Triftern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Triftern
Triftern
Deutschlandkarte, Position des Marktes Triftern hervorgehoben
Koordinaten: 48° 24′ N, 13° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 391 m ü. NHN
Fläche: 62,26 km2
Einwohner: 5235 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84371
Vorwahl: 08562
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 149
Marktgliederung: 95 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Magistratsstraße 1
84371 Triftern
Webpräsenz: www.triftern.de
Bürgermeister: Walter Czech (CSU)
Lage des Marktes Triftern im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Landkreis Rottal-Inn) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Triftern von Osten
Die Pfarrkirche St. Stephanus

Triftern ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triftern liegt im Isar-Inn-Hügelland am Altbach in einem kleinen Seitental der Rott etwa sieben Kilometer südöstlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, zwölf Kilometer südwestlich von Bad Birnbach, 28 km westlich von Pocking, 17 km nördlich von Simbach bzw. 18 km von Braunau sowie 20 km östlich von Eggenfelden. Die nächstgelegene Bahnstation an der Regionalbahnstrecke Passau - Mühldorf befindet sich im fünf Kilometer entfernten Anzenkirchen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triftern hat 95 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Funde aus der Steinzeit und der Bronzezeit verweisen auf eine vorgeschichtliche Besiedelung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Truftara während der Regierungszeit des Bischofs Reginhar von Passau (818-838). Der Name wird von althochdeutsch trufteren (hin- und herschwingen) abgeleitet und findet sich im Wort Trift (Holztransport). Nach Truftrin, Truftiren, Truftern, Trüftern und Trifftern ist Triftern erst ab 1797 bezeugt.

Das Marktrecht wurde dem Ort 1388 verliehen. Der Nachweis hierüber ist ein Giltverzeichnis von 1388, das als Urkunde den Nachweis über die Markterhebung bringt. Am 25. April 1486 erhielt der Markt Triftern von Herzog Georg dem Reichen das Wappenrecht. Der Markt gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Pfarrkirchen des Kurfürstentums Bayern. Triftern besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Jahr 1806 wurde dem Markt die Justizgewalt genommen. Triftern bildete einen eigenen Steuerdistrikt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1860 wurde die Wiedereinführung der magistratischen Verfassung erlaubt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden in den Markt Triftern am 1. Januar 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Lengsham, Voglarn und Wiesing[3], am 1. Januar 1972 Anzenkirchen eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1976 kamen Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Ulbering hinzu. Neukirchen bei Pfarrkirchen folgte am 1. Mai 1978.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 5175 Einwohner
  • 1970: 5075 Einwohner
  • 1987: 5012 Einwohner
  • 1991: 5148 Einwohner
  • 1995: 5250 Einwohner
  • 2000: 5375 Einwohner
  • 2005: 5415 Einwohner
  • 2010: 5208 Einwohner
  • 2015: 5235 Einwohner

Hochwasser 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach anhaltenden Regenfällen schwoll der kleine Altbach am 31. Mai 2016 zu einem 200 Meter breiten reißenden Fluss an, setzte den Ortskern unter Wasser und machte etliche Straßen unpassierbar. Zufahrtsstraßen und Brücken waren überschwemmt, und Eingeschlossene wurden mit Hubschraubern gerettet. Der Landkreis Rottal-Inn rief den Katastrophenfall aus.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bürgermeister ist Walter Czech (CSU).
  2. Bürgermeister ist Karl Altmann (WG Anzenkirchen).
  3. Bürgermeister ist Andreas Resch (WG Umland).

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 6 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
  • WG Anzenkirchen: 4 Sitze
  • ödp: 4 Sitze
  • WG Umland: 3 Sitze
  • WG Neukirchen: 3 Sitze

Kommunalwahl 2014: [6]

  • CSU (5 Sitze)
  • WGA (4 Sitze)
  • WGN (4 Sitze)
  • WGU (4 Sitze)
  • ödp (3 Sitze)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Stephan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der spätgotische einschiffige Bau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erhielt 1860/61 zwei Seitenschiffe. Die Kuppel des Westturms stammt aus dem Jahr 1741. Die Ausstattung der Kirche ist neugotisch. Ein Rotmarmorgrabmal für Leo von Lenberg zu Triftern entstand etwa 1520.

Markt und Schloss Triftern nach einem Stich von Michael Wening von 1721

Ehemaliges Schloss Triftern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bauten rund um die Pfarrkirche blieben ein dreigeschossiger Bau des 16. Jahrhunderts und das vom 17. bis zum 19. Jahrhundert entstandene Weiherhaus mit Krüppelwalmdach erhalten.

Kaser Steinstube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kaser Steinstube, in einem Waldstück zwischen Unterpaikertsham, Voglarn und Osten gelegen (48° 22′ 35″ N, 12° 59' 58″ E), ist eine Ansammlung größerer Gesteinsblöcke, die sich über mehr als 100 Meter Länge und bis zu 20 Meter Breite erstreckt. Es handelt sich dabei um einen Blockstrom, der im Laufe des Quartärs am Westrand der Hochfläche, die sich südöstlich von Triftern ausdehnt, entstand. Das dort anstehende, harte miozäne Quarzkonglomerat der Oberen Süßwassermolasse verwitterte zu Blöcken, die durch Bodenfließen hangabwärts Richtung Westen transportiert wurden. Die Kaser Steinstube ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als geschütztes Geotop ausgewiesen[7] und in die offizielle Liste „Bayerns schönste Geotope“ aufgenommen worden[8] (siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Rottal-Inn).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Graf Lenberger Grund- und Mittelschule Triftern
  • Kindergarten St. Stephan Triftern
  • Freifrau Fleissner von Wostrowitz-Kindergarten in Anzenkirchen
  • Gemeindebücherei, hervorgegangen aus der vormaligen Pfarrbücherei

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen in Verbindung mit der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Engleder (* 1982), Sportschützin und Olympiasiegerin 2016, wohnt in Triftern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111201/201121&attr=OBJ&val=819
  3. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 542.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 629.
  5. Reportage aus Triftern spiegel.de, 2. Juni 2016.
  6. http://www.triftern.de/node/67
  7. Geotop: Blockstrom Kaser Steinstuben (abgerufen am 17. Oktober 2013; PDF; 179 kB)
  8. Blockstrom Kaser Steinstuben (abgerufen am 17. Oktober 2013)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Triftern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien