Rennes-le-Château

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Rennes-le-Château
Wappen von Rennes-le-Château
Rennes-le-Château (Frankreich)
Rennes-le-Château
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Limoux
Kanton Couiza
Koordinaten 42° 56′ N, 2° 16′ O42.9272222222222.2636111111111505Koordinaten: 42° 56′ N, 2° 16′ O
Höhe 272–568 m
Fläche 14,68 km²
Einwohner 62 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 4 Einw./km²
Postleitzahl 11190
INSEE-Code
Website www.rennes-le-chateau.fr

Rennes-le-Château (Rènnas del Castèl auf Okzitanisch) ist ein mittelalterliches Dorf mit 62 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in Südfrankreich, 481 m über dem Meer[1], im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon, ca. 40 Kilometer südlich von Carcassonne und etwa zwölf Kilometer vom Pic de Bugarach entfernt.

Das Dorf[Bearbeiten]

Dorfkirche Sainte Marie-Madeleine
Château d’Hautpoul

Außer dem nicht zur Besichtigung freigegebenen Château d’Hautpoul gibt es im Dorf die 1059 eingeweihte und im Kern romanische Dorfkirche Sainte Marie-Madeleine, die von Bérenger Saunière, dem damaligen Pfarrer des Ortes, ab 1891 renoviert und volkstümlich umgestaltet wurde. Erst durch den modernen Mythos wurde sie weithin bekannt. Ein Restaurant und ein Buchladen werden von Touristen ebenso aufgesucht wie der auf einer Anhöhe gelegene Bibliotheksturm des Abbé, der Tour Magdala. Einige Meter nebenan baute Saunière sein Wohnhaus, die Villa Béthania, die von dem Turm durch einen großen Garten getrennt ist.

Moderne Legendenbildung[Bearbeiten]

Der Restaurantbesitzer Noel Corbu erwarb 1946 die Villa Bethania des Abbé und eröffnete hierin 1950 ein Lokal. Er behauptete vom Abbé, dieser habe um 1900 im Dorf den Heiligen Gral zusammen mit den Schätzen der Templer (Templerschatz), Katharer oder gar Goten gefunden und sei unermesslich reich geworden. Saunière habe bei der Renovierung des Altars ein offenbar dort verstecktes altes Pergament mit einer seltsamen christlichen Botschaft gefunden. Pierre Plantard nahm die Gerüchte in seine Mythologie über die Prieuré de Sion auf und verbreitete sie so.

Allgemeine Bekanntheit erlangte der Ort erstmals durch den Bestseller Der Heilige Gral und seine Erben, in welchem die britischen Autoren Michael Baigent, Henry Lincoln und Richard Leigh die Legende um Rennes-le-Château verarbeiteten. Umberto Eco verwendete 1988 Elemente daraus für seinen Roman Das Foucaultsche Pendel. Dan Brown griff die Thematik nochmals für seinen Bestseller aus dem Jahr 2003 Sakrileg auf, wodurch das Thema noch größere Verbreitung fand. Ebenfalls 2003 erschien im deutschsprachigen Raum der Roman Die Erbin des Grals von Helene Luise Köppel, der in Rennes-le-Château spielt. Auch in dem 2006 erschienenen Roman Das Magdalena-Evangelium von Kathleen McGowan, dem 2007 erschienenen Roman Calix von D.L. Wilson und in dem 2008 erschienenen Roman Die achte Karte der Autorin Kate Mosse wird der Ort zum zentralen Punkt der Handlung.

Durch die Spekulationen bezüglich Saunière erlebt das Dorf seit vielen Jahren einen Tourismusboom, dessen Nebenprodukt zahlreiche laienhafte Ausgrabungen von Schatzsuchenden sind.

Trivia[Bearbeiten]

Das Computerspiel Gabriel Knight 3 – Blut der Heiligen, Blut der Verdammten spielt in Rennes-le-Château und seiner Umgebung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Luc Robin: Rennes-le-Chateau. Mon village à l'heure du „Da Vinci“. Chroniques. Sud-Ouest, Bordeaux 2006, ISBN 2-87901-737-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten]

Fernsehdokumentation "Geheimakte Sakrileg. Der Mythos von Rennes le Chateau" im Rahmen der Terra-X-Dokus des ZDF, zuletzt gesendet am 30.Dezember 2012 um 17.45 h (Phoenix)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IGN-Karte, Blatt 2347, 1994.