Main Event der World Series of Poker

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Logo der World Series of Poker

Das Main Event der World Series of Poker (von Main Event, engl. für Hauptveranstaltung) ist ein Pokerturnier, das einmal jährlich in Las Vegas ausgetragen wird. Der Sieger darf sich offiziell Pokerweltmeister nennen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 1970 bis 2004 wurde das Turnier in Binion’s Horseshoe ausgetragen
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Seit 2005 wird im Rio All-Suite Hotel and Casino gespielt


Johnny Moss gewann 1970 die erste World Series of Poker nach Wahl durch die anderen Teilnehmer und erhielt dafür einen Silberpokal. Seit 1971 wird der Sieger durch ein Turnier im Freeze-Out-Modus bestimmt. Der Buy-in für das Turnier in der Variante No Limit Texas Hold’em beträgt 10.000 Dollar. Doyle Brunson gewann in den Jahren 1976 und 1977 (back to back) die finale Hand mit 10-2. Beide Male wurde diese Hand zu einem Full House, sie wird daher auch die „Doyle-Brunson-Hand“ genannt. 1979 gewann mit Hal Fowler zum ersten Mal ein Amateur das Main Event. Erst im Jahre 1999 gelang Noel Furlong wieder ein solcher Amateursieg. Jack Straus („A Chip and a Chair is all you need“) gewann 1982, nachdem ihm zwischenzeitlich nur ein einziger 500$-Chip blieb. Mit Barbara Enright saß 1995 zum ersten und bisher einzigen Mal eine Frau am Finaltisch. Chris Moneymaker qualifizierte sich 2003 bei einem Onlineturnier auf PokerStars mit einem Buy-in von nur 39 Dollar für das Main Event und gewann das Turnier anschließend für ein Preisgeld von 2,5 Millionen Dollar. Dadurch wurde ein Pokerboom ausgelöst, der bereits im Jahr 2004 das Preisgeld für den Sieger auf fünf Millionen Dollar steigerte. Man spricht bis heute vom sogenannten Moneymaker-Effekt, da viele Amateure ihr Glück bei der WSOP versuchen. Amtierender Pokerweltmeister ist Scott Blumstein.[1]

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anmeldung zum Main Event ist auf drei Tage verteilt. Anschließend wird gespielt, bis lediglich neun Spieler verbleiben. Der Finaltisch wurde von 2008 bis 2016 Anfang November desselben Jahres ausgespielt, die Spieler am Finaltisch wurden daher auch als die November Nine bezeichnet. Seit 2017 wird der Finaltisch wieder Ende Juli ausgespielt.

Übertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Fernsehsender ESPN sendet vor dem Finaltisch Zusammenfassungen in mehreren Episoden, die von Norman Chad und Lon McEachern kommentiert sowie von Kara Scott moderiert werden. Der Finaltisch wird live und exklusiv bei ESPN übertragen. Der deutsche Fernsehsender Sport1 sendet die ESPN-Episoden jeweils Anfang 2017 mit Kommentar von Michael Körner.

Bisherige Austragungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finaltisch beim Main Event 2010
Jahr Teilnehmer bezahlte Plätze Preisgeld (in $) Sieger Herkunft Zweiter Herkunft Finalhände Last Woman Standing
1970 7 1 Silberpokal Johnny Moss* Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1971 6 30.000 Johnny Moss Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Walter Pearson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1972 8 80.000 Thomas Preston Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Walter Pearson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K J vs. 6 6
1973 13 130.000 Walter Pearson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Johnny Moss Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 7 vs. K J
1974 16 160.000 Johnny Moss Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Crandall Addington Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 3 3 vs. A 2
1975 21 210.000 Brian Roberts Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Hooks Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 9 9 vs. A K
1976 22 220.000 Doyle Brunson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jesse Alto Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 10 2 vs. A J
1977 34 340.000 Doyle Brunson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gary Berland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 10 2 vs. 8 5
1978 42 5 210.000 Bobby Baldwin Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Crandall Addington Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Q Q vs. 9 9
1979 54 270.000 Hal Fowler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bobby Hoff Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 7 6 vs. A A
1980 73 385.000 Stu Ungar Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Doyle Brunson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 5 4 vs. A 7
1981 75 9 375.000 Stu Ungar Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Perry Green Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A Q vs. 10 9
1982 104 520.000 Jack Straus Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dewey Tomko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 10 vs. A 4
1983 108 10 540.000 Tom McEvoy Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rod Peate Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Q Q vs. K J
1984 132 9 660.000 Jack Keller Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Byron Wolford Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 10 10 vs. 6 4
1985 140 700.000 Bill Smith Vereinigte StaatenVereinigte Staaten T. J. Cloutier Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 3 3 vs. A 3
1986 141 36 570.000 Berry Johnston Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Hart Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 10 vs. A 8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Wendeen Eolis (25.)
1987 152 625.000 Johnny Chan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frank Henderson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 9 vs. 4 4
1988 167 700.000 Johnny Chan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Erik Seidel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten J 9 vs. Q 7
1989 178 755.000 Phil Hellmuth Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Johnny Chan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 9 9 vs. A 7
1990 194 835.000 Mansour Matloubi Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Hans Lund Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 6 6 vs. 4 4
1991 215 1.000.000 Brad Daugherty Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Don Holt Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K J vs. 7 3
1992 201 1.000.000 Hamid Dastmalchi Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tom Jacobs Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 8 4 vs. J 7
1993 220 27 1.000.000 Jim Bechtel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Glenn Cozen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten J 6 vs. 7 4 AustralienAustralien Marsha Waggoner (19.)
1994 268 1.000.000 Russ Hamilton Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Hugh Vincent Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K 8 vs. 8 5 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Barbara Samuelson (10.)
1995 273 1.000.000 Dan Harrington Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Howard Goldfarb KanadaKanada 9 8 vs. A 7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Barbara Enright (5.)
1996 295 1.000.000 Huck Seed Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bruce Van Horn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 9 8 vs. K 8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lucy Rokach (26.)
1997 312 1.000.000 Stu Ungar Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Strzemp Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 4 vs. A 8 AustralienAustralien Marsha Waggoner (12.)
1998 350 1.000.000 Scotty Nguyen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kevin McBride Vereinigte StaatenVereinigte Staaten J 9 vs. Q 10 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Susie Isaacs (10.)
1999 393 36 1.000.000 Noel Furlong IrlandIrland Alan Goehring Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 5 5 vs. 6 6
2000 512 45 1.500.000 Chris Ferguson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten T. J. Cloutier Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 9 vs. A Q Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Annie Duke (10.)
2001 613 1.500.000 Carlos Mortensen SpanienSpanien Dewey Tomko Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K Q vs. A A
2002 631 2.000.000 Robert Varkonyi Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Julian Gardner Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Q 10 vs. J 8
2003 839 63 2.500.000 Chris Moneymaker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Farha Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 5 4 vs. J 10 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Annie Duke (47.)
2004 2576 226 5.000.000 Greg Raymer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten David Williams Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 8 8 vs. A 4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rose Richie (98.)
2005 5619 560 7.500.000 Joe Hachem AustralienAustralien Steve Dannenmann Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 7 3 vs. A 3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tiffany Williamson (15.)
2006 8773 873 12.000.000 Jamie Gold Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Paul Wasicka Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Q 9 vs. 10 10 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sabyl Cohen-Landrum (56.)
2007 6358 621 8.250.000 Jerry Yang Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tuan Lam KanadaKanada 8 8 vs. A Q Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Maria Ho (38.)
2008 6844 666 9.152.416 Peter Eastgate DanemarkDänemark Iwan Demidow RusslandRussland A 5 vs. 4 2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tiffany Michelle (17.)
2009 6494 648 8.546.435 Joe Cada Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Darvin Moon Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 9 9 vs. Q J SpanienSpanien Leo Margets (27.)
2010 7319 747 8.944.310 Jonathan Duhamel KanadaKanada John Racener Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A J vs. K 8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Breeze Zuckerman (121.)
2011 6865 693 8.715.368 Pius Heinz DeutschlandDeutschland Martin Staszko TschechienTschechien A K vs. 10 7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Erika Moutinho (29.)
2012 6598 666 8.531.853 Greg Merson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jesse Sylvia Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K 5 vs. Q J FrankreichFrankreich Gaëlle Baumann (10.)
2013 6352 648 8.361.570 Ryan Riess Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jay Farber Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A K vs. Q 5 AustralienAustralien Jackie Glazier (31.)
2014 6683 693 10.000.000 Martin Jacobson SchwedenSchweden Felix Stephensen NorwegenNorwegen 10 10 vs. A 9 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Maria Ho (77.)
2015 6420 1000 7.683.346 Joe McKeehen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joshua Beckley Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 10 vs. 4 4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kelly Minkin (29.)
2016 6737 1011 8.005.310 Qui Nguyen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Gordon Vayo Vereinigte StaatenVereinigte Staaten K 10 vs. J 10 FrankreichFrankreich Gaëlle Baumann (102.)
2017 7221 1084 8.150.000 Scott Blumstein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Daniel Ott Vereinigte StaatenVereinigte Staaten A 2 vs. A 8 KanadaKanada Yuan Li (105.)
* Johnny Moss wurde von den anderen Teilnehmern gewählt.

Main Events von Expansionen der WSOP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phil Hellmuth gewann als einziger Spieler das Main Event der Hauptturnierserie sowie einer Expansion

WSOP Europe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Stadt Teilnehmer bezahlte Plätze Preisgeld Sieger Herkunft Zweiter Herkunft
2007 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London 362 36 1.000.000 £ Annette Obrestad NorwegenNorwegen John Tabatabai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
2008 363 868.800 £ John Juanda Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Stanislaw Alekhin RusslandRussland
2009 334 801.603 £ Barry Shulman Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Daniel Negreanu KanadaKanada
2010 346 830.401 £ James Bord Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Fabrizio Baldassari ItalienItalien
2011 FrankreichFrankreich Cannes 593 64 1.400.000 Elio Fox Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chris Moorman Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
2012 420 48 1.022.376 € Phil Hellmuth Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sergii Baranov UkraineUkraine
2013 FrankreichFrankreich Enghien-les-Bains 375 40 1.000.000 € Adrián Mateos SpanienSpanien Fabrice Soulier FrankreichFrankreich
2015 DeutschlandDeutschland Berlin 313 32 883.000 € Kevin MacPhee Vereinigte StaatenVereinigte Staaten David López SpanienSpanien
2017 TschechienTschechien Rozvadov startet am 4. November 2017

WSOP Asia Pacific[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Stadt Teilnehmer bezahlte Plätze Preisgeld (in A$) Sieger Herkunft Zweiter Herkunft
2013 AustralienAustralien Melbourne 405 40 1.038.825 Daniel Negreanu KanadaKanada Daniel Marton AustralienAustralien
2014 329 36 850.136 Scott Davies Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jack Salter Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Event #73: $10,000 No-Limit Hold’em Main Event – World Championship auf der Website der World Series of Poker, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch)