LEG Immobilien

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LEG Immobilien AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000LEG1110
Gründung 22. Juni 1970
Sitz Düsseldorf, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Thomas Hegel,
Vorstandsvorsitzender
Michael Zimmer,
Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 990 (2016)[1]
Umsatz 763,3 Mio. Euro (2016)[1]
Branche Wohnungswirtschaft
Website www.leg-wohnen.de

Die LEG Immobilien AG ist ein deutsches börsennotiertes Wohnungsunternehmen mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen verfügte Ende 2016 über rund 128.000 Mietwohnungen.[1] 1970 als Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen GmbH gegründet, firmierte es nach der Privatisierung 2008 zunächst als LEG NRW GmbH. Seit Februar 2013 ist die LEG Immobilien AG ein börsennotiertes Unternehmen, seit Juni 2013 notieren die Aktien im MDAX.

In den Forbes Global 2000 der weltgrößten börsennotierten Unternehmen belegt die LEG Immobilien AG Platz 1647 (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von ca. 7,1 Mrd. US-Dollar.[2]

Gründungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW mbH, auch Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen für Städtebau, Wohnungswesen und Agrarordnung (LEG), entstand 1970 aus dem Zusammenschluss der gemeinnützigen Wohnungsunternehmen Rheinische Heim GmbH (Bonn), Rote Erde GmbH (Münster), Westfälische Lippe Heimstätte GmbH (Dortmund) sowie der Rheinische Heimstätte GmbH (Düsseldorf). Auf der Grundlage des Aktionsprogramms Ruhr wurde 1980 der Grundstücksfonds Ruhr mit einem Fondsvolumen von jährlich 100 Millionen DM gebildet, um das Flächenrecycling im Ruhrgebiet in Gang zu bringen. Die Verwaltung dieses Bodenfonds übernahm treuhänderisch und weisungsgebunden die LEG.[3] Im Jahre 1987 übernahm die LEG 38.000 Wohnungen von der abgewickelten Neuen Heimat.

Privatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Privatisierung gehörte die LEG Wohnen GmbH zu etwa 68 % der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mbH, zu 22 % der NRW.Bank.

Die Landesanteile an der LEG Wohnen GmbH wurden in einem Bieterverfahren durch die von der CDU und der FDP getragenen Landesregierung mit Auflagen (Sozialcharta) verkauft. Ein entsprechender Kabinettsbeschluss erfolgte am 24. Oktober 2006. Dabei waren nach Regierungsangaben neben den Whitehall Real Estate Funds auch Private Equity Fonds wie Deutsche Annington und Fortress als Interessenten im Gespräch.

Der Verkauf wurde von der Landtagsopposition, den Mieterorganisationen und Gewerkschaften abgelehnt. Gegen den Verkauf hatte sich eine Volksinitiative gebildet. Sie hätte etwa 66.000 Unterschriften benötigt, damit der Landtag sich noch einmal mit diesem Thema befasst. Die Volksinitiative verfehlte das Quorum knapp.

Der taxierte Unternehmenswert der LEG betrug 3,4 Milliarden Euro. Die LEG wurde am 10. Juni 2008 mit Wirkung zum 28. August 2008 an die von der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs aufgelegten Whitehall Real Estate Funds verkauft.[4] Nach Abzug der Verbindlichkeiten der LEG in Höhe von 2,6 Milliarden Euro verblieb ein Reinerlös von 787,1 Millionen Euro.

Im Privatisierungsvertrag wurde eine Sozialcharta für die Mieter und Beschäftigten (Stichtag 29. August 2008) vereinbart. [5]

Weitere Entwicklung des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 2013 ging das nunmehr als LEG bezeichnete Unternehmen an die Börse. Zunächst hatte das Unternehmen im Jahr 2011 aufgrund eines Konzernumbaus Verluste von 11,5 Millionen Euro gemacht, im Jahr 2012 betrug das Konzernergebnis dann 112,1 Millionen Euro. Am 30. April 2013 wurde bekannt, dass die LEG erstmals eine Dividende zahlen will. Für das Jahr 2013 kündigte Geschäftsführer Thomas Hegel den Erwerb von zunächst 2000 weiteren Wohnungen an, denen weitere etwa 8000 Wohnungen bis zum Jahr 2014 folgen sollen.[6] Am 20. September 2015 kündigten Deutsche Wohnen und LEG Immobilien in einer gemeinsamen Pressemitteilung die beabsichtigte einvernehmliche Übernahme der LEG durch die Deutsche Wohnen bis zum Jahresende 2015 an. Nach Vollzug dieses Vorhabens hätte die Deutsche Wohnen 250.000 Wohneinheiten und einen Portfoliowert in Höhe von rund 17 Milliarden Euro umfasst. Diese Übernahme wurde jedoch nicht vollzogen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2016. LEG Immobilien AG, abgerufen am 13. März 2017 (PDF; 2,0 MB).
  2. The World’s Largest Public Companies. In: Forbes. (forbes.com [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  3. Achim Hugo, Martin Koch, Heike Lindemann, Holger Robrecht: Altlastensanierung und Bodenschutz. Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen – Ein Leitfaden. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg 1999, ISBN 978-3-642-64307-1, S. 316 (Google Books)
  4. Meldung der FTD vom 11. Juni 2008 (Memento vom 11. Juni 2008 im Internet Archive)
  5. Sozialcharta LEG Wohnen GmbH (PDF; 152 kB), abgerufen am 6. April 2013.
  6. Wirtschaftswoche.de: LEG will weitere Wohnungen übernehmen abgerufen am 5. Juni 2013