Nina Wassiljewna Gawriljuk (russischНина Васильевна Гаврылюк; * 13. April1965 in Leningrad) ist eine ehemalige russischeSkilangläuferin. Sie startete zunächst für die Sowjetunion, 1992 für die GUS und schließlich für Russland. Sie wurde zwischen 1988 und 1998 dreimal Olympiasiegerin mit der sowjetischen beziehungsweise russischen Staffel. Außerdem gewann sie bei den Olympischen Spielen 1994 über 15 Kilometer im klassischen Stil die Bronzemedaille. Auch bei Weltmeisterschaften war sie hauptsächlich als Staffelläuferin erfolgreich: Zwischen 1987 und 2001 wurde sie sechsmal Weltmeisterin, im Jahr 2003 Dritte. Hinzu kommen drei silberne und eine bronzene Medaille in Einzelrennen. Gawriljuks beste Platzierung in der Gesamtwertung des Skilanglauf-Weltcups war der zweite Platz in der Saison 1994/95. Sie konnte fünf Weltcupsiege im Einzel erringen.
Gawriljuk nahm in der Saison 1985/86 in Les Saisies erstmals im Skilanglauf-Weltcup teil und errang dabei den 18. Platz über 10 km Freistil. Zudem erreichte sie in Oberstdorf mit dem dritten Platz mit der Staffel ihre erste Podestplatzierung. In der Saison 1986/87 holte sie mit drei Top-15-Platzierungen ihre ersten Weltcuppunkte und kam in Val di Sole mit dem zweiten Platz mit der Staffel erneut aufs Podest. Beim Saisonhöhepunkt, den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1987 in Oberstdorf, gewann sie mit der Staffel die Goldmedaille. Auch im folgenden Jahr konnte sie bei den Olympischen Winterspielen in Calgary diese Medaille gewinnen. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1989 in Lahti wurde sie Elfte über 10 km Freistil. In den folgenden Jahren kam sie nur selten in die Punkteränge und lief erst in der Saison 1992/93 mit sechs Top-Zehn-Platzierungen auf den 11. Platz im Gesamtweltcup und errang im Val di Fiemme den zweiten Platz sowie in Štrbské Pleso den ersten Rang mit der Staffel. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1993 in Falun holte sie erneut die Goldmedaille mit der Staffel und belegte den 15. Platz über 5 km klassisch, den achten Rang über 30 km Freistil sowie den siebten Platz im Verfolgungsrennen. Nach zwei achten Plätzen in den Einzelrennen und Rang eins mit der Staffel in Santa Caterina zu Beginn der Saison 1993/94, kam sie im Weltcupeinzel sechsmal unter die ersten Zehn und wurde damit Achte im Gesamtweltcup. Zudem lief sie in Toblach sowie in Lahti jeweils auf den zweiten Platz und in Falun auf den ersten Rang mit der Staffel. Beim Saisonhöhepunkt, den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer, gewann sie die Bronzemedaille über 15 km Freistil und die Goldmedaille mit der Staffel. Außerdem lief sie dort auf den 11. Platz über 5 km klassisch und auf den fünften Rang im Verfolgungsrennen.
In der Saison 1994/95 holte Gawriljuk in Sappada über 5 km Freistil sowie in Falun über 10 km klassisch ihre ersten Weltcupsiege im Einzel und erreichte mit weiteren fünf zweiten Plätzen sowie vier dritten Plätzen den zweiten Platz im Gesamtweltcup. Außerdem holte sie sieben Siege mit der Staffel und gewann bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1995 in Thunder Bay jeweils die Silbermedaille über 5 km klassisch sowie im Verfolgungsrennen und die Goldmedaille mit der Staffel. In den Einzelrennen über 15 km klassisch und 30 km Freistil wurde sie jeweils Sechste. In der Saison 1995/96 erreichte sie bei 15 Teilnahmen im Weltcupeinzel 14 Top-Zehn-Platzierungen und holte in Oslo über 30 km klassisch ihren dritten Weltcupsieg. Zudem siegte sie viermal mit der Staffel und errang im Weltcupeinzel fünf dritte Plätze. Sie wurde damit zum Saisonende Vierte im Gesamtweltcup. Auch in der Saison 1996/97 errang sie den vierten Platz im Gesamtweltcup und kam auf den sechsten Platz im Sprint-Weltcup sowie auf den dritten Rang im Langdistanz-Weltcup. Dabei kam sie dreimal auf den dritten Platz und siegte fünfmal mit der Staffel. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1997 in Trondheim holte sie Bronze in der Verfolgung und Gold mit der Staffel. Außerdem belegte sie dort den 13. Platz über 30 km klassisch, den fünften Rang über 15 km Freistil und den vierten Platz über 5 km klassisch. In der Saison 1997/98 wurde sie Elfte im Gesamtweltcup und Achte im Sprint-Weltcup. Zudem siegte sie zweimal mit der Staffel und gewann bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano die Goldmedaille mit der Staffel. In den Einzelrennen lief sie dort auf den siebten Platz in der Verfolgung und verpasste als Vierte über 5 km klassisch um 0,9 Sekunden eine Medaille.
Nach Platz drei über 5 km Freistil und Rang eins mit der Staffel in Muonio zu Beginn der Saison 1998/99, kam Gawriljuk in Toblach auf den dritten Platz über 5 km Freistil und auf den zweiten Rang in Verfolgung. Es folgten zwei Siege mit der Staffel sowie in Seefeld in Tirol über 5 km Freistil der vierte Weltcupsieg im Einzel. Zudem errang sie in Nové Město den dritten Platz über 15 km Freistil und gewann beim Saisonhöhepunkt, den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1999 in Ramsau am Dachstein, die Silbermedaille in der Verfolgung sowie die Goldmedaille mit der Staffel. Im Lauf über 15 km Freistil wurde sie Siebte und über 5 km klassisch Fünfte. Zum Saisonende lief sie in Falun auf den zweiten Platz sowie in Oslo auf den ersten Rang mit der Staffel und erreichte abschließend den sechsten Platz im Langdistanz-Weltcup, den vierten Rang im Sprint-Weltcup sowie den dritten Platz im Gesamtweltcup. In der Saison 1999/2000 triumphierte sie im Weltcup zweimal mit der Staffel und holte im Sprint in Engelberg ihren fünften und damit letzten Weltcupsieg im Einzel. Außerdem kam sie fünfmal auf den zweiten sowie einmal auf den dritten Platz und erreichte damit den siebten Platz im Mitteldistanz-Weltcup, den sechsten Rang im Langdistanz-Weltcup, den fünften Platz im Gesamtweltcup sowie den vierten Platz im Sprint-Weltcup. In der Saison 2000/01 lief sie mit neun Top-Zehn-Ergebnissen, darunter Platz drei im Sprint in Engelberg auf den 11. Platz im Sprintweltcup und auf den achten Rang im Gesamtweltcup. Mit der Staffel siegte sie in Santa Caterina und gewann bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2001 in Lahti die Goldmedaille. In den Einzelrennen dort belegte sie den achten Platz in der Doppelverfolgung und den fünften Rang im Sprint. In der folgenden Saison holte sie in Kuopio mit der Staffel ihren letzten Weltcupsieg und lief mit drei weiteren Podestplatzierungen auf den 13. Platz im Gesamtweltcup. Beim Saisonhöhepunkt, den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, belegte sie den 20. Platz im Sprint und den fünften Rang in der Doppelverfolgung. In ihrer letzten Saison als aktive Sportlerin 2002/03 kam sie in Davos mit dem zweiten Platz mit der Staffel im Weltcup letztmals aufs Podest und errang im Gesamtweltcup den 18. Platz. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2003 im Val di Fiemme gewann sie die Bronzemedaille mit der Staffel und wurde dort Zwölfte in der Doppelverfolgung sowie Achte über 30 km Freistil.