Villerouge-Termenès

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Villerouge-Termenès
Vilaroja de Termenés
Wappen von Villerouge-Termenès
Villerouge-Termenès (Frankreich)
Villerouge-Termenès
Region Okzitanien
Département Aude
Arrondissement Narbonne
Kanton Les Corbières
Gemeindeverband Région Lézignanaise, Corbières et Minervois
Koordinaten 43° 0′ N, 2° 38′ OKoordinaten: 43° 0′ N, 2° 38′ O
Höhe 272–620 m
Fläche 19,41 km2
Einwohner 143 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 7 Einw./km2
Postleitzahl 11330
INSEE-Code

Villerouge-Termenès – Ortsbild

Villerouge-Termenès (occitanisch: Vilaroja de Termenés) ist ein Ort und eine kleine Gemeinde (commune) im Süden Frankreichs mit 143 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016). Sie liegt im Département Aude in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von viel Wald umgebene Ort Villerouge-Termenès liegt in einer Höhe von etwa 310 Metern ü. d. M. am Ostrand der Corbières etwa 44 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich von Narbonne bzw. 50 Kilometer südöstlich von Carcassonne. Bis zur südwestlich gelegenen Kantonshauptstadt Mouthoumet sind es etwa 13 Kilometer. Der kleine Ort Termes mit seiner imposanten Burgruine liegt etwa 13 Kilometer westlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 210 176 140 146 154 158 158 145

Im 19. Jahrhundert hatte die Gemeinde meist zwischen 300 und 420 Einwohner. Die Reblauskrise im Weinbau und die Mechanisierung der Landwirtschaft führten zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und zu einem kontinuierlichen Absinken der Einwohnerzahlen bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Einnahmequelle des Ortes ist der Weinbau; die Weinberge von Villerouge-Termenès liegen innerhalb der geschützten Herkunftsbezeichnung Corbières; die hier produzierten Rot-, Rosé- und Weißweine werden über die Appellationen Languedoc, Aude, Pays d’Oc, Pays Cathare und Corbières vermarktet. Seit den 1970er und 1980er Jahren ist ein wenig Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) als Einnahmequelle hinzugekommen. Schafzucht, der frühere Haupterwerbszweig, wird kaum noch betrieben; dagegen spielt die Zucht und Haltung von Ziegen zur Herstellung der Weichkäsesorte Pélardon auch heute noch eine gewisse Rolle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob eine kleine Ansiedlung an dieser Stelle bereits vor dem Bau der Burg bestand, oder ob diese sich erst nachträglich entwickelte, ist unbekannt. Seit dem beginnenden 12. Jahrhundert gehörten Burg und Dorf von Villerouge dem Erzbistum Narbonne. Zwar erhoben auch die Grafen von Termes (Seigneurs de Termes) wiederholt Besitzansprüche, die jedoch vom Papst stets abschlägig beurteilt wurden. Die Burg war Vogteisitz und Nebenresidenz des Erzbischofs. Im Jahr 1321 wurde dort Wilhelm Belibaste, der letzte ‚Vollkommene‘ der Katharersekte, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Mit der Französischen Revolution verfielen sämtliche überkommenen Besitzrechte des Adels und der Kirche. Bis in die 1980er Jahre lebten einige ärmere Familien in den Burggmäuern, die nach dem Erwerb der Burg durch die Gemeinde in den 1990er Jahren grundlegend restauriert wurden.

Im Jahr 1962 wurde der Ort Villerouge in Villerouge-Termenès umbenannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Étienne
Altarretabel in der Église St-Étienne

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg von Villerouge-Termenès wurde im 12. Jahrhundert durch den Erzbischof von Narbonne errichtet und war Sitz eines ihrer elf baillies.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die – mit Ausnahme der Ecksteine – aus nur wenig geglätteten Bruchsteinen errichtete Église Saint-Étienne steht auf der Südseite des Baches Lou und ist die Pfarrkirche des Ortes; sie stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Das spitztonnengewölbte Innere ist – wie bei den meisten Kirchen im Südwesten Frankreichs üblich – einschiffig mit eingezogener quadratischer Apsis. Diese birgt ein sehenswertes Altarretabel aus dem 16. Jahrhundert (Renaissance) mit Szenen aus der Leidensgeschichte des Hl. Stephanus. Auch ein schlichtes romanisches Taufbecken am Eingang verdient Beachtung. Das Kirchenschiff wurde im 19. Jahrhundert verputzt und mit Fugenmalereien etc. ausgestattet; das Bauwerk ist seit dem Jahr 1913 als Monument historique[1] anerkannt.
  • Einige Häuser des Ortes zeigen wieder ihr Bruchsteinmauerwerk.
  • Eine einbogige mittelalterliche Brücke führt über den Bach Lou, der allerdings nach heftigen oder langanhaltenden Regenfällen zu einem reißenden Gewässer anschwellen kann.
  • An der Friedhofsmauer befindet sich ein Kreuz aus dem 16. Jahrhundert, das seit 1941 als Monument historique[2] anerkannt ist.
  • Von einem weiteren Kreuz auf dem Kirchplatz ist nur der Sockel aus dem 14. Jahrhundert erhalten; auch er ist seit 1926 als Monument historique[3] anerkannt.
  • Ein im Privatbesitz befindliches Wohnhaus vom Ende des 18. Jahrhunderts ist wegen seines Fassadenschmucks seit 1952 als Monument historique[4] eingetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Villerouge-Termenès – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église, Villerouge-Termenès in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Croix de chemin, Villerouge-Termenès in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Socle de Croix, Villerouge-Termenès in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Maison, Villerouge-Termenès in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)