Liste von Holzsynagogen

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Polen-Litauen 1619

Die Liste von Holzsynagogen führt zerstörte und noch bestehende Synagogen auf, deren Erbauer eine in Zentral- und Osteuropa traditionelle Architektur an die Erfordernisse des jüdischen Gottesdienstes anpassten. Alle noch bestehenden großen, repräsentativen Holzsynagogen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute existieren nur noch wenige schlichte Holzsynagogen, die meisten davon in Litauen. Die nicht mehr bestehenden Synagogen werden erfasst, soweit sie durch Zeichnungen oder Fotografien genauer bekannt sind.

Die Verwendung von Holz als Baumaterial für Synagogen lag in einer waldreichen Region nahe; auch Kirchen wurden zunächst als Holzbauten errichtet. Eine Synode in Piotrków forderte allerdings im 16. Jahrhundert, Synagogen stets aus Holz, nicht aus Stein zu bauen, so dass Steinbauten für jüdische Gemeinden nur mit Ausnahmegenehmigung möglich waren. Holzsynagogen blieben der Normalfall in einer Zeit, als christliche Kirchen meist als Steinbauten ausgeführt wurden.[1] Der politische Raum, in dem sich Synagogen in Holzbauweise mit typischen Konstruktionsmerkmalen und Ausmalungsmustern entwickelten, war die Adelsrepublik Polen-Litauen (1569–1795), in dem der Jüdische Rat der Vier Länder bestand (1580–1764).[2]

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Liste von Holzsynagogen, nach Orten sortiert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ort Bezirk heutiges Staatsgebiet Synagoge Bauzeit Zerstörung Besonderheiten Bild
Alanta Utena Litauen Synagoge (Alanta) Mitte 19. Jh.[3] Rechteckiger Grundriss, Holzbau auf Bruchstein-Zementsockel, im Westen zwei Stockwerke. Vorraum mit Ofen, von hier aus Treppe auf die Frauenempore, die zwei Fenster zum Betraum der Männer hat. Walmsparrendach mit Blech gedeckt. Nach 1945 Getreidespeicher.[4]
Asjory Hrodna Weißrussland Synagoge (Asjory) spätes 18. Jh. vor 1945
Aziorskaja synagoga. Азёрская сынагога (1915-39).jpg
Beresdiwzi Lwiw Ukraine Synagoge (Beresdiwzi) spätes 18. Jh. vor 1945 Quadratischer Männerbetraum in Blockbauweise, durch eine vom Viereck ins Achteck umsetzende Kuppel abgeschlossen. Zweiteiliges Mansarddach, an den Schmalseiten durch Vorstoß mit Giebel abgeschlossen, an der Nordseite Frauenbetraum mit Pultdach.[5]
Bjarosa Brest Weißrussland Synagoge (Bjarosa) vor 1945
Biarozaŭskaja synagoga. Бярозаўская сынагога (1925).jpg
Chodoriw Lwiw Ukraine Synagoge (Chodoriw) 1650[6] 1941[7] Erste Ausmalung des Gewölbes durch Israel, den Sohn des Mardochai Lissnitzki, restauriert von Mose ben Jair 1714, weitere Restaurierungen der Innenausmalung 1895 und 1905. Durch eine ungeschickte Renovierung 1909/10 wurde das Äußere des Bauwerks umgestaltet.[8]
Chodorow,synagogue.jpg
Chyriw Lwiw Ukraine Synagoge (Chyriw) vor 1740 vor 1945 Männerbetraum mit Tonnengewölbe und Hohlkehle am Kämpfer. Über dem westlichen Vorraum in zwei Etagen die Frauenbeträume. Satteldach in Ost-West-Richtung.[9]
Cieszowa Schlesien Polen Synagoge (Cieszowa) 1741 1911 Schlichte Holzsynagoge im Stil eines Bauernhauses.[10]
Davyd-Haradok Brest Weißrussland Synagoge (Davyd-Haradok) vor 1945
Davyd-Haradok, Vialikaja synagoga. Давыд-Гарадок, Вялікая сынагога (S. Bochnig, 1929).jpg
Dolyna Ternopil Ukraine Synagoge (Dolyna, Ternopil) um 1700 vor 1945 Hölzerne Synagoge auf steinernem Sockel.
Janow, wooden synagogue.jpg
Horochiw Wolyn Ukraine Große Synagoge (Horochiw) vor 1945
Horochow, marketplace near the synagogue.jpg
Horodnja Tschernihiw Ukraine Synagoge (Horodnja) 1900[11]
Hrodna Hrodna Weißrussland Synagoge (Hrodna) spätes 18. Jh. vor 1945
Horadnia, Zaniomanskaja synagoga. Горадня, Занёманская сынагога (Z. Charleŭski, 1931).jpg
Hwisdez Iwano-Frankiwsk Ukraine Synagoge (Hwisdez) 1640/52[6] vor 1945 Früheste sicher lesbare Jahreszahl 1652, in der Konstruktion von der Synagoge in Chodoriw abhängig. Durch den nachträglichen Einzug einer Kuppel im Zusammenhang mit der Innenausmalung wurde die Dachkonstruktion beschädigt. Der Männerbetraum ist fast quadratisch, ihm schließt sich im Westen ein Vorraum, im Norden der Frauenbetraum an. Ausmalung des Gewölbes durch Israel, den Sohn des Mardochai Lissnitzki im 17. Jahrhundert und durch Isak, den Sohn des Jehuda Leb aus Jaryczow.[12]
Gwoździec Synagogue (photo Ethnographic Museum in Lviv) 1940.jpg
Iwjanez Minsk Weißrussland Synagoge (Iwjanez)
Synagogues in Ivyanets 1e.jpg
Jabluniw Iwano-Frankiwsk Ukraine Synagoge (Jabluniw) 17. Jh. vor 1918 Reiche Ausmalung des Innenraums (1674–1724).[13]
Janów Sokólski Podlachien Polen Synagoge (Janów Sokólski) Mitte 18. Jh.[14] vor 1945
Jaryschiw Winnyzja Ukraine Synagoge (Jaryschiw) frühes 18. Jh. vor 1945
Yaryshiv, wooden synagogue.jpg
Jedwabne Podlachien Polen Alte Synagoge (Jedwabne) 1770[6] 1913[15] Ähnliche Dachkonstruktion wie bei den Synagogen von Lutomiersk und Śniadowo.[16]
Jedwabne Synagogue.jpg
Jurbarkas Tauragė Litauen Synagoge (Georgenburg) spätes 18. Jh. vor 1945
Jurbarkas Synagoge 1.jpg
Kamjanka-Buska Lwiw Ukraine Synagoge (Kamjanka-Buska) vor 1730 vor 1945 Männerbetraum als Blockbau mit Tonnengewölbe, im Westen Vorraum und darüber als Galerie der Frauenbetraum; weitere Frauenbeträume an der Nord- und Südseite. Das Dach war in seiner Konstruktion ein Satteldach, das sich aber durch zwei Reihen Anschüblinge als Mansarddach mit Frontgiebeln zeigte.[17]
Synagogue in Kamionka Strumilowa.jpg
Kaltinėnai Tauragė Litauen Synagoge (Kaltinėnai) um 1938[3] Architekt: Kazys Kralikas. Holzsynagoge mit angebauter Rabbinerwohnung. Als Bethaus genutzt bis 1941, nach 1945 Scheune, seit 1990 Leerstand.[18]
Kamenez Brest Weißrussland Synagoge (Kamenez) vor 1800 vor 1945
Konskiesynagogue.jpg
Końskie Heiligkreuz Polen Synagoge (Końskie) 1780 1939
Kamianieckaja synagoga. Камянецкая сынагога (1930).jpg
Kórnik Großpolen Polen Synagoge (Kórnik) 1767?[19] vor 1945 Architekt: Benyamin Hilel aus Łask.
Brockhaus and Efron Jewish Encyclopedia e9 935-0.jpg
Korytnyzja Wolyn Ukraine Synagoge (Korytnyzja) vor 1945
Korytnica,synagogue.jpg
Kostroma Kostroma Russland Synagoge (Kostroma) 1907[20] Als Synagoge genutzt 1907–1930 und nach Restaurierung seit 2001.
Synagogue in Kostroma.jpg
Kurkliai Utena Litauen Synagoge (Kurkliai) 1935[3] Architekt: Povilas Jurėnas. Traditionelle Synagogenarchitektur mit expressionistischen Elementen. Walmdach, mit Blech gedeckt; Turm über dem Haupteingang mit separetem Dach und zwei Davidssternen als Dekoration. Betraum im Südosten; zweistöckige Konstruktion im Nordwesten mit drei Räumen im Erdgeschoss (Vorraum zum Männerbetraum, Treppenhaus zum Frauenbetraum und dazwischen ein heizbarer Raum mit Ofen) und der Frauenempore. Nach 1945 Speicher, seit 1990 Leerstand.[21]
Synagoge Kurkliai.JPG
Laukuva Tauragė Litauen Synagoge (Laukuva) 1928[22] Umbau nach 1945, leerstehend.
Ludza Lettgallen Lettland Synagoge (Ludza) 1804[23] Barock, Holzbau im frühen 20. Jahrhundert mit Ziegeln verkleidet. Kuppeldecke, Ausmalung. Restauriert 2016.
Ludza-synagogue 05.JPG
Lunna Hrodna Weißrussland Synagoge (Lunna) um 1800 vor 1945
Łuńnienskaja synagoga. Луньненская сынагога (S. Zajčyk, 1930).jpg
Lutomiersk Łódź Polen Synagoge (Lutomiersk) Mitte 18. Jh. vor 1945 Deutlich von mitteleuropäischer Kirchenarchitektur beeinflusst.[24]
LutomierskSynagogue.jpg
Mahiljou Mahiljou Weißrussland Synagoge (Mahiljou) 18. Jh. vor 1945 Ausmalung durch Chaim ben Izchak Aisik Segal.[25] Studien von El Lissitzky.
Mahiloŭ, Školišča. Магілёў, Школішча (1901-18) (3).jpg
Maladsetschna Minsk Weißrussland Synagoge (Maladsetschna) vor 1945
Maładečanskaja synagoga. Маладэчанская сынагога (1887).jpg
Mszislau Mahiljou Weißrussland Synagoge (Mszislau) 1636[26] vor 1945
Amścisłaŭ, Kazimieraŭskaja Słabada. Амсьціслаў, Казімераўская Слабада (1912) (2).jpg
Mychajliwka Chmelnyzkyj Ukraine Synagoge (Mychajliwka) Mitte 18. Jh. vor 1945 Für Podolien typische Holzsynagoge mit Hauptgebäude auf fast quadratischem Grundriss mit Anbauten im Westen (zweistöckig) und im Norden (einstöckig).[27]
Mynkiwzi Chmelnyzkyj Ukraine Synagoge (Mynkiwzi) vor 1945
Wooden synagogue in Minkivtsi.jpg
Naroulja Homel Weißrussland Synagoge (Naroulja) frühes 18. Jh. vor 1945 Die Fenster im Parterre beiderseits des Eingangs sind typisch für die 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts; für die Erbauung in dieser Zeit spricht auch der von Säulen getragene Portikus mit Giebel. Dreigeschossiges, geschweiftes Hauptdach über dem Männerbetraum. Seitenpavillions mit Galerien und Zeltdächern.[28]
Naraŭlanskaja synagoga. Нараўлянская сынагога (1916).jpg
Nasielsk Masowien Polen Synagoge (Nasielsk) spätes 17. Jh. 1880[29] Im Grundriss dieselbe Anordnung wie die Synagoge von Wołpa.[30]
Boźnica w Nasielsku Gloger t.1 s 200.jpg
Njaswisch Minsk Weißrussland Alte Synagoge (Njaswisch) vor 1945
Niaśviskaja synagoga. Нясьвіская сынагога (XIX).jpg
Nowe Miasto nad Pilicą Masowien Polen Synagoge (Nowe Miasto nad Pilicą) 1785[31] vor 1945
Synagoga w Nowym Miescie nad Pilica 01.jpg
Olyka Wolyn Ukraine Synagoge (Olyka) vor 1945
Olyka, wooden synagogue -01.jpg
Orynyn Chmelnyzkyj Ukraine Synagoge (Orynyn) vor 1945
Orynyn,synagogue.jpg
Owrutsch Schytomyr Ukraine Synagoge (Owrutsch) vor 1945
Ovroutch (Ovruch),synagogue.jpg
Pakruojis Šiauliai Litauen Synagoge (Pakruojis) 1801[32] Frühklassizistischer Holzbau mit Mansarddach. Vorraum mit Wintersynagoge im Nordwesten, darüber, etwas vorspringend und durch zwei hölzerne dorische Säulen gestützt, die Frauenempore. Tonnengewölbe, Ausmalung um 1895.[32]
Pakruojis, sinagoga 2019.JPG
Peski Hrodna Weißrussland Synagoge (Pieski) vor 1945
Pieskaŭskaja synagoga. Пескаўская сынагога (1901-39).jpg
Petschenischyn Iwano-Frankiwsk Ukraine Synagoge (Petschenischyn) vor 1795 vor 1945 Ursprüngliche Raumaufteilung durch Umbauten verunklart.[33]
Peczenizyn (Pechenizhyn), wooden synagogue -05.jpg
Pilica Schlesien Polen Synagoge (Pilica) 1747 vor 1945 Innenausmalung von 1816.[34]
Plungė Telšiai Litauen Bethaus (Plungė) 1931[3] Bethaus der Chewra Kadischa. Die ursprüngliche Struktur ist gut erhalten. Holzhaus auf fast quadratischem Grundriss mit blechgedecktem, rot gestrichenem Zeltdach. Es gibt keinen Frauenbetraum. Nach 1945 als Schulgebäude genutzt, inzwischen wieder der jüdischen Gemeinde zurückgegeben.[35]
Pohrebyschtsche Winnyzja Ukraine Synagoge (Pohrebyszcze) frühes 17. Jh. vor 1945 Nach dem Kosakenaufstand (1648) leerstehend, um 1690 restauriert, Ende 19. Jh. durch eine Renovierung stark verändert. Der Männerbetraum dreischiffig, mit einem breiten hohen Mittelschiff; Seitenschiffe und Frauenbeträume unter gemeinsamem Dach, Mittelschiff dagegen unter separatem zweiteiligem Mansarddach. Vorhalle mit Frauengalerie darüber auch unter eigenem Dach. Eckpavillons mit steilen Satteldächern.[36]
Pohrebyszcze.jpg
Poliske Kiew Ukraine Synagoge (Chabne) vor 1945
Khabne (Poliske) Wooden Synagogue.jpg
Połaniec Heiligkreuz Polen Synagoge (Połaniec) Mitte 18. Jh. vor 1945 Innenausmalung aus der Erbauungszeit.[37]
Przedbórz Łódź Polen Synagoge (Przedbórz) Mitte 18. Jh.[38] 1939[39] An der Südseite des Männerbetraums war der Frauenbetraum angebaut. Ursprünglich Laubengänge über die ganze Breite des Gebäudes.[40]
Puńsk Podlachien Polen Synagoge (Puńsk) spätes 19. / frühes 20. Jh.[41] Nach 1945 zum Wohnhaus umgebaut.
Puńsk ul. Mickiewicza synagoga 03.08.2012 p.jpg
Rēzekne Lettgallen Lettland Synagoge (Rēzekne) 1845[42] Neoklassizistisch. Restauriert 2015.
Externalsynagrezekne.jpg
Rosdil Lwiw Ukraine Synagoge (Rosdil) vor 1945
Rozdol (Rozdil), wooden synagogue.jpg
Rozalimas Kaunas Litauen Synagoge (Rozalimas) spätes 19. Jh.[3]
Rozalimo sinagoga.JPG
Schidnyzja Lwiw Ukraine Synagoge (Schidnyzja) 1900[43]
Schodnica,wooden synagogue 1.jpg
Schydatschiw Lwiw Ukraine Synagoge (Schydatschiw) 1742 vor 1945 Quadratischer Männerbetraum in Blockbauweise, durch eine vom Viereck ins Achteck umsetzende Kuppel abgeschlossen. Zweiteiliges Mansarddach, an den Schmalseiten durch Vorstoß mit Giebel abgeschlossen.[44]
Seda Telšiai Litauen Synagoge (Seda) frühes 19. Jh.[3]
Smotrych Chmelnyzkyj Ukraine Synagoge (Smotrych) 1745 vor 1945 Für Podolien typische Holzsynagoge. Fast quadratischer Hauptraum mit kombiniertem Dach; im Westen und Norden angefügte Emporen.[45]
Śniadowo Podlachien Polen Synagoge (Śniadowo) 1768 vor 1918[46] Männerbetraum an der Nord- und Südseite von Frauenbeträumen flankiert; Vorhalle im Westen mit Eckpavillions. Der Männerbetraum hat ein dreigeschossiges, die Eckpavillions je ein zweigeschossiges Zeltdach.[47]
Śniadowo (województwo podlaskie) - bożnica.jpg
Suchowola Podlachien Polen Synagoge (Suchowola) spätes 18. Jh. vor 1945 Männerbetraum in Blockbauweise, Vorhalle und Frauenbeträume als Ständerbau. Vorhalle durch Eckpavillons mit Satteldach betont.[48]
Suchowola - bożnica.jpg
Talne Tscherkassy Ukraine Synagoge (Talne) vor 1945
Talne, Wooden Synagogue -02.jpg
Telšiai Telšiai Litauen Synagoge (Telšiai) 1873[3]
Tirkšliai Telšiai Litauen Synagoge (Tirkšliai) frühes 19. Jh.[3]
Tomsk Tomsk Russland Soldatensynagoge (Tomsk) 1907[49] Architekt: Andrei Langer. Maurischer Stil.
Томск - Солдатская синагога(1).jpg
Torhowyzja Riwne Ukraine Synagoge (Torhowyzja) vor 1945
Targowica, synagogue, interior.jpg
Trakai Vilnius Litauen Karäersynagoge (Trakai) 18./19. Jh.[3]
Karaite synagogue (Kenesa) in Trakai.JPG
Tschornobyl Kiew Ukraine Synagoge (Tschornobyl) vor 1945
Chornobyl, wooden synagogue -02.jpg
Usljany Minsk Weißrussland Synagoge (Usljany) frühes 18. Jh. vor 1945 In den 1930er Jahren nur Männerbetraum, westliche Vorhalle und darüber Frauenempore; früher weitere Anbauten im Erdgeschoss.

Toraschrein (1761) des Kunstschnitzers Ber (Staatliches Kunstmuseum Minsk).[50][25]

Aron Kodesh by Dave ben Israel 10 Centuries of Art of Belarus.JPG
Valkininkai Alytus Litauen Synagoge (Olkieniki) vor 1945
Brockhaus and Efron Jewish Encyclopedia e12 083-1.jpg
Veisiejai Alytus Litauen Synagoge (Veisiejai) 1925[3]
Wilejka Minsk Weißrussland Synagoge (Wilejka) vor 1945
Vialejskaja synagoga. Вялейская сынагога (1930-39) (2).jpg
Wiśniowa Kleinpolen Polen Synagoge (Wiśniowa) frühes 20. Jh.[51]
Woŭpa Hrodna Weißrussland Synagoge (Wołpa) frühes 17. Jh.[6] 1941[52] Quadratischer Männerbetraum mit achteckiger Kuppel, die durch fünf übereinanderliegende Galerien ins Viereck überführt wird. Von einem dreigeschossigen Mansarddach überdeckt. Vorhalle mit zweiteiligem Mansarddach mit Vorstoß und Giebel. Eckbauten mit vorgelegten Galerien, Hängesäulchen und geschweiften Zeltdächern. Dachdeckung 1781 erneuert.[53]
Voŭpaŭskaja synagoga. Воўпаўская сынагога (1910-13).jpg
Wysokie Mazowieckie Podlachien Polen Alte Synagoge (Wysokie Mazowieckie) 1880[54] Nahezu quadratischer Männerbetraum mit Zeltdach, an zwei Seiten Frauenbeträume. Drei Eckpavillions mit Zeltdächern; zwischen den Eckpavillons der Frauenabteilungen je zwei kleine Satteldächer.[55]
Stara Synagoga w Wysokiem Mazowieckiem by Z Gloger.jpg
Zabłudów Podlachien Polen Synagoge (Zabłudów) 1635/46[6] 1941[56] Im Grundriss dieselbe Anordnung wie die Synagoge von Wołpa.
Synagogue zabludow bersohn.jpg
Žiežmariai Kaunas Litauen Synagoge (Žiežmariai) Mitte 19. Jh.[3] Beschädigungen durch Brand 1918. Deutsche Besatzer inhaftierten die jüdische Bevölkerung im Bet Midrasch und erschossen sie danach in einem nahegelegenen Wald (August 1941). Danach als Baracke für sowjetische Kriegsgefangene und jüdische Zwangsarbeiter mit Pritschen eingerichtet. Nach 1945 Speicher, nachträglicher Anbau einer Toilettenanlage, seit 1980 Leerstand.

Rechteckiger Grundriss, Walmdach. Betraum im Südosten und geräumige Vorhalle im Südwesten, letztere flankiert von zwei Nebenräumen. Der Innenraum war verputzt mit Bemalung (nur Reste).[57]

Žiežamrių sinagoga.JPG

Rezeption im modernen Synagogenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jewish Center of the Hamptons

Seit dem Erscheinen des Buchs Wooden Synagogues von Maria und Kazimierz Piechotka (1959) bezogen sich einige amerikanische Architekten auf die Formsprache polnischer Holzsynagogen:[58]

  • Sons of Israel Synagogue, Lakewood (David, Brody und Wisniewski 1963);
  • Brith Kodesh, Rochester (Pietro Belluschi 1963);
  • Beth El, Chappaqua (Lous Kahn, 1966/72);
  • Adath Yeshurun, Syracuse (Percival Goodman, 1970er Jahre);
  • The Jewish Center of the Hamptons (Norman Jaffe, 1989);
  • The Orthodox Hampton Synagogue (Eddie Jacobs).

Nachbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbau der Synagoge von Wołpa
Innenraum der Synagoge von Hwisdez, Teilrekonstruktion

Ein Nachbau der Synagoge von Wołpa befindet sich in Bilgoraj.

Eine Teilrekonstruktion der Synagoge von Hwisdez besitzt das Museum der Geschichte der polnischen Juden (Warschau). Die Deckenausmalung der Synagoge von Chodoriw wurde für das Nahum Goldmann Diaspora Museum (Beit Hatefusot) in Tel Aviv rekonstruiert.

Im Museé d’Art et d’Histoire du Judaïsme (Paris) gibt es Modelle mehrerer Holzsynagogen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Liste von Holzsynagogen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Breier, Max Eisler, Max Grunwald: Holzsynagogen in Polen. Sohar, 1934. (Digitalisat)
  • Aliza Cohen-Mushlin, Sergey Kravtsov, Vladimir Levin, Giedrė Mickūnaitė, Jurgita Šiaučiūnaitė-Verbickienė (Hrsg.): Synagogues in Lithuania A–M: A catalogue. Vilnius Academy of Arts Press, Vilnius 2010.
  • Aliza Cohen-Mushlin, Sergey Kravtsov, Vladimir Levin, Giedrė Mickūnaitė, Jurgita Šiaučiūnaitė-Verbickienė (Hrsg.): Synagogues in Lithuania N–Ž: A catalogue. Vilnius Academy of Arts Press, Vilnius 2012.
  • Maria Piechotka, Kazimierz Piechotka: Heaven's Gates: Masonry Synagogues in the Territories of the Former Polish-Lithuanian Commonwealth. Warschau 2004.
  • Mathias Bersohn: Kilka słów o dawniejszych bóżnicach drewnianych w Polsce. 3. Auflage, Warschau 1903. (Digitalisat) Quelle für den Zustand der Holzsynagogen im 19. Jahrhundert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barry L. Stiefel: Jews and the Renaissance of Synagogue Architecture, 1450–1730. Routledge, Oxon / New York 2016, S. 17.
  2. Batsheva Goldman-Ida: Synagogues in Central and Eastern Europe in the Early Modern Period. In: Steven Fine (Hrsg.): Jewish Religious Architecture: From Biblical Israel to Modern Judaism. Brill, Leiden / Boston 2020, S. 184–207, hier S. 191 f.
  3. a b c d e f g h i j k The Hebrew University of Jerusalem, The Center for Jewish Art: Preserved Wooden Synagogues in Lithuania
  4. Synagogues in Lithuania A-M: A catalogue, Vilnius 2010, S. 75 ff.
  5. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 19 f.
  6. a b c d e Barry L. Stiefel: Jews and the Renaissance of Synagogue Architecture, 1450–1730. Routledge, Oxon / New York 2016, S. 62.
  7. Unter deutscher Besatzung (seit 30. Juni 1941) wurde die Synagoge niedergebrannt. Vgl. Shmuel Spector (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life Before and During the Holocaust, Band 1, Jerusalem / New York 2001, S. 254.
  8. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 9 f.
  9. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 17 f.
  10. Virtual Shtetl: Synagogue in Cieszowa.
  11. Historic Synagogues of Europe: Wooden Synagogue in Horodnia.
  12. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 12 f.
  13. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Yabluniv (Jabłonów).
  14. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Janów Sokolskii,Janów Sokolski, Mid-18th century.
  15. 1913 bei einem Brand zerstört.
  16. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 30.
  17. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 16 f.
  18. Synagogues in Lithuania A-M: A catalogue, Vilnius 2010, S. 270 ff.
  19. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Kórnik.
  20. Historic Synagogues of Europe: Wooden synagogue in Kostroma.
  21. Synagogues in Lithuania A-M: A catalogue, Vilnius 2010, S. 281 ff.
  22. Historic Synagogues of Europe: Wooden Synagogue in Laukuva.
  23. Historic Synagogues of Europe: Great Synagogue in Ludza.
  24. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 28 f.
  25. a b Emanuil H. Ioffe: Die Juden Weißrusslands im 17. und 18. Jahrhundert. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrusslands. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, S. 377–391, hier S. 382.
  26. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden synagogue in Mstislavl'.
  27. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Great Wooden Synagogue in Mykhalkivtsi (Mikhalpol, Michałpol).
  28. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 28.
  29. Wegen Baufälligkeit abgerissen.
  30. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 24 f.
  31. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Nowe Miasto nad Pilicą.
  32. a b Synagogues in Lithuania N–Ž: A catalogue. Vilnius Academy of Arts Press, Vilnius 2012, S. 9 ff.
  33. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 18 f.
  34. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Pilica.
  35. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Kloyz of Hevra Kadisha in Plungė.
  36. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 23 f.
  37. The Bezalel Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Połaniec.
  38. Shmuel Spector (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life Before and During the Holocaust, Band 2, Jerusalem / New York 2001, S. 1462.
  39. Das Jüdische Viertel mit der Synagoge wurde in einer der Eröffnungsschlachten des Zweiten Weltkriegs zerstört. Vgl. Shmuel Spector (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life Before and During the Holocaust, Band 2, Jerusalem / New York 2001, S. 1462.
  40. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 21 f.
  41. Historic Synagogues of Europe: Synagogue in Puńsk.
  42. Historic Synagogues of Europe: Green (New) wooden Beit Midrash in Rēzekne.
  43. Historic Synagogues of Europe: Wooden Synagogue in Skhidnytsia.
  44. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 18.
  45. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Wooden Synagogue in Smotrych.
  46. Paul Clemen, Helmut Grisebach: Kunstdenkmäler und Denkmalschutz im Generalgouvernement Warschau. In: Paul Clemen (Hrsg.): Kunstschutz im Kriege, Band 2, Leipzig 1919, S. 87: „Im Kreise Mazowieck ist vor allem der Verlust der … Synagoge von Sniadowo zu beklagen, eines prächtigen, monumentalen, kunstgeschichtlich wichtigen Holzbaus, der während der kriegerischen Operationen völlig abgebrannt ist.“
  47. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 29 f.
  48. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 31.
  49. The Bezalel Index of Jewish Art: Soldiers' (Wooden) Synagogue in Tomsk.
  50. The Bezalel Narkiss Index of Jewish Art: Torah ark from the Wooden synagogue in Vuzliany (Uzliany).
  51. Virtual Shtetl: Chance of Saving the Wooden Synagogue in Wiśniowa.
  52. Im Juni 1941 durch deutsches Bombardement zerstört. Vgl. Shmuel Spector (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life Before and During the Holocaust, Band 3, Jerusalem / New York 2001, S. 1462.
  53. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 22 f.
  54. Wegen Baufälligkeit abgetragen.
  55. Alois Breyer: Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 21.
  56. Bei ihrem Eintreffen am 26. Juni 1941 brannte die Wehrmacht den größten Teil des Orts nieder. Vgl. Shmuel Spector (Hrsg.): The Encyclopedia of Jewish Life Before and During the Holocaust, Band 3, Jerusalem / New York 2001, S. 1479.
  57. Synagogues in Lithuania N–Ž: A catalogue. Vilnius Academy of Arts Press, Vilnius 2012, S. 407 ff.
  58. Samuel D. Gruber: Modern Synagogue Architecture. In: Steven Fine (Hrsg.): Jewish Religious Architecture: From Biblical Israel to Modern Judaism. Brill, Leiden / Boston 2020, S. 307–333, hier S. 320 f.