Vanessa Selbst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Vanessa Selbst
Vanessa Selbst (2008)
Vanessa Selbst (2008)
  Personenbezogene Informationen  
Geburtsdatum 9. Juli 1984
Geburtsort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Brooklyn
Nicknames
0
V. SelbstTeam PokerStars

fslexcduckPokerStars
Wohnort Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Las Vegas
Pokerturniere
Höchstes Live-Preisgeld 01.823.430 $
Gesamtes Live-Preisgeld 11.906.246 $
World Series of Poker
Bracelets 3
Geldplatzierungen 29
Bestes Main Event 73. (2012)
  Main Event der World Poker Tour  
Titel keine
Geldplatzierungen 6
  Main Event der European Poker Tour  
Titel keine
Geldplatzierungen 8
Letzte Aktualisierung: 27. September 2020

Vanessa K. Selbst (* 9. Juli 1984 in Brooklyn, New York City) ist eine ehemalige professionelle US-amerikanische Pokerspielerin.

Selbst ist dreifache Braceletgewinnerin der World Series of Poker und mit einer Preisgeldsumme von knapp 12 Millionen US-Dollar bei Live-Turnieren die erfolgreichste Frau der Pokergeschichte.[1] Sie stand vom 18. Juni bis 1. Juli 2014 für zwei Wochen als erste und bisher einzige Frau an der Spitze der Pokerweltrangliste.[2] Am 31. Dezember 2017 gab sie auf Facebook das Ende ihrer Karriere als Pokerprofi bekannt.[3]

Im Rahmen der 50. Austragung der World Series of Poker wurde Selbst im Juni 2019 als eine von zwei Frauen auf der Liste der 50 besten Spieler der Pokergeschichte genannt.[4]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbst wuchs in einer jüdischen Familie auf, in der Spiele geschätzt wurden, insbesondere solche, die logisches und deduktives Denken verlangen, wie etwa Bridge.[5] Bereits ihre Mutter spielte zur Finanzierung ihres Studiums Poker.[6] Vanessa Selbst besuchte das Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Erstsemester. Von dort wechselte sie an die Yale University. 2012 erwarb sie an dieser Hochschule ihren Abschluss in Jura (law degree). 2015 bestand sie das New York bar examen.[7]

Am MIT spielte sie Tennis und Hockey, in Yale Rugby.[8] In Yale leitete sie zudem die Studentenvereinigung Queer-Straight Alliance („Schwul/Hetero Allianz“).[9] Seit August 2013 ist Selbst mit Miranda Forster verheiratet.[10]

Pokerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit rund 20 Jahren, während ihrer Zeit in Yale, begann Selbst Poker zu spielen.[11] Zunächst bevorzugte sie online überwiegend die Varianten No Limit Texas Hold’em und Pot Limit Omaha, beides in Form von Cash Games und Turnierpoker. Ab 2007 spielte sie größere Liveturniere.[12] Selbst gehörte bis Jahresende 2017 dem Team PokerStars an und spielte auf der entsprechenden Plattform unter dem Nickname V. Selbst.[13] Zudem betätigte sie sich als Pokercoach der Pokerschule DeucesCracked.[12]

Selbst war bei der World Series of Poker (WSOP) im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas erstmals im Juli 2006 erfolgreich: Beim $ 2000 No Limit Hold’em wurde sie Siebte, was ihr mehr als 100.000 US-Dollar einbrachte. Im Jahr darauf belegte sie bei der Heads-Up Championship der WSOP 2007 den vierten Platz, der mit knapp 130.000 US-Dollar bezahlt wurde. Ein Jahr später, 2008, wurde sie beim selben Turnier Dritte für knapp 110.000 US-Dollar. Selbst übertraf diesen Erfolg durch den Sieg eines Events in Pot Limit Omaha, der ihr das erste Bracelet und eine Siegprämie von knapp 230.000 US-Dollar einbrachte. Im April 2010 gewann sie in Uncasville das Main Event der PokerStars North American Poker Tour, der Sieg brachte ihr 750.000 US-Dollar ein. Beim Main Event der Partouche Poker Tour in Cannes ging Selbst Anfang September 2010 ebenfalls als Siegerin hervor und gewann 1,3 Millionen Euro. Für ihren vierten Platz beim High Roller der European Poker Tour (EPT) in London erhielt sie im Oktober 2010 145.000 britische Pfund. Im April 2011 setzte sie sich erneut beim Main Event der PokerStars North American Poker Tour durch und erhielt diesmal 450.000 US-Dollar. Im Dezember 2011 wurde Selbst beim Five Diamond World Poker Classic im Hotel Bellagio in Las Vegas Dritte und bekam dafür rund 340.000 US-Dollar. Bei der WSOP 2012 gewann sie ihr zweites Bracelet bei einem Turnier der gemischten Variante 10-Game und sicherte sich knapp 250.000 US-Dollar. Anschließend landete sie beim Main Event der Serie auf Platz 73 und verbuchte dafür knapp 90.000 US-Dollar. Im Januar 2013 gewann Selbst das High Roller des PokerStars Caribbean Adventures (PCA) auf den Bahamas und erhielt eine Siegprämie von über 1,4 Millionen US-Dollar. Mitte Mai 2013 belegte sie beim EPT High Roller in Monte-Carlo den vierten Platz für 290.300 Euro. Im September 2013 beendete sie das Main Event der Borgata Poker Open auf dem zweiten Platz und erhielt ein Preisgeld von knapp 500.000 US-Dollar. Im Januar 2014 erreichte Selbst beim PCA sowohl beim High Roller als auch beim Super High Roller den Finaltisch und sicherte sich dadurch mehr als 1,3 Millionen US-Dollar. Bei der WSOP 2014 gewann sie ihr drittes Bracelet mitsamt einer Siegprämie von rund 870.000 US-Dollar. Ende Juni 2015 setzte sie sich beim Super High Roller Celebrity Shootout im Aria Resort & Casino in Las Vegas durch und erhielt eine Million US-Dollar.[14] Von April bis November 2016 spielte Selbst als Teil der London Royals in der Global Poker League und kam mit ihrem Team bis in die Playoffs.[15]

Braceletübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbst kam bei der WSOP 29-mal ins Geld und gewann drei Bracelets:[16]

Jahr Buy-in (in $) Turnier Teilnehmer Preisgeld (in $)
2008 0.1500 Pot-Limit Omaha 759 227.965
2012 0.2500 10-Game Mix 6-Handed 421 244.259
2014 25.000 No-Limit Hold’em Mixed Max 131 871.148

Preisgeldübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Preisgeld (in $) Turniersiege
2006 00.106.090
2007 00.149.448
2008 00.540.577 3
2009 00.103.879 1
2010 02.865.830 2
2011 00.974.422 1
2012 00.839.369 3
2013 02.665.231 3
2014 02.369.550 1
2015 01.112.780 1
2016 00.115.975
2017 00.00.8231
2018 00.000.000
2019 00.039.950
2020 00.014.915
gesamt 11.906.246 15

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Vanessa Selbst – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Women’s All Time Money List in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 21. Mai 2019 (englisch).
  2. Vanessa Selbst in der Datenbank des Global Poker Index, abgerufen am 31. August 2016 (englisch).
  3. Vanessa Selbst hängt Poker an den Nagel auf hochgepokert.com vom 2. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018.
  4. WSOP Reveals List of 50 Greatest Players in Poker History, pokernews.com, abgerufen am 22. Juli 2019 (englisch).
  5. Interview mit Vanessa Selbst auf dem Blog All Things Lesbian vom 30. März 2013.
  6. Daniel G. Habib: Online And Obsessed, Sports Illustrated, Mai 2005.
  7. Stephen Foley: Triumph of the nerdy math girl, Interview, in: Financial Times, 13. Dezember 2015, S. 3.
  8. Vanessa Selbst ’05. In: yalealumnimagazine.com. Juni 2008. Abgerufen am 15. Oktober 2013.
  9. Vanessa Selbst biography (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) auf epicpoker.com, abgerufen am 16. Juni 2016 (englisch).
  10. Poker Gossip: Vanessa Selbst hat geheiratet, Meldung auf pokerfirma.com vom 27. August 2013.
  11. Ryan Lucchesi: WSOP: Bracelet Winner Q and A -- Vanessa Selbst, Interview auf www.cardplayer.com, 13. Juni 2008.
  12. a b Biografische Angaben auf der Website von Vanessa Selbst (Memento vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive), vanessaselbstpoker.com.
  13. Angaben nach der Website von Vanessa Selbst (Memento vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive), vanessaselbstpoker.com.
  14. Vanessa Selbst in der Hendon Mob Poker Database, abgerufen am 31. August 2016 (englisch).
  15. London Royals auf der Website der Global Poker League, abgerufen am 13. Mai 2016 (englisch).
  16. Vanessa Selbst in der Datenbank der World Series of Poker, abgerufen am 30. September 2019 (englisch).