Erzhausen (Einbeck)

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Erzhausen
Stadt Einbeck
Wappen von Erzhausen
Koordinaten: 51° 53′ 29″ N, 9° 55′ 51″ O
Höhe: 102 m
Einwohner: 336 (1. Jun. 2010)
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Kreiensen
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05563
Erzhausen (Niedersachsen)
Erzhausen

Lage von Erzhausen in Niedersachsen

Erzhausen ist ein nordöstlicher, aus zwei Ortslagen bestehender Ortsteil der Stadt Einbeck in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf ist im Leinetal wenige hundert Meter westlich vom Fluss Leine entfernt gelegen. Die andere Ortslage ist östlich vom Fluss. Dort am Ufer ist mit 99 m ü. NN der tiefste Punkt im Landkreis Northeim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfplan von 1757
800 Jahre Erzhausen

Im Jahre 1197 wurde Erzhausen erstmals vom Papst Coelestin III. als Erdishusen erwähnt. Erzhausen ist eine Klostergründung von Zisterziensermönchen des Klosters Amelungsborn.

Das genaue Jahr der Errichtung des Außenhofes in Erzhausen lässt sich nicht genau feststellen, weil vor dem 1271 und 1272 in mehreren Urkunden als magister curiae Erdishusen genannten Laienbruder Johann kein Vorstand des dortigen Haushalts namhaft gemacht und der Hof auch sonst nicht erwähnt wird. Als spätere Vorstände des Hofes kommen urkundlich noch die Laienbrüder Dietrich 1283 und 1285 und Johann von Stendal 1303 vor. Von der schon vorher existierenden Siedlung Eddingehusen erwarb das Kloster Amelungsborn die Besitzungen auf dem Gebiet des heutigen Erzhausens. Das Kloster erweiterte ständig den Besitz des Außenhofes Erzhausen. Im Jahre 1271 wurde der Zehnte angekauft. Wie auch in anderen Gegenden in Norddeutschland ließen sich im 12. Jahrhundert niederländische Kolonisten in der Gegend um Erzhausen nieder.

Durch Neuanlage von Bauernhöfen wurde ab dem 15. Jahrhundert der Klosterhof mit seinen Besitzungen in Erzhausen stark geschwächt. und im 16. Jahrhundert sind fast alle Flächen von Erzhausen und dem untergegangen Dorf Eddingehusen im Besitz der vier Ackerleute, sechs Groß- und fünf Kleinköther nach Meierrecht übergegangen. Bei dem auch eine Kapelle aufweisenden Klosterhof wurden nur noch 16 Morgen Land und 31 Morgen Wiesen bewirtschaftet.

Erzhausen wurde am 1. März 1974 in die Gemeinde Kreiensen eingegliedert.[1] Als Teil dieser Gemeinde wurde Erzhausen am 1. Januar 2013 eine Ortschaft der neugebildeten Stadt Einbeck.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist seit dem 21. November 2016 Petra Bohnsack.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Erzhausen zeigt im blauen Schilde einen silbernen (weiß) Fels. Der Fels ruht auf einem goldenen (gelb) Berg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden der Ortschaft und am Fuß des Selters liegt das 16 Hektar große Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks Erzhausen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es drei Sakralbauten. Als Anbau aus Fachwerk wurde 1708 ein Kapellenraum errichtet, der 1711 geweiht wurde.[2] Der unter Denkmalsschutz stehende Raum ist seit dem 20. Jahrhundert ungenutzt, nachdem sowohl im Dorf Erzhausen als auch in der Ortslage Leinetal neue Kirchenbauten fertiggestellt wurden. Die früher nach Greene eingepfarrte[3] Gemeinde gehört heute im Pfarrverband Kreiensen der Propstei Gandersheim-Seesen an, die 2017 aus der Propstei Bad Gandersheim und der Propstei Seesen entstand.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erzhausen (Einbeck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 269.
  2. Karl Steinacker: Die Kunstdenkmale des Kreises Gandersheim, 1978, S. 435
  3. Johann Christoph Stübner: Historische Beschreibung der Kirchenverfassung in den Herzogl Braunschweig-Lüneburgischen Landen seit der Reformation, 1800, S. 256
  4. Webseite der Propstei, aufgerufen am 5. Juni 2017