RT (Fernsehsender)

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RT (vormals Russia Today)
Senderlogo
Logo von RT
Allgemeine Informationen
Empfang: Kabel, Satellit, IPTV
Eigentümer: Rossija Sewodnja
Geschäftsführer: Alexei Nikolow (Generaldirektor)
Programmchef: Margarita Simonjan (Chefredakteurin)
Sendebeginn: 15. September 2005
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Spartenprogramm (Information)
Website: rt.com
Liste von Fernsehsendern
Studiogebäude in Moskau

RT, bis 2009 Russia Today, ist ein am 10. Dezember 2005 vom russischen Staat gegründeter und staatlich finanzierter Auslandsfernsehsender mit weltweitem fünfsprachigen Programm, zu dem Nachrichtenformate, Talkshows, Debatten und Dokumentationen gehören. Der Hauptsitz ist Moskau. Es gehört zu TV Novosti, das zusammen mit Ruptly, Sputnik und RT Teil des Medienunternehmens Rossija Sewodnija (Russland heute) ist.

Gesendet wird per Satellit auf Englisch, Arabisch, Spanisch und Französisch. Das Programm ist in den jeweiligen Sprachen nicht identisch. Des Weiteren werden Inhalte per Internet angeboten: Nachrichtenportale, Kanäle bei YouTube (Nachrichten-Multi-Channel-Netzwerk auf Kanälen in arabischer, chinesischer, deutscher, englischer, französischer, spanischer und russischer Sprache)[1][2] und Facebookseiten.

RT hatte 2012 weltweit etwa 2000 Mitarbeiter.[3]

Kritiker betrachten den Sender als Auslands-Propagandakanal des Präsidenten Putin. Der Sender gibt an, dem Publikum die „russische Sichtweise“ auf das internationale Geschehen vorzustellen und ein Gegengewicht zu „westlichen Medien“ darstellen zu wollen.[4][5]

Geschichte

Wladimir Putin beim Besuch der RT-Sendezentrale, 2013.

Anfänge

Der Sender wurde im Zuge einer Medienoffensive der russischen Regierung zur Verbesserung des Russland-Bildes im Ausland gegründet.[5][6][7] Beraten wurde die Leiterin Margarita Simonjan durch britische Medienexperten, mit dem Ziel, die Sendungen nach dem Modell von CNN und BBC zu gestalten.[8] Putin äußerte sich 2013 im Rückblick zu den Motiven der Gründung von RT gegenüber Margarita Simonjan: „Als wir im Jahre 2005 dieses Projekt entwickelten, wollten wir einen neuen starken Akteur auf Weltebene einführen, einen Player, der nicht nur eine unvoreingenommene Sichtweise der Geschehnisse in Russland bieten würde, sondern auch .... versuchen würde, das angelsächsische Monopol über den globalen Informationsfluss zu brechen. Und es scheint mir, dass euch das gelingt.“[9]

Die Idee eines neuen Auslandsfernsehsenders wird dem damaligen Minister für Kommunikation und Medien, Michail Lessin, und Wladimir Putins damaligen Pressesprecher, Alexei Gromow, zugeschrieben, die sich beide mit dem „verzerrten und voreingenommenen Russlandbild“ ausländischer Journalisten unzufrieden zeigten,[10] aber erst mit der Regierung Putin die Möglichkeit der Verwirklichung ihres Plans sahen.[11] Lessin sagte, dass es wichtig sei, das Bären-Image Russlands aufzupolieren.[12] Er schrecke nicht vor dem Wort „Propaganda“ zurück, man müsse für Russland international werben, um nicht wie brüllende Bären auszusehen.[13]

Mit Hilfe der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti wurde am 6. April 2005 die staatliche Dachorganisation „TV-Novosti“ gegründet, zu der Russia Today gehört.[14] Zu Beginn stellte die Direktorin von RIA Novosti Svetlana Mironyuk fest: „Leider wird Russland auf der Ebene des Massenbewusstseins im Westen nur mit drei Worten assoziiert: Kommunismus, Schnee und Armut. (…) wir würden gerne ein vollständigeres Bild des Lebens in unserem Land vermitteln.“[15]

Russia Today ging nach dreimonatiger Probephase am 10. Dezember 2005 in englischer Sprache auf Sendung.[6][16] Zum Sendebeginn beschäftigte der Kanal 300 Journalisten, unter ihnen etwa 70 ausländische Mitarbeiter.[7] Die 25-jährige Journalistin Margarita Simonjan wurde 2005 zur Chefredakteurin ernannt. Sie hatte zuvor als Reporterin des Staatssenders Rossija 1 gearbeitet und gehörte 2011 zu Putins Wahlkampfteam.[17]

Nach seiner Gründung 2005 sendete RT vor allem positive Nachrichten über Russland. In den ersten vier Jahren wurden Ereignisse und Personen aus der russischen und sowjetischen Geschichte in einem positiven Licht dargestellt; 2007 zeigte der Sender etwa Josef Stalin mit einer Feder in seiner Hand und beschrieb ihn als Autor romantischer Gedichte.[18]

Neuorientierung

RT erregte 2008 weltweite Aufmerksamkeit für seine Berichterstattung über den Ossetienkrieg[19][20] da es Georgien als den Aggressor[20] im Konflikt mit den separatistischen Regierungen von Südossetien und Abchasien darstellte, die von russischen Truppen beschützt würden.[21] RT behandelte diese Ereignisse als Musterbeispiel für seine Fähigkeit der Berichterstattung vor der Weltöffentlichkeit. Margarita Simonjan urteilte, RT sei das einzige englischsprachige Medium, dass die andere Seite der Geschichte darstellte – die südossetische.[19]

Nach dem Kaukasuskrieg 2008 änderte RT seine Vorgehensweise grundlegend: Der Schwerpunkt lag nun nicht mehr auf der Darstellung Russlands in der Welt, die in einer Inhaltsanalyse der BBC als unauffällig beurteilt wurde,[22] sondern in der Vertretung der russischen Außenpolitik gegenüber der Berichterstattung anderer Länder und die Kritik der Politik dieser Länder. Die russische Sicht auf den Krieg sei in der internationalen Berichterstattung zu kurz gekommen, so die Chefredakteurin Simonjan.[5] Die Thematik wechselte vom Positiven aus Russland zu negativen Nachrichten über das Ausland;[23] die Strategie von der vorherigen positiven Soft-Power zu einer „raschen, andauernden und repetitiven Propaganda“, die keinen Anspruch auf Konsistenz habe. Sie „unterhalte, sie verwirre und sie überwältige die Zuschauer“, so die Autoren der Rand Corporation im Jahr 2016.[24] Schon 2008 waren „Fake-News“ laut NZZ eine der „erkennbaren redaktionellen Strategien des Senders“.[25] Nun wurde vorrangig über Proteste, Konflikte und soziale Missstände aus Westeuropa und den USA berichtet.[23][26] Berichterstattung über Russland kommt kaum vor.[27]

Dabei „prangert RT die Doppelzüngigkeit westlicher Politik an und stellt deren Werte in Frage“, so Reporter ohne Grenzen.[5] Bei der Neuorientierung griff Simonjan erneut auf die Hilfe des Werbeexperten McCann zurück, von dem auch der neue Werbeslogan stammte: Question more (Stelle mehr Fragen, stelle mehr in Frage).[28] Der Sender suche sich gezielt Themen auch vom rechten Spektrum aus, die den Mainstream und die Europäische Union schwächen, so der Russland-Experte Stefan Meister von der Gesellschaft für Auswärtige Politik.[29]

Während der Wirtschaftskrise 2008 beschloss die russische Regierung unter Ministerpräsident Wladimir Putin, TV-Novosti auf ihre Liste von Kernorganisationen mit strategischer Bedeutung zu setzen.[30][31]

Simonjan bezeichnete 2013 den Sender als „Verteidigungsministerium“ des Kremls. Ein Auslandssender sei ihrer Ansicht nach in Friedenszeiten „nicht unbedingt nötig. Aber im Krieg kann er entscheidend sein. Eine Armee gründet man ja auch nicht erst eine Woche vor Kriegsbeginn“, so Simonjan.[5]

Im Zuge dieser Entwicklung und um in den Vereinigten Staaten ein größeres Publikum zu erreichen, strich RT das Wort Russland aus dem Namen.[26] Der seit dem Start 2005 verwendete Name „Russia Today“ wurde 2009 durch das Kürzel „RT“ ersetzt, das seitdem auch als Logo in sämtliche Sprachversionen übernommen wurde. Simonyan bestritt, das mit der Namensänderung der russische Hintergrund verborgen werden sollte, die Änderung des Logos sollte mehr Zuschauer anziehen, die nicht nur den ganzen Tag Nachrichten über Russland sehen wollten.[32]

Im Mai 2013 übernahm der frühere CNN-Talkmaster Larry King eine neue Talkshow auf RT. King sagte in einer Werbesendung auf RT: „Ich ziehe es vor, Menschen zu befragen, die eine Machtposition innehaben, als in Ihrem Interesse zu sprechen.“[33][34] Als Teil des Vertrags brachte King seine Hulu-Serie Larry King Now in das RT-Programm ein. Am 13. Juni 2013 brachte RT eine Vorschau auf das neue Donnerstagabendpropramm: Politicking. Diese Episode diskutierte Edward Snowdens Veröffentlichung des PRISM-Programms.[35]

Ausbau

Kanal Sendestart Sprache
RT International  Dez. 2005 Englisch
Rusiya Al-Yaum  Mai 2007 Arabisch
RT Actualidad  Dez. 2009 Spanisch
RT America  Feb. 2010 Englisch
RT Documentary  Juni 2011 Russisch und Englisch
RT UK  Okt. 2014 Englisch
RT Français   2017 Französisch
RT Deutsch (Webportal mit Informationssendung)  Nov. 2014 Deutsch

Im Jahr 2007 kamen eine arabische (Rusiya Al-Yaum) und 2009 eine spanische Programmversion (RT Actualidad) hinzu. Die 2007 initiierte arabische Version trug ursprünglich den Namen Rūsiyā al-Yaum (روسيا اليوم, arabisch für „Russland heute“)[32] und verwendet inzwischen die englische Bezeichnung „RT Arabic“.[36] Der spanische Programmname war von Anfang an nicht eindeutig russlandbezogen, hier startete der Sender 2009 unter dem Namen „RT Noticias“ (Spanisch für „RT Nachrichten“) und heißt inzwischen „RT en Español“ („RT auf Spanisch“).[37]

Diese Kanäle senden ein paralleles Programm zur englischsprachigen Version von RT International. 2010 wurde RT America gegründet. Seit dem 23. Juni 2011 gibt es auch den Kanal RT Д (das kyrillische Д entspricht dem lateinischen D), der Dokumentationen und Reportagen über Russland und globale Themengebiete in russischer und englischer Sprache ausstrahlt und ein Themenspektrum bietet, das Kultur, Technologie, Kunst, Geschichte, Extremsport und Politik umfasst.

Von 2009 bis 2013 stellte RT einen Teil seiner Inhalte kostenlos fremden Sendern zur Verfügung und ermunterte internationale Medien, diese Inhalte in ihr Programm zu integrieren. Auf der RT-Webseite konnte Filmaufnahmen für Eigenproduktionen, fertig produziertes Material, Meinungen von Experten und RT-Korrespondenten übersetzt in Englisch, Arabisch, Spanisch und Russisch heruntergeladen werden.[5] 2012 engagierte der Sender 100 neue Mitarbeiter und gründete die Nachrichtenagentur Ruptly mit Sitz in Berlin, die Videos und Liveberichte von aktuellen Ereignissen zu besonders günstigen Preisen zum Kauf anbietet.[5][38][39] Etwa ein Jahr nach der Gründung von Ruptly wurde das Gratis-Angebot für den Bezug von Inhalten durch andere Sender eingestellt.[40]

RT America

2010 eröffnete RT America sein erstes Studio in der Nähe von Washington. RT America sendet eine Mischung aus Nachrichten und Talk-Shows während der Hauptsendezeit. Laut PRI haben 4/5 der Inhalte einen starken Bezug zu US-Themen.[41]

Das US-Justizministerium hat am 13. November 2017 auf den Foreign Agents Registration Act (FARA) hingewiesen (“Americans have a right to know who is acting in the United States to influence the U.S. government or public on behalf of foreign principals”). Unternehmen fremder Mächte müssen sich in den USA als „foreign agent(s)“ registrieren lassen.[42][43] Die Behörde nannte nach zwei Monaten den definitiven Termin, worauf RT erklärte, sich per 13. November zu fügen.[44] In Russland werden aus dem Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen bereits seit 2012 durch ein umstrittenes Gesetz zu einer solchen Registrierung verpflichtet.[45][46]

Seit dem 1. April 2018 ist RT in Washington nicht mehr per Kabelfernsehen zu empfangen.[47]

RT UK

RT UK ist das Russia Today Programm für das Vereinigte Königreich. RT hat für den britischen Ableger eigene Studios im Millbank Tower in London eingerichtet. RT UK produziert wochentags vier Stunden eigenes Programm und überträgt sonst den englischen Dienst von RT International. Im April 2018 leitete die britische Medienaufsicht Ofcom Ermittlungen gegen RT UK wegen Falschdarstellungen im Programm, besonders im Fall des Giftanschlags auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal, ein.[48] Im Juli 2019 verhängte die Behörde eine Geldstrafe von 200.000 Pfund gegen Russia Today, da RT nicht objektiv genug über verschiedene Themen berichtet habe, neben dem Fall Skripal auch über Politik in der Ukraine und den Konflikt in Syrien.[49]

RT Deutsch

Am 6. November 2014 startete das deutschsprachige Internetangebot des Senders.[50] Der Sender hat seinen Sitz in einem Fernsehstudio in Berlin-Adlershof. RT Deutsch ist vorwiegend ein Internetportal mit Artikeln und Videos. Die einzige Sendung war zunächst das halbstündige Video-Journal „Der fehlende Part“.[51] Als Reporter waren vor der Kamera durchweg junge Leute zu sehen.[52] Moderatorin von „Der fehlende Part“ ist Jasmin Kosubek.[53] Als Außenreporter war Nicolaj Gericke im Einsatz,[52][54] der unter anderem durch seine Verschwörungstheorien über den Mord am russischen Oppositionellen Boris Nemzow auffiel.[55] Für RT Deutsch ist auch die Reporterin Maria Janssen aktiv. Sie machte durch ihre polemischen Berichte über die Berichterstattung der „Russophoben Mainstreammedien“ zum Fall Lisa auf sich aufmerksam.[56] 2016 wurde das Format Der fehlende Part in der Ausstrahlung reduziert. Stattdessen werden als neue regelmäßige Sendereihen ein wöchentliches Nachrichtensatire-Magazin namens 451°[57] sowie eine Reportagereihe aus Russland mit weniger politischen Themen namens Einmal in Russland produziert.[58] Der fehlende Part wurde 2017 umgestaltet, weg von der halbstündigen Sendung, hin zu kürzeren, aber wieder täglichen Beiträgen auf einem eigenen YouTube-Kanal. Das Format gründet sich vor allem auf Interviews und Kommentare, die von Kosubek geführt beziehungsweise vorgetragen werden.[59]

Nach Angaben des Chefredakteurs von RT Deutsch Ivan Rodionov gegenüber der Tageszeitung Junge Welt sind die Besucherzahlen 2016 innerhalb von drei Monaten von sechs auf acht Millionen angestiegen.[60] Die Onlinezeitung Russland.news schrieb, die Anhängerschaft von RT Deutsch sei in den sozialen Netzwerken zwar fortgesetzt und überdurchschnittlich gestiegen, nicht aber in der von Rodionov angegebenen Dimension, sondern nur „um knapp 20 % in fünf Monaten“. Im Februar 2018 hatte RT Deutsch etwa 578.000 Anhänger, davon die meisten bei Facebook und YouTube, wo der Sender drei eigene Kanäle betreibt. Insbesondere beim Videoangebot sei RT Deutsch unter den russischen Anbietern dominant, die ihre Inhalte in deutscher Sprache verbreiten.[61][62] Mit ihren Interaktionen in sozialen Netzwerken lag RT Deutsch gemäß den Analysen des Blogs 10000 Flies Blog in den „Top 100“ der deutschsprachigen Medien im Februar 2018 auf Rang 16[63] und konnte sich im April sogar auf Rang sieben positionieren. Der 10000 Flies Blog führt das auf „die ausführlichen und zahlreichen Artikel“ zum Vergiftungsfall von Sergei Wiktorowitsch Skripal zurück und mutmaßt unter Berücksichtigung der Daten des Monats Mai eine Rückkehr in den Bereich der Plätze 15 bis 20.[64] Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 konnte RT Deutsch die Reichweite seiner Beiträge im sozialen Netzwerk Facebook um 13,8 % steigern.[65]

Neben den Beschäftigten in Berlin arbeiten auch Mitarbeiter an anderen Standorten speziell für das deutsche Programm von RT, etwa in Moskau,[66] wie seit 2017 der deutsche Journalist Ulrich Heyden[67] und die russische Journalistin Margarita Bityutskikh.

Programm des Senders

Nachrichten aus internationaler und russischer Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport sowie Dokumentarfilme, Politmagazine (IMHO, In Context, 451 Grad) und die täglich ausgestrahlte politische Talkshow „Spotlight with Al Gurnov“ machen das Programm des Senders aus. Das Programm des englischsprachigen Nachrichtensenders RT besteht aus Segmenten, die zwischenzeitlich durch Programmankündigungen unterbrochen werden. Dokumentationen und Talk-Formate werden meist mehrfach ausgestrahlt, häufig auch mehrere Male an einem Tag. Zu jeder vollen Stunde werden halbstündige Nachrichten gesendet.[68]

Gegenwärtige Programme

Frühere Programme

Gäste

Vladimir Putin bei RT: Interview vom 6. September 2012

Laut Jesse Zwick überredet RT Experten und Journalisten, als Gäste aufzutreten, indem es ihnen erlaubt, ausführlich über Themen zu sprechen, die von größeren Nachrichtenmedien ignoriert werden. RT interviewen häufig linksliberale Wissenschaftler, Intellektuelle und Autoren von Organisationen wie The Nation, Reason magazine, Human Events, Center for American Progress[96] und dem Cato Institute, die der Außenpolitik und der Bürgerrechtspolitik der USA kritisch gegenüberstehen.[96] RT biete auch relativ unbekannten Kommentatoren, Globalisierungsgegnern, Anarchisten und links orientierten Aktivisten ein Forum. Der Journalist Danny Schechter sieht den Hauptgrund für den Erfolg von RT in den USA darin, dass RT eine Kraft der Vielfalt sei, die Menschen eine Stimme gebe, die in den Mainstreammedien kaum gehört werden.[97]

Bekannte Gäste waren Experten wie Jared Bernstein, John Feffer und Lawrence Korb; die Journalisten und Schriftsteller Jacob Sullum, Pepe Escobar[96] und Brian Doherty,[98] Staatsführer einschließlich Ecuadors Präsident Rafael Correa[98] und Syriens Präsident Bashar al-Assad.[99] Nigel Farage, der Führer der UK Independence Party, erschien zwischen 2010 und 2014 18 Mal bei RT.[100]

2010 beschrieb Julia Ioffe RT bei der Auswahl der Gäste und Themen als „provokativ nur um der Provokation willen“, wenn es etwa einen russischen Historiker von der baldigen Auflösung der USA sprechen ließ, Reden des Präsidenten von Venezuela Hugo Chávez übertrug, von der Obdachlosigkeit in den USA berichte und den Vorsitzenden der New Black Panther Party zum Interview lade. Beim Versuch, einen alternativen Standpunkt zu zeigen, sei RT gezwungen, mit randständigen, anstößigen und oft unbedeutenden Personen zu sprechen. The Economist bemerkte, RT präsentiere neben interessanten, akzeptablen und scharfkantigen Themen auch „wilde Verschwörungstheorien“, die als verrückt („kooky“) gelten könnten.[101] 2010 stellte das Southern Poverty Law Center in einem Bericht fest, RT berücksichtige die Verschwörungstheorien der „birther“ und der „New World Order“; rechte Aktivisten und Publizisten wie Jim Stachowiak und Jared Taylor hätten dem Sender Interviews gegeben.[102] Al Jazeera English publizierte einen Artikel, der feststellte, RT habe eine Neigung für „for off-beat stories and conspiracy theories.“[103][103] The Algemeiner Journal kritisierte eine mangelnde Sachlichkeit in der RT-Berichterstattung über den Nahostkonflikt sowie anti-israelische Propaganda.[104]

Manuel Ochsenreiter, ein Neo-Nazi, erschien mehrfach bei RT.[105] RT News lud auch Richard B. Spencer ein, der Bashar al-Assad unterstützt,[106] oder den Holocaustleugner Ryan Dawson, der als „Menschenrechtsaktivist“ vorgestellt wurde.[107]

Steve Bannon behauptete, er sei wahrscheinlich 100 Mal oder öfter bei RT aufgetreten.[108]

Budget

Der Sender hatte 2013 ein Budget von umgerechnet etwa 250 Mio. Euro. Das Budget wird aus dem Staatshaushalt der Russischen Föderation bezahlt.[5] Infolge des Währungsverfalls bei gleichzeitigem Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen musste RT schon Anfang 2015 massive Kürzungen im Programm vornehmen. Der zweitwichtigste Kanal im Englischen soll so wenig Kürzungen wie möglich erleiden müssen; es sei geplant, das Budget der arabischen und spanischen Sender abzuspecken.[109]

Kritik

Allgemein

Dmitri Medwedew zu Gast bei RT mit der Chefredakteurin Margarita Simonjan

RT gilt als ein zentrales Mittel im Kampf um die öffentliche Meinung im Ausland, was anfänglich mit einer Soft-Power-Strategie geschehen sollte, also mit positiver Berichterstattung, die Russland attraktiver machen sollte. Für diese Art von Nachrichten schien sich kaum jemand zu interessieren.[110]

RT wird von Wissenschaftlern als Sprachrohr des Kreml bewertet.[111][5] Peter Pomerantsev sieht den Satz „Es gibt keinen objektiven Journalismus“, den ein leitender Redakteur ihm gegenüber äußerte, als Euphemismus dafür, dass der Kreml die vollkommene Kontrolle über die Wahrheit bei RT besitzt.[112]

Pascal Bonnamour, der Leiter der europäischen Abteilung von Reporter ohne Grenzen, bezeichnete den Sender 2005 kurze Zeit nach seiner Gründung als einen weiteren Schritt des Staates, Informationen zu kontrollieren.[113]

Der damalige Außenminister John Kerry äußerte 2014 über den Sender: „Russia Today wurde eingerichtet, um die Politik von Präsident Putin zu propagieren […]“[114] Wladimir Putin äußerte dazu in einem Interview, da RT von der Regierung finanziert würde, könne der Sender natürlich nur die offizielle russische Position widerspiegeln. Der Sender habe aber nie die Rechtfertigung der politischen Linie Russlands beabsichtigt, weder im Inland noch im Ausland.[115]

RT wird als eines von mehreren internationalen Programmen betrachtet, die die weltweite Medienberichterstattung der USA in Frage stellen können.[116] 2010 forderte Walter Isaacson, Vorsitzender des regierungsamtlichen Broadcasting Board of Governors (das die Voice of America, Radio Free Europe und Radio Free Asia leitet), mehr zu investieren, da „wir uns nicht erlauben können, von unseren Feinden kommunikativ ausgeschaltet (outcommunicated) zu werden.“ Dabei verwies er besonders auf Russia Today, Irans Press TV und Chinas China Central Television (CCTV). Später korrigierte er sich und meinte, er habe die Gegner in Afghanistan gemeint, nicht die erwähnten Länder.[117] 2011 stellte Außenministerin Hillary Clinton fest, die USA seien dabei, den „Informationskrieg“ zu verlieren, zugunsten von ausländischen Programmen wie RT, Al Jazeera and China Central Television[118] die an die Stelle der Stimme Amerikas treten würden (supplant).[119][120]

Einige amerikanische und deutsche Journalisten bezeichneten RT als anti-amerikanisch[121] und anti-westlich.[122][123]

Stephen F. Cohen, häufiger Gast bei RT, betonte in Bezug auf die Syrienberichterstattung 2012, amerikanische Medien seien nicht besser als RT, RT sei wie die Kehrseite von CNN, beide seien in ihrer Schwarz-Weiß-Darstellung wie das „Klatschen mit einer Hand“.[124]

RTs Darstellung wird außerdem insofern kritisiert, als es in seiner Bemühung zur Darstellung alternativer Standpunkte gezwungen sei, mit marginalen, anstößigen und oft irrelevanten Personen zu sprechen, deren Positionen ans Absurde grenzten.[125]

Der Medien-Redaktor der NZZ beschrieb, wie RT als Vertreter eines autoritären Regimes Berufsregeln nicht beachte und sich trotzdem auf eine „formale Gleichheit“ berufe. Demokratien müssten solche Staatsmedien trotz dieser klaren inhaltlichen und strukturellen Unterschiede „ertragen“, um die eigene Medienfreiheit zu erhalten.[126]

Laut dem Historiker Volker Weiß finden auf RT die Parolen von Pegida und AfD ihren „zuverlässigen Widerhall“.[127]

Einzelfälle

Malaysia-Airlines-Flugs 17

RT wird spätestens seit 2010 verdächtigt, Verschwörungstheoretikern unterschiedlicher Art eine Plattform zu bieten.[128][25] Nach dem Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs 17 durch eine Boden-Luft-Rakete aus russischer Herstellung verbreitete der spanische Ableger von Russia Today Falschmeldungen, das Flugzeug sei von ukrainischen Kampfjets abgeschossen worden. Russia Today stützte sich dabei auf Aussagen eines Mannes, den der Sender in Interviews als einen am Kiewer Flughafen arbeitenden spanischen Fluglotsen namens „Carlos“ vorstellte. Die Behauptungen von „Carlos“ stießen bei russischen Oppositionellen und auch teilweise bei kremlfreundlichen Medien auf Skepsis, und Recherchen internationaler Medien bestätigten, dass am Kiewer Flughafen zum Abschusszeitpunkt kein spanischer Fluglotse tätig war. Trotz dessen griffen Präsident Putin, hohe Funktionäre des Verteidigungsministeriums sowie das Amtsblatt der russischen Regierung die Behauptungen des Mannes auf. Später stellte sich heraus, dass die Person hinter „Carlos“ ein vorbestrafter, in Spanien per europäischem Haftbefehl gesuchter und später in Rumänien gefasster Betrüger ist, der kein Fluglotse ist und nie an einem ukrainischen Flughafen gearbeitet hat. Der Mann behauptete später, dass er von Russia Today und anderen russischen Quellen insgesamt 48.000 Euro erhalten hatte für seine Rolle als „Carlos, der spanische Fluglotse“.[129][130]

Question More

2010 entwickelte RT im Zusammenhang mit seinem neuen Slogan „question more“ eine hochkontroverse Werbekampagne. Eine der großflächigen Anzeigen zeigte Barack Obama, dessen Bild mit dem des Iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad verschmolz, und stellte die Frage: „Wer stellt das größere Risiko eines Atomkriegs dar?“ Die Anzeige wurde auf US-amerikanischen Flughäfen verboten. Ein anderes Bild zeigte einen Soldaten, der mit einem Taliban-Kämpfer verschmolz. Dazu wird die Frage gestellt: „Wird Terror nur von Terroristen ausgeübt?“[131] Eine der Anzeigen des Jahres 2010 gewannen den Preis „Ad of the Month“.[132]

Julian Assange

RT bot Julian Assange 2012 eine mediale Plattform.[133] Er startete seine 12-teilige Talkshowserie The World Tomorrow. In der Sendung, über die er „volle Kontrolle habe“, wollte sich Assange „zum Sprachrohr von Rebellen und Entrechteten“ machen, die ihm in den Medien zu kurz kommen.[134] Nach Darstellung von Ole Reißmann (Spiegel Online) war schon die erste Sendung mit Hassan Nasrallah an Absurdität kaum zu übertreffen und habe sich damit nahtlos in das RT-Gesamtprogramm eingereiht.[134] Das Interview führte weltweit zu Schlagzeilen, da Nasrallah westlichen Medien selten Interviews gibt.[135] Kommentatoren beschrieben die Themenwahl des Sendes als „coup“[136][137] oder „scoop“.[138] In den USA wurde die Sendung 2013 auf dem New York Festival World's Best TV & Films mit der Silbermedaille ausgezeichnet.[139] Der Independent nannte RT eine zu Assange passende Plattform für scharfe Kritik an der amerikanischen Politik. RT habe Assange mehrfach interviewt und ihn gegen die Anschuldigungen aus Schweden verteidigt, die aus Sicht von RT politisch motiviert seien.[140]

Kaukasuskrieg 2008

Während des Kaukasuskriegs 2008 bezichtigte der Sender den Staat Georgien des Völkermordes.[112] Julia Ioffe vom Columbia Journalism Review beschrieb RT als ein Werkzeug der russischen Regierung, um angebliche Voreingenommenheiten gegenüber Russland in westlichen Medien zu bekämpfen, welches zu einer Verlängerung der auf Konfrontation beruhenden Außenpolitik Putins wurde.[141]

Ukraine und Syrien

Die britische Medienaufssichtsbehörde Ofcom rügte RT UK im September 2015 wegen voreingenommener und im Wesentlichen irreführender Berichterstattung über den Ukraine-Krieg und den Bürgerkrieg in Syrien.[142] In einer beanstandeten Sendung behauptete der Sender, in der Ostukraine würde ein von der ukrainischen Regierung unterstützter Völkermord stattfinden. In anderen Bericht behauptete RT UK, die BBC habe in ihrer Darstellung einen Chemiewaffenangriff der Assad-Regierung in Syrien inszeniert.[143] Die Behörde hatte den Sender bereits 2014 wegen mangelnder Objektivität kritisiert.[144] Nach insgesamt 15 Verstößen gegen die Fernsehordnung bis April 2018 leitete Ofcom gegen Russia Today UK sieben Untersuchungsverfahren wegen Verstößen gegen Neutralitätsregeln ein. Die Behörde habe seit dem Giftanschlag auf Sergei Skripal einen erheblichen Anstieg von tendenziösen Sendungen auf RT UK beobachtet. Gegenstand der Untersuchung sind auch vermeintliche Leserkommentare, die nicht von Lesern stammen.[145][146]

Im Juni 2018 wurde der französische Ableger von Russia Today von der französischen Medienaufsicht CSA im Zusammenhang mit der Berichterstattung des Senders über den Syrienkrieg ermahnt. Russia Today hatte in einen Beitrag mit dem Titel „Vorgetäuschte Angriffe“ behauptet, dass die Giftgasangriffe von Ghuta möglicherweise nicht stattgefunden hatten und von der Assad-Opposition nur vergetäuscht wurden. Dabei überspielte der Sender die Aussagen von Augenzeugen mit Worten, welche von den Personen nicht geäußert wurden. Der CSA warf Russia Today Einseitigkeit und einen Mangel an Ehrlichkeit und Sorgfalt vor.[147][148]

George Galloway

Die Berichterstattung von RT darüber, dass der britische Geheimdienst GCHQ angeblich den englischsprachigen Wikipedia-Artikel des Labour-Abweichlers George Galloway zu dessen Nachteil manipuliert habe, betrachtete die Haaretz vor dem Hintergrund, dass Facebook und Youtube zur Kontextualisierung von durch Fake News gefährdeten Themen Wikipedia-Inhalte dazu verlinken. Russische Medien hätten daher ein offensichtliches Interesse daran, die Glaubwürdigkeit der Online-Enzyklopädie zu untergraben. Auch laut Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gäbe es keinerlei Beleg für die angebliche Manipulation. Vielmehr seien laut Haaretz die von Galloway beanstandeten Veränderungen an seinem Artikel Bestandteil der üblichen und sich selbst ausgleichenden Schreibprozesse der Enzyklopädie.[149]

US-Präsidentschaftswahlen 2016

Der CIA-Report in seiner freigegebenen Version analysiert im Anhang ausführlich die Entwicklung von RT und auch die mögliche Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahlen 2016 durch RT America. Der Bericht konstatiert, RT America habe schon im Vorfeld der Wahlen seine übliche kritische Darstellung der USA erweitert und das Wahlsystem als undemokratisch dargestellt, der Einfluss auf den Wahlkampf sei die „letzte Facette“ ihrer antiamerikanischen Nachrichten, die das Vertrauen der Zuschauer in die demokratischen Prozesse und in die Kritik der USA am russischen politischen System zu unterminieren suchten. RT expandiere außerdem aggressiv und mit höchster Priorität in die Sozialen Medien hinein, um das Publikum zu vergrößern und mögliche Regulierungen des Fernsehprogramms zu umgehen. Die Reichweite und die Zuschauerzahlen von RT schätzte der Bericht sehr hoch ein, gestützt auf eine Untersuchung zu Großbritannien und Aussagen von RT selbst (Margarita Simonyan). Im Bericht werden RT/RT America in einer Tabelle zum Fußabdruck bei den sozialen Medien (social media footprint) hinsichtlich Zuschauerzahlen und Abonnenten von Youtube-Sendungen im Vergleich zu CNN/CNN international, Al Jazeera und BBC World Spitzenwerte zugewiesen.[150]

Kritik von früheren RT-Journalisten

Liz Wahl, ehemalige Moderatorin

Im März 2014 kritisierte die seit 2012 angestellte Moderatorin Abby Martin von RT America vor laufender Kamera die Politik Russlands im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.[151] Sie verurteilte die Besetzung der Krim durch russische Truppen. „Ich werde nicht hier sitzen und eine militärische Aggression entschuldigen oder verteidigen“, sagte Martin.[152] Martin führte ihre Arbeit für RT bis Februar 2015 fort, um sich danach bei Telesur dem Investigativjournalismus zu widmen. Bei ihrem Ausscheiden äußerte sie, sie sei RT „ewig dankbar“ für die gegebenen Möglichkeiten. Sie habe nie mit der Art der Unterstützung für ihre Sendung „Breaking the Set“ gerechnet, die beweise, wie viele Menschen hungrig nach ungeschminkter Wahrheit (raw truth) und Systemwandel seien.[153]

Einen Tag nach Martins Kritik sorgte die seit 2011 für RT tätige Moderatorin Liz Wahl für Aufmerksamkeit in den internationalen Medien, weil sie vor laufender Kamera ihren Job bei RT America kündigte. Sie begründete diesen Schritt in nachfolgenden Interviews mit der nach ihrer Meinung zu einseitigen Berichterstattung des Senders im Zuge des Ukraine-Kriegs. Sie sagte, der Sender würde die Taten Putins beschönigen, in einem späteren Interview sagte sie, RT verbreite pure Propaganda. Der Sender warf ihr vor, ihre Kritik während einer Sendung anstatt eines Gesprächs angebracht zu haben um sich auf diese Weise zu vermarkten.[154]

Im Juli 2014 kündigte auch die seit 2009 beschäftigte London- und Moskaukorrespondentin Sara Firth vom britischen RT-Ableger aus Protest gegen die Berichterstattung des Senders über den Absturz von Malaysia-Airlines-Flug 17. Sie bezeichnete die RT-Berichte über den Absturz und die Schuldzuweisungen an die Ukraine als „völlig an den Fakten vorbei“. „Ich konnte nicht mehr. Jeden Tag lügen wir und entwickeln dafür immer verführerischere Methoden“, so Firth.[155] RT begründete Firths Kündigung damit, dass sie ein anderes Verständnis von Wahrheit habe als der Sender, da sie sich nicht auf Berichterstattung vor Ort stütze, sondern auf Zeitungsmeldungen.[156]

Im April 2015 wurde die Kritik der langjähringen RT-Reporterin Lea Frings an der Arbeit von RT Deutsch erstmals publik.[157] Im Februar 2016 gab Frings, die aus der Mahnwachen-Bewegung kommt, dem Medienmagazin Zapp ein Interview, in dem sie über Manipulation und einseitige Berichterstattung bei RT sprach.[158] Der Sender habe sich für ein bestimmtes Publikum entschieden. RT Deutsch bediene „eher rechte Kreise“ und „bestätigt und reproduziert Verschwörungstheoretiker“. Auf die Frage, ob dort journalistisch gearbeitet werde, sagte sie: „Ich sehe Beiträge, wo verschiedene journalistische Kriterien nicht erfüllt werden.“ Dies gelte in Bezug auf die unkommentierten Wortmeldungen der Studiogäste. In vielen Beiträgen werde „schlichtweg das Weltbild der Verschwörungstheorie transportiert“.[159]

Propagandatechniken RTs

In einer Untersuchung des Russian Analytical Digest von 2015 zum „Informationskrieg[160] ermittelte ein Forscherteam der George Washington University, welche Propagandatechniken RT auf Youtubekanälen in den verschiedenen Sprachversionen anwendet, um seine Ziele zu erreichen:

  • fokussierte Botschaften (focused messaging): Jedes Landes-Publikum wird differenziert und flexibel mit einer bestimmten Mischung von politischen und nicht-politischen Themen auf Aspekte seines Landes angesprochen, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen zu gewinnen (credibility).
    • Beispielsweise biete RT in den USA eher alternativen linksliberalen Meinungen eine Plattform, in Europa eher Meinungen vom rechten Rand.[161][162]
  • Dabei folgen die Sendungen den Themen des üblichen Nachrichtenprogramms, machen dabei aber die russische Perspektive in Form einer „alternativen zweiten Meinung“ deutlich.
  • Themen von allgemeinem Interesse teils schockierender Art und Technologiethemen ohne regionalen Bezug werden dargestellt, um die Aufmerksamkeit von Zuschauern zu wecken und sie später auf die politischen Themen zu lenken. (siehe auch Human Interest-Themen und Clickbaiting)
  • Inhaltlich greift RT die Kriterien auf, die westliche Länder bei ihrer Kritik an Russland verwenden: Demokratie, Freiheit, Transparenz, Gerechtigkeit und Effizienz. Auf diese Weise sollen Zweifel am westlichen „Narrativ“ geweckt werden, inwiefern die Standards auch selbst erfüllt werden (siehe auch Tu quoque und Argumentum ad hominem).
  • Eine der als typisch kritisierten propagandistischen Taktiken RTs ist die Vermeidung eines strittigen Punktes durch Gegenvorwürfe und Vergleiche und die Behauptung doppelter Standards (vgl. Whataboutismus):[163] Zweifel an der Parlamentswahl in Russland 2011 konterte RT mit Hinweisen auf die umstrittene Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2000; auch berichtete RT ausführlich über amerikanische Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Occupy Wall Street-Aktionen und stellte ihnen eine vom Kreml genehmigte Großdemonstration gegenüber, was einen für Russland vorteilhaften Vergleich darstellen sollte, so der Russland-Wissenschaftler Stephen Cohen.[124]
  • Sonderthemen werden berücksichtigt, die von den anderen Medien eher vernachlässigt werden, um Interesse und Sympathie zu wecken, diese Sendungen fügen sich aber immer in die außenpolitische Ziele Russlands ein.

Das Ergebnis der Studie war, dass im Untersuchungszeitraum (20. Januar bis 19. Mai 2015) in einzelnen Ländern besonders die human interest topics die größte Resonanz hervorriefen, besonders bei RT im arabischen Sprachraum, wo wiederum die Berichte zur Ukraine nur geringes Interesse fanden und daher auch kaum angeboten wurden. Dagegen hatten bei den 1,4 Millionen angeschauten deutschen RT-Videos ein großer Teil Bezug zu den Themen Ukraine und Europa.

  • Als eine weitere Methode wurde unter anderem von der NYT die Desinformation bezeichnet, um mit einer Flut von Alternativdeutungen die offiziellen Nachrichten zu unterminieren und eine Art von „politischer Paralyse“ zu fördern, wie etwa beim Abschuss der Malaysia-Maschine über der Ukraine.[164]
  • Peter Pomerantsev wies darauf hin, ein Schlüssel zum Erfolg von RT liege darin, dass es die meisten äußeren Merkmale der anderen Programme übernommen habe, es wirke in der Aufmachung von Musik, Bildern und Sprechern wie jeder andere 24/7-Nachrichtenkanal.[165] RT bringe auch echte Reportagen, die auch auf einem anderen Kanal laufen könnten, was es manchmal wie andere Nachrichtenkanäle erscheinen lasse, ergänzte Johan O’Sullivan Pomerantsevs Darstellung.[166]
  • Die Verbreitung von Fake News wird als weiteres wirkungsvolles Mittel der RT-Propaganda beschrieben.[167]
  • 2019 zählte der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV) Frank Überall RT zu den „Propagandainstrumenten des Kremls“.[168]

RT Deutsch

Programmstart

Zum Start des deutschsprachigen Programms erklärte der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen, RT nutze die aktuelle „Medienverdrossenheit als publizistische Marktlücke“.[169] Olaf Sundermeyer und Christian Mihr, der Geschäftsführer der deutschen Abteilung von Reporter ohne Grenzen, sehen den Sender als Propagandainstrument des Kremls und sind der Ansicht, dass RT Deutsch die Medienfreiheit nutze, um unabhängigen Journalismus zu diskreditieren und eine wachsende Medienverdrossenheit zu verstärken.[170] Der Geschäftsführer des Netzwerks für Osteuropa-Berichterstattung, Hanno Gundert, betrachtet den Sender als Teil der Strategie des Kremls, unter dem Deckmantel des Journalismus das Meinungsbild in Europa zu spalten.[53] Carsten Luther, Redakteur der deutschen Wochenzeitung Die Zeit, analysierte die RT-Methode: Zwar sei nicht alles gelogen und verbogen, und manch kritischer Beitrag habe seine Berechtigung, jedoch sei es insgesamt „haarsträubend, was dort als Journalismus verkauft wird“.[171]

Ebenfalls konstatierte Gemma Pörzgen, im Vorstand von Reporter ohne Grenzen: Mit Journalismus hat Russia Today aus meiner Sicht wenig zu tun. Das ist ein gezieltes Propaganda-Instrument der russischen Regierung.[172] Der Politologe Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagte über den Sender, RT suche sich gezielt Themen aus, die das westliche demokratische System in Frage stellen, und greife das pluralistische Mediensystem an, indem behauptet werde, dass alle Medien lügen.[26] Im Handelsblatt folgerte Andreas Macho nach einer Untersuchung des Programms des deutschen Ablegers von RT im November 2014: „Unterm Strich verbreitet RT Deutschland mehr Unwahrheiten, Verkürzungen und Verfälschungen, als es diese – wie die Moderatoren ständig versprechen – aufklären würde.“[173] Die Tageszeitung fasste die Auswahl der Gesprächspartner der ersten Wochen von RT Deutsch mit „entweder flammende Antiamerikaner oder EU-Gegner vom linken und rechten Rand“ zusammen.[174] Der NDR hat sich in seinem Medienmagazin Zapp mit einigen der ersten Artikeln und Videos von RT Deutsch beschäftigt und zeigt an einigen konkreten Beispielen, wie die Redaktion Texte verzerrt übersetzt und falsche Behauptungen aufstellt.[175] Markus Beckedahl von Netzpolitik.org gab an, dass er und die Netzpolitik-Autoren RT grundsätzlich keine Interviews geben werden, um sich nicht instrumentalisieren zu lassen und nicht „neben irgendwelche Rechtsaußen“ einsortiert zu werden.[26][176]

Zielgruppe

Harald Neuber von Telepolis zitierte eine SurveyMonkey-Umfrage von RT Deutsch, der zufolge sich die Leser und Zuschauer von RT Deutsch vor allem aus „Nichtwählern, Anhängern der Linkspartei und der Alternative für Deutschland“ zusammensetzen.[177] Laut der AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber begegne RT deutsch der AfD generell positiver als andere deutsche Medien vor allem aus einem Kalkül, Informationen von den Funktionäre früher oder offener zu erhalten. Dies werde von der Partei gut angenommen und sie habe ein sehr positives Bild vom Sender[178].

Laut Sebastian Bartoschek habe sich RT Deutsch besonders gut in verschwörungstheoretischen und AfD-Kreisen etablieren können, es gelinge dem Sender jedoch nicht, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Der Sender falle vor allen durch seine Liveübertragungen auf, etwa von Pegida-Märschen. Bemerkenswert sei, dass RT-Beiträge unter Nutzern „kritiklos konsumiert und weiterverbreitet“ werden, während „die sogenannten Mainstreammedien unter Generalverdacht stehen“, so Bartoschek. Im Fall Lisa hatte RT Deutsch mit Vorwürfen auf sich aufmerksam gemacht, dass „russophobe Mainstreammedien“ in Deutschland „das Schicksal eines Mädchens auf schamlose Weise“ politisch ausbeuten würden.[179]

Weiterhin befand die ehemalige RT Deutsch-Mitarbeiterin Lea Frings im Februar 2016 in einem Interview des NDR, dass RT Deutsch gezielt Rechte und Verschwörungstheoretiker in ihrer Meinung bestätige.[180] Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Recherchezentrum Correctiv in einer Ende 2016 abgeschlossenen Analyse: RT Deutsch biete europakritischen Politikern von ganz links und ganz rechts eine Bühne, „Hauptsache die Interviewten sind Merkel- und europakritisch“.[181]

Eigendarstellung

Von der russischen Onlinezeitung russland.NEWS wird RT Deutsch wegen seiner Selbstdarstellung als Alternativmedium kritisiert, obwohl der Sender real nur „die dafür auch finanzierte deutschsprachige Stimme des russischen Mainstreams“ darstellt.[182] Der Sender sei einseitig und berichte aus Deutschland nur über negative Entwicklungen wahrheitsgemäß, verschweige jedoch einseitig positive Aspekte behandelter Themen.[183]

Mediale Wirkung

Nach einer Studie der George Washington Universität waren sichere Aussagen über den Meinungswandel der Zuschauer durch die von RT verfolgte Propaganda-Strategie im Jahr 2015 noch nicht möglich.[184]

Der Kommunikationswissenschaftler Thomas Petersen analysierte 2015 Ergebnisse von Umfragen des Allensbach-Instituts und kam zu dem Schluss, dass die „russische Sicht“ des Ukrainekrieges (wie beispielsweise die Behauptung eines Putsches) in Deutschland nur die Zustimmung einer vergleichsweise kleinen Minderheit erhielt und somit der Einfluss der russischen Propaganda gering sei: „Man erkennt an den Umfrageergebnissen die Grenzen der Möglichkeiten politischer Propaganda.“[185]

Der Osteuropa-Historiker Dmitri Stratievski hielt dagegen 2016 Russlands Informationsstrategie in Deutschland für effizient. Die Beiträge von RT und Sputnik würden im Netz häufig zitiert und auf Facebook geteilt. „Sie werden in der Russland- oder Flüchtlingsdebatte nicht selten als eine ernsthafte Quelle wahrgenommen, zumindest als eine weitere, die etablierten Medien ergänzende.“ Besonders das Appellieren an die russischstämmige Bevölkerung sei deutlich erfolgreicher, da hier mit dem Effekt einer „Stimme aus der Heimat“ gespielt werde.[186][187]

In den Russland-Analysen stellte die Osteuropa-Historikerin und Politologin Susanne Spahn 2016 dar, dass Russland vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs seine Informationspolitik in Deutschland und anderen EU-Staaten intensivierte und versuchte, das Ukraine-Bild in der Öffentlichkeit zu beeinflussen und Stereotype über die Ukraine (z. B. dass die Ukraine kein richtiger Staat sei) zu verbreiten. Die Berichterstattung russischer Staatsmedien zum Ukrainekrieg werde durch „Falschdarstellungen und Geschichtsklitterung“ dominiert, um ein Feindbild zu konstruieren und die russische Intervention zu rechtfertigen. RT als Auslandssender spiele die wichtigste Rolle. Der Sender deute den Ukraine-Konflikt um und stelle Russland als das Opfer, die Ukraine und westliche Staaten hingegen als Aggressoren hin. Nach Daten einer Allensbach-Umfrage stimmt aber nur eine Minderheit der Deutschen der russischen Sicht auf den Ukrainekrieg zu.[188]

Auswertung durch das Bundespresseamt

Nach Darstellung des Magazins Stern wertet das Bundespresseamt seit 2014 die Inhalte von RT Deutsch, ähnlich wie die anderer Medien wie Bild.de, Spiegel Online oder Stern.de, systematisch aus und protokolliert diese. Dies entspricht seiner Aufgabe, die u. a. darin besteht, die Bundesregierung über die weltweite Nachrichtenlage und die öffentliche Meinung zu informieren (Medienbeobachtung). Anders als über die Inhalte anderer Medien, die im Intranet der Bundesregierung für alle Regierungsmitarbeiter zugänglich seien, würden die Protokolle zu RT Deutsch jedoch nur einem kleinen Kreis um Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert zur Verfügung gestellt (Stand August 2016).[189]

Technische Verbreitung

In Deutschland

Übertragungsfahrzeug von RT in Moskau

Seit 2005 sendet RT rund um die Uhr in englischer Sprache und kann über Satellit (in Europa über Hotbird-6, Astra 1KR und Eurobird 1) und abhängig vom lokalen Kabelnetzbetreiber auch im digitalen Kabel empfangen werden. RT bemüht sich entsprechend auch um eine Einspeisung in Kabelnetze; in Deutschland kann RT z. B. im Netz von Unitymedia und im Raum Köln-Bonn-Aachen im Netz von NetCologne empfangen werden.

Insgesamt wird RT auf über 20 Satelliten weltweit verbreitet. Während RT Englisch z. B. auf Hotbird 13° Ost, Astra 19,2° Ost und Astra/Eutelsat 28,2° Ost jeweils in SD und HD ausgestrahlt wird, ist RT Arabisch in Deutschland am einfachsten über Hotbird 13,0° Ost und RT Spanisch über 19,2° Ost zu empfangen, jeweils nur in SD. In Deutschland ist RT USA nur mit Aufwand im C-Band über NSS-806 auf 40,5° West zu empfangen (HD und SD). RT Д in englischer Sprache ist in Deutschland nur über Hotbird 13,0° Ost zu empfangen, und zwar sowohl in HD als auch in SD. Die verschiedenen RT-Kanäle können über die Webseite des Senders auch im Internet über Live-Streaming empfangen werden. Das jeweilige Programm ist auch über den Peer-to-peer-Dienst Livestation verfügbar. Außerdem werden einzelne Beiträge in einem eigenen Kanal auf YouTube verbreitet, der im Juni 2013 die Marke von 1 Milliarde Zugriffe überschritt. Politische Videos des Kanals wurden etwa 4 Millionen Mal aufgerufen (ca. 1 % der Gesamtzugriffe). Ein Großteil der meistaufgerufenen Clips des Senders beschäftigt sich mit Naturkatastrophen, Unfällen, Verbrechen und Naturereignissen. Unter den fünf meistgesehenen Videos sind Clips über das Tōhoku-Erdbeben 2011, den Meteor von Tscheljabinsk und einen obdachlosen Amerikaner mit „goldener Stimme“. Laut einem von RIA Nowosti erstellten Dokument, das 2013 der Presse zugespielt wurde, sind die vergleichsweise hohen Abrufzahlen dadurch zu erklären, dass RT nicht-originale Inhalte auf YouTube hochlädt, die andere TV-Kanäle wegen Urheberrechtsbeschränkungen nicht hochladen.[190]

Deutsche Regionalsender

In Thüringen strahlt der Lokalsender Salve TV Sendungen von RT Deutsch täglich aus und wurde dafür von Politikern mehrerer Parteien des Thüringer Landtags kritisiert. Werner Pidde (SPD) bezeichnete die Sendungen als „einseitig“ und „aus russischer Sicht“, Gerold Wucherpfennig (CDU) kritisierte, dass ein „Lokalsender staatliche russische Auslandspropaganda ausstrahlt“, und Madeleine Henfling (Grüne) sprach von „unkommentierter Ausstrahlung ohne journalistische Auseinandersetzung“. Kirsten Kramer, die stellvertretende Direktorin der Thüringer Landesmedienanstalt, sagte, dass die Programme von Salve TV intensiv beobachtet werden, es aber kein Aufsichtsverfahren oder einen Verbotstatbestand gebe. Salve-Chef Klaus-Dieter Böhm verteidigte die Übernahme der RT-Sendungen, die Ausstrahlung solle „ein Gegenpol zur Anti-Putin-Berichterstattung deutscher Medien“ sein.[191][192]

Weblinks

 Commons: Russia Today – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. RT на русском последние новости онлайн в России и в Мире. In: RT на русском. (rt.com [abgerufen am 19. Juli 2018]).
  2. RT на русском. Abgerufen am 19. Juli 2018 (englisch).
  3. Wahlen in Russland – Wie westliche PR-Agenturen Putins Image aufpolieren. In: sueddeutsche.de. 4. März 2012, abgerufen am 15. Dezember 2014.
  4. Sabine Sasse: Unabhängigkeit sieht anders aus – Putins Posaunen. Tagesspiegel, 15. April 2013
  5. a b c d e f g h i Der Kreml auf allen Kanalen: Wie der russische Staat das Fernsehen lenkt. (PDF), Reporter ohne Grenzen, Oktober 2013, S. 32 ff.
  6. a b Marc Stegherr, Kerstin Liesem: Die Medien in Osteuropa: Mediensysteme im Transformationsprozess. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-92487-8, S. 331f.
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  8. Jim Rutenberg: RT, Sputnik and Russia’s New Theory of War. In: The New York Times. 13. September 2017, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 23. April 2019]).
  9. In case you weren’t clear on Russia Today’s relationship to Moscow, Putin clears it up. WorldViews In case you weren’t clear on Russia Today’s relationship to Moscow, Putin clears it up By Max Fisher June 13, 2013. Abgerufen am 22. April 2019 (englisch): „"When we designed this project back in 2005 we intended introducing another strong player on the world’s scene, a player that wouldn’t just provide an unbiased coverage of the events in Russia but also … try to break the Anglo-Saxon monopoly on the global information streams. And it seems to me that you’re succeeding in this job." (Washington Post)“. Das Putin-Interview befindet sich hier: rt.com
  10. Russia: New State Channel Goes Global In English. Abgerufen am 22. April 2019 (englisch): „Russia Today is the brainchild of former Information Minister Mikhail Lesin and Putin's press spokesman, Aleksei Gromov. They say they've grown tired of watching foreign journalists present a distorted and biased portrayal of Russia to the outside world. Russia Today will attempt to set the record straight“
  11. Jim Rutenberg: RT, Sputnik and Russia’s New Theory of War. In: The New York Times. 13. September 2017, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 23. April 2019]).
  12. Robert Parsons: Russia: New State Channel Goes Global In English. In: Radio Free Europe, 16. September 2005. Lesin has said Russia needs to start polishing its image. Otherwise, he said, „we'll always look like bears.“
  13. RUNDFUNK: Propaganda mit Stalin. In: Spiegel Online. Band 47, 19. November 2007 (spiegel.de [abgerufen am 22. April 2019]): "Ich schrecke schon lange nicht mehr vor dem Wort Propaganda zurück", sagte er. „Wir müssen international für Russland werben. Sonst sehen wir aus wie Bären, die brüllend umherschweifen.“
  14. Другое телевидение. Auf: Comnews.ru, 19. September 2012. (Interview mit dem Geschäftsführer der Organisation „TV-Novosti“, Alexei Nikolow)
  15. Philip Seib: The Al Jazeera Effect: How the New Global Media Are Reshaping World Politics. Potomac Books, Inc., 2011, ISBN 978-1-61234-002-9 (com.ph [abgerufen am 23. April 2019]): „Unfortunately, at the level of the mass consciousness in the West, Russia is associated with three words: 'communism,' 'snow,' and 'poverty.' We would like to present a more complete picture of life in our country.“
  16. Marcel H. Van Herpen: Putin's Propaganda Machine: Soft Power and Russian Foreign Policy. Rowman & Littlefield, Lanham 2015, ISBN 978-1-4422-5362-9, S. 71.
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  18. Propaganda mit Stalin. In: Der Spiegel. Nr. 47, 2007 (online).
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  20. a b David Weigel, Pravda Will Set You Free; Russia's answer to Fox News and MSNBC., Slate, 27. Juni 2011.
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  25. a b Der lange Arm des Kremls, NZZ, 25. November 2017
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  40. freevideo.rt.com (Mediathek); 2012 umgestellt auf RT Ruptly, ab 2013 keine kostenlosen Angebote mehr und inzwischen nicht mehr erreichbar
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  42. Production Company Registers Under the Foreign Agent Registration Act as Agent for the Russian Government Entity Responsible for Broadcasting RT
  43. siehe auch rferl.org 10. Januar 2018: Sputnik Partner 'Required To Register' Under U.S. Foreign-Agent Law
  44. RT editor says company will register as foreign agent in US, Washington Post, 9. November 2017
  45. spiegel.de 10. November 2017: USA gehen gegen russischen TV-Sender vor – Moskau plant Gegenmaßnahmen
  46. CNN.com
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  49. tagesschau.de: Britische Medienaufsicht verhängt Geldstrafe gegen Russia Today. Abgerufen am 27. Juli 2019.
  50. Steffen Grimberg: russiatoday100.html Russia Today jetzt auch auf Deutsch. In: NDR, 10. November 2014.
  51. Hannah Beitzer und Julian Hans: Russia Today in Deutschland: Das neue Wettrüsten. In: Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2014.
  52. a b Russia Today in Deutschland: Das neue Wettrüsten. In: Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2014.
  53. a b Charlotte Horn: RT Deutsch – Putins Propaganda-Kolonne rollt. In: NDR, 25. November 2014.
  54. Stefan Niggemeier: „Ich glaube nicht, dass wir jedem Verrückten ein Podium bieten“. In: Krautreporter, 13. November 2014.
  55. Russische Desinformation: Auf den Mord an Nemzow folgen die Lügen. In: N-tv, 1. März 2015.
  56. Russia Today Deutsch: Die Stimme des Kremls in Deutschland. In: Tagesspiegel, 6. März 2016.
  57. 451°, auf deutsch.rt.com, abgerufen am 24. April 2019
  58. Einmal in Russland, auf deutsch.rt.com, abgerufen am 24. April 2019
  59. DER FEHLENDE PART: [S2 – E110 Willy Wimmer zur politischen Lage in Deutschland nach dem Attentat] (am Ende des Beitrags), auf deutsch.rt.com, abgerufen am 24. April 2019
  60. »Die antirussische Karte verfängt nicht beim Wähler«, auf jungewelt.de
  61. Russische News auf Deutsch wachsen konstant, auf russland.news
  62. Bald eine Million Follower für deutschsprachige Russland-Nachrichten, auf russland.news
  63. Die Likemedien-Top-100 im Februar 2018: Facebook-Interaktionen auf 33-Monats-Tief, Twitter-Interaktionen auf Rekordniveau, Bild verliert 30 %, auf blog.10000flies.de
  64. Die Likemedien-Top-100 im April 2018: Große Verluste für Focus Online, große Gewinne für RT Deutsch, viele Regionale im Aufwind, auf blog.10000flies.de
  65. Facebook-Medien-Report, Teil 4: “Alternativmedien” leiden nicht unter Facebooks Algorithmus-Änderungen, auf meedia.de
  66. RTdeutsch: Arbeit für die „dunkle Seite“? (Audio-Podcast), auf russland.newse
  67. Der Kult um Putin – gerechtfertigt oder gesteuert? (Video), auf russland.newse
  68. rt.com
  69. On contact.
  70. Renegade Inc..
  71. Keiser Report.
  72. America’s Lawyer.
  73. Interview.
  74. Going Underground.
  75. News Thing.
  76. Redacted Tonight.
  77. Watching the Hawks.
  78. SophieCo.
  79. CrossTalk.
  80. Larry King Now.
  81. Sputnik Orbiting the World.
  82. Politicking.
  83. Off the grid.
  84. Capital Account.
  85. Why you should care!.
  86. Breaking the Set.
  87. In Context.
  88. Spotlight.
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  90. Cypherpunks: Episode Eight, full version, pt.2 — Julian Assange.
  91. Moscow Out.
  92. Adam vs. The Man.
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  99. Syria's Assad denies civil war, blames the West, Los Angeles Times, 9 November 2012.
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  107. Marcel H. Van Herpen: Putin's Propaganda Machine: Soft Power and Russian Foreign Policy. Rowman & Littlefield Publishers, 1 October 2015, ISBN 978-1-4422-5361-2, S. 73.
  108. Peter Stone, Greg Gordon: FBI's Russian-influence probe includes a look at Breitbart, InfoWars news sites. 20. März 2017. Abgerufen am 28. September 2018.
  109. Elke Windisch: Russische Medien auf Sparkurs: Russia Today Deutsch vor dem Aus? In: Der Tagesspiegel, 30. Januar 2015.
  110. „Russia Today“: So funktioniert Putins Propaganda-Sender, kurier.at, 4. Dezember 2017; „Tatsächlich scheint Russia Today das in den ersten Jahren versucht zu haben. Viele Nachrichten drehten sich um Ereignisse in Russland oder mit russischer Beteiligung, boten einen offiziellen Blickwinkel auf diese Angelegenheiten. Nur kaum jemand interessierte sich dafür.“
  111. Vgl. z. B.
    • Ilya Yablokov: Conspiracy Theories as a Russian Public Diplomacy Tool: The Case of Russia Today (RT). In: Politics. 35, Nr. 3–4, November 2015, S. 301–315. doi:10.1111/1467-9256.12097.
    • Gary D. Rawnsley: To Know Us is to Love Us: Public Diplomacy and International Broadcasting in Contemporary Russia and China. In: Politics. 35, Nr. 3–4, November 2015, S. 273–286. doi:10.1111/1467-9256.12104.
    • Peter Pomerantsev: The Kremlin's Information War. In: Journal of Democracy. 26, Nr. 4, Oktober 2015, S. 40–50. doi:10.1353/jod.2015.0074.
    • Lilia Shevtsova: Forward to the Past in Russia. In: Journal of Democracy. 26, Nr. 2, April 2015, S. 22–26. doi:10.1353/jod.2015.0028.
    • Nils S. Borchers: „Do You Really Think Russia Should Pay Up for That?“ How the Russia-Based TV Channel RT Constructs Russian-Baltic Relations. In: Javnost – The Public: Journal of the European Institute for Communication and Culture. 18, Nr. 4, 2011, S. 89–106. doi:10.1080/13183222.2011.11009069.
  112. a b Peter Pomerantsev: Nichts ist wahr und alles ist möglich: Abenteuer in Putins Russland. Deutsche Verlags-Anstalt 2015, ISBN 978-3-421-04699-4, Seite 67
  113. Nikita Prokunin, Andrey Kozenko: Reporters Without Borders Don’t Fancy Russia Today. In: Kommensant, 21. Oktober 2005.
  114. Secretary Kerry on Ukraine“ (Press release). CSPAN. 24 April 2014. (Originalzitat: „Russia Today network has deployed to promote president Putin's [Ende der Übersetzung] fantasy about what is playing out on the ground. They almost spend full-time devoted to this effort, to propagandize, and to distort what is happening or not happening in Ukraine.“)
  115. In case you weren’t clear on Russia Today’s relationship to Moscow, Putin clears it up. Abgerufen am 23. April 2019 (englisch).
  116. Lawrence Pintak, America's media bubble (Memento vom 10. Juni 2014 im Internet Archive), Boston Globe, 19 November 2006. (Highbeam)
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  124. a b …in striving to bring the West an alternate point of view, [RT] is forced to talk to marginal, offensive, and often irrelevant figures who can take positions bordering on the absurd. […] ‘I’m highly suspicious about the narrative I’m getting on CNN,’ he says. ‘It seems to be the flip side of RT. It’s too black and white, too virtuous and simple. Each side sounds like one hand clapping.’ RT might have a hard Kremlin slant, but Cohen argues that ‘any intelligent viewer can sort this out. I doubt that many idiots find their way to RT. First, you have to pay a lot for cable, and then you have to get way up in the numbers to find it.’” Jesse Zwick: Pravda LiteThe New Republic, 14. März 2012
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  128. Julia Ioffe: What Is Russia Today?The Kremlin’s propaganda outlet has an identity crisis – Columbia Journalism Review, 28. September 2010 "… RT dedicated a twelve-minute interview to Hank Albarelli, a self-described American “historian” who claims that the CIA is testing dangerous drugs on unwitting civilians. … On a recent episode of Peter Lavelle’s CrossTalk, the guests themselves berated Lavelle for saying that the 9/11 terrorists were not fundamentalists. (The “Truther” claim that 9/11 was an inside job makes a frequent appearance on the channel, though Putin was the first to phone in his condolences to President Bush in 2001.) “I like being counterintuitive,” Lavelle told me. “Being mainstream has been very dangerous for the West.” This oppositional point of view was especially clear when RT rolled out a series of ads in the U.K. that featured images of Obama and Iran’s Mahmoud Ahmadinejad and asked, 'Who poses the greater nuclear threat?' or conflated pictures of a polar bear and an alien next to the text: 'Climate Change: Science fact or science fiction?' "
  129. Catch Carlos If You Can. In: Radio Free Europe, 14. März 2018.
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  141. Julia Ioffe: What is Russia Today?, 1. September 2010 für Columbia Journalism Review, erwähnt in www.slate.com; „Russia Today was conceived as a soft-power tool to improve Russia’s image abroad, to counter the anti-Russian bias the Kremlin saw in the Western media. Since its founding in 2005, however, the broadcast outlet has become better known as an extension of former President Vladimir Putin’s confrontational foreign policy. Too often the channel was provocative just for the sake of being provocative.“
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  160. Serie: Russian Analytical Digest (RAD) Titel: Information Warfare
    Autor(en)
     Elizabeth Nelson, Robert Orttung, Anthony Livshen, Yelizaveta Layer, Oksana Ryjouk
    Herausgeber
     Stephen Aris, Matthias Neumann, Robert Orttung, Jeronim Perović, Heiko Pleines, Hans-Henning Schröder, Aglaya Snetkov
    Ausgabe
     177
    Verlag(e)
     Center for Security Studies (CSS), ETH Zurich; Research Centre for East European Studies, University of Bremen; Institute for European, Russian and Eurasian Studies, George Washington University
    Publikationsjahr
     2015
    PDF
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  163. Kremlin TV Loves Anti-War Protests—Unless Russia Is the One Waging War, The NewRepublic, 2. März 2014; „It has even created an institution that is dedicated solely to the task of whataboutism. It's called Russia Today.“
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  165. Peter Pomerantsev: Nothing is True and Everything is Possible: Adventures in Modern Russia. Faber & Faber, 2015, ISBN 978-0-571-30803-3 (books.google.de [abgerufen am 28. Dezember 2016]): „Russia Today began to look and sound like any 24/7 news channel: the thumping music before the news flash, the earnest pretty newscasters, the jock-like sports broadcasters. (keine Seitenangabe in der verlinkten Google-Books-Vorschau des Textes)“
  166. Russia Today is Putin's weapon of mass deception. Will it work in Britain? In: The Spectator. 6. Dezember 2014 (spectator.co.uk [abgerufen am 28. Dezember 2016]): „RT does cover genuine reports about legitimate stories, seriously and without obvious bias, which makes it seem at times like any other news network. Not everything is a façade of lies. But RT is about a great deal more than that — and less.“
  167. Neil Macfarquhar: A Powerful Russian Weapon: The Spread of False Stories. In: The New York Times. 28. August 2016, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 31. Dezember 2016]).
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  173. Andreas Macho: Russia Today: Der Propaganda-Sender des Kremls in Deutschland. In: Handelsblatt, 21. November 2014.
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Koordinaten: 55° 46′ 17,8″ N, 37° 42′ 51,8″ O