Kuventhal

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Kuventhal
Stadt Einbeck
Wappen von Kuventhal
Koordinaten: 51° 50′ 43″ N, 9° 50′ 36″ O
Höhe: 143 m
Einwohner: 201 (Okt. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05561
Kuventhal (Niedersachsen)
Kuventhal

Lage von Kuventhal in Niedersachsen

Ortsblick
Ortsblick
Zweietagenbrücke

Kuventhal ist ein Dorf und nördlicher Ortsteil der Stadt Einbeck in Niedersachsen, der direkt an der Bundesstraße 3 und am Höhenzug Hube liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet Kuventhal im Jahr 1257 als Cuvendal, später Cuvendalle, Kuvendal, Kubendall und Kuvendalle. Im 16. Jahrhundert unterstand der Ort dem Fürstentum Grubenhagen unter der Hoheit Philipp II. Er selbst vermachte höchstwahrscheinlich Kuventhal 1560 seiner Frau Clara von Braunschweig-Wolfenbüttel als Wittum. Zum Ende des 16. Jahrhunderts treten die Herren von Berckefeldt auf, welche das Dorf als Pfandlehen besaßen und die Gerichtsbarkeit über Kuventhal bis in das Jahr 1852 ausübten[2]. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde auch Kuventhal arg in Mitleidenschaft gezogen, vor allem die Kirche erlitt schwere Beschädigungen. Aufgrund ihrer kleinen, beengenden Ausmaße wurden die Kriegsschäden an der Kirche 1665 behoben und zugleich ein Ausbau vorgenommen. Als das Gotteshaus im 19. Jahrhundert wiederum Beschädigungen aufwies, entschloss sich die Gemeinde zu einem Neubau, welcher am Standort der alten Kirche vorgenommen wurde. Am 3. November 1861 konnte sie, unter Anwesenheit der Kapellengemeinden Kuventhals und Andershausens, eingeweiht werden.[3] Noch heute sind auf den alten Kirchenbänken jene Namen zu lesen, die dazu dienten, den Kirchgängern ihre festen Plätze zuzuweisen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Dorf in das Königreich Westphalen eingegliedert. Es bildete fortan ein lutheranisches Kirchdorf und war Teil des Kantons Rotenkirchen. Es besaß 1813 253 Einwohner, die in insgesamt 35 Häusern lebten. Die Zweietagenbrücke, auf der heute die Bundesstraße 3 den Ort überquert, ersetzte im Jahr 1956 die alte Wilhelmsbrücke von 1830, an welche noch heute das Ortswappen erinnert.

Kuventhal wurde am 1. März 1974 durch Eingemeindung zum Ortsteil der Stadt Einbeck.[4]

Ortsheimatpfleger ist Willi Hoppe.(Stand August 2017)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaften Andershausen und Kuventhal wählen einen gemeinsamen Ortsrat. Ortsbürgermeister ist Walter Watermann.(Stand April 2017).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf blauem Wappenschild steht auf trogförmigem grünem Schildfuß mit silbernen Wellenbalken eine siebenbogige silberne Brücke.

Das Wappen erinnert an die alte 1830 erbaute Wilhelmsbrücke, die bis 1956 das Tal am Ort überbrückte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bruchsteinkapelle im Mittelpunkt der bäuerlichen Fachwerkhäuser wurde 1861 errichtet.

Sage des eingemauerten Kindes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer Sage nach wurde 1829 beim Bau der Kuventhaler Brücke ein kleines Kind lebendig in das Fundament eingemauert. Dort, wo es eingemauert und verhungert ist, forderte es jedoch seine Opfer. So wird erzählt, dass einige Stunden nachdem es eingemauert war, an jener Stelle ein alter Mann vorbeikam, der von einem Balken oder Stein, welcher von der Brücke fiel, getötet wurde. Er selbst war an dem Bau der Brücke beteiligt und stellte damit das erste Opfer dar. Andere Erzählungen berichten allerdings nicht von einem Kinde, sondern erwähnen eine Flasche Wein, die in das Fundament eingemauert wurde.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Einbeck: Einwohnerstatistik Oktober 2010 (PDF; 38 kB) abgerufen am 22. März 2011.
  2. Georg Max: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Erster Theil. schmorl & v. Seefeld, Hannover 1862, S. 488.
  3. Dagmar Koch: „Die Kirche im Dorf lassen“ im Gemeindebrief der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt Einbeck vom 14. April–9. Juni 2013. (Einblick – Gemeindebrief der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt Einbeck – 09.06.2013 (Memento vom 26. März 2014 im Internet Archive))
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 207.
  5. Georg Schambach, Wilhelm Müller: Niedersächsische Sagen und Märchen. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1855, S. 18.