Bad Birnbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Bad Birnbach
Bad Birnbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Bad Birnbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 27′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Birnbach
Höhe: 376 m ü. NHN
Fläche: 68,85 km2
Einwohner: 5678 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 84364, 84371
Vorwahl: 08563
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 113
Marktgliederung: 85 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Neuer Marktplatz 1
84364 Bad Birnbach
Webpräsenz: www.badbirnbach.de
Bürgermeister: Josef Hasenberger (CSU)
Lage des Marktes Bad Birnbach im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Landkreis Rottal-Inn) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf am Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Darstellung der Thermalquelle
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Bad Birnbach, bis 1987 Birnbach, ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Birnbach. Der Ort im Niederbayerischen Bäderdreieck ist durch sein Thermalbad, die Rottal Terme, bekannt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Birnbach liegt etwas erhöht über dem sanften Tal der Rott in der Region Landshut etwa 12 km östlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 20 km westlich von Pocking, 27 km südlich von Vilshofen sowie 43 km von Passau entfernt.

Niederbayerisches Bäderdreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit Bad Füssing und Bad Griesbach im Rottal bildet Bad Birnbach das Niederbayerische Bäderdreieck.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Birnbach hat 85 Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Bayerbach, Bad Griesbach im Rottal, Egglham, Kößlarn und Pfarrkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 812 wurde Perinpah erstmals urkundlich erwähnt, als am 24. Juni dieses Jahres die Ritter Ruman und Gerhart ihre Besitzungen in Tuttinga und Perinpah dem Bischof von Passau schenkten. Pfarrer Maximilian Hartmann identifizierte in einem Beitrag in den Ostbairische Grenzmarken Perinpah mit Birnbach.

Seit dem 9. Jahrhundert war Birnbach Pfarrsitz mit einer großen Pfarrökonomie. Schon im 12. Jahrhundert ist in Birnbach ein Adelsgeschlecht erwähnt. Von 1241 bis 1248 war Albert Behaim Pfarrer in Birnbach. Seit dem 14. Jahrhundert war es ein herzogliches Amt. Während des Bayerischen Erbfolgekrieges wurde der Ort 1504 eingeäschert. Danach entwickelte sich das neue, im Kern noch heute erhaltene Birnbach. 1673 wurde es zur geschlossenen Hofmark Birnbach erhoben. Die 1483 erbaute spätgotische Kirche brannte 1675 nieder, wurde aber bald darauf wieder aufgebaut. Ihren Turm erhielt sie erst 1828 bis 1831.

1677 erhielt Birnbach durch einen Kurfürstlichen Gnadenbrief erstmals das Recht, Märkte abzuhalten. Im 19. Jahrhundert erwarben die Grafen von Arco-Valley das mittelalterliche Gut unweit der Kirche und bauten eine große Brauerei auf die Grundstücke des einstigen Adelssitzes. Die Gräfliche Brauerei Arco-Valley besteht in Bad Birnbach noch heute.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 bohrte die Bayerische Mineralölindustrie AG bei Birnbach nach Erdöl. Statt auf Erdöl stieß man auf Thermalwasser. Auf Verfügung der Reichsregierung musste die Bohrung wieder zugeschüttet werden. Erst 1973 wurde erneut nach dem Thermalwasser gebohrt, und am 21. September 1973 entdeckte man in 1700 Metern Tiefe eine Thermalquelle. Am 23. September begutachtete man das Wasser, das sich auf einer Wiese dampfend in eine Badewanne ergoss. Der 1973 gegründete Zweckverband Thermalbad Birnbach trug die Entwicklung. 1974 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Kurmittelhaus, das dem Typ des bayerischen Vierseithofes nachgebildet wurde. Vom Kurzentrum räumlich getrennt entstand nördlich von Birnbach der reine Urlaubsbereich.

Im Juli 1976 wurde die Rottal Therme eröffnet. 1979 folgte die Anerkennung von Birnbach als Erholungsort und von Rottal Terme® als Heilquellenkurbetrieb. Am 11. Dezember 1979 konnte ein Erweiterungsbau der Rottal Terme eröffnet werden. Birnbach veränderte sein Erscheinungsbild wesentlich, es entstand ein eigener Marktplatz, umgeben von Geschäften mit Arkadengängen, ein neues Rathaus, Verkehrsamt und Postamt, Hotels, Banken und Betriebe. 1984 wurde Birnbach zur Marktgemeinde erhoben, 1987 das Prädikat Bad verliehen.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autonomes Fahren mit dem eKleinbus EZ10 von Easymile

In Bad Birnbach testet die Deutsche Bahn seit dem 29. April 2017 auf der Kurallee den ersten fahrerlosen Bus Deutschlands.[3] Seit Oktober 2017 fährt der Elektrobus vom Neuen Marktplatz über das Artrium über drei Haltestellen bis zu Therme im Linienbetrieb. Die gesamte Streckenlänge beträgt 660 m und wird bei maximal 15 km/h innerhalb acht Minuten bewältigt. Im Laufe des Jahres 2018 führt dann die verlängerte Fahrtstrecke Autonomes Fahren vom Bahnhof bis zur Rottal Terme ein. Der Kleinbus bietet Sitzgelegenheiten für maximal sechs Personen sowie einen Sicherheitsbeauftragten. Das, von dem französischen Unternehmen Easymile produzierte Fahrzeug wird von der Deutschen Bahn betrieben.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurde Birnbach um das Gebiet der bis dahin selbständigen Gemeinde Untertattenbach vergrößert.

Am 1. Januar 1972 kam ein Teil von Kindlbach hinzu.

Am 1. Juli 1972 erfolgte der Zusammenschluss mit Asenham und Hirschbach.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirche. Jedoch werden neben den in der Pfarrkirche abgehaltenen katholischen Gottesdiensten, im Atrium auch evangelische Gottesdienste abgehalten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus am Neuen Markt

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Bürgermeister ist Josef Hasenberger (CSU).[6]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat setzt sich aus dem 1. Bürgermeister und 20 Marktgemeinderatsmitgliedern zusammen.

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:

2002 2008
CSU 6 6
Freie Wählergemeinschaft Hirschbach-Brombach 4 4
Tattenbacher Liste 2 2
SPD 2 1
Wählergemeinschaft Asenham 2 2
Wählergemeinschaft Schwertling 2 1
Unabhängige Wähler 1 1
Wählergemeinschaft Schwaibach 1 2
Freie Bürgerliste n.a. 1
Gesamt 20 20

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus mehreren ehemaligen Adelsherrschaften wurden für eine Repräsentation im neuen Gemeindewappen wegen ihrer besonderen Bedeutsamkeit für die geschichtliche Entwicklung der beteiligten Orte eine Seitenlinie der Grafen von Tattenbach als Hofmarksinhaber in Hirschbach (mit dem redenden Wappen einer Hirschstange) sowie die ab 1670 in Birnbach ansässige Familie von Schmid, aus der der bayerische Kanzler Caspar von Schmid (* 1622 | † 1693) entstammte (Wappen: Rosenzweig), ausgewählt. Durch die Farbgebung Silber und Rot wird zudem auch der Gemeindeteil Brombach angesprochen, da diese Farben in den Wappen einiger Inhaber dieser früheren Hofmark, namentlich der Familien v. Prachbeck, v. Venningen und v. Molzer dominieren.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Birnbach liegt an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit sowie an der B 388.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Wirtschaftsfaktor in Bad Birnbach ist der Tourismus. Aufgrund der Eröffnung der Rottal Terme wurden seit 1976 viele Hotelanlagen und Appartementhäuser gebaut; die Übernachtungskapazität liegt mittlerweile bei etwa 4280 Gästebetten in 146 Unterkünften.

Rottal-Terme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chipband für den Badebereich der Rottal-Terme

Das Kurmittelhaus Rottal-Terme Bad Birnbach ist als Heilquellenkurbetrieb staatlich anerkannt und beihilfefähig. Die Auslauftemperatur der Chrysantiquelle bzw. Konradsquelle beträgt je nach Entnahmemenge bis zu 70 °C.[8] Beide Quellen gehören dank der hohen Wassertemperatur zu den wärmsten Thermal-Mineralquellen Mitteleuropas. Insgesamt verfügt die Rottal-Terme über 31 Becken. Die Therme ist unterteilt in Therapiebad und Vitarium. Das Vitarium ist zudem unterteilt in eine Thermenwelt und eine Sauna-Erlebniswelt.

Die Thermalquellen der Rottal Terme sind Fluoridhaltige Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Quellen. Behandelt werden damit u.a. deformierende Gelenkerkrankungen, chronische entzündliche rheumatische Erkrankungen, chronisch degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und Weichteilrheumatismus.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bad Birnbach sind eine Grund- und Mittelschule sowie eine Musikschule und eine staatlich anerkannte Berufsfachschule für Krankengymnasten, Masseure und med. Bademeister ansässig.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Freizeitangebot des Kurortes umfasst ein Sport- und Freizeitzentrum mit mehreren Tennisplätzen und -hallen, Fußballplätzen, einer Inlineskatebahn, einer Minigolfanlage, Luftgewehrschießstände, Bogenschützenplatz und vieles mehr. Zudem verfügt Bad Birnbach und dessen Umgebung über eine große Zahl an Wegen zum Wandern, Nordic Walking und außerdem zahlreiche Ausgangspunkte für Radtouren mit unterschiedlichen Ansprüchen. Die Strecken für Nordic Walking erstrecken sich über insgesamt 51 km.

Der Golfpark Bella Vista in Bad Birnbach, der vom Markt Bad Birnbach angelegt wurde, wurde im August 2007 eingeweiht. Dieser verfügt über einen 18-Loch-Platz, einen 9-Loch-Kurzplatz und eine 280 Meter lange „Driving Range“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde 1483 erbaut und 1675 nach einem Brand erneuert. Der Turm entstand 1828. In ihrem Inneren besitzt die Kirche gotische und barocke Bauteile. Der Hochaltar ist neugotisch, der Chrysanthus-Altar in der Seitenkapelle im Rokokostil.

Artrium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Anfang 2001 fertiggestellte Artrium dient als kultureller Treffpunkt. Dort werden in drei Veranstaltungsräumen u.a. Kabaretts, Konzerte und Seminare abgehalten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bräunlfest, Anfang Mai
  • Birnbacher Sommernachtslauf, Juli
  • Feuerwehr Hoargarten, erster Sonntag im August
  • Habergoaß, Hexn und Rauhwuggerl, Ende November
  • Erntedankfest, Ende September
  • Christkindlmarkt, Ende November bis Anfang Dezember

Bauwerke und weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Himmelfahrt
  • spätgotische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt
Bräunlbrunnen
am Neuen Marktplatz
  • Bräunlbrunnen: Dieser Wasserspender steht im östlichen Teil des Neuen Marktes und wurde vom Bildhauer Josef Michael Neustifter im Jahr 1982 gestaltet. Auf der zentralen Säule steht eine Figur in Narrentracht, die auf einer steckenpferdähnlichen Pferdeattrappe reitet und eine "Saubladern" mit sich führt. Die typischen braunen Rottaler Pferde bezeichnet das lokale Idiom als "Bräunl". Daher die Namensgebung des Wasserspenders. Die Figur des "Faschingsbräunls" spielt auch in der örtlichen Karnevalstradition einen zentrale Rolle.[9]
  • Marienkapelle (Lengham)
  • Hansl-Huber-Brunnen
  • Aunhamer Hügelgräber

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger:
  • Alois Peter, Geistlicher Rat, Pfarrer in Birnbach seit 1. August 1948, verliehen am 19. Februar 1959.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111129/221913&attr=OBJ&val=795
  3. Christian Riedel: Pilotprojekt in Bad Birnbach. BR-Rundschau, 29. April 2017 (BR-Mediathek, abgerufen 1. Mai 2017)
  4. Kurverwaltung Bad Birnbach: Der erste autonom fahrende Kleinbus in Deutschland aufgerufen am 9. November 2017
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 474.
  6. www.pnp.de 1. Bürgermeister Josef Hasenberger
  7. www.belocal.de Kurfürstlicher bayerischer Geheimer Ratskanzler Caspar von Schmid
  8. Heilwasseranalyse und Heilanzeigen des Thermalwassers
  9. [1] - Kurverwaltung Bad Birnbach: Bad Birnbachs Brunnen erzählen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bad Birnbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien