Roland Tichy

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Roland Tichy (* 11. November 1955 in Bad Reichenhall) ist ein deutscher Journalist und Publizist. Er war Chefredakteur der Magazine Impulse und Euro sowie der Wirtschaftswoche. Seit 2014 ist er Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tichy studierte Volkswirtschaftslehre, Politik und Kommunikationswissenschaften in München und New Orleans und schloss sein Studium als Diplom-Volkswirt ab. Anschließend arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Gesundheitsökonomik am Volkswirtschaftlichen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Von 1983 bis 1985 war er während der Amtszeit Helmut Kohls Mitarbeiter im Planungsstab des Bundeskanzleramtes und arbeitete anschließend als Bonner Korrespondent für die Wirtschaftswoche. Er war stellvertretender Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Capital. 1990/91 gehörte Roland Tichy zum Beraterstab des Rundfunkbeauftragten (Rudolf Mühlfenzl) in der „Einrichtung“ (Hörfunk und Fernsehen der DDR) und hatte damit maßgeblichen Einfluss auf die Reform der deutschen Rundfunklandschaft. Anschließend leitete er bei der Daimler Benz AG das Ressort „Corporate Issues Management“, welches dem Vorstand berichtete.

Von 1991 bis 1995 war er Chefredakteur des Unternehmermagazins Impulse. Er war erster und einziger Chefredakteur der Zeitschrift Die Telebörse, die von Januar 2000 bis Juni 2002 erschien. Von 2002 bis 2007 war Tichy als Chefredakteur des Magazins Euro tätig. Im Jahr 2004 wurde Tichy durch seine Teilnahme an der RTL-Karriereshow Big Boss mit Reiner Calmund einem breiteren Publikum bekannt.

Tichy war Leiter des Berliner Büros des Handelsblatts und von 2007 bis September 2014 Chefredakteur des Magazins Wirtschaftswoche. Im Juni 2014 wurde er zum Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung gewählt.[1] Seit Mai 2015 ist er Juryvorsitzender des Journalistenpreises Medienpreis Mittelstand.[2]

Tichy schreibt eine wöchentlich erscheinende Wirtschaftskolumne für die Bild am Sonntag. 2015 wurde er Herausgeber der Nachrichtenredaktion von XING.[3] Ebenfalls 2015 gründete er die „liberal-konservative Meinungsseite“ Tichys Einblick[4], ein Blog, auf dem ein gutes Dutzend ständiger Kolumnisten wie Hugo Müller-Vogg, Alexander Wallasch, Wolfgang Herles sowie zahlreiche Gastautoren publizieren und zu dem er selbst die namengebende Kolumne Tichys Einblick beisteuert.

Einen Teil seiner Kolumnen veröffentlicht er seit 2009 auch in Buchform. Weitere Bücher schrieb Roland Tichy zum Thema Einwanderung und Bevölkerungsentwicklung. 1990 veröffentlichte er das Buch „Ausländer rein“ und 2001 zusammen mit seiner Frau Andrea „Die Pyramide steht Kopf“.

Tichy befürwortet den Abschluss des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP, wobei er sich kritisch zu einzelnen Punkten wie insbesondere der Regelung von Patenten äußert.[5] Anlässlich des Anschlags auf die Pariser Redaktion Charlie Hebdo im Januar 2015 verwahrte Tichy sich gegen eine pauschale Einstufung der Pegida-Demonstranten als rechtsradikal und forderte, diese als Bürger zu betrachten, deren Sorgen man ernst nehmen müsse. Zugleich erklärte er, dass sich die große Mehrheit der rund vier Millionen Muslime hierzulande als Deutsche identifiziere und verlangte, dass man diese vor dem Islamismus schützen müsse.[6][7]

Tichy ist Mitglied im Kuratorium der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde er mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet.[8] Als Begründung wurden mehrere Meinungsbeiträge von ihm genannt, unter anderem seine Kritiken an Sozialstaat, Bankempfehlungen, Verteilungspolitik und Konjunkturprogrammen.

2015 erhielt er die Hayek-Medaille der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.[9]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als Herausgeber zusammen mit Sylvia Dietl: Deutschland einig Rundfunkland? Eine Dokumentation zur Wiedervereinigung des deutschen Rundfunksystems 1989-1991. München: Verlag Reinhard Fischer, 2000. ISBN 3-88927-260-6
  • Ausländer rein! Warum es kein „Ausländerproblem“ gibt. München, Piper Verlag, 1990, ISBN 3-492-10908-X
  • zusammen mit Andrea Tichy: Die Pyramide steht kopf. Die Wirtschaft in der Altersfalle und wie sie ihr entkommt.. München, Piper Verlag, 2001, ISBN 978-3-492-04346-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Tichy zum Vorsitzenden gewählt. Horizont. 27. Juni 2014. Abgerufen am 9. April 2016.
  2. Die Jury: Journalistische Kompetenz. Medienpreis Mittelstand. Abgerufen am 9. April 2016.
  3. Xing holt Ex-Chefredakteur der Wirtschaftswoche für News-Redaktion. heise online. 30. September 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  4. Tichys Einblick. Roland Tichy. Abgerufen am 9. April 2016.
  5. Kommt die Weißwurst bald aus Amerika?. Bayerisches Fernsehen. 12. Mai 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  6. Nicht alle sind Charlie. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Januar 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  7. Friedman: Pegida ist ein Anschlag auf die Pressefreiheit. Focus Online. 8. Januar 2015. Abgerufen am 9. April 2016.
  8. Preisträger. Ludwig-Erhard-Stiftung e.V.. Abgerufen am 9. April 2016.
  9. Hayek-Tage 2015. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e.V.. Abgerufen am 9. April 2016.