
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hammah hervorgehoben
Koordinaten: 53° 37′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Oldendorf-Himmelpforten
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 29,29 km2
Einwohner: 3066 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21714
Vorwahl: 04144
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 49
21714 Hammah
Webpräsenz: www.hammah.de
Bürgermeister: Stefan Holst (OLH)
Lage der Gemeinde Hammah im Landkreis Stade
Balje Krummendeich Freiburg/Elbe Oederquart Wischhafen Drochtersen Großenwörden Engelschoff Hammah Düdenbüttel Himmelpforten Burweg Kranenburg Estorf Oldendorf Heinbockel Stade Deinste Fredenbeck Kutenholz Jork Buxtehude Apensen Beckdorf Sauensiek Ahlerstedt Brest Bargstedt Harsefeld Nottensdorf Bliedersdorf Horneburg Dollern Agathenburg Landkreis Stade Niedersachsen Landkreis Cuxhaven Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Hamburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Grünendeich Mittelnkirchen Neuenkirchen Guderhandviertel Steinkirchen Hollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Hammah ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Himmelpforten hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hünengrab Hammah 1, Hammah-Sterneberg

Im Moor zwischen Hammah und Groß Sterneberg wurde auf dem Nordteil einer Sandinsel 1913 ein Großsteingrab entdeckt. Durch die seit Anfang des 20. Jahrhunderts einsetzende Moorsackung traten neben weiteren drei Großsteingräbern auch bronzezeitliche Hügelgräber zutage, von denen einige 1948 und 1983 ausgegraben wurden. Eine Karte von 1938 zeigt eine erhebliche Zahl weiterer Hünengräber, von denen allerdings die meisten zerstört wurden.[2] Bei den Grabungen fand man bronzene Artefakte, wie einen Dolch, eine Pinzette, eine Fibel sowie Pfeilspitzen aus Feuerstein. Pollenanalysen des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung konnten erweisen, dass das umliegende Hochmoor um 5000 v. Chr. begann zu wachsen und um 750 v. Chr. die Grabmonumente vollständig eingeschlossen hat. Studenten der HafenCity Universität Hamburg unter Leitung von Thomas Kersten untersuchten das Moor 2015 mit einem Laserscanner, wobei sich vier Gräber identifizieren ließen, weitere zwei sind noch ungesichert.

Anschluss an das Eisenbahnnetz (1881/82), Kreditinstitut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1880er Jahre wurden die Städte zwischen dem Bahnhof Hamburg-Harburg und Cuxhaven an die Niederelbebahn angeschlossen, darunter Hammah. Ab 1882 verkehrten regelmäßig Züge auf der Strecke.

Die Spar- und Kreditbank eG Hammah wurde am 19. Juni 1923 als Spar- und Darlehnskasse eGmuH in Hammah gegründet, wo sich bis heute ihre Hauptstelle befindet. Damit wurde die Kreditversorgung im ländlichen Bereich verbessert.

Zweiter Weltkrieg, Kriegsgefangene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsgefangene in der Landwirtschaft eingesetzt. Dies galt auch für den Kreis Stade. Sie unterstanden unmittelbar der Wehrmacht und wurden in Stalags untergebracht, die meisten dem Stalag X B Sandbostel. Auch in Hammah wurde eines der im Kreis eingerichteten, 24 sogenannten „Arbeitskommandos“ eingerichtet, um die Gefangenen nahe am Einsatzort unterzubringen. Im April 1944 waren es 5473 Gefangene im Kreisgebiet, am 17. April 1943 befanden sich 20 Gefangene in Hammah.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Groß Sterneberg und Mittelsdorf eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1824[5]: 60 Feuerstellen
  • 1848[6]: 298 Personen, 72 Häuser
  • 1871[7]: 367 Personen, 84 Häuser
  • 1910[8]: 564
  • 1925[9]: 530
  • 1933[9]: 553
  • 1939[9]: 586
  • 2005[10]: 2789
  • 2008[10]: 2849
  • 2015[10]: 3066

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hammah besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern.[11] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[12]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 48,76 % 7
OLH 23,83 % 4
SPD 17,92 % 3
GRÜNE 7,18 % 2
FDP 2,28 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 62,07 %[12] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[13]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Stefan Holst (OLH) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein für Hinrich Gooßen, Retter des Hünengrabs, das im Wappen steht

Blasonierung: Das Wappen der Gemeinde Hammah stellt ein Steingrab auf grünem Grund und darüber den reetgedeckten Fachwerkgiebel des Rathauses auf silbernem Grund dar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hammah hat einen Haltepunkt an der Niederelbebahn, der ab Dezember 2007 von der Metronom Eisenbahngesellschaft bedient wird.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der MTV Hammah spielt in der Faustball-Bundesliga.

Kreditinstitute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Spar- und Kreditbank eG Hammah, die ihren Hauptsitz in Hammah hat, verfügt der Ort über eine Filiale der Kreissparkasse Stade.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hammah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Hammah, Art. Hünengräber.
  3. Daniela Münkel: Nationalsozialistische Agrarpolitik und Bauernalltag, Campus, 1996, S. 402, Anm. 299.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 245.
  5. C. H. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover. 1824, Seite 238 (online auf GoogleBooks)
  6. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. 1848, Seite 135 (online auf GoogleBooks)
  7. Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Berlin 1873, Seite 142 (online auf GoogleBooks)
  8. http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?hannover/stade.htm
  9. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/stade.html
  10. a b c Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen
  11. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. April 2017.
  12. a b Gemeinde Hammah – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 7. April 2017.
  13. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 7. April 2017.
  14. Rat – Gemeinderat Hammah, abgerufen am 7. April 2017.