Team Abt Sportsline

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Audi A5 DTM von Mattias Ekström 2012

Das Unternehmen Abt Sportsline mit Sitz in Kempten (Allgäu) hat eine lange, erfolgreiche Geschichte im Automobilsport aufzuweisen. Unter dem Namen Audi Sport Team Abt Sportsline tritt es seit 2004 als Werksteam von Audi Sport in der DTM an. Die DTM-Mannschaft umfasst rund 53 Mitglieder. Teamchef ist Hans-Jürgen Abt.[1]

Ab 2014 trat das Team zudem in der FIA-Formel-E-Meisterschaft an, auch hier war Hans-Jürgen Abt Teamchef. Im Oktober 2016 wurden sämtliche Formel-E-Aktivitäten in die neugegründete Abt Formel E GmbH ausgelagert, die eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Abt Sportsline war.[2] Dieses Unternehmen wurde im Juli 2017 vollständig von Audi übernommen, die Renneinsätze werden aber weiterhin von Abt Sportsline betreut.

Mit einem Motorradrennen auf der Grasbahn im Jahr 1950 startete Johann Abt seine Laufbahn[3] und damit auch die Motorsport-Karriere seiner Firma. Heute zählt Abt Sportsline zu den erfolgreichsten deutschen Motorsport-Teams und hat mit Titeln im Super Tourenwagen Cup (Fahrertitel: 1999), in der DTM (Fahrertitel: 2002, 2004, 2007, 2008, 2009; Teamtitel: 2004, 2007, 2011) und dem ADAC GT Masters (Fahrertitel: 2009; Teamtitel: 2010) drei der wichtigsten deutschen Rennserien der vergangenen Jahre für sich entschieden.

Das bisher erfolgreichste Jahr von Abt Sportsline war 2009, als das Team in drei Serien an den Start ging und jeweils den Titel holte: in der DTM (Timo Scheider), im ADAC GT Masters (Christian Abt) und im ADAC Formel Masters (Daniel Abt).

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring konnte Abt Sportsline trotz mehrerer Anläufe bislang keinen Gesamtsieg einfahren.

Johann Abt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 15 Jahren bestritt Johann Abt 1950 auf einem Motorrad sein erstes Rennen. Weil er so jung war, brauchte er für den Wettkampf auf der Grasbahn die Erlaubnis seiner Mutter Rosina und die der Militärregierung. 1952 folgte der erste von insgesamt rund 200 Siegen mit dem Motorrad. Auf einem DKW-Motorrad (er wurde später Werkspilot bei der Marke) gewann er die „Oberallgäuer Bergfahrt“.[3]

Insgesamt erkämpfte Johann Abt fünf Gelände- und Motocross-Titel.

Bei der „Sechstagefahrt“, dem international wichtigsten Wettbewerb für Nationen im Endurosport, belegte Abt 1954 Platz drei. In der letzten Stunde des letzten Tages lag Abt in Führung, doch als einem DKW-Teamkollegen das Hinterrad brach, hielt Abt an und half. 1955 gehörte er zur Siegermannschaft.

Neben Querfeldein-Rennen bestritt Johann Abt sowohl mit dem Motorrad, aber immer mehr auch mit dem Auto Bergrennen. In beiden Fahrzeugklassen setzte Abt lange auf die Marke DKW.

1966 überzeugte Johann Abt bei einer Sichtung, an der auch Jochen Rindt teilnahm, Fiat-Tuner Carlo Abarth und bekam einen Werksvertrag. Abt gewann im ersten Abarth-Jahr 29 von 30 Rennen. Ein Jahr später war er 17 Mal erfolgreich. Der wichtigste Titel in der Abarth-Zeit war die EM-Tröphäe mit dem Abarth 1000 in der kleinen Division im Jahr 1970.

Um sich mehr um den familieneigenen Autobetrieb und den durch Johann Abt hinzugekommenen Tuning-Zweig kümmern zu können, kündigte er den Werksvertrag nach seinem EM-Sieg. Den 290 PS starken Abarth 1000 setzte Abt noch bis zum Ende seiner aktiven Karriere 1975 privat ein.

Wegen seiner Fahrweise wurde Johann Abt oft „der junge Wilde aus Kempten“ genannt.

Super Tourenwagen Cup (STW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Engagements im ADAC GT Cup und in der Formel 3 startete Abt Sportsline ab 1996 im Super Tourenwagen Cup (STW), der damals höchsten deutschen Tourenwagenklasse. Piloten der beiden Abt-Audi A4 Quattro, die dem technischen Stand des Vorjahres entsprachen, waren Christian Abt und Kris Nissen, Teamchef war Hans-Jürgen Abt.

Abt punktete in jedem Rennen. Seine besten Rennergebnisse waren ein zweiter Platz beim Sprintrennen auf dem Sachsenring und dritte Plätze bei den Hauptrennen auf dem Sachsenring und der Avus.[4]

Nissen erzielte beim Saisonauftakt in Zolder mit Platz drei im Hauptrennen sein bestes Saisonergebnis.[4]

In der Abschlusstabelle belegten Abt und Nissen die Plätze 4 und 13. Die Privatfahrerwertung und damit 73.000 DM Preisgeld gewann Abt. In der Teamwertung belegte Abt Sportsline den vierten Platz.[4]

Ende des Jahres 1996 startete das Team außerdem beim vier Läufe umfassenden Rainbow-Cup in Südafrika. Abt wurde Zweiter in der Gesamtwertung. Beim letzten Rennen lief ein nackter Mann auf die Strecke. Davon war Tabellenführer Abt so irritiert, dass Kontrahent Joachim Winkelhock an ihm vorbeizog und sich so auch den Cup-Titel sicherte.[5]

Fahrerkader STW: Christian Abt (4. Platz, 1. Platz Privatfahrer, „Rookie of the Year“), Kris Nissen (13. Platz)

Auto: Audi A4 Quattro (2-Liter-Vierzylinder, 296 PS, 1.040 kg, Allradantrieb)[4]

1997[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit zwei Audi A4 startete Abt Sportsline 1997 ins zweite STW-Jahr. An die Erfolge des Vorjahres konnten Christian Abt und Kris Nissen nicht anknüpfen. Hauptgrund: Der neue Reifenpartner Yokohama konnte aus Budgetgründen in der Entwicklung seiner Pneus nicht mit den Produkten der anderen Lieferanten mithalten.[6]

Fahrerkader: Christian Abt (13. Platz), Kris Nissen (9. Platz)

Auto: Audi A4 Quattro (2-Liter-Vierzylinder, 296 PS, 1.040 kg, Allradantrieb)[6]

1998[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 übergab Audi die Verantwortung des Werkseinsatzes in der STW an Abt Sportsline unter der Leitung von Hans-Jürgen Abt. Die Allgäuer übernahmen auch die Werkspiloten Frank Biela und Emanuele Pirro. Dritter Fahrer war Christian Abt, Alle drei Fahrer traten mit überarbeiteten Audi A4 an, bei denen reglementbedingt der Quattro-Allradantrieb weggefallen war. Erschwerend kam hinzu, dass der im Gegensatz zur Konkurrenz von Honda, BMW, Alfa Romeo, Nissan, Opel und Peugeot längs eingebaute Motor des A4 den Schwerpunkt negativ beeinflusste und technisch veraltet war. Als Gesamtzwölfter war Christian Abt am Saisonende bester Audi-Pilot.[7]

Fahrerkader: Christian Abt (12. Platz), Frank Biela (14. Platz), Emanuele Pirro (16. Platz)

Auto: Audi A4 (2-Liter-Vierzylinder, 310 PS, 975 kg, Frontantrieb)[7]

1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sich Audi wegen des beginnenden Le-Mans-Projektes komplett aus der STW zurückgezogen hatte, übernahm Abt Sportsline das Engagement in Alleinregie. Die 98er-Frontantriebs-Audi rüstete Abt auf Allradantrieb zurück, den das Reglement für Privatteams wieder zuließ.[8] Gleich im ersten Saisonrennen erkämpfte Christian Abt seine erste STW-Pole, seinen ersten Tourenwagen-Sieg und den ersten Sieg eines Privatteams in der STW. Bei neun von zehn Rennen standen entweder Abt oder Teamkollege Kris Nissen auf dem Podium, oder beide zusammen.

Geprägt wurde die Saison vom Duell zwischen Christian Abt und Opel-Pilot Uwe Alzen. Da Abt im letzten und entscheidenden Rennen von Alzens Markenkollegen Roland Asch von der Strecke gedrängt wurde, fiel die Entscheidung vor dem Sportgericht. Ein von der Tribüne aus gefilmter Mitschnitt der strittigen Situation brachte schließlich am 10. November 1999 die Entscheidung[5] zugunsten von Christian Abt, der damit letzter Meister der nach Saisonende eingestellten STW wurde.

Fahrerkader: Christian Abt (1. Platz), Mattias Ekström (23. Platz, nur in Oschersleben am Start), Kris Nissen (5. Platz)

Auto: Audi A4 quattro (2-Liter-Vierzylinder, 306 PS, 1.040/1.070 kg, Allradantrieb)[8]

DTM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt Sportsline stieg 2000 in die wiederbelebte DTM ein und trat als Privatteam gegen die Werksmannschaften von Mercedes-Benz und Opel an. Die Zustimmung, an den DTM-Rennen teilnehmen zu dürfen bekam Teamchef Hans-Jürgen Abt erst am 31. Januar 2000 von dem Veranstalter ITR e.V.[5]

Während Opel und Mercedes bereits mit den neuen Autos testeten, begann Abt Sportsline gerade mit der Entwicklung des Abt-Audi TT-R. Aufgebaut wurden die vier Einsatzfahrzeuge bei der britischen Firma Foss-Tech.[9] Der Sohn des Firmenchefs, James Thompson, erhielt für die Saison ein Cockpit. Christian Abt und Kris Nissen gehörten wie zu STW-Zeiten ebenso zum Fahrerkader. Als weitere Verstärkung wurde der mehrfache STW-Meister Laurent Aïello verpflichtet.

Die in nur 100 Tagen auf die Räder gestellten TT-R rollten in den ersten Rennen hinterher. Erst am drittletzten Rennwochenende in Oschersleben gab es erste Punkte. Begünstigt durch den Ausfall des halben Feldes fuhren Aiello, Thompson, Abt und Nissen auf die Plätze 5, 9, 10 und 11. Auch bei den beiden letzten Veranstaltungen des Jahres gab es Punkte. Da Christian Abt wegen einer Terminüberschneidung mit dem 24h-Rennen in Le Mans nicht am zweiten Rennwochenende in Oschersleben teilnehmen konnte, holte Hans-Jürgen Abt als versöhnende Geste Roland Asch ins Team, ebenjenen Piloten, der seinen Bruder fast um den STW-Titel im Vorjahr gebracht hätte.[5]

Fahrerkader: Christian Abt (19. Platz), Laurent Aiello (16. Platz), Roland Asch (nur Oschersleben I, keine Punkte), Kris Nissen (keine Punkte), James Thompson (18. Platz)

Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 450 PS, 1.100 kg)[9]

2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit verjüngtem Fahrerkader ging Abt Sportsline in seine zweite DTM-Saison. Der damals 19-jährige Martin Tomczyk absolvierte sein erstes Rennen überhaupt im Tourenwagen. Zweiter Neuzugang war der 23-jährige Schwede Mattias Ekström, der bereits ein STW-Rennen für die Allgäuer absolviert hatte. Sie bildeten mit Christian Abt und Laurent Aiello das Fahrerquartett. Nicht mehr dabei waren Kris Nissen und James Thompson.

Auch der TT-R wurde signifikant modifiziert. Auffälligste Änderung war das um 20 Zentimeter verlängert Heck. Das Auto war so im Grenzbereich besser beherrschbar.[10] Beim zweiten Rennen des Jahres errang Abt Sportsline auf dem Nürburgring durch Laurent Aiello seinen ersten DTM-Sieg. Als die DTM im Sommer in die Eifel zurückkehrte, siegte der Franzose erneut. Im Lauf danach auf dem A1-Ring in Österreich wurde er Zweiter. Außerdem holten Aiello wie auch Abt zwei Pole-Positions. Abt erkämpfte des Weiteren einen Sieg im Qualifikationsrennen in Zandvoort. Mit diesen Erfolgen überflügelte das Privatteam die Werksmannschaft von Opel in den Tabellen für Fahrer und Teams.

Fahrerkader: Christian Abt (10. Platz), Laurent Aiello (5. Platz), Mattias Ekström (8. Platz), Martin Tomczyk (13. Platz)

Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 450 PS, 1.080 kg)[10]

2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt-Audi TT-R von Laurent Aïello auf dem Sachsenring 2002

Mit fünf modifizierten 2001er-Autos (auffälligste Neuerung ist ein Doppelflügel am Heck)[11] ging Abt Sportsline ins dritte DTM-Jahr. Neben Christian Abt, Laurent Aiello, Mattias Ekström und Martin Tomczyk komplettierte der ehemalige Formel-1-Pilot Karl Wendlinger aus Österreich das Quintett. Die Saison begann mit einem Doppelsieg in Hockenheim. Damit führte Abt Sportsline erstmals die DTM-Tabellen an. Auch der zweite Lauf in Zolder endete mit einem Doppel-Erfolg. Bei insgesamt neun der zehn Rennen jubelte mindestens ein Abt-Pilot auf dem Podium. Mit den meisten Siegen, den meisten Quali-Rennsiegen, den meisten Pole-Positions (je 4) und den meisten schnellsten Rennrunden (3) wurde Laurent Aiello Meister.

Fahrerkader: Christian Abt (7. Platz), Laurent Aiello (1. Platz), Mattias Ekström (3. Platz), Martin Tomczyk (9. Platz), Karl Wendlinger (13. Platz)

Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 455 PS, 1.080 kg)[11]

2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vierte DTM-Jahr war das letzte für Abt Sportsline als Privatteam. Ziel war es, den Titel zu verteidigen. Dafür wurde das Fahreraufgebot um eine weitere Person verstärkt. Nicht Stars wie Eddie Irvine und Ricardo Zonta, die sich nach Angaben des Teams um einen Platz im DTM-Cockpit bemüht hatten[5], bekamen den Zuschlag, sondern ein Kfz-Lehrling von Abt: der 19 Jahre alte Peter Terting.

Trotz erweiterten Fahrerkaders gelang Abt Sportsline 2003 nur ein einziger Sieg. Laurent Aiello triumphierte einmal mehr auf dem Nürburgring. Ein Grund für das mittelmäßige Abschneiden war eine Beschneidung der Aerodynamik durch das Reglement.[12] Der Heckflügel des TT-R musste um 4 Zentimeter abgesenkt werden, die Konkurrenz von Opel und Mercedes durfte die Leitwerke ausfahren. Ein weiterer Schwachpunkt war der Motor des TT-R, der weniger Leistung hatte, als die Konkurrenz-Aggregate.[12]

Fahrerkader: Christian Abt (12. Platz), Laurent Aiello (6. Platz), Mattias Ekström (4. Platz), Peter Terting (15. Platz), Martin Tomczyk (17. Platz), Karl Wendlinger (16. Platz)

Auto: Abt-Audi TT-R (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 455 PS, 1.080 kg)[12]

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Einstieg von Audi in die DTM wurde Abt Sportsline (neben Joest Racing) eines von zwei Werksteams der Ingolstädter. Wie auch Opel und Mercedes-Benz wechselte das Audi-Lager vom Coupé zur Limousine. Der A4 DTM ersetzte den TT-R. Abt Sportsline wurde wegen seiner Erfahrungen in der DTM maßgeblich in die Entwicklung des neuen Autos mit eingebunden. Der A4 war vom Konzept her auf maximalen Abtrieb ausgelegt, Top-Speed spielte eine untergeordnete Rolle.[13]

Mattias Ekström punktete als einziger Fahrer in allen Rennen[14], siegte viermal und wurde Meister. Teamneuzugang Tom Kristensen wurde als zweitbester Abt-Pilot Gesamtvierter. Die Fahrerpaarung Ekström/Tomczyk gewann für Abt Sportsline die Teamwertung.

Fahrerkader: Christian Abt (16. Platz), Mattias Ekström (1. Platz), Tom Kristensen (4. Platz), Martin Tomczyk (5. Platz)

Auto: Audi A4 DTM Typ R11 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.080 kg)[13]

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem zweiten DTM-Jahr erhielt der Audi A4 DTM den jetzt markentypischen Singleframe-Kühlergrill, der die komplette Kühlluft für Motor, Bremse und Fahrer aufsaugt. Das Auto war sehr aggressiv zu fahren und verfügte nur über einen sehr schmalen Abstimmungsbereich, in dem es optimal arbeitete.[15]

Am besten kam erneut Mattias Ekström mit dem Paket zurecht. Sein Duell mit Mercedes-Pilot Gary Paffett prägte die Saison. Siebenmal wechselte die Tabellenführung in diesem Jahr, ab dem dritten Rennen lagen Ekström und Paffett nie mehr als drei Punkte auseinander.[14] Doch im Gegensatz zum Vorjahr holte sich diesmal Paffett den Titel. Ekström wurde Zweiter vor seinem Abt-Teamkollegen Tom Kristensen.

Erstmals gehörte Christian Abt in diesem Jahr nicht mehr zum Kader des Teams seiner Familie. Er tauschte seinen Platz mit Joest-Pilot Allan McNish.

Fahrerkader: Mattias Ekström (2. Platz), Tom Kristensen (3. Platz), Allan McNish (10. Platz), Martin Tomczyk (13. Platz)

Auto: Audi A4 DTM Typ R12 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.050 kg)[15]

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ausstieg von Opel aus der DTM wechselte der ehemalige Formel-1-Vizeweltmeister Heinz-Harald Frentzen 2006 zum Audi-Werksteam Abt Sportsline. Er ersetzte Allan McNish, stieg aber nach nur einem Jahr, das im Streit endete, vorzeitig aus dem Vertrag aus und trat vorübergehend zurück.[16]

Die Einsatzautos von Audi und Mercedes wurden technisch eingefroren und durften offiziell nur noch in Details verbessert werden. Doch die Änderungen waren durchaus tiefgreifend. So kam bei Audi erstmals ein neuer V8 zum Einsatz, nachdem in den Vorjahren lediglich Verbesserungen an dem TT-R-Aggregat durchgeführt worden waren.[17]

Als bester Abt-Pilot beendete Tom Kristensen die Saison als Dritter. Zwei Siege standen dem ersten technisch bedingten Ausfall (Brands Hatch) seiner DTM-Karriere gegenüber. Tabellenvierter wurde Martin Tomczyk, der in Barcelona seinen ersten DTM-Sieg feierte.

Fahrerkader: Mattias Ekström (8. Platz), Heinz-Harald Frentzen (7. Platz), Tom Kristensen (3. Platz), Martin Tomczyk (4. Platz)

Auto: Audi A4 DTM Typ R12 plus (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.070 kg)[17]

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audi A4 DTM von Mattias Ekström in Brands Hatch 2007

Nach einem harzigen Vorjahr meldete sich das Audi-Team Abt Sportsline 2007 zurück. Während Mercedes die C-Klasse nach einem Modellwechsel in der Serienproduktion gründlich überarbeitete, verpasste Audi dem nun mit dem Projektnamen R13 betitelten A4 nur einen aerodynamischen Feinschliff. Das vorher konsequent auf Abtrieb ausgerichtete Konzept war nun auch auf schnellen Strecken konkurrenzfähig.[14] Dennoch ging das Technik-Duell mit sieben Siegen an Mercedes. Audi/Abt waren dreimal erfolgreich.

Dank konstanter Punkteausbeute reichte Abt-Pilot Mattias Ekström ein Sieg zum Titelgewinn. Einer seiner größten Rivalen war Langzeit-Teamkollege Martin Tomczyk, der 2007 endgültig seinen Durchbruch schaffte. Mit zwei Siegen wurde er Gesamtdritter und hatte so großen Anteil am Teamtitel von Abt Sportsline.

Der im Unfrieden mit Audi gegangene Heinz-Harald Frentzen wurde 2007 durch Timo Scheider ersetzt. Der Aufsteiger aus einem Vorjahresauto belegte Tabellenplatz 7. Tom Kristensen musste nach einem schweren Unfall beim Auftakt in Hockenheim bis zum Norisring-Rennen pausieren und kam auch danach nicht richtig in Tritt. Vertreten wurde der Verletzte durch Frank Biela (Oschersleben) und Markus Winkelhock (EuroSpeedway, Brands Hatch).

Fahrerkader: Frank Biela (nur ein Rennen, punktelos), Mattias Ekström (1. Platz), Tom Kristensen (14. Platz), Martin Tomczyk (3. Platz), Timo Scheider (7. Platz), Markus Winkelhock (zwei Rennen, punktelos)

Auto: Audi A4 DTM Typ R13 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.070 kg)[14]

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt Sportsline erhielt in seiner neunten DTM-Saison die vier komplett neu entwickelten A4 DTM des Typs R14. Die Teams Rosberg und Phoenix mussten sich mit Autos der Jahrgänge 2007 und 2006 begnügen. Personell blieb bei Abt alles beim Alten: Matthias Ekström, Tom Kristensen, Timo Scheider und Martin Tomczyk bildeten erneut das Fahrerquartett der Allgäuer.

Scheider kam auf Anhieb bestens mit dem neuen A4 DTM zurecht und ließ bereits bei Vorsaisontests die Gegner hinter sich. Im Laufe des Jahres gelangen ihm wie seinem Stallgefährten Ekström drei Siege – es waren Scheiders erste in der DTM –, er agierte aber konstanter. Nur dreimal verpasste er den Sprung aufs Podest und nur einmal blieb er dabei punktelos. Ausfälle hatte er nicht.

Ekströms einziger Null-Punkte-Eintrag in der Tabelle war einem Wertungsausschluss geschuldet. In der Teamwertung belegten die Paarungen Scheider/Kristensen und Ekström/Tomczyk die Plätze zwei und drei.

Fahrerkader: Mattias Ekström (3. Platz), Tom Kristensen (8. Platz), Martin Tomczyk (7. Platz), Timo Scheider (1. Platz)

Auto: Audi A4 DTM Typ R14 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.050 kg)[18]

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt Sportsline und Audi schafften 2009 mit dem leicht modifizierten A4 (Typ R14 plus) den Titel-Hattrick, was zuvor noch keinem Team oder Hersteller in der DTM gelungen ist. Und Scheider war der erste Pilot nach Rekordchampion Bernd Schneider (Mercedes), der seinen Titel verteidigt hat.

Nach einem missglückten Qualifying-Poker und Reifenschäden in der Vorschlussrunde in Dijon (F) musste der Abt-Pilot bis zur letzten Runde des Jahres um seinen Titel bangen. Aber Gary Paffett (Mercedes) reichte selbst sein vierter Saisonsieg nicht, um Scheider noch abzufangen. Der neue Champion siegte zwar nur zweimal, war aber erneut sehr konstant. Seinen einzigen Nuller verdankt er einem Wertungsausschluss in Zandvoort, weil er zu spät zum Wiegen kam.

In der Teamwertung musste sich Abt Sportsline geschlagen geben. Wie im Vorjahr belegten die Paarungen Scheider/Kristensen und Ekström/Tomczyk die Plätze zwei und drei.

Erstmals startete mit der Britin Katherine Legge auch eine Frau für Abt Sportsline in der DTM. Sie trat unter dem Bewerbernamen Audi Sport Team Abt Lady Power an, blieb allerdings punktelos. Auf dem Norisring eroberte sie Startplatz fünf, würgte aber beim Start den Motor ab und fiel weit zurück. Sie markierte allerdings die schnellste Rennrunde.[19]

Fahrerkader: Mattias Ekström (5. Platz), Tom Kristensen (8. Platz), Katherine Legge (18. Platz), Timo Scheider (1. Platz), Martin Tomczyk (6. Platz)

Autos: Audi A4 DTM Typ R14 plus (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.050 kg), Audi A4 Typ R14 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.025 kg)[19]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach drei Jahren mit dem Fahrerquartett Ekström, Kristensen, Scheider, Tomczyk ging das Audi Sport Team Abt Sportsline 2010 mit neuem Lenkradpersonal an den Start. Der junge Brite Oliver Jarvis ersetzt Tom Kristensen, der seine Tourenwagenkarriere beendet hatte. Der Spanier Miguel Molina wurde anstelle von Katherine Legge fünfter Fahrer. Der Spanier steuerte im Gegensatz zu seinen Teamkollegen ein 2008er-Auto. Die übrigen Piloten besetzten 2009er-Audi, 2010er-Autos gab es in diesem Jahr weder bei Audi noch bei Mercedes.

Titelverteidiger Timo Scheider und Mattias Ekström siegten jeweils einmal, gegen das starke Mercedes-Trio Paul Di Resta, Gary Paffett und Bruno Spengler waren sie aber chancenlos. In der Abschlusstabelle belegten sie die Gesamtränge vier (Ekström) und fünf (Scheider).

Neuling Miguel Molina erzielte fünf Top-Acht-Resultate und wurde als Gesamtzehnter bester Neuling. Oliver Jarvis, der zweite Neue im Team, war trotz Technikvorteil des neuen Autos nur drei Punkte besser als Molina, schaffte wie Teamkollege Tomczyk nicht den Sprung aufs Podest und wurde Gesamtneunter.

Fahrerkader: Mattias Ekström (5. Platz), Oliver Jarvis (9. Platz), Miguel Molina (10. Platz), Timo Scheider (4. Platz), Martin Tomczyk (8. Platz)

Autos: Audi A4 DTM Typ R14 plus (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.050 kg), Audi A4 Typ R14 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.025 kg)[20]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal seit 2001 startete Abt Sportsline ohne Martin Tomczyk in der DTM. Der Rosenheimer wechselte nach durchwachsenen Leistungen in den Vorjahren zum Team Phoenix und trat dort mit einem 2008er-Audi A4 an. Im Tausch kam Mike Rockenfeller zu Abt. Neben „Rocky“ pilotierten erneut Mattias Ekström, Oliver Jarvis und Timo Scheider die Ingolstädter Tourenwagen der letzten Ausbaustufe aus dem Jahr 2009. Miguel Molina startete weiterhin mit einem 2008er-Auto für die Allgäuer.

Neuzugang Rockenfeller lebte sich gut im neuen Team ein und feierte in Zandvoort gleich im zweiten Rennen als Abt-Pilot seinen ersten DTM-Sieg. Wegen eines Unfalls in Le Mans musste er in der Lausitz pausieren (Tom Kristensen ersetzte ihn). Bei seinem Comeback auf dem Norisring blieb er punktelos. Höhepunkte seiner zweiten Saisonhälfte waren ein dritter Platz auf dem Nürburgring und die Pole-Position in Brands Hatch. Am Ende wurde er Gesamtsechster. Timo Scheider beendete das Jahr als Vierter. Sein Saisonhöhepunkt war ein zweiter Platz auf dem Lausitzring.

Mattias Ekström zog sich beim Volleyballspielen während der Saisonvorbereitung einen Haarriss im Handgelenk zu.[21] Dadurch fehlten dem Schweden wichtige Testkilometer mit den neuen Einheitsreifen, aber auch in den ersten Rennen setzten ihm die Folgen der Verletzung noch zu. Nach der Sommerpause erzielte Ekström drei Siege, einen zweiten und einen dritten Platz. Damit wurde Tabellenzweiter hinter dem Überraschungsmeister, seinen Ex-Teamkollegen Martin Tomczyk.

In der Teamwertung bescherten Ekström und Rockenfeller Abt Sportsline den Titel.

Fahrerkader: Mattias Ekström (2. Platz), Oliver Jarvis (10. Platz), Mike Rockenfeller (6. Platz), Timo Scheider (4. Platz), Miguel Molina (11. Platz)

Auto: Audi A4 DTM Typ R14 plus (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.050 kg), Audi A4 Typ R14 (Silhouetten-Tourenwagen, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.025 kg)[22]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Audi A5 DTM von Mattias Ekström 2012

Abt Sportsline erlebte einen schlechten Start in die neue DTM-Ära, die mit der Rückkehr von BMW und der Einführung neuer Autos (bei Audi: A5 DTM) eingeläutet wurde.[23] Zum ersten Mal seit der Debütsaison 2000 blieb Abt Sportsline sieglos in der DTM.

Der 34 Jahre alte Schwede Mattias Ekström erzielte in seiner zwölften kompletten Saison für Abt Sportsline drei dritte Plätze (Hockenheim, Zandvoort und Valencia) und belegte als bester Pilot des Teams Platz sechs der Gesamtwertung. Einen weiteren Podestplatz steuerte DTM-Neueinsteiger Adrien Tambay bei, der in Valencia Zweiter wurde. Weitere Punkte sammelte der Sohn des ehemaligen Formel-1-Piloten Patrick Tambay mit Platz 5 in Zandvoort. Teamneuzugang Rahel Frey fuhr mit Rang sieben in Valencia das beste DTM-Ergebnis ihrer Karriere ein. Timo Scheider erzielte mit Platz sechs sein bestes Ergebnis. Sein Saisonhöhepunkt war die Pole Position in Zandvoort. Im Rennen fiel er aber nach einem Fehlstart zurück und später und nach einer Kollision aus.[24]

Mattias Ekström gewann den Einzelwettbewerb des DTM-Showevents im Münchner Olympiastadion. Die Paarung Tambay/Scheider belegte im Teamstaffel-Wettbewerb Platz zwei.

Fahrerkader: Mattias Ekström (6. Platz), Rahel Frey (19. Platz), Timo Scheider (14. Platz), Adrien Tambay (10. Platz)

Auto: Audi A5 DTM Typ R17 (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.100 Kilogramm)[25]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld der Saison 2013 verließ Rahel Frey Abt Sportsline, das freigewordene Cockpit besetzte Jamie Green.[26] Die Bezeichnung des Rennwagens wurde in Audi RS 5 DTM geändert.[27]

Abt Sportsline absolvierte 2013 erneut eine sieglose Saison in der DTM. Kein Fahrer konnte in den Kampf um den Titel eingreifen. Mattias Ekström (2. in Moskau), Jamie Green (3. in Oschersleben) und Timo Scheider (3. in Zandvoort) erzielten jeweils einen Podestplatz. Beim Rennen auf dem Norisring hatte Ekström zwar als Erster die Ziellinie überquert, wurde aber nachträglich disqualifiziert. Sein Vater und ein Mechaniker hatten ihm vor dem Wiegen Wasserflaschen in den Rennanzug geschüttet. Somit wurde das Gesamtgewicht des Fahrers nach oben gedrückt, worin die Rennstewards einen Verstoß gegen die Parc-fermé-Regeln sahen. Abt ging anschließend in die Berufung, scheiterte aber vor dem Berufungsgericht des Deutschen Motor Sport Bundes.[28]

Fahrerkader: Mattias Ekström (7. Platz), Jamie Green (11. Platz), Timo Scheider (10. Platz), Adrien Tambay (14. Platz)[29]

Auto: Audi RS 5 DTM Typ R17 (Silhouetten-Coupé, 4-Liter-V8, 460 PS, 1.110 Kilogramm)[30]

DTM-Bilanz 2000–2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 5 Fahrertitel: 2002 (Laurent Aiello), 2004, 2007 (Mattias Ekström), 2008, 2009 (Timo Scheider)
  • 3 Teamtitel: 2004, 2007, 2011
  • 39 Siege, 57 Pole-Positions, 40 schnellste Rennrunden, 1.926 Punkte[31]

GT-Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 baute Abt Sportsline auf Basis des Audi Coupé einen Prototyp auf, mit dem Hans-Jürgen Abt im ADAC GT Cup startete. Größere Erfolge blieben aber aus.[5] Zur Saisonmitte übernahm sein jüngerer Bruder Christian das Auto, aber auch ihm gelang nur einmal der Sprung aufs Podest mit einem dritten Platz in Spa. Die Aufteilung mit Hans-Jürgen Abt als Teamchef und Christian Abt als Pilot blieb auch in den kommenden Jahren bis hin zur DTM bestehen. Der im ADAC GT Cup eingesetzte C5 steht heute im Abt-Museum in Kempten.

Audi R8 LMS von Abt Sportsline im ADAC GT Masters 2010

Als Audi 2008 eine GT3-Rennversion des Mittelmotorsportwagens R8 für den Kundensport aufbaute, beteiligte sich Abt Sportsline an der Entwicklungsarbeit und erhielt als eines der ersten Teams ein Fahrzeug.[32] Abt Sportsline setzte 2009 zunächst einen, später in der Saison zwei dieser Audi R8 LMS im ADAC GT Masters ein. Christian Abt sicherte sich mit Unterstützung wechselnder Cockpitpartner (Shane Williams, Jan Seyffarth, Christopher Mies) den Meistertitel. Damit kann er Titel in den Motorsport-Klassen Formel (ADAC Formel Junior, 1991), Tourenwagen (STW, 1999) und Sportwagen (ADAC GT Masters, 2009) aufweisen.[19]

Nach seinem Titelgewinn wechselte Abt vom Cockpit auf den Posten den Teamchefs des GT3-Projekts. Die beiden Audi R8 LMS wurden 2010 von Christopher Mies, Luca Ludwig, Jens Klingmann und Kuba Giermaziak pilotiert. Sie holten fünf Siege, belegten die Tabellenplätze 2, 3, 5 und 8 und sicherten Abt Sportsline den Teamtitel.

2011 war das vorerst letzte Jahr von Abt Sportsline im ADAC GT Masters. Immer wieder kritisierte Teamchef Christian Abt die in seinen Augen ungerechte Einstufung des Audi R8 durch die sogenannte „Balance of Performance“.[33] Dennoch mischten die einmal siegreichen Christopher Mies und Luca Ludwig lange im Kampf um den Titel mit, am Ende belegten sie die Plätze drei und vier. Christer Jöns und Jens Klingmann wurden Siebter und Achter. In der Teamwertung eroberte Abt Sportsline Rang drei.

Formelsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachwuchsklassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Christian Abt 1990 die ADAC Formel-Schule als Klassenbester abgeschlossen hatte, verkaufte er sein Privatauto, um den Einstieg in den Formelsport für die Saison 1991 zu finanzieren.[5] Sein Team in der ADAC Formel Junior, das zunächst aus ihm selbst sowie einem Mechaniker und seinem Bruder Hans-Jürgen als Allround-Kraft bestand, firmierte unter dem Familiennamen. Obwohl Christian Abt im Gegensatz zur karterfahrenen Konkurrenz bislang eher im Motocross auf zwei Rädern erfolgreich war[34], gelang ihm nach dem Wechsel ins Auto-Cockpit bereits im ersten Jahr der Titelgewinn.

Danach wechselte Christan Abt mit dem Team Abt in die deutsche Formel-3-Meisterschaft. Sein frei gewordenes Formel-ADAC-Auto wurde 1992 von Formel-Neuling Ralf Schumacher besetzt.

Christian Abt startete mit dem Familien-Team "Abt Motorsport" bis 1995 in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft. 1992 gewann er in einem Ralt-Volkswagen RT35/892 die B-Wertung für Fahrer, die in gebrauchten Autos antraten.[35] Ab 1993 fuhr er aktuelles Material (Dallara-Opel 393/020) in der deutschen Formel-3-Meisterschaft[36] und erkämpft einen siebten Gesamtplatz. Eine zu aggressive Fahrweise und damit verbundene Fehler verhinderten eine bessere Platzierung.[5] 1993 hatte Abt Motorsport ein zweites Auto genannt, das aber nicht zum Einsatz kam.[37]

1994 (mit einem Dallara-Opel 394/006)[38] und 1995 (mit einem Dallara-Opel 395/015)[39] musste er als Privatfahrer gegen Piloten mit Werksunterstützung antreten und blieb chancenlos. Danach konzentrierten sich Abt und das Team Abt auf die Supertourenwagen Meisterschaft (STW).

2008 kehrte Abt Sportsline in den Formelsport zurück.[40] Grund war Hans-Jürgen Abts Sohn Daniel, der nach ersten Erfolgen im Kartsport in den Automobilsport wechselte. Abt setzte zwei Dallara-Volkswagen im ADAC Formel Masters ein, einen für Daniel Abt, den anderen Wagen pilotierte zunächst Markus Pommer (2008) und dann René Binder (2009).

Pommer wurde 2008 fünfmal unter den besten drei gewertet, einmal als Sieger und wurde Gesamtfünfter. Daniel Abt schaffte in seinem ersten Formeljahr dreimal den Sprung aufs Podest und wurde Gesamtachter. Zwei zweite Plätze waren seine besten Resultate. 2009 verbuchte Abt acht Siege in 16 Rennen und wurde vorzeitig Meister. Abt Sportsline sicherte sich den Teamtitel. Binder steuerte drei Podestplätze bei und wurde Gesamtsiebter.

Daniel Abt wechselte 2010 in den deutschen Formel-3-Cup zu Van Amersfoort Racing. Damit beendete Abt Sportsline die zweite Formel-Ära. Die beiden ADAC-Formel-Masters-Rennwagen wurden verkauft.

FIA-Formel-E-Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Audi Sport ABT Schaeffler
Daniel Abt beim Berlin ePrix 2015

Ab 2014/15 trat Abt in der neugegründeten FIA-Formel-E-Meisterschaft an. Als Fahrer verpflichtete das Team Daniel Abt und Lucas di Grassi.[41] Nachdem das Team die erste Saison auf Platz drei der Teamwertung beendete, erzielte es in den beiden Folgejahren jeweils den zweiten Platz, di Grassi gewann 2016/17 den Fahrertitel. Im Juli 2017, unmittelbar nach dem Ende der dritten Saison, übernahm Audi sämtliche Anteile am Formel-E-Team.[42] Abt wird weiterhin die Einsätze an der Rennstrecke betreuen, neuer Teamchef wird Allan McNish.[43]

In der vierten Saison tritt das Team mit identischer Fahrerpaarung unter dem Namen Audi Sport ABT Schaeffler an.

24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abt-Audi TT-R des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring 2003

Ihre Premiere beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring feierten die „Äbte“ 1999 mit einem Audi A4 Quattro, der mit seinem Erdgastantrieb eine Novität im Motorsport darstellte.[44] Ein Steinschlag am Turbolader zwangen das Auto für dreieinhalb Stunden an die Box, für einen Podestplatz in der dünn besetzten Klasse für alternative Antriebe reichte es dennoch.[5]

Im Jahr 2000 lag der Erdgas-Audi in der Spitzengruppe der Gesamtwertung, doch Getriebeprobleme zwangen das Team zur Aufgabe.[5]

Zwischen 2003 und 2011 war Abt Sportsline bei mehreren Einsätzen offizielles Werksteam von Audi bei dem Langstreckenklassiker.[5] Einsatzautos waren zunächst zwei modifizierte Abt-Audi TT-R aus der DTM. 2003 fuhr das Coupé als beste Platzierung auf den zweiten Rang, 2004 reichte es zum vierten Platz in der Gesamtwertung.

Mit dem Audi R8 LMS erzielte Abt Sportsline 2009 mit dem zweiten Gesamtplatz einen Klassensieg in der SP9-Klasse. 2010 fielen die beiden von Abt eingesetzten Audi aus. Und auch 2011 lief es nicht rund für die „Äbte“: Der Audi mit der Startnummer 16 kollidierte im Kampf um den Sieg schuldlos mit einem anderen Auto und kam nicht mehr über Platz fünf hinaus. Das Schwesterauto fiel wegen eines gelockerten Relais und eines Unfalls bis auf Platz zwölf zurück.[5] 2012 und 2013 konzentrierte sich Abt Sportsline auf die DTM und startete nicht beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

  • Fahrer + Ergebnisse 1999:
  • Fahrer + Ergebnisse 2000:
    • Abt-Audi A4 quattro Erdgas #22 Abt: Christian Abt, Kris Nissen, Christian Menzel. Ergebnis: Ausfall
  • Fahrer + Ergebnisse 2003:[45]
    • Abt-Audi TT-R #8 Karl Wendlinger, Christian Abt, Kris Nissen, Marco Werner. Ergebnis: 2. Platz Gesamt, 2. Platz Klasse E1
    • Abt-Audi TT-R #7 Karl Wendlinger, Christian Abt, Mattias Ekström, Frank Biela. Ergebnis: 28. Platz Gesamt, 3. Platz Klasse E1
  • Fahrer + Ergebnisse 2004:[46]
    • Abt-Audi TT-R #8 Patrick Huisman, Frank Stippler, Karl Wendlinger, Christian Abt. Ergebnis: 4. Platz Gesamt, 3. Platz Klasse E1
    • Abt-Audi TT-R #7 Christian Abt, Mattias Ekström, Fredrik Ekblom, Patrick Huisman. Ergebnis: 8. Platz Gesamt, 4. Platz Klasse E1
  • Fahrer + Ergebnisse 2009:[47]
    • Audi R8 LMS #97 Christian Abt, Jean-François Hemroulle, Pierre Kaffer, Lucas Luhr. Ergebnis: 2. Platz, 1. Platz Klasse SP9
    • Audi R8 LMS #100 Timo Scheider, Marco Werner, Mattias Ekström, Lucas Luhr. Ergebnis: 23. Platz, 13. Platz Klasse SP9
  • Fahrer + Ergebnisse 2010:[48]
    • Audi R8 LMS #2 Christian Abt, Emmanuel Collard, Lucas Luhr, Christopher Mies. Ergebnis: Ausfall
    • Audi R8 LMS #100 Mattias Ekström, Oliver Jarvis, Timo Scheider, Marco Werner. Ergebnis: Ausfall
  • Fahrer + Ergebnisse 2011:[49]
    • Audi R8 LMS #16 Christian Abt, Timo Scheider, Mattias Ekström, Marco Werner Ergebnis: 5. Platz Gesamt, 3. Platz Klasse SP9
    • Audi R8 LMS #17 Luca Ludwig, Christer Jöns, Christopher Mies, Christian Abt. Ergebnis: 12. Platz Gesamt, 8. Platz Klasse SP9

Abt als Einsatzteam der Volkswagen-Markenpokale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 brachte Volkswagen mit dem ADAC Touring Junior Cup eine „Tourenwagen-Schule“ als Einsteigerserie an den Start. In dem mit VW Lupo ausgetragenen Markenpokal sollten junge Talente ihr Können beweisen und verbessern.[50] Von Beginn an wurden alle Autos von Abt Sportsline vorbereitet und eingesetzt.[40] Geleitet wird das Projekt seitens der Kemptener seit dem ersten Tag vom Dänen Hans Top. Der Lupo war bis 2003 Einsatzauto, auf ihn folgte der Polo (2004-2009), der 2010 durch den Scirocco abgelöst wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ABT Sportsline. ITR e.V., abgerufen am 1. November 2013.
  2. Timo Pape: "Alleinige Kontrolle" - Audi will Abt Formel E GmbH übernehmen. e-Formel.de, 21. Juni 2017, abgerufen am 21. Juni 2017.
  3. a b Rainer Braun: "Hallo, wie geht’s"
  4. a b c d Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1996“
  5. a b c d e f g h i j k l Mark Schneider, „115 Jahre Abt“
  6. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1997“
  7. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1998“
  8. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 1999“
  9. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2000“
  10. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2001“
  11. a b Thomas Voigt, „Tourenwagen Story 2002“
  12. a b c Andre Dietzel, „Tourenwagen Story 2003“
  13. a b Andre Dietzel, „Tourenwagen Story 2004“
  14. a b c d Thomas Voigt „DTM, die Story 1984-2007“
  15. a b Helge Gerdes, „Tourenwagen Story 2005“
  16. „Audi trennt sich von Frentzen“, 30. Oktober 2006
  17. a b Helge Gerdes, „Tourenwagen Story 2006“
  18. Helge Gerdes, „Tourenwagen Story 2008“
  19. a b c Thomas Voigt, „DTM Jahrbuch 2009“
  20. Helge Gerdes, Torben Schröder, „Tourenwagen Story 2010“
  21. „Vier Wochen Gips für Mattias Ekström“, auto-motor-und-sport.de, 18. Februar 2011
  22. Alexander von Wegner, Torben Schröder, „Tourenwagen Story 2011“
  23. Torben Schröder, "DTM Jahrbuch 2012"
  24. Volker Paulun, "Tourenwagen Story 2012"
  25. Audi A5 DTM. ITR e.V., archiviert vom Original am 1. Oktober 2012, abgerufen am 1. November 2013.
  26. Audi-Fahrerkader für DTM 2013 komplett. Audi AG, 4. Februar 2013, abgerufen am 1. November 2013.
  27. Weltpremiere in Genf: Audi RS 5 DTM. ITR e.V., 5. März 2013, abgerufen am 1. November 2013.
  28. Norman Fischer: Fall Ekström: Kein Sieger am Norisring! Motorsport-Total.com, 30. Juli 2013, abgerufen am 1. November 2013.
  29. Wertungen. ITR e.V., abgerufen am 1. November 2013.
  30. Audi-RS-5-DTM. ITR e.V., abgerufen am 1. November 2013.
  31. DTM-Datenbank - Details: Abt. Motorsport-Total.com, abgerufen am 2. November 2013.
  32. uptrend 01/2009
  33. „ABT kommt ungeschlagen nach Assen“, adac-gt-masters.de, 13. September 2011
  34. http://www.motorsport-total.com/dtm/saison/Christian_Abt.html
  35. http://www.formel3guide.de/saison/saison-1992
  36. http://www.formel3guide.de/saison/saison-1993
  37. http://www.formel3guide.de/saison/saison-1993
  38. http://www.formel3guide.de/saison/saison-1994
  39. http://www.formel3guide.de/saison/saison-1995
  40. a b Schon 60 Jahre siegt Familie Vollgas, Autor: Leopold Wieland, motorsport-aktuell.com, 18. Januar 2011, abgerufen am 7. Oktober 2013
  41. „Formel E - Abt Sportsline startet mit Abt und di Grassi“. Absolute Wunschpaarung. Motorsport-Magazin.com, 13. Februar 2014, abgerufen am 13. Februar 2014.
  42. Tobias Bluhm: Werksteam offiziell: Audi übernimmt Abt Formel E & ändert Namen. e-Formel.de, 7. Juli 2017, abgerufen am 27. September 2017.
  43. Timo Pape: Audi enthüllt neues Formel-E-Auto, Lucas di Grassi & Daniel Abt bestätigt. e-Formel.de, 27. September 2017, abgerufen am 27. September 2017.
  44. „Grüne Hölle Nürburgring“, motorracetime.de, abgerufen am 18. August 2012
  45. 31. Int. ADAC ZÜRICH 24h-Rennen. Modifiziertes Ergebnis Rennen (nach DMSB Urteil). ADAC Nordrhein e.V., 3. Juli 2003, abgerufen am 1. November 2013 (PDF; 1,4 MB).
  46. 32. Int. ADAC Zürich 24h-Rennen. Ergebnis. ADAC Nordrhein e.V., 13. Juni 2004, abgerufen am 1. November 2013 (PDF; 2,3 MB).
  47. 37. ADAC Zurich 24h Rennen. Gesamtergebnis. ADAC Nordrhein e.V., 28. Mai 2009, abgerufen am 1. November 2013 (PDF; 189 kB).
  48. 38. ADAC Zurich 24h Rennen. Gesamtergebnis. ADAC Nordrhein e.V., 18. Mai 2010, abgerufen am 1. November 2013 (PDF; 183 kB).
  49. 39. ADAC Zurich 24h Rennen. Offizielles Ergebnis Rennen. ADAC Nordrhein e.V., 14. Juli 2011, abgerufen am 1. November 2013 (PDF; 4,2 MB).
  50. „Der Scirocco Cup“, volkswagen-motorsport.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abt Sportsline – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 45′ 13″ N, 10° 19′ 40″ O