Aixtron

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Aixtron

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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000A0WMPJ6
Gründung 1983
Sitz Herzogenrath, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernd Schulte
Felix J. Grawert (Vorstand)[1]
Mitarbeiterzahl 688 (2019)[2]
Umsatz 259,6 Mio. EUR (2019)[2]
Branche Maschinenbau, Halbleitertechnik
Website aixtron.com
Stand: 31. Dezember 2019

Die Aixtron SE (Eigenschreibweise: AIXTRON) ist ein deutsches Elektrotechnikunternehmen mit Sitz in Herzogenrath, das Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien produziert.

Die Aktien des Unternehmens werden an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. AIXTRON ist sowohl Bestandteil des TecDax als auch des MDAX.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entstand 1983 in Aachen als Ableger der RWTH Aachen, Gründer war der Physiker Holger Jürgensen.[4] Anfangs spezialisiert auf Anlagen zur Herstellung von III-V-Halbleitern wie Galliumarsenid (GaAs) und Indiumphosphid (InP), wurde die Produktpalette Anfang der 1990er Jahre um hochtemperaturgeeignete Anlagen zur Herstellung von Galliumnitrid (GaN) erweitert.

Im November 1997 erfolgte der Börsengang der Aixtron AG im Segment Neuer Markt in Frankfurt. Das Listing an der US-Technologiebörse NASDAQ erfolgte im März 2005 und wurde zum 30. Dezember 2016 beendet.[5]

Es gab zahlreiche Übernahmen wie 1999 die des britischen Konkurrenten im III-V-Markt Thomas-Swan Scientific Equipment Ltd. und der schwedischen Epigress AB im selben Jahr sowie 2005 der US-amerikanischen Genus Inc. für 118 Mio. Euro. 2007 kaufte Aixtron die britische Nanoinstruments Ltd.[6] Durch die Übernahmen erweiterte das Unternehmen sein Spektrum der Anlagentypen und Materialsysteme sowie insbesondere der Anlagen für die Siliziumindustrie.

Übernahmeversuch 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach jahrelangen Verlusten stellte sich Aixtron Ende März 2016 zum Verkauf.[7] Im Mai 2016 stimmte Aixtron einem Übernahmeangebot des chinesischen Fujian Grand Chip Investment Fund (FGC) in Höhe von 676 Millionen Euro zu.[8] Dieser wird zu 51 % von dem Investor Zhendong Liu und zu 49 % über Zhongyao Wang und Wanming Huang von dem Unternehmen Xiamen Bohao Investment Ltd., das wiederum indirekt der lokalen Regierung in Xiamen gehört, kontrolliert. Investor Liu aus Xiamen wollte das Angebot durch Liu Sino IC Leasing, deren Kapital von verschiedenen Unternehmen (u. a. San'an Optoelectronics, ein wichtiger Kunde von Aixtron), Banken, staatlichen Fonds und privaten Investoren stammt, kofinanzieren.[9] Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen den Aktionären, das Angebot anzunehmen.[10]

Im Oktober 2016 zog das Bundeswirtschaftsministerium seine am 8. September 2016 erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung zurück und kündigte die Wiederaufnahme der Investitionsprüfung gemäß Außenwirtschaftsgesetz/Außenwirtschaftsverordnung an.[11][12] Im November 2016 verwies das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) den Fall aufgrund von nationalen Sicherheitsbedenken zur Entscheidung an den US-Präsidenten Barack Obama,[13] der durch sein Veto den Verkauf für die US-Niederlassung verhinderte.[14] Die Grand Chip Investment teilte daraufhin am 8. Dezember 2016 mit, dass das Übernahmeangebot insgesamt erloschen sei.[15]

Entwicklung seit 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2017 verkaufte Aixtron seine ALD/CVD-Produktlinie an Eugene Technology, Inc., eine 100-prozentige US-Tochter von Eugene Technology Co., Ltd (Südkorea).[16] Das Geschäft mit OVPD-Anlagen für die OLED-Herstellung wurde zum 1. Oktober 2017 in die Tochtergesellschaft APEVA ausgegliedert. Im Rahmen eines Joint Ventures erwarb der südkoreanische Automatisierungsspezialist IRUJA im Oktober 2018 einen Minderheitsanteil an APEVA.[17]

Aixtron erzielte im Geschäftsjahr 2019 mit 688 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 259,6 Mio. Euro, davon entfielen 68 % auf Asien, 16 % auf Europa und 16 % auf die Vereinigten Staaten.[2]

Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aixtron stellt hauptsächlich MOCVD-Anlagen für die Produktion von Verbindungshalbleitern her und ist in diesem Markt aktuell Weltmarktführer. Das Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest schätzte in einer Studie (Market Share: Semiconductor Wafer Fab Equipment, Worldwide, April 2019) den Marktanteil von Aixtron am weltweiten Markt für MOCVD-Anlagen in 2018 auf rund 46 % (Gesamtmarktgröße 2018: USD 553 Mio.), den Marktanteil des Hauptwettbewerbers Veeco Instruments, Inc. (USA) im gleichen Zeitraum auf 27 % und den der chinesischen AMEC auf 24 %.[2]

Weitere Wettbewerber neben Veeco und AMEC sind Taiyo Nippon Sanso (Japan), Tokyo Elektron Ltd. (Japan), Tang Optoelectronics Equipment Corporation LTd. (China) und LPE (Italien).[2]

Technologie und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktpalette von Aixtron umfasst kundenspezifische Anlagen für die Abscheidung komplexer Halbleitermaterialien. Hierbei können Substrate unterschiedlicher Materialien und Größen beschichtet werden.[18]

Zur Gasphasenabscheidung von Verbindungshalbleiter-Materialien für die Herstellung von leistungs- und optoelektronischen Komponenten wie beispielsweise LED, Lasern, anderen optoelektronischen Komponenten oder Leistungselektronik wird das MOCVD-Verfahren angewendet. Zur Herstellung komplexer Kohlenstoff-Nanostrukturen (Kohlenstoff-Nanoröhren und -drähte oder Graphen) wird das PECVD-Verfahren eingesetzt.[18]

Zur Abscheidung von Dünnschichtmaterialien für die Herstellung organischer Elektronikanwendungen, einschließlich organischer lichtemittierender Dioden (OLED) bietet die Tochtergesellschaft APEVA das OVPD-Verfahren (Organische Gasphasenabscheidung) an.[18]

Die Anlagen des Unternehmens arbeiten größtenteils nach dem Showerhead- oder Planetenprinzip und werden für Wafergrößen von 2-Zoll bis 12-Zoll geliefert. APEVA kann Anlagen für Glasgrößen von Gen1 bis größer als Gen8 anbieten.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum :: AIXTRON. Abgerufen am 3. August 2020.
  2. a b c d e Geschäftsbericht 2019. (PDF) Abgerufen am 3. August 2020.
  3. Aixtron Aktie steigt in den MDax auf - die Hintergründe. Abgerufen am 24. August 2020.
  4. Über AIXTRON: Unsere Historie :: AIXTRON. Abgerufen am 4. August 2020.
  5. DGAP-News: AIXTRON SE beabsichtigt freiwilliges Delisting... Onvista, 20. Dezember 2016, abgerufen am 25. Juni 2018.
  6. Aixtron übernimmt Nanoinstruments Ltd. In: aixtron.com. 8. Oktober 2007, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  7. APA: Deutscher Chip-Anlagenbauer Aixtron auf Käufersuche. In: Der Standard. 31. März 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  8. Aixtron agrees €670m takeover by Fujian Grand Chip Investment Fund. In: semiconductor-today.com. 23. Mai 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016 (englisch).
  9. David Böcking: Herr Liu versteht die deutsche Angst nicht. In: Spiegel Online. 4. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  10. Martin Goetzeler, Kim Schindelhauer: Brief an die Aktionäre. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: aixtron.com. 29. September 2016, archiviert vom Original am 26. Oktober 2016; abgerufen am 4. Dezember 2016.
  11. Lutz Reiche: Aixtron: Wirtschaftsminister will Übernahme erneut prüfen. In: manager magazin. 24. Oktober 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  12. Aixtron: US-Geheimdienste stoppen Verkauf deutscher Firma nach China. In: Zeit Online. 26. Oktober 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016.
  13. Aixtrons Schicksal hängt an Obama. In: Spiegel Online. 19. November 2016, abgerufen am 19. November 2016.
  14. Aixtron: Obama blockiert Verkauf deutscher Firma an China. In: Die Zeit. 3. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  15. Chinesen sagen Aixtron-Deal ab. Handelsblatt, 8. Dezember 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016.
  16. Aixtron kann Produktlinie an Südkoreaner verkaufen. In: Handelsblatt Online. 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  17. AIXTRON und IRUJA. Ltd. unterzeichnen Joint Venture Vereinbarung. In: aixtron.com. 24. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  18. a b c d Geschäftsbericht 2018. Abgerufen am 4. August 2020.