Roland Tichy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Roland Tichy und Tichys Einblick überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. MatthiasGutfeldt (Diskussion) 15:21, 5. Apr. 2017 (CEST)

Roland Tichy (* 11. November 1955 in Bad Reichenhall) ist ein deutscher Journalist und Publizist. Er war Chefredakteur der Magazine Impulse und Euro sowie der Wirtschaftswoche. Seit 2014 ist er Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung und seit 2016 Herausgeber des Monatsmagazins Tichys Einblick.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tichy studierte Volkswirtschaftslehre, Politik und Kommunikationswissenschaften in München und New Orleans und schloss sein Studium als Diplom-Volkswirt ab. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Gesundheitsökonomik am Volkswirtschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Von 1983 bis 1985 war er während der Amtszeit Helmut Kohls Mitarbeiter im Planungsstab des Bundeskanzleramtes und arbeitete anschließend als Bonner Korrespondent für die Wirtschaftswoche. Er war stellvertretender Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital. 1990/91 gehörte Roland Tichy zum Beraterstab des Rundfunkbeauftragten (Rudolf Mühlfenzl) in der „Einrichtung“ (Hörfunk und Fernsehen der DDR) und hatte damit maßgeblichen Einfluss auf die Reform der deutschen Rundfunklandschaft. Anschließend leitete er bei der Daimler Benz AG das Ressort „Corporate Issues Management“, welches dem Vorstand berichtete.

1990 veröffentlichte Tichy das Buch Ausländer rein und 2001 zusammen mit seiner Frau Andrea Die Pyramide steht Kopf.

Von 1991 bis 1995 war er Chefredakteur des Unternehmermagazins Impulse. Er war erster und einziger Chefredakteur der Zeitschrift Die Telebörse, die von Januar 2000 bis Juni 2002 erschien. Von 2002 bis 2007 war Tichy als Chefredakteur des Magazins Euro tätig. Im Jahr 2004 wurde Tichy durch seine Teilnahme an der RTL-Karriereshow Big Boss mit Reiner Calmund einem breiteren Publikum bekannt.

Tichy war Leiter des Berliner Büros des Handelsblatts und von 2007 bis September 2014 Chefredakteur des Magazins Wirtschaftswoche. Tichy schreibt eine wöchentlich erscheinende Wirtschaftskolumne für die Bild am Sonntag. Einen Teil seiner Kolumnen veröffentlicht er seit 2009 auch in Buchform.

Im Juni 2014 wurde er zum Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung gewählt.[2]

Im Januar 2015 verließ er die Dieter von Holtzbrinck Mediengruppe.[3]

Seit Mai 2015 ist er Juryvorsitzender des Journalistenpreises Medienpreis Mittelstand.[4]

2015 gründete er die nach Eigeneinschätzung „liberal-konservative“ Meinungsseite Tichys Einblick,[5] eine Online-Zeitung, auf dem mehr als ein Dutzend ständiger Kolumnisten sowie zahlreiche Gastautoren publizieren und zu dem er selbst die namengebende Kolumne Tichys Einblick beisteuert. Seit dem 15. Oktober erscheint Tichys Einblick mit einer Auflage von 70.000 Heften zusätzlich monatlich im Printformat, wobei Tichy selbst als Herausgeber fungiert.[1]

2015 wurde er Herausgeber der Plattform für Debattenbeiträge XING Klartext. Im Januar 2017 trat er nach massiver Kritik an einem von ihm auf Tichys Einblick herausgegebenen Gastbeitrag von Jürgen Fritz zurück, in dem „grün-linke Gutmenschen“ als „geistig-psychisch krank“ pathologisiert wurden. Für den Gastbeitrag hatte er sich entschuldigt.[6][7][8]

Tichy befürwortete den Abschluss des Transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP, wobei er sich kritisch zu einzelnen Punkten wie insbesondere der Regelung von Patenten äußerte.[9]

Anlässlich des Anschlags auf die Pariser Redaktion Charlie Hebdo im Januar 2015 verwahrte Tichy sich gegen eine pauschale Einstufung der Pegida-Demonstranten als rechtsradikal und forderte, diese als Bürger zu betrachten, deren Sorgen man ernst nehmen müsse. In diesem Zusammenhang erklärte er aber auch, dass sich die große Mehrheit der rund vier Millionen Muslime hierzulande als Deutsche identifiziere, und verlangte, dass man diese vor dem Islamismus schützen müsse.[10][11]

Tichy ist Mitglied im Kuratorium der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde er mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet.[12] Als Begründung wurden mehrere Meinungsbeiträge von ihm genannt, unter anderem seine Kritiken an Sozialstaat, Bankempfehlungen, Verteilungspolitik und Konjunkturprogrammen.

2015 erhielt er die Hayek-Medaille der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.[13]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesammelte Einblicke. Frankfurt am Main, Quell-Verlag, 2013, ISBN 978-3-9815402-2-2.
  • zusammen mit Andrea Tichy: Die Pyramide steht kopf. Die Wirtschaft in der Altersfalle und wie sie ihr entkommt. München, Piper Verlag, 2001, ISBN 978-3-492-04346-5.
  • Als Herausgeber zusammen mit Sylvia Dietl: Deutschland einig Rundfunkland? Eine Dokumentation zur Wiedervereinigung des deutschen Rundfunksystems 1989–1991. München: Verlag Reinhard Fischer, 2000, ISBN 3-88927-260-6.
  • Ab in die neue Mitte! Die Chancen der Globalisierung für eine deutsche Zukunftsgesellschaft. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1998, ISBN 3-455-11263-3.
  • Ausländer rein! Warum es kein „Ausländerproblem“ gibt. München, Piper Verlag, 1990, ISBN 3-492-10908-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b "Konservativer Fanartikel": Roland Tichy startet Monatsmagazin zum Meinungsportal. Abgerufen am 28. September 2016.
  2. Roland Tichy zum Vorsitzenden gewählt. Horizont. 27. Juni 2014. Abgerufen am 9. April 2016.
  3. Alexander Krei: Tichy und Holtzbrinck-Gruppe gehen getrennte Wege, DWDL.de, 16. Januar 2015
  4. Die Jury: Journalistische Kompetenz. Medienpreis Mittelstand. Abgerufen am 9. April 2016.
  5. Tichys Einblick. Roland Tichy. Abgerufen am 9. April 2016.
  6. Xing holt Ex-Chefredakteur der Wirtschaftswoche für News-Redaktion. heise online. 30. September 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  7. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Nach Shitstorm: Roland Tichy legt Herausgeberschaft bei Xing News nieder - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 9. Januar 2017.
  8. Alexander Becker: „Kampagne bis hin zu Morddrohungen“:. Roland Tichy legt Herausgeberschaft von Xing News nieder. In: MEEDIA.de. 9. Januar 2017, abgerufen am 9. Januar 2017.
  9. Kommt die Weißwurst bald aus Amerika?. Bayerisches Fernsehen. 12. Mai 2015. Archiviert vom Original am 9. April 2016. Abgerufen am 9. April 2016.
  10. Nicht alle sind Charlie. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Januar 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  11. Friedman: Pegida ist ein Anschlag auf die Pressefreiheit. Focus Online. 8. Januar 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  12. Preisträger. Ludwig-Erhard-Stiftung e. V.. Abgerufen am 9. April 2016.
  13. Hayek-Tage 2015. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e. V.. Abgerufen am 9. April 2016.