Epoch Times

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Epoch Times Deutschland

Beschreibung Wochenzeitung
Verlag Epoch Times Europe GmbH
Erstausgabe Januar 2005
Erscheinungsweise zweiwöchentlich/mittwochs
Reichweite 4 Mio. PV (Aug. 2017) Mio. Leser
(IVW (lt. DZ 38/2017))
Chefredakteur Renate Lilge-Stodieck
Geschäftsführer Manyan Ng
Weblink epochtimes.de
ISSN

Die Epoch Times ist eine mehrsprachige, internationale Zeitschrift mit Sitz in New York. Von 2005 bis 2012 erschien sie als gedruckte Wochenzeitung auch in deutscher Sprache, zunächst unter dem Namen Die Neue Epoche, seit August 2007 unter dem Namen Epoch Times Deutschland. Der Umfang betrug 20 Seiten. Seit 2012 wird sie als reine Internet-Zeitung fortgeführt. Die deutschsprachige Ausgabe wird dem rechtspopulistischen Diskurs zugeordnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Epoch Times Deutschland zählt zur internationalen Epoch-Times-Gruppe, die mit der Herausgabe der chinesischsprachigen Zeitung Da Ji Yuan im Jahre 1999 in New York als Reaktion auf die Unterdrückung von Falun Gong und die damit verbundene Medienzensur in China von Falun Gong nahestehenden Aktivisten gegründet wurde.[1][2][3]

Da Ji Yuan (chinesisch Große Epoche) berichtet in chinesischer Sprache neben den allgemeinen Inhalten der Tagespresse auch über Themen, die den Chinesen aufgrund der staatlich kontrollierten Medien und der Informationsblockade in China oft vorenthalten werden. Dazu zählen Informationen über Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China oder Korruptionsfälle im chinesischen Beamtenapparat.

Da Ji Yuan entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahren zu einer der größten chinesischsprachigen Wochenzeitungen außerhalb Chinas mit einer weltweiten Auflage von rund 1,5 Millionen Exemplaren. Derzeit erscheinen Print- oder Online-Zeitungen der Epoch-Times-Gruppe in 44 Ländern und in 17 Sprachen.

Die deutsche Ausgabe berichtete schwerpunktmäßig in den Rubriken Deutschland, Internationales (mit einem Schwerpunkt auf China), Wirtschaft, Menschen & Meinungen, Wissen, Kultur und Lifestyle. Die Auflage der Epoch Times Deutschland betrug monatlich bis zu 180.000 Exemplare, die in den deutschen Großstädten Hamburg, Berlin, Frankfurt, München und Düsseldorf in guten Wohnlagen verteilt wurden. Außerdem war die Zeitung im Abonnement erhältlich (Stand Mai 2016).

Geschäftsführer der Epoch Times Deutschland herausgebenden Epoch Times Europe GmbH ist Manyan Ng,[4] Manyan Ng war 2005 Vorsitzender des Deutschen Falun Dafa Vereins.[5]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2006 schrieb James Bettinger, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Stanford University und Direktor der S. Knight Journalism Fellowships, die Zeitung nehme Partei für Falun Gong: „Selbst wenn die Epoch Times nicht direkt mit Falun Gong in Verbindung steht, sollte es jedoch auf die Bevölkerung unglaubwürdig wirken, wenn sie über Falun Gong ständig nur aus derselben Perspektive schreibt oder keine Artikel veröffentlicht, die sich tiefer gehend mit Falun Gong befassen.“[6]

Der Dissident Jiao Guobiao, der wegen seiner Kritik an der Propagandaabteilung der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) aus dem Universitätsdienst entlassen wurde, schrieb 2006 in einem Essay, die Berichterstattung der Epoch Times sei ein Gegenpol zur Propaganda der KPC.[7]

Die deutsche Epoch Times hat ausführlich über die Flüchtlingskrise in Europa seit 2015 berichtet und mehr negative Nachrichten über Migranten gebracht als andere nationale Medien. Im Dezember 2015 berichtete Brigitte Baetz im Deutschlandfunk diesbezüglich kritisch über die Epoch Times Deutschland.[8] Der Branchendienst Meedia bezeichnete sie im März 2016 als Teil eines politisch „rechten Paralleluniversums“.[9] Laut der österreichischen Tageszeitung Der Standard fiel die Epoch Times seit Herbst 2015 mit einer verstärkt negativen Berichterstattung über Flüchtlinge und Muslime auf und entwickelte sich „zu einer der meistgeteilten Quellen auf der Pegida-Facebook-Seite“.[10]

Im Juni 2017 argumentiert Redakteur Stefan Lauer in einer Recherche für Belltower.News, die schwächelnde Epoch Times Deutschland habe sich im Zuge der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 wirtschaftlich stabilisiert, in dem sie „unter der Fahne der Meinungs- und Pressefreiheit […] besorgte Bürger, Rassisten und Verschwörungsideologen“ als neuen Markt erschlossen haben. Die Basis dafür seien „oberflächlich betrachtet neutralere Texte, die aber ausschließlich über negative Aspekte von Zuwanderung und Flucht berichten“. Diese würden durch „einzelne Artikel [ergänzt] die Munition über ‚Umvolkung‘, Pegida und die angeblich drohende Islamisierung liefern“. Hinzu kämen „Halbwahrheiten oder schlicht Fake News“.[11]

In einer statistischen Analyse von politischen Äußerungen im digitalen Raum kam Die Zeit im September 2017 zu dem Ergebnis, dass die Epoch Times noch vor der Jungen Freiheit und PI-News derzeit das „Leitmedium der Rechtspopulisten“ sei. Sie bediene den gemäßigten AfD-Wähler, zum Thema Flüchtlinge und Dieselskandal würden die Artikel der Epoch Times das stärkste Leserecho hervorrufen.[12] Der Journalist Benedikt Herber schrieb dazu, Epoch Times schaffe es durch die Themenauswahl, ein rechtes Publikum anzusprechen, ohne sich selbst klar zu positionieren.[13]

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zeichnete 2006 Die Neue Epoche für ihre „umfangreiche und regelmäßige Berichterstattung“ über Menschenrechtsverletzungen in China mit einem Medien-Sonderpreis aus.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Epoch Times – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Postmedia News, "Tory MP says China using gifts, sex to influence our politicians"@1@2Vorlage:Toter Link/www.canada.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Canada.com
  2. China's Campaign Against Falungong, Human Rights Watch
  3. China uses Rule of Law to Crackdown on Falun Gong, Human Rights Watch
  4. Impressum. In: Epoch Times Deutschland. Abgerufen am 6. Mai 2017.
  5. Falun Gong: Offizielle Sekte. In: Focus. Nr. 19, 2005 (focus.de [abgerufen am 6. Mai 2017]).
  6. Eugenia Chien: Falun Gong-Linked Media Venture Makes Waves, Raises Questions (Memento des Originals vom 6. März 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/news.newamericamedia.org, in: New America Media, News Analysis, 16. Mai 2006. Zitat: “Even if the Epoch Times is not associated with Falun Gong, if they consistently write about Falun Gong in the same perspective, or if there are no articles examining Falun Gong, people would perceive it as being not credible.”
  7. Patricia M. Thornton: Manufacturing Dissent in Transnational China. In: Kevin J. O’Brien (Hrsg.): Popular Protest in China. Harvard University Press, 2008, ISBN 978-0-674-03060-2, S. 200 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. "Epoch Times" Klicks mit Kritik an Flüchtlingspolitik von Brigitte Baetz, Deutschlandfunk, 5. Dezember 2015
  9. Stefan Winterbauer: Kopp, Sputnik, Epoch Times & Co: Nachrichten aus einem rechten Paralleluniversum. In: Meedia. 18. März 2016, abgerufen am 13. September 2016.
  10. Noura Maan, Fabian Schmid: Das Gegenteil von Lügenpresse, Der Standard, 10. Juli 2016
  11. Teil 1, 14. Juni 2017, Wie Geflüchtete die „Epoch Times“ gerettet haben von Stefan Lauer, Belltower.News Teil 2, 15. Juni 2017, Wie Geflüchtete die „Epoch Times“ gerettet haben
  12. Götz Hamann: Die Oppositionsmaschine. In: Die Zeit vom 14. September 2017. S. 24.
  13. Benedikt Herber: „Epoch Times“: Eine stetige Quelle der Wut. zeit.de, 13. September 2017, Zugriff am 18. September 2017.
  14. epochtimes.de 9. Mai 2006