Aixtron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Aixtron

Logo
Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000A0WMPJ6
Gründung 1983
Sitz Herzogenrath, Deutschland
Leitung

Bernd Schulte, Felix J. Grawert (Vorstand)[1] Kim Schindelhauer (Aufsichtsratsvorsitzender)[2]

Mitarbeiterzahl

581 (31. Dezember 2017)[3]

Umsatz 230,4 Mio. EUR (2017)[3]
Branche Maschinenbau, Halbleitertechnik[4]
Website www.aixtron.com

Die Aixtron SE (Eigenschreibweise: AIXTRON) ist ein deutsches Elektrotechnikunternehmen mit Sitz in Herzogenrath. Das Unternehmen produziert Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien.

Die Aktien des Unternehmens werden an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. AIXTRON ist – mit kurzer Unterbrechung zwischen Dezember 2016 und März 2017 – seit 2004 Bestandteil des TecDax.[5] Bis zum 30. Dezember 2016 wurden die Aktien auch an der NASDAQ gehandelt.[6]

Geschichte und Unternehmensdarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entstand 1983 in Aachen als Ableger der RWTH Aachen. Anfangs spezialisiert auf Anlagen zur Herstellung von III-V-Halbleitern wie Galliumarsenid (GaAs) und Indiumphosphid (InP), wurde die Produktpalette Anfang der 1990er Jahre um hochtemperaturgeeignete Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid (GaN) erweitert.

Es gab zahlreiche Übernahmen wie 1999 die des britischen Konkurrenten im III-V-Markt Thomas-Swan Scientific Equipment Ltd. und der schwedischen Epigress AB im selben Jahr sowie 2005 der US-amerikanischen Genus Inc. für 118 Millionen Euro. 2007 kaufte Aixtron die britische Nanoinstruments Ltd.[7] Durch die Übernahmen erweiterte das Unternehmen sein Spektrum der Anlagentypen und Materialsysteme sowie insbesondere der Anlagen für die Siliziumindustrie. Die ALD/CVD-Produktlinie wurde 2017 an Eugene Technology, Inc., eine 100-prozentige US-Tochter von Eugene Technology Co., Ltd (Südkorea) verkauft. [8]

Die Aixtron SE ist ein Hersteller von MOVPE-Anlagen für Verbindungshalbleiter. Größter Konkurrent in diesem Markt ist das US-amerikanische Unternehmen Veeco, das die MOVPE-Anlagenproduktion 2003 von der Emcore Corporation übernommen hat. 2017 machte Aixtron 75 % seines Umsatzes in Asien, 13 % in Europa und 12 % in den Vereinigten Staaten.[3]

Übernahmeversuch durch chinesischen Investor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach jahrelangen Verlusten stellte sich Aixtron Ende März 2016 zum Verkauf.[9] Im Mai 2016 stimmte Aixtron einem Übernahmeangebot des chinesischen Fujian Grand Chip Investment Fund (FGC) in Höhe von 676 Millionen Euro zu.[10] Dieser wird zu 51 % von dem Investor Zhendong Liu und zu 49 % über Zhongyao Wang und Wanming Huang von dem Unternehmen Xiamen Bohao Investment Ltd., das wiederum indirekt der lokalen Regierung in Xiamen gehört, kontrolliert. Investor Liu aus Xiamen wollte das Angebot durch Liu Sino IC Leasing, deren Kapital von verschiedenen Unternehmen (u. a. San'an Optoelectronics, ein wichtiger Kunde von Aixtron), Banken, staatlichen Fonds und privaten Investoren stammt, kofinanzieren.[11] Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen.[12]

Im Oktober 2016 zog das Bundeswirtschaftsministerium seine am 8. September 2016 erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung zurück und kündigte die Wiederaufnahme der Investitionsprüfung gemäß Außenwirtschaftsgesetz/​Außenwirtschaftsverordnung an.[13][14] Im November 2016 verwies das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) den Fall aufgrund von nationalen Sicherheitsbedenken zur Entscheidung an den US-Präsidenten Barack Obama,[15] der durch sein Veto den Verkauf für die US-Niederlassung verhinderte.[16] Die Grand Chip Investment teilte daraufhin am 8. Dezember 2016 mit, dass das Übernahmeangebot insgesamt erloschen sei.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Vorstand der AIXTRON SE. Aixtron, abgerufen am 25. Juni 2018.
  2. Der Aufsichtsrat. In: aixtron.com. Abgerufen am 4. Dezember 2016.
  3. a b c Geschäftsbericht 2017. Aixtron, 26. Februar 2018, abgerufen am 25. Juni 2018.
  4. aixtron.com: Historie
  5. Deutsche Börse Group: AIXTRON SE in TecDAX aufgenommen. In: deutsche-boerse.com. 3. März 2017, abgerufen am 3. März 2017.
  6. DGAP-News: AIXTRON SE beabsichtigt freiwilliges Delisting... Onvista, 20. Dezember 2016, abgerufen am 25. Juni 2018.
  7. Aixtron übernimmt Nanoinstruments Ltd. In: aixtron.com. 8. Oktober 2007, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  8. Aixtron kann Produktlinie an Südkoreaner verkaufen. In: Handelsblatt Online. 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  9. APA: Deutscher Chip-Anlagenbauer Aixtron auf Käufersuche. In: Der Standard. 31. März 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  10. Aixtron agrees €670m takeover by Fujian Grand Chip Investment Fund. In: semiconductor-today.com. 23. Mai 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016 (englisch).
  11. David Böcking: Herr Liu versteht die deutsche Angst nicht. In: Spiegel Online. 4. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  12. Martin Goetzeler, Kim Schindelhauer: Brief an die Aktionäre. In: aixtron.com. 29. September 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016 (PDF).
  13. Lutz Reiche: Aixtron: Wirtschaftsminister will Übernahme erneut prüfen. In: manager magazin. 24. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  14. Aixtron: US-Geheimdienste stoppen Verkauf deutscher Firma nach China. In: Zeit Online. 26. Oktober 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  15. Aixtrons Schicksal hängt an Obama. In: Spiegel Online. 19. November 2016, abgerufen am 19. November 2016.
  16. Aixtron: Obama blockiert Verkauf deutscher Firma an China. In: Die Zeit. 3. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  17. Chinesen sagen Aixtron-Deal ab. Handelsblatt, 8. Dezember 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016.