Radiotelevisión Española

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Radiotelevisión Española (RTVE) ist eine spanische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die Fernseh- und Hörfunkkanäle betreibt. Die Organisation ist die größte dieser Art in Spanien. Finanziert wird die Organisation fast ausschließlich durch öffentliche Gelder. In Spanien gibt es im Gegensatz zu Deutschland (ARD/ZDF) oder Großbritannien (BBC) keine Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Fernsehwerbung, durch die zuletzt mit rund 600 Millionen Euro etwa die Hälfte der Einnahmen generiert wurde, wurde zum Januar 2010 per Gesetz abgeschafft.

Die Gesellschaft besteht aus den Bereichen Televisión Española (TVE) für das Fernsehen und Radio Nacional de España (RNE) für den Hörfunk. Zu RTVE gehören auch das Instituto Oficial de Radio y Televisión (IORTV) sowie das Sinfonieorchester Orquesta Sinfónica y Coro de RTVE.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTVE wurde 1956 gegründet.[1]

Die Webseite RTVE.es war im Jahr 2011 in Spanien die erfolgreichste Internet-Seite eines Anbieters audiovisueller Inhalte.

Die Aufsicht liegt beim RTVE-Kontrollausschuss des spanischen Parlaments.

Ende 2011 kündigte die neu gewählte spanische Regierung an, im Zuge von allgemeinen Sparmaßnahmen zum Abbau der Staatsverschuldung den RTVE-Haushalt für 2012 um 204 Millionen Euro kürzen zu wollen, was rund einem Viertel der Gesamteinnahmen der Gesellschaft entspricht.[2]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das spanische Fernsehen existiert seit dem 28. Oktober 1956. Von TVE werden als Inlandssender das erste Programm La 1 und das zweite Programm TVE La 2 betrieben. Das international verbreitete Programm TVE Internacional bietet einen Querschnitt dieser beiden Programme, dazu gehört zum Beispiel auch die Nachrichtensendung Telediario.

TVEi wurde speziell für Zuschauer aus dem Ausland entworfen, da mit Ausnahme von TVEi und Canal 24 Horas sämtliche TVE-Kanäle über Satellit verschlüsselt gesendet werden. Entsprechende Decoder-Karten sind lediglich in Spanien erhältlich. Dadurch soll die Erreichbarkeit auf Wunsch der Filmindustrie auf Spanien beschränkt werden. Da die Programme somit in anderen spanischsprachigen Länder nicht zu empfangen sind, verlangt die Filmindustrie im Gegenzug geringere Lizenzgebühren. Im Jahr 2003 hat RTVE mehr als 300 Filme produziert.

Des Weiteren betreibt TVE noch drei Spartenkanäle (Canales Temáticos):

  • Canal 24 Horas – Informationsprogramm
  • Teledeporte – Sportprogramm
  • Clan TVE – Kinderprogramm

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RNE strahlt fünf nationale Programme aus:

  • Radio Nacional (vormals Radio 1) – Vollprogramm (auch auf Mittelwelle 738 kHz vom Sender in Barcelona)
  • Radio Clásica (vormals Radio 2) – Klassische Musik
  • Radio 3 – Populäres Musikprogramm
  • Ràdio 4 – Katalanischsprachiges Programm
  • Radio 5 Información – Nachrichtensender

Für ein internationales Publikum wird das Auslandsprogramm Radio Exterior de España produziert.

Unabhängigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTVE genießt bei den Bürgern in Spanien laut swissinfo den Ruf als ein unabhängiger Sender. Jedoch nahmen in den Jahren ab 2000 die Beschwerden von Journalisten und Bürgern bezüglich einer Einmischung der Regierung bei heiklen politischen Themen zu[1].

Journalisten von TVE beschwerten sich ab 2017 über den Einfluss der Regierungspartei auf den öffentlichen Sender. Am Tag des Katalonien-Referendums hätte die Rundfunkanstalt darüber pausenlos berichten müssen, sagte ein Mitarbeiter dem NDR. "Aber wir senden im ersten spanischen Fernsehen nicht einmal eine Sondersendung."

Der Redaktionsausschuss von Televisión Española ist eine Art internes Kontroll-Gremium. Der Ausschuss legte 2018 senderintern eine 72-seitige Kritik der eigenen Katalonien-Berichterstattung vor. Darin schreibt der er von "schlechten Standards", "Zensur" und "fehlender Pluralität" bei TVE. Der Ausschuss hat den Eindruck, de Sender schlage sich in dem Konflikt eindeutig auf die Seite der konservativen Zentralregierung. In Talk-Runden kämen so gut wie keine Befürworter des Referendums vor.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Veronica DeVore mit Input von Thomas Stephens, Belén Couceiro, Jie Guo, Kamel Dhif, Alexander Thoele, Igor Petrov, Akiko Uehara, swissinfo.ch: Öffentlicher Rundfunk im internationalen Vergleich. In: SWI swissinfo.ch. (swissinfo.ch [abgerufen am 29. Mai 2018]).
  2. Spanisches Fernsehen verschiebt Serienstarts nach Budgetkürzung in: Digitalfernsehen.de vom 7. Februar 2012, abgerufen am 23. März 2012
  3. NDR: Spanischer Regierungsfunk. Abgerufen am 28. Mai 2018.