Regnitzlosau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Regnitzlosau
Regnitzlosau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Regnitzlosau hervorgehoben
Koordinaten: 50° 18′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 528 m ü. NHN
Fläche: 39,9 km²
Einwohner: 2319 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95194
Vorwahlen: 09294, 09283 (Draisendorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 161
Gemeindegliederung: 31 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 24
95194 Regnitzlosau
Webpräsenz: www.regnitzlosau.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Kropf (Freie Wähler Regnitzlosau)
Lage der Gemeinde Regnitzlosau im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der Saale Zell im Fichtelgebirge Weißdorf Trogen (Oberfranken) Töpen Stammbach Sparneck Selbitz (Oberfranken) Schwarzenbach am Wald Schauenstein Rehau Regnitzlosau Oberkotzau Naila Münchberg Lichtenberg (Oberfranken) Konradsreuth Köditz Issigau Helmbrechts Geroldsgrün Gattendorf (Oberfranken) Feilitzsch Döhlau Berg (Oberfranken) Bad Steben Landkreis Kronach Hof (Saale) Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Martinlamitzer Forst-Nord Geroldsgrüner Forst Gerlaser Forst Forst Schwarzenbach a.Wald Sachsen Thüringen TschechienKarte
Über dieses Bild

Regnitzlosau ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof. Die Gemeinde ist mit ihrem Ortsteil Hinterprex einer der drei Anliegerorte des bayerisch-sächsisch-böhmischen Dreiländerecks.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regnitzlosau liegt eingebettet in den hügeligen Ausläufern der Mittelgebirge Fichtelgebirge, Frankenwald und Elstergebirge.

Blick über Regnitzlosau von Süden

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Osten des Landkreises Hof im Tal der Südlichen Regnitz, die das Gemeindegebiet von Ost nach West durchfließt.

Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt an der Regnitz bei 495, der höchste bei Prex auf 602 Meter. Die Siedlungsfläche erstreckt sich hauptsächlich auf den Niedernberg und den Hohenberg.

Beim Ortsteil Hinterprex befindet sich das Dreiländereck Bayern-Sachsen-Böhmen, wo bis zur Wiedervereinigung die Grenzen zur DDR und zur Tschechoslowakei aufeinandertrafen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn – beginnend im Norden – grenzen folgende Gemeinden an Regnitzlosau: Triebel/Vogtland, Eichigt (beide im sächsischen Vogtlandkreis), Hranice u Aše/Tschechien, Rehau, Döhlau und Gattendorf.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Regnitzlosau ist in[2] 31 Ortsteile eingeteilt:

  • Draisendorf
  • Förtschenbach
  • Haag
  • Henriettenlust
  • Hinterprex
  • Hohenschwesendorf
  • Hohenvierschau
  • Huschermühle
  • Kirchbrünnlein
  • Klötzlamühle
  • Mittelhammer

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich von Regnitzlosau wies 2001 die Regierung von Oberfranken das Naturschutzgebiet Südliche Regnitz und Zinnbach aus. Dadurch sollen die größten Bestände in Mitteleuropa der vom Aussterben bedrohten Flussperlmuschel erhalten werden.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Regnitzlosau leitet sich von der in die Sächsische Saale fließenden Regnitz und vom Namen des Adelsgeschlechts von Lasan ab.

Regnitzlosau wurde 1234 erstmals in einer lateinischen Urkunde erwähnt. Cunradus, Arnoldus und Ciban „de Lasan“ (von Losau) bezeugen darin eine Stiftung des Cunradus von Kotzau an das Kloster Speinshart. Regnitzlosau gehörte damals zu dem von den Vögten von Weida regierten Vogtland. 1322 wurde die Pfarrei Regnitzlosau, zu der die Kapelle in Posseck gehörte, als selbständig beurkundet. Das gesamte Regnitzland kam 1373 unter die Herrschaft der Burggrafen von Nürnberg. Johann Christoph von Reitzenstein auf Nentschau baute von 1750 bis 1752 das barocke Schloss Hohenberg.

Nachdem das hohenzollernsche Gebiet der Burggrafen von Nürnberg zwischenzeitlich zum Fürstentum Bayreuth gehört hatte, kam Regnitzlosau 1810 zum Königreich Bayern. 1872 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1906 hielt die Industrialisierung Einzug mit einem Elektrizitätswerk am Schlosshang. Zwei Jahre später wurde die Textilfabrik Friedrich Adolf Soergel gegründet. Seit der deutschen Teilung ab 1945 lag Regnitzlosau im Grenzgebiet zur DDR und zur Tschechoslowakei. Durch die Wiedervereinigung 1989 konnten viele der alten Verbindungen wieder aufgenommen werden.[4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regnitzlosau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts christianisiert. Ein Jahrhundert später wurde die erste Pfarrei erwähnt. Nachdem sich das Fürstentum Bayreuth bald zur lutherischen Konfession bekannte, wurde auch Regnitzlosau 1527 evangelisch.[5] Katholiken siedelten sich erstmals wieder ab 1810 an, als Regnitzlosau zum Königreich Bayern kam. Eine eigene katholische Gemeinde entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich viele Heimatvertriebene aus ehemaligen katholischen Gebieten in Regnitzlosau niederließen. Heute ist der überwiegende Teil der Bevölkerung evangelisch.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der bayerischen Gemeindegebietsreform wurden am 1. Januar 1972 die ehemals selbständigen Gemeinden Nentschau, Prex und Schwesendorf sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Draisendorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Vierschau hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1960 2988
1970 3007
1980 2674
1990 2674
Jahr Einwohner
2000 2746
2002 2692
2003 2670
2004 2607
Jahr Einwohner
2005 2574
2006 2580
2007 2562
2011 2464
2013 2336

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bis 2000 [1]; ab 2002 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Legislaturperiode 2014/2020 besteht der Gemeinderat aus 14 Mitgliedern.

  • CSU: 8
  • Freie Wähler Regnitzlosau: 6

Zudem ist für die ehemaligen Gemeinden Nentschau, Schwesendorf und Osseck je ein Ortssprecher im Gremium. Hans-Jürgen Kropf von den Freien Wählern Regnitzlosau wurde ohne Gegenkandidat wieder zum Ersten Bürgermeister gewählt.[7]

Wappen von 1970

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Wappen ist geteilt; oben befindet sich in Rot ein silberner Schrägbalken, der mit einem roten Spinnrocken mit goldenem Stiel belegt ist; unten ist das Wappen wiederum geteilt, von Silber und Rot. Das silberne Feld ist mit einer flachen schwarzen Tonschale belegt.“[8]

  • Erklärung

Der silberne Schrägbalken ist das Wappen derer von Reitzenstein und weist auf die jahrhundertelange Verbindung dieses Adelsgeschlechts mit der Geschichte der Gemeinde hin. Gleiches gilt für die untere Silber-Rot-Teilung vom Geschlecht derer von Feilitzsch. Der Spinnrocken und die Tonschale weisen auf ehemals wichtige Handwerkszweige hin; die Hafnerei, für die die Schale steht, gibt es inzwischen nicht mehr.[9]

Städtefreundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied in der deutsch-tschechischen Vereinigung Freunde im Herzen Europas.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptstraße

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern besteht zum größten Teil noch aus alten Bauernhäusern. Das älteste unter ihnen ist das „Dienisn Heisla“, das in traditioneller Holzblockbauweise errichtet wurde.

Die St.-Aegidien-Kirche überragt mit ihrem 36 Meter hohen Turm die Gemeinde und ist von Weitem zu erkennen. In ihrer heutigen Gestalt wurde sie 1703 fertiggestellt. Gegenüber der Kirche befindet sich das 1792 erbaute Pfarrhaus.

Auf dem Hohenberg befinden sich die Überreste des 1958 abgebrannten Schlosses Hohenberg, von dem nur noch das Hauptportal und die weitläufigen Schlossgärten übrig blieben. Von ortsgeschichtlicher Bedeutung sind außerdem Schloss Niedernberg und Spuren eines Turmhügels.

Zur Liste der Baudenkmäler in Regnitzlosau gehören Wohnhäuser, darunter Wohnstallhäuser oder Dreiseithöfe, Schlösser, Mühlen und weitere Kleindenkmale, wie Pechsteine oder Steinkreuze.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wiesenfest findet alle zwei Jahre auf dem Festplatz beim Feuerwehrhaus statt. Jährliche Veranstaltungen sind:

  • 1.-Mai-Feierlichkeiten mit Aufstellen des Maibaums
  • Herbstkirchweih
  • Adventsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Staatsstraße 2192 hat die Gemeinde Regnitzlosau eine direkte Verkehrsanbindung an die A 93 mit der Anschlussstelle Nr. 3 „Regnitzlosau“.

Der Verkehrslandeplatz Hof-Plauen, von dem aus früher eine Linie nach Frankfurt am Main bestand, ist von Regnitzlosau 15 Kilometer entfernt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramablick über Regnitzlosau (Sicht vom Fußballplatz)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20100828/153306&attr=OBJ&val=1235
  3. Regierung von Oberfranken: Dokumentation der Naturschutzgebiete in Oberfranken, 25. März 2009
  4. Gemeinde Regnitzlosau: Kurzchronik, 24. März 2009
  5. Evangelische Kirchengemeinde Regnitzlosau: Geschichte der Pfarrei, 1. April 2009
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 556.
  7. Statistisches Landesamt Bayern: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in den kreisangehörigen Gemeinden, 23. März 2009
  8. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappenbeschreibung, 11. März 2009
  9. Haus der Bayerischen Geschichte: Wappengeschichte, 11. März 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Regnitzlosau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien