CODE University of Applied Sciences

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CODE University of Applied Sciences
Logo
Motto Educating the digital pioneers of tomorrow
Gründung 2017
Trägerschaft privat
Ort DeutschlandDeutschland Berlin
Bundesland Berlin
Land Deutschland
Leitung Manuel Dolderer (Präsident)
Thomas Bachem (Kanzler)
Studierende +230 [1]
Netzwerke Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Bundesverband Deutsche Startups
Website code.berlin

Die CODE University of Applied Sciences (auch: CODE; Code University) ist eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule für digitale Produktentwicklung in Berlin.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule wurde im Jahr 2017 von Thomas Bachem, Manuel Dolderer und Jonathan Rüth zusammen mit 24 Internetunternehmern und Start-up-Investoren gegründet und am 14. Juli 2017 von der Berliner Senatskanzlei – Wissenschaft und Forschung staatlich anerkannt.[3][4]

Nach eigener Aussage ist die Gründung auf Bachems persönliche Studienerfahrung zurückzuführen, da ihm die bestehenden Informatik-Studiengänge als autodidaktischem Softwareentwickler bereits zu seiner Studienzeit zu theorielastig erschienen.[5]

Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den bekannten Geldgebern befinden sich Rolf Schrömgens (Gründer von Trivago), Otto-Erbe Benjamin Otto, Stephan Schambach, die Gründer von Check24, Patrick Adenauer, Ijad Madisch (Gründer von ResearchGate und Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung), Verena Pausder (Gründerin der HABA Digitalwerkstatt und von Startup Teens), Heiko Hubertz (Gründer von Bigpoint), Rafael Laguna de la Vera (Gründer von Open-Xchange), Gabriele Pulvermüller (ehem. Host Europe), Klaas Kersting (Gründer von Gameforge), Florian Heinemann (Gründer von Project A) und Christian Vollmann (u. a. Gründer von EDarling).[6][7][8]

Im wissenschaftlichen Beirat der Hochschule engagieren sich u. a. Achim Bachem, Michael Erlhoff, Birger Priddat und Stephan Stubner.

Im Jahr 2017 schrieb die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen in ihrem Koalitionsvertrag, sie wolle „das Angebot an exzellenter praxisnaher Ausbildung von Softwareentwicklern in NRW nach dem Vorbild und möglichst in Kooperation mit der jüngst in Berlin gegründeten Code University of Applied Sciences ausbauen“.[9]

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zufolge übernimmt die Hochschule „eine sehr wichtige Rolle bei der Ausbildung von technologischen Fertigkeiten der nächsten Generation von Studenten“. Sie glaube, die Studierenden „werden in Zukunft Großartiges leisten – sie werden unsere Gesellschaft, Industrien und die Welt verändern“.[10][11]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studienangebot umfasst drei englischsprachige und international ausgerichtete 6-semestrige Bachelor-Studiengänge:

  • Software Engineering (B.A.)
  • Interaction Design (B.A.)
  • Product Management (B.A.)

Die Studiengänge entsprechen den europaweit geltenden Bologna-Richtlinien und sind staatlich anerkannt.

Didaktik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CODE verfolgt einen kompetenzorientierten, problembasierten und selbstgesteuerten Lernansatz. Dahinter stehen Konzepte wie Mastery Learning, Flipped Classroom und Peer Learning.[12]

Dabei stellt sie neben den fachlichen Kompetenzen die Persönlichkeitsentwicklung und Reflexionsfähigkeit ihrer Studierenden in den Vordergrund und implementiert hierzu ein Mentoring-Konzept.

Die Studierenden bearbeiten selbständig von Studienbeginn an eigene Projekte in interdisziplinären Teams aus Softwareentwicklern, Interaktionsdesignern und Produktmanagern. Die Projekte werden in enger Kooperation mit Unternehmen und Organisationen konzipiert und umgesetzt.[13]

Allen angebotenen Studiengängen liegt ein gemeinsames Kompetenzraster zugrunde. Zu Beginn des Studiums erhalten die Studierenden ein individuelles Kompetenzprofil auf Basis bereits vorhandener Kompetenzen, das sie dann im Studienverlauf individuell ausbauen können.

Im studiengangsübergreifenden Science, Technology & Society Program sollen sich die Studierenden mit Grundsatzfragen aus dem Spannungsfeld von Wissenschaft, technologischer Entwicklung und Gesellschaft auseinandersetzen.

Auswahlverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Studienbewerber müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Dabei verzichtet die Hochschule auf klassische Faktoren wie Schulnoten oder Zeugnisse. Der vierstufige Bewerbungsprozess umfasst eine schriftliche Online-Bewerbung, ein Videointerview, eine Projektaufgabe („Challenge“) sowie die Teilnahme an einem Assessment Day. Für das Wintersemester 2017 wurden nach Angaben der Hochschule von 2.000 registrierten Bewerbern aus über 25 Ländern 88 ausgewählt.[14]

Studiengebühren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule finanziert sich über Studiengebühren. Diese können über ein sozialverträgliches, einkommensabhängiges Späterzahlmodell beglichen werden, welches jedem Studierenden zunächst ein kostenfreies Studium ermöglicht. Der sogenannte Umgekehrte Generationenvertrag (UGV) wird mithilfe der Chancen eG nach dem Vorbild der StudierendenGesellschaft der Universität Witten/Herdecke realisiert. Hierbei verpflichten sich die Studierenden, nach dem Studium einen prozentualen Anteil Ihres Einkommens über mehrere Jahre an die Hochschule zurückzuzahlen. Nach Angaben der Hochschule machen über 80 % der Studierenden Gebrauch von diesem Modell.[15]

Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Räumlichkeiten der Hochschule sind Teil des 14.000 m² großen Start-up-Campus und Community Space der Factory Berlin am Standort in Alt-Treptow in der Lohmühlenstraße am Görlitzer Park. Durch eine enge Kooperation sind die Studierenden Mitglieder der Factory und können alle Flächen (insgesamt 23.000 m²) und Mitgliedschaftsvorteile für sich nutzen.[16][17]

Netzwerke & Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründer der Hochschule haben die gemeinnützige Code+Design Initiative e.V. ins Leben gerufen und finanziert. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche für digitale Technologien und Berufe zu begeistern sowie zu vernetzen. Darüber hinaus will die Initiative insbesondere den Anteil an Frauen in diesen Bereichen erhöhen. Dafür führt sie Feriencamps für Jugendliche in verschiedenen deutschen Städten durch und gibt in Zusammenarbeit mit der Klett Gruppe jährlich ein Magazin zur Studien- und Berufsorientierung in Informatik und Design heraus.[18]

Die Hochschule ist Mitglied im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, im Verband der Privaten Hochschulen, im Bundesverband Deutsche Startups sowie im Studierendenwerk Berlin. Hochschulkanzler Bachem ist außerdem Mitglied im Senat der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Bachem: Beitrag bei Facebook. Facebook, 25. August 2018, abgerufen am 25. August 2018.
  2. Private Hochschulen. berlin.de, abgerufen am 16. September 2017.
  3. Müller begrüßt Standortentscheidung der CODE University of Applied Sciences. Neue Hochschule für die Tech-Talente von morgen kommt nach Berlin. Berliner Senatskanzlei, abgerufen am 16. September 2017.
  4. Studieren mit Zukunft. Berliner Morgenpost, abgerufen am 16. September 2017.
  5. Nerds bevorzugt. Zeit Online, abgerufen am 16. September 2017.
  6. Ann-Kathrin Nezik: Nerds von morgen. In: Der Spiegel. Nr. 13/2017, 24. März 2017, S. 71 (magazin.spiegel.de).
  7. Michael O. R. Kröher: Master-Titel! Wozu? In: Manager Magazin. April 2017, 23. März 2017, S. 97 (heft.manager-magazin.de).
  8. Oliver Voß: Höhere Schule für Programmierer. In: Wirtschaftswoche. Nr. 8/2017, 17. Februar 2017 (wiwo.de).
  9. Koalitionsvertrag für Nordrhein-Westfalen 2017-2022. Koalition von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen, 16. Juni 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  10. Sheryl Sandberg: Eintrag bei Facebook. Facebook, 14. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  11. Facebook wird Partner der CODE. CODE, 15. September 2017, abgerufen am 16. September 2017.
  12. Miriam Schröder: Befähigen, nicht belehren. In: Handelsblatt. Nr. 135, 17. Juli 2017, S. 45 (handelsblatt.com).
  13. Inge Klöpfer: Informatik mal ganz anders. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Nr. 35, 3. September 2017, S. 33 (faz.net).
  14. Angaben zum Bewerbungsprozess auf der offiziellen Hochschulwebseite. Abgerufen am 17. September 2017.
  15. Chancen eG: Code University – Gespräch mit dem Gründer Thomas Bachem. Abgerufen am 17. September 2017.
  16. Am Görlitzer Park entsteht einer der größten Start-up-Campusse Europas. Berliner Zeitung, abgerufen am 17. September 2017.
  17. Factory Berlin will größten Start-up-Campus Europas bauen. Horizont, abgerufen am 17. September 2017.
  18. Code+Design Camp für Jugendliche: Digitale Technologien als mächtiges Werkzeug begreifen. Mobilegeeks.de, abgerufen am 18. September 2017.

Koordinaten: 52° 29′ 38″ N, 13° 26′ 47″ O