Streitkräfte des Südsudan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Streitkräfte des Südsudan, englisch Sudan People's Liberation Army oder englisch SPLA, wurden bei der Unabhängigkeit des Südsudan 2011 überwiegend aus den im Süden stationierten Einheiten der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee gebildet. Schon vor der Unabhängigkeit waren sie mit schweren Waffen aufgerüstet worden.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach jahrzehntelangem Sezessionskrieg im Südsudan von 1955 bis 1972 und noch einmal von 1983 bis 2005 wurde im Jahre 2005 die autonome Region Südsudan gebildet. Am 9. Juli 2011 wurde Südsudan unabhängig. Die Unabhängigkeitserklärung wurde vom Sudan am 8. Juli anerkannt.[2]

Am 4. Februar 2012 meinte der sudanesische Präsident al-Baschir, dass ein Krieg zwischen den beiden Staaten möglich sei.[3] Am 11. Februar unterzeichneten beide Staaten in Addis Abeba einen Nicht-Angriffspakt.[4] Jedoch werden immer wieder neue Angriffe gemeldet. Die Vereinten Nationen und die USA forderten ein Ende der Gewalt.[5] Am 12. April 2012 erklärte die sudanesische Regierung, alle Verhandlungen mit „dem Feind“ abzubrechen und beschloss die Generalmobilmachung.[6] Seither gibt es immer wieder kleinere Auseinandersetzungen. Die Konflikte konnten in den letzten Jahren mit Ausnahme des Status des umstrittenen Abyei beigelegt werden.

Die Einheit der Streitkräfte ist aber u. a. durch den ethnischen Konflikt zwischen Dinka und Nuer gefährdet. Seit Mitte Dezember 2013 findet im Südsudan ein bewaffneter Konflikt um die politische Führung des Landes statt, wobei Ausgangspunkt der Unruhen eine bevorstehende Entwaffnung von Angehörigen des Nuer-Clans in der Präsidentengarde um den ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar war, den Präsident Salva Kiir Mayardit im Juli entlassen hatte. Im Zuge der Unruhen im Südsudan begannen wieder Verhandlungen mit dem Sudan, bei denen al-Baschir die Bildung gemeinsamer Armeeeinheiten vorschlug.[7]

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahne des südsudanesischen Heeres

Im Jahr 2012 verfügte der Südsudan nach Schätzungen über 140.000 Soldaten, 110 T-72-Kampfpanzer sowie einige T-54/T-55. Das Heer verfügt weiter über 69 Geschütze (inklusive 24 122mm-Selbstfahrlafetten 2S1), 15 BM-21-Raketenwerfer und mehr als 30 82mm-Mörser.

Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die South Sudan Air Force verfügt nur über ein Verbindungsflugzeug Beechcraft 1900 sowie neun Helikopter Mil Mi-17 und einen Mil Mi-172 russischer Herkunft.[8] Unbestätigt ist der Besitz von 1 bis 2 Mil Mi-24-Kampfhubschraubern.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SPLA hat im Jahr 2010 500 Soldaten in Yambio stationiert und der Regional Task Force unterstellt, um die Lord’s Resistance Army zu bekämpfen.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Streitkräfte des Südsudan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AFRIKA/1922: Panzerlieferung an Hungerregion Südsudan (SB)
  2. Sudan erkennt Unabhängigkeit des Südens an, Die Zeit. 9. Juli 2011. 
  3. http://de.euronews.net/2012/02/04/sudan-sieht-moeglichen-krieg-mit-suedsudan/
  4. http://www.rp-online.de/politik/ausland/sudan-unterzeichnet-nicht-angriffspakt-1.2708656
  5. http://www.n24.de/news/newsitem_7813466.html
  6. hala: The Cabinet decides retaliation to aggression by Government of Southern Sudan and Confirms confidence in the armed forces and other regular forces. Ministry of the Cabinet Affairs, 12. April 2012, archiviert vom Original am 7. Februar 2013, abgerufen am 14. April 2012 (englisch).
  7. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/krieg-in-suedsudan-khartum-und-juba-erwaegen-gemeinsame-einheiten-12739230.html
  8. FACTBOX-How Sudan and South Sudan shape up militarily. Thomson Reuters Foundation - Thu, 19 Apr 2012 (engl.)
  9. FIGHT AGAINST THE LRA. UN welcomes handover of troops to the African Union Regional Task Force. 2012, archiviert vom Original am 14. September 2014, abgerufen am 14. September 2014 (englisch).