Petra Nadolny

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Petra Nadolny (2018)

Petra Nadolny (* 11. Januar 1960 in Jarmen) ist eine deutsche Schauspielerin, Comedy-Darstellerin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss des Studiums als Diplom-Journalistin an der Universität Leipzig 1983 arbeitete Nadolny in Leipzig als Redakteurin beim Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und wegen eines Berufsverbotes ab 1985 als Schauspielerin in einer freien Theatergruppe. Nach der Ausreise aus der DDR im Jahr 1988 nach Nordrhein-Westfalen gründete sie dort die freien Theatergruppen „Theater 1+1“ sowie „EWG Böttcher“ und „Brut de luxe“.

1997 startete ihre Fernseh-Comedy-Karriere mit der ProSieben-Serie Switch. Seitdem war sie in mehreren TV-Serien wie Die Camper (RTL), „Die Wachmänner“ (Sat.1) und Die Lottokönige (WDR) in durchlaufenden Rollen zu sehen.

1998 war Nadolny als beste Comedienne für die Goldene Kamera und 1999 mit dem Switch-Ensemble für die Goldene Rose von Montreux nominiert. Von 2007 bis 2013 stand sie in Switch Reloaded, der Neuauflage von „Switch“, u. a. als Parodistin von Elke Heidenreich, Ursula von der Leyen, Nina Hagen und Sibylle Weischenberg vor der Kamera. Als Mitglied des Switch-Reloaded-Ensembles wurde sie mit dem Deutschen Fernsehpreis, mit dem Grimme-Preis, mit der Romy und zweimal mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet.

Im Kino war Nadolny unter anderem in den Filmen Sascha, Eine Insel namens Udo und dem Jugendfilm Rock it! zu sehen. Der Deutsche Depeschendienst (ddp) beschrieb Nadolnys Spiel der strengen und liebenswürdig schrägen Direktorin in Rock it! als „genial getroffen“.[1]

In der achtteiligen RTL-Sitcom Nicht tot zu kriegen (2016) spielt sie neben Jochen Busse und Caroline Frier eine Hauptrolle als russisch-stämmige Haushälterin Irina Popova, die um Anerkennung der Vaterschaft ihres Sohnes und um ihren Platz in der Villa, Schauplatz der acht Episoden, kämpft.

Petra Nadolny gehört zur Hauptbesetzung der Sat.1-Serie Die Läusemutter (2019). Sie verkörpert die Elternbeiratsvorsitzende Doris, die verzweifelt nach Liebe und Anerkennung sucht, aber immer wieder an sich und ihrer Umgebung scheitert. Seit 2018 hat Nadolny in der KiKA-Serie Ein Fall für die Erdmännchen an der Seite von Michael Kessler eine wiederkehrende Rolle als Schwester des Kommissars.

Beim satirischen Jahresrückblick 2019 extra 3 Night Live (NDR), präsentiert von der Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis und begleitet von der Hip-Hop-Band Fettes Brot, gehörte Petra Nadolny zu den fünf Darstellern, die die Szenen in Anlehnung an die US-amerikanische Sendung Saturday Night Live live spielten. Im Jahr darauf übernahm sie daraufhin in der Satiresendung „Extra 3 – Der Irrsinn der Woche“ mit Christian Ehring (ARD/NDR) sechs verschiedene Gastrollen, vom personifizierten Coronavirus bis zur Miss Europa.

2020 wurde der Film Masel Tov Cocktail von Arkaij Khaet (Drehbuch und Regie), in dem Petra Nadolny als gutmeinende Lehrerin die Probleme des jungen Juden Dima (Alexander Wertmann) weiter zuspitzt, erstmals beim Filmfest Max Ophüls gezeigt und mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Der Film gewann weitere Festivalpreise sowie den CIVIS, Medienpreis für Integration 2020. Er wurde unter anderem in der ARD ausgestrahlt.

Petra Nadolny lebt in Köln[2][3] und Berlin[4]. Sie ist Autorin der Bücher „Alles Neiße, Oder? Meine Geschichten aus dem Osten“[5] und „Heimat to go. Von der Kunst, sich immer zu Hause zu fühlen“.[6][7][8]

Im Dezember 2014 und Januar 2015 führte sie mit der Autorin Anne Weiss den Blog „Shiva Colonia“ über ihre gemeinsame Reise durch Südindien.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Müller, Susanne Pätzold, Mona Sharma, Bernhard Hoëcker, Petra Nadolny, Michael Kessler, Martina Hill und Peter Nottmeier (Switch) bei der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises Romy in der Hofburg in Wien
Petra Nadolny mit dem Team von Switch Reloaded (2009) bei der Gala zur Verleihung des Fernsehpreises Romy in der Hofburg in Wien
  • 1991: Auszeichnung mit dem Theater 1+1 als „Theater des Monats“ vom Kulturbüro Nordrhein-Westfalen
  • 2007: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied von Switch Reloaded (Beste Sketch-Show)
  • 2008: Deutscher Fernsehpreis als Ensemblemitglied von Switch Reloaded (Beste Comedy)
  • 2008: Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied von Switch Reloaded (Beste Sketchcomedy)
  • 2009: Romy als Ensemblemitglied von Switch Reloaded (Spezialpreis der Jury)
  • 2011: Radio Regenbogen Award als Ensemblemitglied von Switch reloaded (Beste Comedy)
  • 2011: Comedy Award, als Ensemblemitglied von Switch reloaded (Video Champion 2011)
  • 2013: Grimme-Preis als Ensemblemitglied von Switch Reloaded (Kategorie Unterhaltung)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alles Neiße, Oder? Meine Geschichten aus dem Osten. Lübbe, Köln 2011, ISBN 978-3-7857-6054-3.
  • Leider ließ er mir zu wenig Zeit. In: Josef Seitz (Hrsg.): Mein Vater und ich. Kösel-Verlag, 2012, ISBN 978-3-466-30968-9.
  • Entenbrust à l' Orange. In: Thomas Lardon (Hrsg.): Das Comedy Kochbuch. Bastei Lübbe, 2012, ISBN 978-3-7857-2451-4.
  • Heimat to go. Von der Kunst, sich immer zu Hause zu fühlen. Bastei Lübbe, 2014, ISBN 978-3-404-60777-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Petra Nadolny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. az-web.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.az-web.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. zentralbuero.com
  3. petra-nadolny.de (Memento vom 7. Februar 2009 im Internet Archive)
  4. Petra Nadolny. In: Zentralbüro. Abgerufen am 25. November 2019 (deutsch).
  5. Alles Neiße, Oder? Abgerufen am 25. November 2019.
  6. Heimat to go. Abgerufen am 25. November 2019.
  7. lettra.tv
  8. luebbe.de (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive)
  9. shiva-colonia.de