Pierre-Boulez-Saal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Pierre-Boulez-Saal der Barenboim-Said-Akademie in Berlin
Pierre-Boulez-Saal 3.jpg

Der Pierre-Boulez-Saal (Eigenschreibweise: Pierre Boulez Saal) ist der Kammermusik-Saal der Berliner Barenboim-Said-Akademie. Er wurde im März 2017 im ehemaligen Kulissendepot der Staatsoper Unter den Linden in der Französischen Straße 33D in Berlin-Mitte eröffnet. Auf Anregung des argentinisch-israelischen Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim wurde er nach dem französischen Dirigenten und Komponisten Pierre Boulez benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplant wurde der Saal vom US-amerikanischen Architekten Frank Gehry für seinen Freund Barenboim.[1] Er entstand in Zusammenarbeit mit dem japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota, der auch seine Erfahrungen aus der Planung der im selben Jahr eingeweihten beiden Säle der Hamburger Elbphilharmonie einbrachte. Sowohl Gehry als auch Toyota arbeiteten zugunsten Barenboims internationalem Akademie-Projekt ehrenamtlich.[2] Erste Entwürfe entstanden 2012, Baubeginn war im Mai 2014. Die Eröffnung fand am 4. März 2017 in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck[3] statt. Daniel Barenboim dirigierte und agierte als Pianist neben der Sopranistin Anna Prohaska und dem Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann.[4][5] Die Finanzierung der Baukosten in Höhe von 32 Millionen Euro stammt zu etwa einem Drittel aus privaten Spenden, der Rest aus Bundesmitteln.[6]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Saal wurde im völlig entkernten Magazingebäude der Staatsoper errichtet, das 1951 von Richard Paulick entworfen wurde und unter Denkmalschutz steht.[5] Der quaderförmige Saal, der Platz für bis zu 682 Besucher und mittelgroße Orchester bietet, wurde im Inneren durch Ellipsen ergänzt. Die Musiker sitzen im Zentrum. Die um die Spielfläche gruppierten Sitzreihen im Parkett können variabel vor- und zurückgeschoben werden (Prinzip einer „Salle Modulable“[7]). Der ebenfalls ovalförmige, als Doppelring konzipierte Rang wiegt 320 Tonnen. Er ist so verschoben, dass er beinahe schwerelos wirkt, da er nur an fünf Stellen an den Wänden des Saals verankert ist.[5][2]

Gehry knüpfte bei seinem Entwurf an einen Gedanken Pierre Boulez’ an, der Räume verabscheute, in denen das Orchester quasi wie abgestellt wirkt („Schuhschachteln“).[8] Die Wandverkleidungen des Pierre-Boulez-Saals bestehen überwiegend aus hellem kanadischen Zedernholz.[9][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pierre-Boulez-Saal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eröffnungskonzert Pierre Boulez Saal. In: ard.de. Abgerufen am 4. März 2017.
  2. a b Frederik Hanssen: Die Barenboim-Said-Akademie ist fast fertig In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 5. März 2017.
  3. Warme Akustik im Pierre-Boulez-Saal begeistert. tagesspiegel.de, 4. Februar 2017, abgerufen am 5. Februar 2017
  4. Musik: Daniel Barenboim ist stolz auf seinen Boulez-Saal - WELT. In: welt.de. Abgerufen am 4. März 2017.
  5. a b c Eröffnung des Pierre Boulez Saals in der Staatsoper - "Das ist ein akustisches Wunder". In: rbb-online.de. Abgerufen am 4. März 2017.
  6. a b Einweihungskonzert in der Barenboim-Said Akademie. Warme Akustik im Pierre Boulez Saal begeistert. In: tagesspiegel.de. Abgerufen am 5. März 2017.
  7. Informationen zum Entwurf In: boulezsaal.de. Abgerufen am 5. März 2017.
  8. Ronald Klein: Im Rhythmus der Stadt In: morgenpost.de. Abgerufen am 5. März 2017.
  9. Pierre Boulez Saal der Barenboim-Said-Academy: Berlins neues Konzerthaus. In: berliner-zeitung.de. Abgerufen am 4. März 2017.

Koordinaten: 52° 30′ 56″ N, 13° 23′ 47″ O