Jungheinrich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jungheinrich (Begriffsklärung) aufgeführt.
Jungheinrich Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006219934
Gründung 1953
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 13.962 (Dezember 2015)[1]
Umsatz 2,754 Mrd. (2015)[1]
Branche Intralogistik, Maschinenbau
Website www.jungheinrich.de
ETV214

Die Jungheinrich Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg ist ein börsennotiertes Unternehmen in der Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik. In diesen Segmenten rangiert das Unternehmen weltweit auf Platz drei, in Europa auf dem zweiten Platz.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Jungheinrich gründete am 7. August 1953 die H. Jungheinrich & Co. Maschinenfabrik in Hamburg. Die erste Filiale im Ausland wurde 1956 in Österreich eröffnet. 1958 öffnete die Unternehmenszentrale mit Werk in Hamburg-Wandsbek.

Ein Gelände in Friedrichsgabe im heutigen Norderstedt wurde 1966 erworben und die Produktion von Hamburg schrittweise bis 1984 dorthin verlagert. Der Unternehmensgründer Friedrich Jungheinrich starb am 28. Januar 1968. 1974 startete das Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft mit eigener Organisation. 1989 entstand der Neubau des Werks Lüneburg. Die ersten osteuropäischen Filialen wurden 1991 in Tschechien und Ungarn gegründet.

1994 erwarb Jungheinrich die Steinbock und Boss Group.[3] Die Produktionsstätten in Frankreich, Großbritannien und Spanien wurden geschlossen und die Produktion nach Deutschland verlagert. 2002 wurden die Konzernmarken MIC, Steinbock und Boss aufgegeben und seitdem Geräte nur noch unter dem Markennamen Jungheinrich verkauft. 2004 wurde die Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung gegründet.[4] Sie fördert Stipendien für Studierende im Hauptfach Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. Das Unternehmen präsentierte 2005 den weltweit ersten Gabelstapler mit Drehkabine.[5]

Im Jahr 2006 eröffnete ein Montagewerk im chinesischen Qingpu bei Shanghai. Hier werden elektrobetriebene Deichselhubwagen montiert. Die gefertigten Niederhub- und Hochhubwagen dienen der Versorgung des Jungheinrich-Vertriebs in China und des asiatischen Marktes. Ebenfalls 2006 nahm das Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden zur Wiederaufbereitung von Gebrauchtgeräten den Betrieb auf.

Im Jahr 2009 nahm Jungheinrich in seinem neuen Werk in Landsberg in Sachsen-Anhalt die Produktion von Elektro-Niederhubwagen auf.[6] 2013 wurden in Degernpoint ein Werk für Lager- und Systemfahrzeuge,[7] in Kaltenkirchen das neue Zentrallager für Ersatzteile[8] und in Qingpu das neue Werk für Flurförderzeuge für die Region "Asia-Pacific" eingeweiht,[9] Anfang Oktober 2015 ein neues Ersatzteillager am Standort Kuzayevo bei Moskau in Betrieb genommen. Dieses wird vom Logistikdienstleister Kühne + Nagel Kontrakt-Logistik betrieben und soll nicht nur Jungheinrich-Kunden in Russland, sondern auch in dessen Anrainerstaaten mit Ersatzteilen versorgen.[10]

Des Weiteren übernahm das Unternehmen zu Ende 2015 die Münchner MIAS Group, die sich auf Maschinenbau in der Lagerlogistik spezialisiert hat. Zum 1. Juli 2015 erweiterte Jungheinrich zudem den Vorstand um das Ressort Logistiksysteme unter Klaus-Dieter Rosenbach.[11] Per Ende Dezember 2012 erwirtschaftete das Unternehmen Jungheinrich mit 11.261 Mitarbeitern einen Umsatzerlös in Höhe von 2,116 Milliarden Euro.[12] Anfang 2016 verlagerte das Unternehmen seine Hauptverwaltung nach Hamburg-Wandsbek.[13]

Börsennotierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 verschmolzen die inländischen Gesellschaften, anschließend firmierten sie in einer Aktiengesellschaft, die mit Vorzugsaktien an die Börse ging und am 30. August 1990 zum ersten Mal notiert wurde. Die Stammaktien, und somit die unternehmerische Kontrolle, liegt weiterhin bei den Familien der beiden Töchter des Unternehmensgründers. Die Jungheinrich-Aktie war bis zum 3. Dezember 2014 Bestandteil des SDAX, mit Wirkung vom 4. Dezember 2014 wird die Aktie im MDAX geführt.[14]

Produkte und Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Produktprogramm unterteilt sich in vier Säulen: Zum einen Flurförderzeuge wie zum Beispiel Gabelstapler, Hochregalstapler und Schlepper. Bekanntestes Produkt ist die Ameise. Sie ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Jungheinrich Profishop und wird häufig als Synonym für Hand- oder Elektro-Hubwagen benutzt.[15] Mittlerweile produziert das Unternehmen auch fahrerlose Transportsysteme.

Zum zweiten setzt Jungheinrich Regalsysteme um. Diese unterteilen sich in manuelle, semiautomatische und automatische Lagersysteme. Beispiele sind automatische Hochregal-Lager (HRL), automatische Kleinteile-Lager (AKL), Paletten-Lager und kombinierte Systeme.

Zum dritten umfasst das Portfolio intralogistische Gesamtlösungen, sowohl Neuplanung als auch Optimierung bestehender Lager. Die Palette reicht von der Analyse über Planung, Projektierung und Realisierung bis zum After-Sales-Service und ist für alle Automationsgrade möglich. Die Jungheinrich AG bietet hierfür sowohl manuelle Lagersysteme mit dem Warehouse Management System (WMS), Datenfunkdienstleistungen und Datenfunkequipment als auch vollautomatische Lagersysteme mit Regalbediengeräten an.

Ergänzend hierzu bietet das Unternehmen Dienstleistungen rund um die Lagerlogistik an. Die Dienstleistungen umfassen:

  • den Kundendienst, also Inspektion, Wartung und Reparatur von Geräten,
  • Fahrerschulungen,
  • Vermietung und Absatzfinanzierung der Produkte,
  • Aufarbeitung und Verkauf von Gebrauchtgeräten.

Vermietung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die europäische Mietflotte umfasst rund 38.100 Mietstapler mit 600 Fahrzeugvarianten mit Tragfähigkeitsklassen von 1 Tonne bis 42 Tonnen sowie Hubhöhen bis 17 Meter.

Versandhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Onlineshop "Jungheinrich Profishop" bietet Jungheinrich seit 2006 Unternehmen ein Sortiment aus den Bereichen Stapeln und Heben, Transport, Lager, Betriebs- und Büroausstattung, Arbeitsschutz und Umwelt. Das Angebot umfasst rund 36.000 Artikel: aus der Jungheinrich Produktpalette, der Traditionsmarke Ameise sowie Produkte anderer Hersteller. Seit 2007 gibt es den "Profishop" auch in Österreich.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jungheinrich ist weltweit in 32 konzerneigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften vertreten. Darüber hinaus ist Jungheinrich über Händler, insbesondere in den Überseemärkten, präsent. Der Konzern ist insgesamt in rund 100 Ländern aktiv, darunter gehört auch das Montagewerk in Qingpu in der Volksrepublik China und das Logistikzentrum für Osteuropa in Bratislava.

Deutschland

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jungheinrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jungheinrich Aktiengesellschaft: Geschäftsbericht 2015. Abgerufen am 6. April 2016 (PDF).
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. http://www.independent.co.uk/news/business/lancer-boss-forced-under-1422159.html
  4. http://www.jungheinrich.de/wir-ueber-uns/dr-friedrich-jungheinrich-stiftung
  5. http://www.flurfoerderzeuge.de/archiv/drehkabine-jungheinrich.html
  6. http://www.jungheinrich.de/wir-ueber-uns/unternehmensgeschichte
  7. Jungheinrich eröffnet Werk für Lager- und Systemfahrzeuge, Pressemitteilung vom 27. November 2013
  8. Jungheinrich eröffnet neues Ersatzteilzentrum, Pressemitteilung vom 6. September 2013
  9. Jungheinrich eröffnet neues Werk in China, Pressemitteilung vom 8. August 2013
  10. http://www.logistra.de/news-nachrichten/nfz-fuhrpark-lagerlogistik-intralogistik/6648/maerkte-amp-trends/gabelstapler-jungheinrich-baut-auf-russland
  11. http://www.logistik-heute.de/Logistik-News-Logistik-Nachrichten/Personal-News/13092/Dr-Klaus-Dieter-Rosenbach-uebernimmt-neues-Ressort-Logistiksysteme-Person
  12. Jungheinrich Aktiengesellschaft: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 27. Januar 2016 (PDF).
  13. http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-Wirtschaft/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/Jungheinrich-baut-neue-Unternehmenszentrale
  14. Handelsblatt.com Jungheinrich steigt in den MDax auf abgerufen am 3. Dezember 2014
  15. Florian Langenscheidt (Hrsg.): Deutsche Standards: Marken des Jahrhunderts. Die Königsklasse deutscher Produkte und Dienstleistungen in Wort und Bild – von Aspirin bis Zeiss. 15., neubearb. Auflage. Deutsche Standards EDITIONEN, Köln 2006, ISBN 3-8349-0436-8, S.260.