Gambia Armed Forces

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Flag of The Gambia.svg Gambia Armed Forces
Militärische Stärke nach Personen
Wehrfähigkeitsalter vollendetes 18. Lebensjahr[1]
verfügbare wehrfähige Bevölkerung* insgesamt (Männer; Alter 18–49: 311.025 Frauen: Alter 18–49: 316.214 (2005; Schätzung))[1]
verfügbare wehrtaugliche Bevölkerung* insgesamt (Männer: Alter 18–49: 183.057 Frauen: Alter 18–49: 194.551 (2005; Schätzung))[1]
aktives Personal 800[2]
Verteidigungsausgaben
Budget (2006) ca. 1.662.000 US-Dollar
prozentualer Anteil am BSP (2006): 0,5 %[1]

Die Gambia Armed Forces (GAF, deutsch Gambische Streitkräfte), die in der heutigen Form seit Änderung der Verfassung 1996 bestehen, sind das rund 800 Mann (nach anderen Quellen 1.900 Mann)[3] starke Militär des westafrikanischen Staates Gambia. Sie gehören zum gambischen Verteidigungsministerium (Ministry of Defence), das dem Office of the President untersteht, der damit Oberbefehlshaber der Streitkräfte (Commander-In-Chief of the Armed Forces) ist.[4] Eine Wehrpflicht besteht nicht.

Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gambischen Streitkräfte wurden betreffend Ausbildung und technischer Hilfe zunächst bis zu dem Putsch von 1994 durch britische, später durch nigerianische Militärs unterstützt. Aber auch die Vereinigten Staaten, China und die Türkei arbeiteten mit den gambischen Streitkräften zusammen.

Nach 1994 arbeitete die GAF mit den Militärs der Türkei und Libyen zusammen.

Gliederung und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gambia Armed Forces ist unterteilt in:

Die Dienstgrade in der National Army[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dienstgrade in der Armee:[7]

Budget[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ausgaben
in US-Dollar
Ausgaben in %
bz. auf BSP
1994 14 Millionen (FY93/94)
1997 1,2 Million (FY96/97) 2 % (FY96/97)
2000 2,6 Million (2001 est.)
2001 1,2 Million 0,3 %
2002 1,2 Million 0,3 %
2003 0,9 Million 0,3 %
2004 1 Million 0,3 %
2005 1,55 Million 0,4 %
2006 1,8448 Million 0,5 %

Der Anteil der Staatsausgaben für Verteidigung liegt bei 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (Schätzung 2006).[1] Damit gehört Gambia zu den Staaten mit den geringsten Militärausgaben weltweit.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man verzichtete zunächst bei Erhalt der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich auf eine kostspielige Berufsarmee, denn aufgrund des gambisch-senegalesischen Verteidigungsabkommen von 1965 konnten senegalesische Truppen Hilfe leisten.[8] Man hatte lediglich eine 750 Mann starke Polizeieinheit und eine halb so viele Köpfe zählende Field Force.[9]

Mitglieder der Presidential Guard beim abendlichen Ausritt der Pferde

Das Verteidigungsabkommen wurde auch beim abgewendeten Putsch vom 30. Juli 1981 genutzt. Im Anschluss wurde die paramilitärische Field Force, die teils mit in den Putsch verwickelt war, aufgelöst und Gambia und Senegal unterzeichneten einen Vertrag, der unter anderem die Vereinigung der Streitkräfte in der Konföderation Senegambia vorsah. Gambia baute dazu eine kleine Armee von zunächst 200 Mann auf, die Heer, Marine und Luftwaffe umfasst. Weiter gab es eine 700 Mann starke Militärpolizei.

Die Konföderation bestand bis zum 30. September 1989, als Gambia aus dem Bund austrat. Senegalesische Truppen wurden zuvor aus Gambia abgezogen.

In Liberia engagiert sich Gambia an einer von der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) geführten ECOWAS Friedenstruppe.[10] Als die gambischen Soldaten vom liberianischen Bürgerkrieg zurückkehrten, gab es heftige Proteste wegen ausstehender Frontzulagen. Der Kommandeur der Armee trat wegen der Proteste zurück und ein Nigerianer wurde zum Nachfolger bestimmt. Mit Nigeria wurde Anfang 1992 ein bilaterales Verteidigungsabkommen geschlossen.

Am 22. Juli 1994 verlangten erneut vom Dienst in Nigeria zurückkehrende Soldaten ihre Frontzulagen. Sie wurden am Flughafen von ihren nigerianischen Offizieren, die zum Empfang Präsident Dawda Jawaras bereit waren, entwaffnet. In Banjul folgten Protestaktionen der Soldaten, sie besetzten das Telekommunikationszentrum, den Flughafen und andere strategisch wichtige Punkte. Der 29-jährige Leutnant Yahya Jammeh als Anführer der Armed Forces Provisional Ruling Council (AFPRC) enthob Jawara seines Amtes und die Rebellen legten alle politischen Aktivitäten lahm. Jammeh erklärte sich zum Präsidenten der Republik.[9][11]

Die abgesonderte Einheit Gambia National Gendarmerie (GNG), die zeitweise Tactical Support Unit genannt wurde, wurde im Anschluss an den Putsch von 1994 mit den anderen Einheiten zusammengeführt.[2]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teile der Streitkräfte haben sich an zahlreichen Friedenseinsätzen beteiligt. So beispielsweise an der ECOWAS Monitoring Group und an der AU geführten Mission African Union Mission in Sudan (AMIS) waren sie beteiligt.

Weitere Beteiligungen an Auslandseinsätzen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chef des Verteidigungsstabes (Chief of Defence Staff of the Gambia Armed Forces, CDS)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chief of Defence Staff of the Gambia Armed Forces
Amtszeit Amtsinhaber Anmerkung
1999 bis 2004 Colonel Baboucarr Jatta
2004 Vincent Jatta
ab 2004 bis ? Lieutenant Colonel Assan Sarr
ab ? bis 2006 Lieutenant Colonel Ndure Cham
ab 2006 bis 2009 Major General Lang Tombong Tamba
ab 2009 bis 2012 Lieutenant General Masaneh Kinteh
ab Juli 2012 bis 2017 Lieutenant General Ousman Badjie
ab 2017 Lieutenant General Masaneh Kinteh

Weitere Persönlichkeiten der gambischen Streitkräfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Armed Forces Football Club ist auch in der höchsten gambischen Fußball-Klasse, der GFA League First Division vertreten. Sie haben in der Saison 2002/03 die Meisterschaft gewonnen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Hughes, Harry A. Gailey: Historical dictionary of the Gambia (= African historical dictionaries. Bd. 79). Scarecrow Press, Lanham MD u. a. 1999, ISBN 0-8108-3660-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e CIA World Factbook: Militärsektion aus dem Artikel zu Gambia. 30. September 2007 (englisch)
  2. a b c d e * Arnold Hughes, Harry A. Gailey: Historical dictionary of the Gambia (= African historical dictionaries. Bd. 79). 3rd edition. Scarecrow Press, Lanham MD u. a. 1999, ISBN 0-8108-3660-2
  3. Backgrounds: Gambia Defense www.ncbuy.com Zugriff 30. September 2007
  4. Republic of the Gambia: Office of the President. auf www.qanet.gm (englisch), Zugriff 17. April 2017
  5. Ein Foto der gambischen Suchoi Su-25 Zugriff 30. September 2007
  6. Su-25KM Scorpion Frogfoot A Zugriff 30. September 2007
  7. Gambia National Army / Gambia National Army. In: uniforminsignia.org. Abgerufen am 9. Februar 2017 (britisches englisch).
  8. Ilona Hupe: Gambia. Kleines Urlaubsparadies in Westafrika. Mit Ausflügen in den Senegal. Der anspruchsvolle Begleiter für Ihre Reise nach Gambia. Reiseführer mit aktuellen Tips und Informationen. 2., aktualisierte Auflage. Hupe, München 1999, ISBN 3-932084-19-5
  9. a b Rosel Jahn: Gambia. Reiseführer mit Landeskunde. Mit einem Reiseatlas (= Mai’s Weltführer. Bd. 29). Mai, Dreieich 1997, ISBN 3-87936-239-4
  10. The Evolution and Conduct of ECOMOG Operations in West Africa Mitikishe Maxwell Khobe
  11. Jojo Cobbinah: Senegal, Gambia. Praktischer Reiseführer an die Westspitze Afrikas. 3., aktualisierte, neu bearbeitete Auflage. Meyer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-89859-103-4
  12. Gambia’s FIRST FEMALE ARMY GENERAL DECORATED The Daily Observer (online) vom 12. Mai 2011