Lech Piasecki

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Lech Piasecki
Lech Piasecki
Lech Piasecki
Zur Person
Geburtsdatum 13. November 1961
Geburtsort Posen
Nation Polen Polen
Disziplin Straße
Karriereende 1991
Clubs, Renngemeinschaften
1976–1978
1979–1985
Orlęta Myślibórz[1]
Orlęta Gorzów[1]
Internationale Team(s)
1986–1988
1989
1990
1991
Del Tongo
Malvor–Sidi
Diana-Colnago
Colnago-Lampre
Wichtigste Erfolge
Letzte Aktualisierung: 05. September 2022

Lech Piasecki (* 13. November 1961 in Posen) ist ein ehemaliger polnischer Radrennfahrer. Er gewann 1985 die Internationale Friedensfahrt und die Weltmeisterschaften im Straßenrennen der Amateure und wurde 1988 Weltmeister in der 4000-m-Einerverfolgung der Profis.

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piasecki begann seine Radsportkarriere 1976 in einem kleinen Klub Orlęta im polnischen Myślibórz.[1] Dort befand sich eine Filiale des Radsportvereins Orlęta Gorzów Wielkopolski, in dessen Trikot auch unter anderem Zenon Jaskuła fuhr. Nach nur zwei Jahren bekam Piasecki die Möglichkeit, nach Gorzów Wielkopolski umzusiedeln und sich im Klub Orlęta weiterzubilden.[1] Gefordert wurde er von Trainer Mieczysław Szurko, einem ehemaligen polnischen Bergfahrmeister.

In Gorzów Wielkopolski machte Piasecki auf sich durch schnell erzielte Erfolge aufmerksam. 1979 gewann er die Jugend-Spartakiade im Zeitfahren – einen für die Ostblockstaaten typischen Sportwettbewerb für Jugendliche.[1] Kurz danach wurde er Dritter bei den polnischen Bergfahrmeisterschaften. Schon 1980 war der Name Piasecki in aller Munde. Er entschied für sich die Junior-Meisterschaften und wurde erneut Dritter bei den Bergfahrmeisterschaften. Nachdem Piasecki eine Etappe bei der Polen-Rundfahrt gewonnen hatte, berief Zbigniew Rusin (pl), der polnische Nationaltrainer, ihn ins polnische Nationalteam, welches sich auf die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Prag vorbereitete.

1982 konnte Piasecki seinen ersten großen Sieg auf der internationalen Ebene verbuchen. Er gewann eine Etappe der Niedersachsen-Rundfahrt, bei der er auch als bester Bergfahrer gekürt wurde. In demselben Jahr gewann er noch eine Etappe beim Milk Race und fuhr seinen Rivalen bei den nationalen Meisterschaften davon. Piasecki heimste Doppelgold im Bergfahren und im Straßenrennen ein. Dazu landete er bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften der Amateure in Goodwood im Mannschaftszeitfahren auf dem vierten Rang. 1983 gewann er zwei Etappen bei der Polen-Rundfahrt. Bei den polnischen Radmeisterschaften 1984 gewann Piasecki die Goldmedaille im Einzelzeitfahren.

1985 wurde er der erster polnische Gesamtsieger der Internationale Friedensfahrt nach 10 Jahren. Zudem gewann er die Nachwuchswertung und insgesamt vier Etappen (einschließlich des Prologs). Sein Erfolg erinnerte an die Siegeszüge von Jan Veselý (1949) und Aavo Pikkuus (1977). Piasecki fuhr nämlich vom ersten bis zum letzten Tag des Rennens im Trikot des Gesamtführenden. Sein großer Coup fand ein breites Echo nicht nur in der Presse in den kommunistischen Ländern, sondern auch im Westen. Piasecki wurde zu der Österreich-Rundfahrt eingeladen, wo er als aktivster Rennfahrer ausgezeichnet wurde. Bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt wurde er bester Kletterer.

All diesen Erfolgen setzte allerdings der Titel des Amateur-Weltmeisters im Straßenrennen die Krone auf. Am 31. August 1985 im italienischen Giavera del Montello gewann er bei den Weltmeisterschaften das Regenbogentrikot bei den Amateuren. Dazu kamen noch die Goldmedaillen bei den polnischen Radmeisterschaften im Zeit- und Paarfahren (gemeinsam mit seinem Klubkameraden Zenon Jaskuła). Am Jahresende wählte die polnische Sportzeitung „Przegląd Sportowy“ Piasecki zum „Sportler des Jahres“ aus. Auf der offiziellen Gala, auf der Piasecki die Auszeichnung entgegennahm, hatte er schon seinen ersten Profivertrag beim Team Del Tongo in der Tasche. Somit zählte er zu der ersten Gruppe der Radrennfahrer aus dem Osten Europas, dem ein Sprung ins Profilager gelang.

1986 gewann er für sein neues Team das Zeitfahren beim Giro d’Italia. Auf der 1. und 2. Etappe der Tour de France trug er, als erster osteuropäischer Fahrer das Gelbe Trikot.[2] Beim Giro d’Italia 1988 trug er sowohl im Einzel-, als auch im Mannschaftszeitfahren den Sieg davon.

Auf die Bahn kehrte er, nachdem er als Jugendlicher oft auf der Bahn trainiert hatte, zu den Weltmeisterschaften 1988 in Gent zurück, wo er in der Profi-Kategorie den Titel in der Einerverfolgung gewann.

Anfang 1990 wechselte er zusammen mit Jaskuła zum neu gegründeten polnisch-italienischen Team Diana-Colnago. Im April 1991 beendete Piasecki seine Laufbahn im Alter von nur 30 Jahren.[1] Als Grund, warum er seine Karriere an den Nagel hängen wolle, nannte er mentale Erschöpfung.[3]

Berufliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Karriere-Aus arbeitete Piasecki als Vertreter des Fahrradherstellers Colnago für Polen. Als Mitarbeiter des LangTeam, des Unternehmens von seinem Freund Czesław Lang, ist er unter anderem als sportlicher Leiter für die Tour de Pologne zuständig.[4]

Palmares[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986

1987

1988

1989

1990

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pascal Sergent, Guy Crasset, Hervé Dauchy: Mondial Encyclopedie Cyclisme. Band 3 P-Z herausgegeben 2000 von der UCI ISBN 90-74128-74-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Historia Lecha Piaseckiego. In: lechpiasecki.pl. Abgerufen am 5. September 2022 (polnisch).
  2. Guido Scholl: Piaseckis Tour-Coup im Schatten der Mauer. In: radsport-news.com. Abgerufen am 5. September 2022.
  3. Jakub Zimoch: Lech Piasecki: "Jestem dumny, że ukończyłem tamten etap". In: radsport-news.com. 18. Mai 2021, abgerufen am 5. September 2022 (polnisch).
  4. Biuro Organizacni Imprez Sportowych (Hrsg.): 69. Tour de Pologne. Warschau 1969, S. 20 (polnisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]