Wenzendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wenzendorf
Wenzendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wenzendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 21′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Hollenstedt
Höhe: 64 m ü. NHN
Fläche: 21,48 km2
Einwohner: 1434 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21279
Vorwahl: 04165
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 039
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zum Sportplatz 7
21279 Wenzendorf
Webpräsenz: Hollenstedt-Wenzendorf
Bürgermeister: Manfred Cohrs (WGW)
Lage der Gemeinde Wenzendorf im Landkreis Harburg
KönigsmoorOtterWelleTostedtWistedtTostedtHandelohUndelohDohrenHeidenauDohrenKakenstorfDrestedtWenzendorfHalvesbostelRegesbostelMoisburgHollenstedtAppelNeu WulmstorfRosengartenBuchholz in der NordheideEgestorfHanstedtJesteburgAsendorfMarxenHarmstorfBendestorfBrackelSeevetalLandkreis HarburgNiedersachsenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HeidekreisLandkreis LüneburgLandkreis StadeFreie und Hansestadt HamburgSchleswig-HolsteinGödenstorfEyendorfVierhöfenGarlstorfSalzhausenToppenstedtWulfsenGarstedtStelleTespeMarschachtDrageWinsenKarte
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Wenzendorf ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Harburg. Die Gemeinde ist seit dem 1. Juli 1972 eine von sieben Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Hollenstedt. Sie besteht aus den Ortschaften Wenzendorf, Wennerstorf, Klauenburg, Dierstorf und Dierstorf-Heide.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wenzendorf liegt etwa 30 km südwestlich von Hamburg im östlichen Grenzbereich der Samtgemeinde Hollenstedt. Die Este verläuft entlang der Gemeindegrenze westlich von Dierstorf. Naturräumlich liegt Wenzendorf am Südwestrand der Schwarzen Berge am Übergang zur Apenser Lehmgeest.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wenzendorf besteht aus den Ortschaften Dierstorf, Dierstorf-Heide, Klauenburg, Wennerstorf und Wenzendorf.

Dierstorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dierstorf ist mit ca. 115 Haushalten ein kleiner Ortsteil. Es gibt einen Kindergarten im Dorf; in den letzten Jahren haben sich hauptsächlich junge Familien hier angesiedelt. In Dierstorf liegt der Öko-Hof Arpshof.

Wennerstorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wennerstorf sind zahlreiche Reetdachhäuser erhalten. Von Norden her führt eine Kopfsteinpflasterstraße in den Ort, welche jahrhundertelang die einzige feste Verkehrsanbindung darstellte.

Der Smeds Hoff – auch bekannt als Museumsbauernhof Wennerstorf – ist eine regional typische historische Heidehofanlage, deren Gebäude (Haupthaus, Schafstall, Backhaus, Schweinestall und eine Göpelscheune) nahezu alle so erhalten sind, wie sie im nördlichen Niedersachsen üblich waren. Der Hof gehört als Außenstelle zum Freilichtmuseum am Kiekeberg und gibt mit dem großen niederdeutschen Hallenhaus aus dem 16. Jahrhundert, als Hofmuseum eingerichtet, Einblicke in die Hof- und Ortsgeschichte. Auf den Flächen rund um den denkmalgeschützten Hof des Museumsbauernhofes wird seit 1997 Gemüse mit Bioland-Siegel in Kooperation mit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg GmbH angebaut. Die alte Obstanlage Ramelsloh wird seit 2003 ebenfalls durch Mitarbeiter des Smeds Hoff bewirtschaftet, wodurch alte regional typische Apfelsorten erhalten werden können. Diese Bioland-Produkte können im Hökerladen, dem Tante-Emma-Hofladen im Stile der 1930er Jahre, erworben werden. Dadurch, dass erhaltenswerte Bausubstanz vor Ort bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, beschreitet das Freilichtmuseum am Kiekeberg einen innovativen Weg; der Hof wird in integrativer Arbeit von Behinderte und Nichtbehinderte bewirtschaftet.

Nördlich von Wennerstorf liegt das Großsteingrab Wenzendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortes war von 1934 bis 1945 das Werk Wenzendorf der Hamburger Flugzeugbau GmbH, Tochterunternehmen von Blohm & Voss. Wenzendorf ist die größte Weihnachtsbaumproduktionsstätte Norddeutschlands.[2]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1972 737 1982 928 1987 981 1990 987
1992 1.026 1994 1.064 1996 1.090 1998 1.094
2000 1.152 2002 1.216 2004 1.279 2005 1.271

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der zuletzt am 11. September 2016 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:[3]

  • Grüne: 3 Sitze (Stimmenanteil 25,2 %)
  • SPD: 2 Sitze (Stimmenanteil 17,9 %)
  • WGW: 6 Sitze (Stimmenanteil 56,9 %)

Die Sitzverteilung hat sich gegenüber der vorangegangenen Wahl nicht verändert.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde Wenzendorf ist Manfred Cohrs (WGW).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blasonierung: Von Rot und Silber gespalten. Rechts zwei silberne Pflugschare, links ein schwarzer Flugzeugpropeller.
  • Wappenbegründung: Die Pflugschare weisen darauf hin, welche Bedeutung seit alters her die Landwirtschaft für die Gemeinde hat. Der Propeller erinnert an den Bau von Flugzeugen während des Zweiten Weltkrieges.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an den überregionalen Straßenverbindungen Autobahn A1 (Anschlussstellen Hollenstedt und Rade), sowie an den Bundesstraßen B3 im östlichen Gemeindegebiet und B75 südlich der Gemeinde.

Im Bereich der Gemeinde Wenzendorf gibt es keine Eisenbahnanbindung mehr. Die Bahnstrecke Buchholz-Bremervörde (seinerzeit nächstgelegene Bahnhöfe Drestedt und Hollenstedt) wurde im Jahre 1968 stillgelegt und durch einen Busverkehr (Betreiber ist heute die KVG Stade; der Busverkehr ist in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) eingebunden) ersetzt, der aber im Gegensatz zur Eisenbahn direkt durch Wenzendorf und Dierstorf fährt. Auch Wennerstorf und Dierstorf-Heide sind mit mehreren Haltestellen an das Verkehrsnetz angeschlossen, allerdings handelt es sich hier um einen Schulbusdienst, der nur während der Schultage angeboten wird. Wenzendorf bzw. Ortsteile der Gemeinde Wenzendorf werden von den KVG-Linien Nr. 4037, 4038 und 4039 angefahren. Daneben existieren mehrere firmen- und schulbezogene Linienverkehre.

Alle Buslinien verkehren nur an Werktagen, die Schulbuslinien nur an Schultagen.

Erstmals im Jahre 2011 wurden Orte innerhalb der Gemeinde Wenzendorf durch den Liniendienst „Regionalpark-Shuttle Ring 2“[5] auch an Sonn- und Feiertagen sowie sonnabends angefahren. Dieser kostenlose Busverkehr mit Möglichkeit zur Fahrradmitnahme dient vorrangig dem Ausflugsverkehr und wird nur in den Sommermonaten angeboten (2011: 16. Juli bis 16. Oktober).

Da in den übrigen 9 Monaten des Jahres Wenzendorf und seine Ortsteile an Sonn- und Feiertagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln weder erreicht noch verlassen werden kann, ist ein Besuch von Wenzendorf und den zur Gemeinde gehörenden Orten an Sonn- und Feiertagen fast ausschließlich auf den Individualverkehr mit Pkw beschränkt.

Wenzendorf hat mit einem Durchmesser von ca. 7 m einen der kleinsten Kreisverkehre in Deutschland.

Die denkmalgeschützte Straße zwischen Wennerstorf und Dierstorf-Heide, der Wennerstorfer Kirchweg, wurde 2009 rekonstruiert. Der Straßenbelag ist ein Kopfsteinpflaster, das in früherer Zeit ein übliches Straßenbaumaterial war. Im Zuge der Rekonstruktion wurde die Pflasterung bis an die Kreuzung Wennerstorfer Kirchweg / Amselweg (Dierstorf-Heide) ergänzt.

Logistikzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordöstlichen Rand der Gemeinde Wenzendorf ist ein Logistikzentrum entstanden. Eine Bürgerinitiative des dieser Liegenschaft am nächsten gelegenen Ortes Wennerstorf steht der Entwicklung kritisch gegenüber[6].

Flugplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 2 km südlich des Ortes liegt der Segelflugplatz Wenzendorf auf dem ehemaligen Gelände des Werks Wenzendorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Schmeling (1905–2005), deutscher Boxweltmeister im Schwergewicht, hatte in Dierstorf-Heide seinen Wohnsitz
  • Anny Ondra (1902–1987), tschechische Schauspielerin, Ehefrau von Max Schmeling
  • Bettina Jung (* 1971), Tierheilpraktikerin und Politikerin (Tierschutzpartei)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nils Kagel: Chronik der Gemeinde Wenzendorf, Verlag Förderverein des Freilichtmuseums Kiekeberg[7] 2010, ISBN 978-3-935096-31-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wenzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Die Zeit: Der Baumbauer 19. Dezember 2007
  3. Ergebnis Gemeindewahl 2016 Gemeinde Wenzendorf, abgerufen am 1. März 2018
  4. Homepage der Samtgemeinde Hollenstedt: Gemeinde Wenzendorf (Aufruf am 23. Oktober 2009)
  5. http://www.regionalpark-rosengarten.de/index.php?id=162
  6. http://www.wennerstorf-gegen-logistikwahnsinn.de/index.php?page=1
  7. http://www.kiekeberg-museum.de/shop/buecher.html