Wenzen

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Dieser Artikel behandelt die Ortschaft Wenzen der Stadt Einbeck; zum gleichnamigen gemeindefreien Gebiet im Landkreis Holzminden siehe Wenzen (gemeindefreies Gebiet).

Koordinaten: 51° 52′ 12″ N, 9° 48′ 47″ O

Wenzen
Stadt Einbeck
Wappen von Wenzen
Höhe: 163 m ü. NN
Einwohner: 685 (1. Jan. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05565
Wenzen (Niedersachsen)
Wenzen

Lage von Wenzen in Niedersachsen

Wenzen ist ein Dorf und nordwestlicher Ortsteil der Stadt Einbeck in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der B64 auf die St. Jacobi Kirche und ehemaliges Gasthaus Wielert

Der Ort liegt östlich des Elfas am südlichen Rand des Hils. Der Hillebach mündet mit dem Stroiter Bach in das Krumme Wasser, ein Zufluss der Ilme. Bei Starkregen führte er in Wenzen zu Hochwasserschäden. Der Ort wird von West nach Ost von der Bundesstraße 64 und von Nord nach Süd von der Kreisstraße 658 durchquert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1022 unter der Bezeichnung Winithusen erstmals urkundlich erwähnt.[2] Im 19. Jahrhundert kam es zu Auswanderungen.[3]

Das Dorf Wenzen gehörte bis zur Verwaltungsreform 1974 zum Landkreis Gandersheim sowie zur Samtgemeinde Auf dem Berge.

Anlässlich der Kreis- und Gebietsreform kam Wenzen am 1. März 1974 zur Stadt Einbeck.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Gerhard Mika (WG).

Die Einbecker Ortschaften Bartshausen, Brunsen, Hallensen, Holtershausen, Naensen, Stroit, Voldagsen und Wenzen wählen einen gemeinsamen Ortsrat.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im geteilten Wappenschild steht oberhalb ein aufgerichteter, goldener Löwe vor blauem Hintergrund. Unterhalb liegt auf goldenem Hintergrund ein roter Berg mit silberner Muschel. Dabei symbolisieren die Farben Gold und Blau das Herzogtum Braunschweig, der Löwe das Geschlecht derer von Homburg, der rote Berg die Dörfer der früheren Samtgemeinde auf dem Berge und die Muschel den heiligen Jakobus. Außerdem soll die Jakobsmuschel auf dem Wappen auch zeigen, dass es im Hillebach einmal Muscheln gegeben haben soll.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwehrhaus am Ufer des Hillebachs
  • Grundschule Auf dem Berge
  • Der Neubau eines Feuerwehrhauses für Wenzen (Gesamtkosten in zwei Haushaltsjahren: 513.500 Euro) wurde beschlossen und begonnen.
  • historische zweigleisige, jetzt rückgebaute eingleisige Bahnstrecke HolzmindenKreiensen mit nicht mehr bahnseitig genutztem erhaltenen Haltepunkt/Bahnhofsgebäude Wenzen. Sie war Teil der Verbindung zur Braunschweigischen Südbahn (Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn) Holzminden–Kreiensen–Braunschweig und wurde am 10. Oktober 1865, wenige Monate vor der Okkupation des Herzogtums Braunschweigs durch das Königreich Preußen, eröffnet.
  • Ortskläranlage Wenzen. Für deren Sanierung und Neubau der Ortskanalisation in Wenzen einschließlich der Abwässerbeseitigung für 180 Hausanschlüsse wurden im Auftrag der Stadtentwässerung Einbeck ca. 3,45 Millionen DM aufgebracht.
  • Gestüt Chrymont, Am Hils, 37574 Einbeck-Wenzen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Jacobi Kirche und Mahnmal
Historische AK Wenzen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das evangelisch-lutherische Kirchengebäude St. Jacobi ist eine kleine Hallenkirche von 1804 mit kleinem achteckigen Turm, der aus der Dachschräge des Kirchenschiffs wächst. 2004 erhielt diese Kirche nach 80 Jahren neue Kirchenglocken aus Bronze. Kirchenschutzpatron ist Jakobus, einer der zwölf Apostel. Die Gemeinde zählt zur Propstei Bad Gandersheim.
  • Kriegerdenkmal
  • Ehemalige Volksschule, errichtet während der Regentschaft über das Herzogtum Braunschweig ab 1885–1906 unter Albrecht von Preußen (1837–1906), siehe AK von 1901.
  • Die Hilskapelle nimmt für sich in Anspruch, die kleinste Kapelle der Welt zu sein. Sie steht in Wenzen am Waldrand des Hils in einem parkähnlichen Gelände. Sie wurde am 17. August 2008 geweiht. Gelände und Kapelle wurden privat finanziert und sind öffentlich nutzbar.
  • Altes Forstamt, direkt angrenzend am Hillebach im Einbecker Ortsteil Wenzen, erbaut 1860 während der Regierungszeit Wilhelms (1806–1884), des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg. Erhalten hat sich das herrschaftliche zweistöckige, nicht denkmalgeschützte Eichenfachwerkhaus mit elf hohen hellen Räumen und insgesamt 400 m² Wohnfläche auf zwei fast gleichgroßen Etagen und 250 m² Nutzfläche auf einem 4.000 m² großen Grundstück mit weiteren Nebengebäuden, wie großer Scheune, Garage, Waschküche.
  • Jüdischer Friedhof
  • Das ehemalige sog. Mail-Art-Museum des Friedhelm Schulz in einem denkmalgeschützten, sanierungsbedürftigen, jetzt leerstehenden Resthof im Dorfzentrum von Einbeck/Wenzen, zwischen der B64 und dem Hillebach

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenzen ist der Ort der Handlung der drei humoristischen Romane der Löhnefink-Serie von Konrad Beste, allerdings in den Büchern unter dem Namen Hunzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Vergangenheit des Dorfes Wenzen; Autor Otto Hahne; Gemeindeverwaltung Wenzen; 1956; 72 Blätter
  • Freitag, Friedrich: Die Schulen auf dem Berge. In: Gandersheimer Chronikblätter: Heimatbeilage zum Gandersheimer Kreisblatt. - Bad Gandersheim: Verl. Bad Gandersheimer Kreisblatt. Jg. 4 (1973) Nr. 5, S. 33–37 : Ill.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  2. Wenzen. Ortsrat "Auf dem Berge", 2015, abgerufen am 13. April 2017.
  3. Auswandererliste (222 Personen) aus Wenzen im Herzogtum Braunschweig nach Amerika.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 207.