Leichtathletik-Europameisterschaften 1938

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2. Leichtathletik-Europameisterschaften
Eaa-logo.jpg
Stadt Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Paris (Männer)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Wien[1] (Frauen)
Stadion Stade Olympique (Männer)
Praterstadion (Frauen)
Wettbewerbe 32
Weltrekorde 1
Weitere Europarekorde 1
Eröffnung 3. September 1938 (M)
17. September 1938 (F)
Schlussfeier 5. September 1938 (M)
18. September 1938 (F)
Chronik
Turin 1934 Oslo 1946
Praterstadion auf einer Luftaufnahme 1932
Medaillenspiegel (Endstand nach 32 Entscheidungen)
Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 12 11 9 32
2 FinnlandFinnland Finnland 5 3 3 11
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4 2 2 8
4 SchwedenSchweden Schweden 3 4 6 13
5 Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen 2 3 1 6
6 NiederlandeNiederlande Niederlande 2 2 4 8
7 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 1 4 3 8
8 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich 1 1 1 3
Ungarn 1918Ungarn Ungarn 1 1 1 3
10 EstlandEstland Estland 1 1
Vollständiger Medaillenspiegel

Die 2. Leichtathletik-Europameisterschaften im Jahr 1938 fanden zu unterschiedlichen Terminen an zwei verschiedenen Orten statt. Die Wettkämpfe der Männer wurden vom 3. bis 5. September in Paris ausgetragen, die der Frauen am 17. und 18. September in Wien.

Austragungsort Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die aggressive Politik der Nationalsozialisten und den dadurch erfolgten sogenannten Anschluss Österreichs lag der Veranstaltungsort Wien nun – bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs – in Deutschland.[2]

Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Männern wurde wie bereits bei den ersten Europameisterschaften der annähernd komplette Wettkampfkalender angeboten, der außer im Bereich Gehen dem heutigen Wettbewerbsprogramm entsprach. Hinzu kam nun auch der 3000-Meter-Hindernislauf.

Das Wettkampfangebot für Frauen umfasste mit dem Weitsprung und dem Kugelstoßen sogar zwei Disziplinen mehr als bei den Olympischen Spielen zwei Jahre zuvor in Berlin und sechs Jahre zuvor in Los Angeles. Allerdings gab es für die Frauen deutlich weniger Wettkampfangebote als für die Männer. Lediglich drei Einzellaufstrecken wurden ausgetragen – die längste über 200 Meter – sowie die 4-mal-100-Meter-Staffel. Darüber hinaus gab es mit Hoch- und Weitsprung zwei Sprungwettbewerbe sowie mit Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf drei Disziplinen aus dem Bereich Stoßen/Werfen.

Sportliche Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höhepunkte waren der Weltrekord über 80 Meter Hürden durch die Italienerin Claudia Testoni in 11,6 s und der Europarekord über 110 Meter Hürden durch den Briten Don Finlay in 14,3 s.

Erfolgreichste Nation war Deutschland, das von der besonderen Förderung des Sports unter dem nationalsozialistischen Regime mit seinen propagandistischen Zielen in hohem Maße profitierte. Dabei darf nicht vergessen werden, dass jüdische Sportler unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit komplett außen vor standen und denselben Repressalien unterworfen waren wie die jüdische Bevölkerung in Deutschland insgesamt. Deutschland stellte zwölf Europameister, dahinter lagen Finnland mit fünf, Großbritannien mit vier und Schweden mit drei EM-Titeln.

Ergebnisse Männer – in Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finaleinlauf über 100 Meter (v. l. n. r.): Arthur Sweeney, Orazio Mariani, Wil van Beveren, Lennart Strandberg, Martinus Osendarp, Bernard Marchand
Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Martinus Osendarp NiederlandeNiederlande NED 10,5
2 Orazio Mariani Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 10,6
3 Lennart Strandberg SchwedenSchweden SWE 10,6
4 Wil van Beveren NiederlandeNiederlande NED 10,6
5 Arthur Sweeney Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 11,0
6 Bernard Marchand SchweizSchweiz SUI 11,2

Finale: 3. September

200 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Martinus Osendarp NiederlandeNiederlande NED 21,2 CR
2 Jakob Scheuring Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 21,6
3 Alan Pennington Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 21,6
4 Julien Saelens BelgienBelgien BEL 21,7 NRe
5 Gyula Gyenes Ungarn 1918Ungarn HUN 22,1
6 Kenneth Jenkins Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 22,1

Finale: 4. September

Godfrey Brown, Archie Williams, James LuValle 1936.jpg

400 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Godfrey Brown Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 47,4 CR
2 Karl Baumgarten NiederlandeNiederlande NED 48,2
3 Erich Linnhoff Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 48,8
4 János Görkói Ungarn 1918Ungarn HUN 48,9
5 Aarne Tammisto FinnlandFinnland FIN 49,1
6 Bertil von Wachenfeldt SchwedenSchweden SWE 50,0

Finale: 4. September

Der britische Europameister Godfrey Brown hatte bei den Olympischen Spielen 1936 Silber gewonnen (Foto rechts: Olympisches Finale 1936, Brown ganz links)

Rudolf Harbig – klarer Sieger über 800 Meter

800 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Rudolf Harbig Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 1:50,6 CR/NR
2 Jacques Lévèque Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 1:51,8 PB
3 Mario Lanzi Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 1:52,0 SB
4 Sjabbe Bouman NiederlandeNiederlande NED 1:52,3 NR
5 Bertil Andersson SchwedenSchweden SWE 1:53,0 SB
6 Tauno Peussa FinnlandFinnland FIN 1:55,5 PB
7 Paul Faure Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA NT
8 Lennart Nilsson SchwedenSchweden SWE

Finale: 4. September

1500 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Sydney Wooderson Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 3:53,6 CR
2 Joseph Mostert BelgienBelgien BEL 3:54,5 PB
3 Luigi Beccali Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 3:55,2 SB
4 Niilo Hartikka FinnlandFinnland FIN 3:56,5 PB
5 Toivo Sarkama FinnlandFinnland FIN 3:56,7 PB
6 Jan Staniszewski Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 3:58,4 PB
7 Jim Alford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 4:03,0
8 Ingvar Haglund SchwedenSchweden SWE 4:08,2

Finale: 5. September

Taisto Mäki 1939.jpg

5000 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Taisto Mäki FinnlandFinnland FIN 14:26,8 CR
2 Henry Jonsson SchwedenSchweden SWE 14:27,4 PB
3 Kauko Pekuri FinnlandFinnland FIN 14:29,2 PB
4 Jack Emery Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 14:46,2 PB
5 Józef Noji Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 14:47,8 PB
6 George Morrison Carstairs Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 14:51,3 PB
7 András Csaplár Ungarn 1918Ungarn HUN 14:52,4 PB
8 Roger Rochard Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 14:55,6 SB

Datum: 4. September

Finnische Dominanz auf allen Langstrecken, über 5000 Meter durch Taisto Mäki (Foto rechts)

Ilmari Salminen 1936.jpg

10.000 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Ilmari Salminen FinnlandFinnland FIN 30:52,4 CR
2 Giuseppe Beviacqua Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 30:53,2 NR
3 Max Syring Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 30:57,8 PB
4 Jenő Szilágyi Ungarn 1918Ungarn HUN 30:58,6 NR
5 Thore Tillman SchwedenSchweden SWE 31:06,6 PB
6 János Kelen Ungarn 1918Ungarn HUN 31:16,6 PB
7 Giuseppe Lippi Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 31:51,6 PB
8 André Sicard Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 32:09,6 PB

Datum: 5. September

Ilmari Salminen wiederholte nach seinem Olympiasieg 1936 auch seinen EM-Erfolg von 1934.

Marathon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Väinö Muinonen FinnlandFinnland FIN 2:37:29 CR
2 Squire Yarrow Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 2:39:03 SB
3 Henry Palmé SchwedenSchweden SWE 2:42:14 PB
4 Maurice Waltispurger Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 2:44:28 PB
5 Erich Puch Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 2:45:09 PB
6 Eugen Bertsch Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 2:45:21 PB
7 Désiré Leriche Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 2:48:22 PB
8 Umberto De Florentis Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 2:49:30 PB

Datum: 4. September

Don Finlay 1931.jpg

110 m Hürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Don Finlay Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 14,3 ER
2 Håkan Lidman SchwedenSchweden SWE 14,5
3 Reindert Brasser NiederlandeNiederlande NED 14,8
4 John Thornton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 14,8
5 Karl Kumpmann Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 15,3
6 Werner Christen SchweizSchweiz SUI 15,4

Finale: 4. September

Don Finlay, der auf eine lange Sportlerkarriere zurückblicken konnte, wurde Europameister mit neuem Europarekord.

400 m Hürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Prudent Joye Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 53,1 CR
2 József Kovács Ungarn 1918Ungarn HUN 53,3
3 Kell Areskoug SchwedenSchweden SWE 53,6
4 Georg Glaw Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 54,2
5 Friedrich-Wilhelm Hölling Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 54,6
6 Werner Kellerhals SchweizSchweiz SUI 55,0

Finale: 4. September

3000 m Hindernis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Lars Larsson SchwedenSchweden SWE 9:16,2 CR
2 Ludwig Kaindl Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 9:19,2 PB
3 Alf Lindblad FinnlandFinnland FIN 9:21,4 PB
4 Kalle Tuominen FinnlandFinnland FIN 9:28,6 PB
5 Roger Cuzol Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 9:42,2 PB
6 Gaston Tinard Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 9:43,0 PB
7 Ferdinando Migliaccio Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 9:45,2 PB
8 Wacław Soldan Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 9:58,4 PB

Datum: 5. September

4 × 100 m Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Zeit (s)
1 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Manfred Kersch
Gerd Hornberger
Karl Neckermann
Jakob Scheuring
40,9 CR
2 SchwedenSchweden Schweden Gösta Klemming
Åke Stenqvist
Lennart Lindgren
Lennart Strandberg
41,1
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien Maurice Scarr
Godfrey Brown
Arthur Sweeney
Ernest Page
41,2
4 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Tullio Gonnelli
Gianni Caldana
Edoardo Daelli
Orazio Mariani
41,3
NiederlandeNiederlande Niederlande Martinus Osendarp
Wil van Beveren
Tjeerd Boersma
Heinz Baumgarten
DNF
SchweizSchweiz Schweiz Fritz Seeger
Jean Studer
Bernard Marchand
Paul Hänni
DSQ

Finale: 5. September

4 × 400 m Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athleten Zeit (min)
1 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Hermann Blazejezak
Manfred Bues
Erich Linnhoff
Rudolf Harbig
3:13,7 CR
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien Jack Barnes
Alfred Baldwin
Alan Pennington
Godfrey Brown
3:14,9
3 SchwedenSchweden Schweden Lars Nilsson
Carl Hendrik Gustafsson
Börje Thomasson
Bertil von Wachenfeldt
3:17,3
4 Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik Frankreich Joseph Bertolino
André Gardien
Jacques Lévèque
Prudent Joye
3:18,3
5 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Angelo Ferrario
Gioacchino Dorascenzi
Otello Spampani
Mario Lanzi
3:19,7
6 Ungarn 1918Ungarn Ungarn Gyula Gyenes
Ferenc Temesvári
József Vadas
János Görkói
3:22,9

Datum: 5. September

Churchman cigarette card of Harold Whitlock.jpg

50-km-Gehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Harold Whitlock Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 4:41:51 CR
2 Herbert Dill Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 4:43:54
3 Edgar Bruun NorwegenNorwegen NOR 4:44:35
4 Fritz Bleiweiß Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 4:45:24
5 Antonio De Maestri Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 4:53:56
6 Evald Segerström SchwedenSchweden SWE 4:54:06
7 Giuseppe Gobbato Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 4:56:20
8 Antonius Toscani NiederlandeNiederlande NED 4:58:36

4. September

Harold Whitlock (Foto rechts) siegte mit mehr als zwei Minuten Vorsprung.

Hochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Kurt Lundqvist SchwedenSchweden SWE 1,97 PB
2 Kalevi Kotkas FinnlandFinnland FIN 1,94 SB
3 Lauri Kalima FinnlandFinnland FIN 1,94 PB
4 Åke Ödmark SchwedenSchweden SWE 1,90 SB
Erik Stai NorwegenNorwegen NOR 1,90
6 Jean Moiroud Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 1,85 PB
Hubert Stubbs Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 1,85 PB
8 Janós Cserna Ungarn 1918Ungarn HUN 1,85 PB

Datum: 5. September

Stabhochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europameister Karl Sutter – hier bei seinem Wettkampf in Paris
Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Karl Sutter Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 4,05 CR
2 Bo Ljungberg SchwedenSchweden SWE 4,00 SB
3 Pierre Ramadier Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 4,00 PB
4 Wilhelm Schneider Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 4,00 PB
5 Mario Romeo Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 4,00 PB
6 Aulis Reinikka FinnlandFinnland FIN 3,90 PB
7 Richard Webster Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 3,80 PB
8 Richard Kiipsaar EstlandEstland EST 3,70 PB

Datum: 3. September

Weitsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Leichum verteidigte seinen EM-Titel von 1934
Platz Athlet Land Weite (m)
1 Wilhelm Leichum Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 7,65 CR
2 Arturo Maffei Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 7,61 PB
3 Luz Long Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 7,56 SB
4 István Gyuricza Ungarn 1918Ungarn HUN 7,27 PB
5 Ruudi Toomsalu EstlandEstland EST 7,24 SB
6 William Breach Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 7,16 PB
7 Jean Studer SchweizSchweiz SUI 7,14 PB
8 Jean Baudry Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 7,11 PB

Datum: 3. September

Dreisprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Onni Rajasaari FinnlandFinnland FIN 15,32 CR
2 Jouko Norén FinnlandFinnland FIN 14,95 PB
3 Karl Kotratschek Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 14,73 PB
4 Ioannis Palamiotis Königreich GriechenlandKönigreich Griechenland GRE 14,70 NR
5 Vittorio Turco Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 14,64 PB
6 Lennart Andersson SchwedenSchweden SWE 14,56 SB
7 Franco Bini Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 13,96 PB
8 Jean Nichil Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 13,88 NR

Datum: 4. September

Kugelstoßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aleksander Kreek überraschte die deutschen Favoriten mit seinem Sieg
Platz Athlet Land Weite (m)
1 Aleksander Kreek EstlandEstland EST 15,83 CR
2 Gerhard Stöck Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 15,59 SB
3 Hans Woellke Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 15,52 SB
4 Sulo Bärlund FinnlandFinnland FIN 15,07
5 Gunnar Bergh SchwedenSchweden SWE 14,92 PB
6 Jaroslav Vítek Tschechoslowakei 1920Tschechoslowakei TCH 14,77 PB
7 Angiolo Profeti Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 14,67 SB
8 Witold Gerutto Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 14,41

Datum: 4. September

Diskuswurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Willy Schröder Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 49,70 SB
2 Giorgio Oberweger Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 49,48 PB
3 Gunnar Bergh SchwedenSchweden SWE 48,72 PB
4 Kalevi Kotkas FinnlandFinnland FIN 48,63 PB
5 Adolfo Consolini Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 48,02 SB
6 Jenő Kulitzy Ungarn 1918Ungarn HUN 47,19 PB
7 Jules Noël Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 46,65 PB
8 Reidar Sørlie NorwegenNorwegen NOR 46,36 PB

Datum: 5. September

Karl Hein 1936.jpg

Hammerwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Karl Hein Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 58,77 CR
2 Erwin Blask Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 57,34
3 Oscar Malmbrandt SchwedenSchweden SWE 51,23 PB
4 Gösta Hannula FinnlandFinnland FIN 49,84 PB
5 Joseph Wirtz Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 48,75 PB
6 Silvio Nido SchweizSchweiz SUI 46,68 PB
7 Jussi Anttalainen FinnlandFinnland FIN 44,59 PB
8 Robert Saint-Pé Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 42,61 PB

Datum: 4. September

Die beiden Deutschen Karl Hein (Foto rechts) und Erwin Blask dominierten diesen Wettbewerb deutlich.

Speerwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matti Järvinen.jpg
Platz Athlet Land Weite (m)
1 Matti Järvinen FinnlandFinnland FIN 76,87 CR
2 Yrjö Nikkanen FinnlandFinnland FIN 75,00
3 József Várszegi Ungarn 1918Ungarn HUN 72,78 NR
4 Gustav Sule EstlandEstland EST 70,50
5 Friedrich Issak EstlandEstland EST 70,23 SB
6 Lennart Atterwall SchwedenSchweden SWE 68,58 SB
7 Gerhard Stöck Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 65,34 SB
8 Oskar Ospelt Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE 58,83 SB

Datum: 3. September

Matti Järvinen (Foto rechts) war einer der erfolgreichsten Speerwerfer seiner Zeit und wurde hier zum zweiten Mal Europameister.

Zehnkampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olle Bexell machte sich mit seiner Leistung hier zum König der Athleten
Platz Athlet Land P – offiz. Wert. P – 85er Wert.
1 Olle Bexell SchwedenSchweden SWE 7214 CR 6687
2 Witold Gerutto Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 7006 PB 6459
3 Josef Neumann SchweizSchweiz SUI 6664 PB 6228
4 Rudolf Glötzner Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 6492 PB 6173
5 Raymond Anet SchweizSchweiz SUI 6118 PB 5918
6 Jerzy Pławczyk Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 5946 PB 5656
7 Jean Balezo Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 5503 PB 5360
8 Hervé Mahé Dritte Französische RepublikDritte Französische Republik FRA 5346 PB 5138

Datum: 4. / 5. September

Gewertet wurde nach der Punktetabelle von 1934.

Zur Orientierung und Einordnung der Leistungen sind zum Vergleich die nach heutigem Wertungssystem von 1985 erreichten Punktzahlen mitaufgeführt. An den Platzierungen hätte sich danach nichts geändert.

Natürlich sind diese Vergleiche nur Anhaltswerte, denn als Grundlage müssen die jeweils unterschiedlichen Maßstäbe der Zeit gelten.

Ergebnisse Frauen – in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stanisława Walasiewicz 1938.jpg

100 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Stanisława Walasiewicz Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 11,9 CRe
2 Käthe Krauß Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,0
3 Fanny Blankers-Koen NiederlandeNiederlande NED 12,0
4 Dorothy Saunders Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 12,1
5 Ida Kühnel Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,3
6 Emmy Albus Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,4

Finale: 17. September[3]

Stanisława Walasiewicz (Foto rechts) entschied beide Sprintstrecken für sich. Später wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus und setzte dort ihre Karriere unter dem Namen Stella Walsh fort.

200 m[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Stanisława Walasiewicz Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 23,8 CR
2 Käthe Krauß Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 24,4 DR
3 Fanny Blankers-Koen NiederlandeNiederlande NED 24,9
4 Ida Kühnel Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 25,0
5 Dorothy Saunders Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 25,0
6 Lillian Chalmers Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 25,0

Finale: 18. September

Claudia testoni.jpg

80 m Hürden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Claudia Testoni Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 11,6 WRe
2 Lisa Gelius Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 11,7
3 Kitty ter Braake NiederlandeNiederlande NED 11,8
4 Annemarie Westphal Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,0
5 Agatha Doorgeest NiederlandeNiederlande NED 12,0
6 Anny Spitzweg Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,1

Finale: 17. September

Claudia Testoni (Foto rechts) stellte bei ihrem Sieg über 80 Meter Hürden den bestehenden Weltrekord der Deutschen Ruth Engelhard ein.

4 × 100 m Staffel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Athletinnen Zeit (s)
1 Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Josefine Kohl
Käthe Krauß
Emmy Albus
Ida Kühnel
46,8 CR
2 Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen Jadwiga Gawrońska
Barbara Książkiewicz
Otylia Kałuża
Stanisława Walasiewicz
48,2
3 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Maria Alfero
Maria Apollonio
Rosetta Cattaneo
Italia Lucchini
49,4
4 Ungarn 1918Ungarn Ungarn Ilona Balla
Anna Lörinczi
Sarolta Fehér
Rózalia Nagy
50,8
5 NorwegenNorwegen Norwegen Ella Undli
Aashild Brandvold
Solveig Wennewold
N. N.
51,1
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien Lillian Chalmers
Audrey Brown
Dorothy Saunders
Betty Lock
DSQ

Datum: 18. September

Olympiasiegerin Ibolya Csák errang in einem hochklassigen Wettbewerb auch den EM-Titel

Hochsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Höhe (m)
1 Ibolya Csák Ungarn 1918Ungarn HUN 1,64 CR/NR
2 Nelly van Balen-Blanken NiederlandeNiederlande NED 1,64 CR/NR
3 Feodora zu Solms Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 1,64 CR/PB
4 Dorothy Cosnett Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 1,58 PB
5 Dora Gardner Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 1,58 PB
6 Ilsebill Pfenning SchweizSchweiz SUI 1,55 PB
7 Karin Färnström SchwedenSchweden SWE 1,55 PB
8 Wanda Nowak Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 1,50

Datum: 18. September

Ursprünglich war Dora Ratjen mit der neuen Weltrekordhöhe von 1,70 m offizielle Siegerin des Wettbewerbs. Nach der Feststellung, dass Ratjen in Wirklichkeit ein Mann war, wurde ihm/ihr der Titel jedoch aberkannt. Sein eigentlicher Name war Heinrich Ratjen.[4]

Die achtplatzierte Wanda Nowak war eigentlich eine österreichische Athletin, die jedoch nach der Annektierung Österreichs durch Deutschland ihre Staatsbürgerschaft wechselte.

Weitsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irmgard Praetz besiegte auch die Sprintkönigin Stanisława Walasiewicz
Platz Athletin Land Weite (m)
1 Irmgard Praetz Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 5,88 CR
2 Stanisława Walasiewicz Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 5,81 PB
3 Gisela Voß Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 5,47 PB
4 Ethel Raby Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 5,44 PB
5 Veronika Kohlbach Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 5,41 PB
6 Vedder Schenck Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 5,34 PB
7 Inge Schmidt-Nielsen DanemarkDänemark DEN 5,27 PB
8 Henryka Słomczewska Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 5,15 PB

Datum: 17. September[5]

Die vier erstplatzierten Kugelstoßerinnen (v. l. n. r.): Wanda Flakowicz, Gisela Mauermayer, Hermine Schröder, Helma Wessel

Kugelstoßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Hermine Schröder Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 13,29 CR
2 Gisela Mauermayer Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 13,27 SB
3 Wanda Flakowicz Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 12,55 PB
4 Helma Wessel Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 12,55 PB
5 Bevis Reid Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 12,10 PB
6 Pūce Aldzere-Lavīze LettlandLettland LAT 11,70 PB
7 Genowefa Cejzik Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 11,68 PB
8 Irja Lipasti FinnlandFinnland FIN 11,64 PB

Datum: 17. September[6]

Diskuswurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Gisela Mauermayer Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 44,80 CR
2 Hilde Sommer Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 40,95 PB
3 Paula Mollenhauer Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 39,81 PB
4 Birgit Lundström SchwedenSchweden SWE 38,11 PB
5 Genowefa Cejzik Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 36,51 PB
6 Gabre Gabric Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA 35,53 SB
7 Ans Niesink NiederlandeNiederlande NED 35,48 SB
8 Bevis Reid Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR 34,19 PB

Datum: 18. September

Speerwurf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Lisa Gelius Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 45,58 CR
2 Susanne Pastoors Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 44,14 PB
3 Luise Krüger Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) GER 42,49 SB
4 Lux Stiefel SchweizSchweiz SUI 40,58 PB
5 Pūce Aldzere-Lavīze LettlandLettland LAT 40,20 PB
6 Stanisława Walasiewicz Polen 1928Zweite Polnische Republik POL 33,33 PB
7 Irja Lipasti FinnlandFinnland FIN 31,93 PB
8 Britta Awall SchwedenSchweden SWE 31,90

Datum: 18. September

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mirko Javala: European Athletics Championships Zürich 2014: Statistics Handbook. Organising Committee European Athletics Championships, Zürich 2014, S. 360–362 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leichtathletik-Europameisterschaften 1938 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach der zum Zeitpunkt dieser Europameisterschaften bereits erfolgten Annexion Österreichs durch Deutschland muss hier folgerichtig die deutsche Flagge aus dieser Zeit als Symbol verwendet werden. Für einen begrenzten Zeitraum existierte die Republik Österreich nicht und war Teil des Deutschen Reichs. In Wien selber wehte allerorten die entsprechenden Flagge, die jetzt hier eingesetzt wird – wenn auch wie in allen anderen Fällen auch mit ziemlichem Unbehagen.
  2. Wiedervereinigung auf Alpenart, Spiegel Online 7. März 2008 auf spiegel.de, abgerufen am 13. Juni 2017
  3. Anmerkung zum Austragungsdatum: Hier sind in den Quellen zwei unterschiedliche Termine genannt: In vorliegenden Artikel ist durchgängig das Datum der offiziellen Homepage der EAA aufgelistet.
  4. Stefan Berg: Olympia 1936: Skandal um Dora. In: Der Spiegel. Nr. 38, 14. September 2009.
  5. Anmerkung zum Austragungsdatum: Hier sind in den Quellen zwei unterschiedliche Termine genannt: In vorliegenden Artikel ist durchgängig das Datum der offiziellen Homepage der EAA aufgelistet.
  6. Anmerkung zum Austragungsdatum: Hier sind in den Quellen zwei unterschiedliche Termine genannt: In vorliegenden Artikel ist durchgängig das Datum der offiziellen Homepage der EAA aufgelistet.