Coursan

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Coursan
Wappen von Coursan
Coursan (Frankreich)
Coursan
Region Okzitanien
Département Aude
Arrondissement Narbonne
Kanton Les Basses Plaines de l’Aude (Hauptort)
Gemeindeverband Le Grand Narbonne
Koordinaten 43° 14′ N, 3° 4′ OKoordinaten: 43° 14′ N, 3° 4′ O
Höhe 0–14 m
Fläche 24,61 km2
Einwohner 5.916 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 240 Einw./km2
Postleitzahl 11110
INSEE-Code

Die Aude bei Coursan

Coursan ist eine französische Gemeinde mit 5916 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Aude in der Region Okzitanien. Sie gehört zum Arrondissement Narbonne, ist Hauptort des Kantons Les Basses Plaines de l’Aude und Mitglied des Gemeindeverbandes Le Grand Narbonne.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coursan liegt an der Aude, sieben Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Narbonne und etwa 13 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt.

Das tischebene Gemeindeareal umfasst einen Abschnitt des unteren Audetales und reicht im Norden bis an die Grenze zum Département Hérault. Das von zahlreichen Be- und Entwässerungsgräben durchzogene Gebiet der Gemeinde ist waldlos und wird vom Weinbau bestimmt.

Der alte Ortskern am rechten Ufer der Aude ist durch enge Gassen geprägt, südlich und östlich des Kerns wird die Bebauung lichter. Nördlich der Aude finden sich verstreute Höfe und Weingüter, von denen Ricardelle, Pontserme, Coutelle, Auriac du Bosc, Capsol, Prat du Raïs, Le Vié und Lastours namentlich benannt sind.

Coursan grenzt im Norden an Montels (Berührungspunkt) und Poilhes (Berührungspunkt), im Nordosten an Nissan-lez-Enserune, im Osten an Salles-d’Aude, im Südosten an Vinassan, im Südwesten an Narbonne sowie im Nordwesten an Cuxac-d’Aude.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Coursan taucht zum ersten Mal im Jahr 1048 in den lateinischen und okzitanischen Aufzeichnungen der örtlichen Seigneurie auf, die dem Vicomte von Narbonne tributpflichtig waren. Die im nordwestlichen Stadtkern gelegene Rue des infidèles (Straße der Ungläubigen) stammt vermutlich aus der Zeit der Islamischen Expansion, als ein Gebietsstreifen um Narbonne bis zum Jahr 759 von den Umayyaden gehalten wurde.[1]

Durch häufige Überschwemmungen war man gezwungen, die Deiche an der Aude ständig zu erhöhen und zu stabilisieren. So liegen heute die ufernahen Bereiche von Coursan unterhalb des Aude-Pegels. Darüber hinaus wurden zahlreiche Wehre und Entlastungskanäle angelegt, so der große Umfluter nördlich von Coursan.

Am 14. April 1907 kam es auch in Coursan zu Protesten gegen die Auswirkungen des Wein-Preisverfalls. Sie waren Teil der Winzerrebellion im Languedoc.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
Einwohner 3212 3366 3334 4021 5137 5241 6121

Mit 5916 Einwohnern (1. Januar 2014) ist Coursan die sechstgrößte der 438 Gemeinden im Département Aude.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Notre-Dame[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Glockenturm ist der Chor der Kirche zweifellos das älteste Gebäude in Coursan. Aus einer kleineren Kirche hervorgegangen, stammt das heute noch erhaltene gotische Chorgewölbe aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Es ähnelt dem Gewölbe der ehemaligen Abteikirche Notre-Dame de Lamourguier in Narbonne und dem in der Abtei Sainte-Marie de Fontfroide. Die Sakristei hinter dem Chor wurde Mitte des 18. Jahrhunderts, Kirchenschiff und Seitenkapellen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.[2] Die Kirche ist als Monument historique klassifiziert.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während früher in Coursan der Getreideanbau und die Schafzucht dominierten, ist der Haupterwerbszweig heute der Weinbau. Der um Cuxac-d’Aude kultivierte Wein gehört zu keinem herkunftsgeschützten Weinbaugebiet. Die im Jahr 2000 gegründete Gemeinschaftskellerei S.C.V. La Cave de Coursan et d’Armissan erzeugt dennoch hochwertige sortenreine Weine, unter anderem Chardonnay, Sauvignon, Viognier, Colombard, Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Pinot.

Coursan ist Standort einer Gendarmerie-Brigade, zweier Grundschulen (écoles primaires) und eines Collège.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Coursan führt die parallel zur Autoroute A9 verlaufende Fernstraße von Béziers nach Narbonne, die in Coursan die Aude auf einer von Henri Gautier gebauten, 1690 fertiggestellten Steinbogenbrücke überquert. Der Bahnhof Coursan am Westrand des Ortskerns liegt an der Bahnlinie von Bordeaux über Narbonne nach Sète.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henry Fourès, 1948 in Coursan geboren, französischer Komponist, Musiker und Musikhistoriker

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naissance de Coursan. Abgerufen am 29. Oktober 2011 (pdf; 757 kB, französisch).
  2. L'église auf www.coursan.fr. Abgerufen am 29. Oktober 2011 (pdf; 498 kB, französisch).
  3. Eintrag in der Base Mérimée, einer Datenbank des französischen Kulturministeriums. Abgerufen am 29. Oktober 2011 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Coursan – Sammlung von Bildern