Triebel/Vogtl.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Triebel/Vogtl.
Triebel/Vogtl.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Triebel/Vogtl. hervorgehoben
Koordinaten: 50° 21′ N, 12° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Oelsnitz/Vogtl.
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 43,09 km2
Einwohner: 1235 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 08606
Vorwahl: 037434
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 440
Gemeindegliederung: 9 Gemarkungen, 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 52
08606 Triebel/Vogtl.
Webpräsenz: www.gemeinde-triebel.de
Bürgermeisterin: Ilona Groß (parteilos)
Lage der Gemeinde Triebel/Vogtl. im Vogtlandkreis
TschechienBayernThüringenErzgebirgskreisLandkreis ZwickauAdorf/Vogtl.Auerbach/Vogtl.Bad BrambachBad ElsterBergen (Vogtland)BösenbrunnEichigtEllefeldElsterbergFalkenstein/Vogtl.Grünbach (Sachsen)HeinsdorfergrundKlingenthalLengenfeld (Vogtland)Limbach (Vogtland)MarkneukirchenMühlentalMuldenhammerNetzschkauNeuensalzNeumark (Vogtland)Neustadt/Vogtl.Oelsnitz/Vogtl.Pausa-MühltroffPlauenPöhlReichenbach im VogtlandWeischlitzRodewischRosenbach/Vogtl.Schöneck/Vogtl.Steinberg (Vogtland)Triebel/Vogtl.TheumaTirpersdorfTreuenWerdaKarte
Über dieses Bild

Triebel/Vogtl. ist eine Gemeinde im sächsischen Vogtlandkreis südlich von Plauen. Sie gehört zum Vogtland und zur Verwaltungsgemeinschaft Oelsnitz/Vogtl.

Der Kirchberg in Triebel (2010)

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort erhebt sich der 504 m ü. NN hohe Kirchberg. Der höchstgelegene Punkt im Umkreis von Triebel ist der 629 m ü. NN hohe, zwischen Triebel, Obertriebel und Haselrain liegende Platzerberg. Triebel wird vom Triebelbach durchquert.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden im Vogtlandkreis sind Bösenbrunn, Eichigt, Weischlitz und die Stadt Oelsnitz/Vogtl. Im Südwesten grenzen die zum bayerischen Landkreis Hof gehörenden Gemeinden Gattendorf, Regnitzlosau und Trogen an.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Triebel gehören folgende Ortsteile

Keine eigene Gemarkung haben die Ortsteile Haselrain (zu Posseck) und Loddenreuth (zu Sachsgrün). Andererseits existieren noch die Gemarkungen der einstigen Dörfer Troschenreuth und Ebersberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebel wurde urkundlich erstmals im Jahr 1303 genannt.[2] Die Entstehung des Dorfes ist vermutlich einem durch den Triebelbach betriebenen Eisenhammer zu verdanken. Um diesen herum wurde durch Rodungen der Ort in Form eines Waldhufendorfes angelegt.

Die Orte Ober- und Untertriebel gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Voigtsberg. Am 1. Juli 1950 wurden sie zur Gemeinde Triebel/Vogtland vereinigt.[3] Die Gemeinde vergrößerte sich durch Eingliederung der Gemeinden Posseck und Sachsgrün 1993 erheblich. Der Anschluss der Gemeinde Wiedersberg erfolgte 1994.

Zu DDR-Zeiten wurde im Ort ein Ferienlager geschaffen, das nach 1990 dem Verfall preisgegeben wurde.

Die Gemeinde feierte 2003 ihr 700-jähriges Bestehen. Triebel wurde am 18. März 2004 Mitglied der grenzüberschreitenden Mikroregion Freunde im Herzen Europas.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Blosenberg[4] 1. Mai 1968 Eingemeindung nach Wiedersberg
Ebersberg[5] vor 1880 Eingemeindung nach Troschenreuth, heute Wüstung
Gassenreuth[4] 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Sachsgrün
Haselrain[5] vor 1880 Eingemeindung nach Posseck
Loddenreuth[5] vor 1880 Eingemeindung nach Sachsgrün
Obertriebel[4][6] 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Untertriebel zu Triebel
Posseck[7] 1. Januar 1993
Sachsgrün[7] 1. Januar 1993
Troschenreuth[4][6] 1. Juli 1950
 
Eingemeindung nach Wiedersberg,
1972 im Zuge der Grenzsicherung endgültig abgetragen
Untertriebel[4][6] 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Obertriebel zu Triebel
Wiedersberg[7] 1. Januar 1994

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):[8]

  • 1998: 1664
  • 1999: 1683
  • 2000: 1667
  • 2001: 1710
  • 2002: 1686
  • 2003: 1696
  • 2004: 1653
  • 2005: 1587
  • 2007: 1584
  • 2010: 1410
  • 2011: 1403
  • 2012: 1307
  • 2013: 1284
  • 2014: 1276
  • 2015: 1261

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[9]
Wahlbeteiligung: 52,4 % (2009: 57,9 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
59,8 %
17,8 %
n. k.
13,4 %
8,9 %
FWT
WTS
Bürger
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+1,2 %p
+5,1 %p
-11 %p
+3,8 %p
+0,7 %p
FWT
WTS
Bürger
    
Insgesamt 14 Sitze
  • Linke: 2
  • SPD: 2
  • FWT: 9
  • Bürger: 1

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Triebel e.V. (FWT): 9 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Bürger für Triebel: 1 Sitz

Als Bürgermeisterin fungiert ehrenamtlich Ilona Groß (parteilos).

Ortspartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebel ist die Partnergemeinde der Gemeinde Dornum in Ostfriesland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Ortsteil Wiedersberg befindet sich die Ruine der Burg Wiedersberg, im Ortsteil Posseck eine verfallene barocke Rittergutsanlage aus dem 18. Jahrhundert mit älterem Kern[10], die nach Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst von der Roten Armee genutzt wurde, anschließend bis 1992 als dörfliches Kulturhaus und von 1992 bis 1999 als Gemeindeverwaltung diente.[11][12] Durch die spätere Privatisierung ist eine Nutzung als gesellschaftliches Dorfzentrum nicht mehr möglich; seither wird das Gebäude nicht saniert und bleibt ungenutzt.[13] Im Ortsteil Sachsgrün ist das ehemalige Herrenhaus des Ritterguts Sachsgrün mit einer Parkanlage und die Kirche Sankt Ägidius mit einem klassizistischen Saalbau zu finden. Westlich des Dorfes am Fuchspöhl wurde ein Gedenkstein für den Heimatforscher Eduard Johnson aufgestellt. Die Häusergruppe Loddenreuth in der Flur von Sachsgrün liegt an drei Teichen, die aus dem Feilebach gespeist werden. Kirchen existieren in Triebel, Sachsgrün, Posseck und Wiedersberg. In der Gemeinde gibt es seit 2001 das einzige Vipassana-Meditationszentrum in Deutschland (Alte Straße 6).

Wehrkirche Triebel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wehrkirche Triebel auf dem Kirchberg (2018)

Triebel war lange Zeit von der befestigten Wehrkirche Triebel überragt. Die Sankt-Ägidien-Kirche stürzte 1988 ein und ist heute wiederaufgebaut. Die Dorfkirche und die dazugehörigen Befestigungsmauern befinden sich auf dem Kirchberg. Neben der einstigen Ruine wurden 2003 zunächst ein kleiner Glockenturm und später die Kirche durch die Initiative eines im März 2008 gegründeten Fördervereins errichtet. Die Kirche konnte der Öffentlichkeit im Jahr 2018 bei nahezu abgeschlossenen Bauarbeiten präsentiert werden (Stand: September 2018).

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Triebel/Vogtl. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wissenswertes über unsere Gemeinde Internetseite der Gemeinde Triebel. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  3. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  4. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  5. a b c Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  6. a b c Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  7. a b c Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Datenquelle: Statistisches Landesamt Sachsen
  9. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  10. Posseck Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen. Abgerufen am 20. Juli 2013.
  11. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. bearbeitet von Barbara Becker, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius et al., München 1998, S. 989–990
  12. Beschreibung der Orte Internetseite der Gemeinde Triebel. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  13. Herrenhaus Posseck Internetseite Schloss-Katalog. Abgerufen am 4. August 2013.