Hollenstedt

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Hollenstedt, für andere Bedeutungen siehe Hollenstedt (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hollenstedt
Hollenstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hollenstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 22′ N, 9° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Hollenstedt
Höhe: 30 m ü. NHN
Fläche: 21,86 km2
Einwohner: 3609 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 165 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21279
Vorwahl: 04165
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 019
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 15
21279 Hollenstedt
Bürgermeister: Jürgen Böhme (CDU)
Lage der Gemeinde Hollenstedt im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Hollenstedt ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Harburg mit etwa 3600 Einwohnern. Sie gehört zur Samtgemeinde Hollenstedt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich naturräumlich Südostrand der Apenser Lehmgeest im Übergang zur Harsefelder Geest und westlich der Harburger Berge an der Bundesautobahn 1.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hollenstedt gehören die Orte Hollenstedt, Emmen, Ochtmannsbruch, Ochtmannsbruch-Siedlung, Staersbeck und Wohlesbostel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste überlieferte schriftliche Erwähnung Hollenstedts berichtet über den Aufenthalt Kaiser Karls des Großen in Hollenstedt im Jahr 804:[2]

Es heißt einmal:

„Denn der Kaiser [Karl der Große] residierte nahe der Elbe an einem Ort, der Holdunsteti heißt, und nachdem er eine Gesandtschaft an [König] Godfried [Gudfred] [von Dänemark] wegen der Herausgabe von Flüchtlingen abgesandt hatte ging er Mitte September nach Köln.“

Und andernorts:

„Und der Kaiser begab sich über die Aller an einen Ort, der Oldonastath heißt, dort suchte ihn der König der Abodriten namens Irosuc [Drasco] auf und brachte ihm viele Geschenke.“

Chronicon Moissiacense zum Jahr 804[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Böhme (CDU) ist Bürgermeister der Gemeinde Hollenstedt.
Rüdiger Kummer (WGH) ist 1. Stellvertretender Bürgermeister und Verwaltungsvertreter.
Jörg Meier (CDU) ist 2. Stellvertretender Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein mit der Schneide nach rechts gestelltes silbernes Beil mit goldenem Stiel.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit Wińsko (Polen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hollenstedter Blasmusik
  • Spielmannszug Hollenstedt
  • Musikschule Hollenstedt & Umgebung e.V.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hollenstedt stellt die St. Andreas-Kirche mit hölzernem Glockenturm eine besondere Sehenswürdigkeit dar.

Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Burgwall Hollenstedt

Südlich von Hollenstedt liegt in einer Flussschleife der Este die so genannte Karlsburg oder Alte Burg. Die Ringwallanlage wurde im 9. Jahrhundert angelegt. Nach vorhergehenden Grabungen durch das Helms-Museum wurde der Burgwall 1980 rekonstruiert und gibt nun die Form der Anlage kurz nach deren Aufgabe wieder. Betreut wird die Anlage als Helms-Museum-Außenstelle.[5]

Die wissenschaftliche Einordnung der Burg ist umstritten. Laut Reichsannalen war Karl der Große 804 zu Verhandlungen mit Gesandten des dänischen Königs Gudfred (Göttrik) in Hollenstedt.[6] Ob die Burg bereits zu dieser Zeit oder gar als Lager des Kaisers bei Hollenstedt entstand, ist nicht abschließend geklärt. Aufgrund der Bauweise und des gefundenen Scherbenmaterials kann es jedoch auch sein, dass sie von Slawen bei einem Vorstoß in das Gebiet südlich der Elbe erst zum Ende des 9. Jahrhunderts errichtet wurde.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beheiztes Freibad (Ein Schwimmerbecken mit einer Länge von 50 Metern, Ein Nichtschwimmerbecken, Ein Sprungturm mit zwei 1-Meter und zwei 3-Meter Sprungbrettern, Beheizter Wärmegang zum Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken)
  • Max-Schmeling-Hallen (2 Sporthallen)
  • Wanderwege durch stille Waldgebiete und Wiesentäler sowie ausgebaute Radwanderwege bieten sich dem Erholungssuchenden ebenso an wie Kanufahrten bis Buxtehude auf der durch ein reizvolles Landschaftstal fließenden Este.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Hollenstedt

Hollenstedt liegt an der A1 und am Radfernweg Hamburg–Bremen. Die Eisenbahnverbindung nach Harsefeld (EVB, früher Bestandteil der Verbindung Bremervörde – Buchholz in der Nordheide) wurde 2006 abgebaut. Der Personenverkehr auf dieser Strecke (Kursbuchnummer 217c) wurde am 25. Mai 1968 eingestellt; die Strecke Richtung Buchholz wurde zu diesem Zeitpunkt bereits ganz stillgelegt und danach abgebaut.

Heute verkehren in Hollenstedt noch drei Omnibuslinien, die alle von der KVG Stade betrieben werden und dem Hamburger Verkehrsverbund angeschlossen sind:

  • 2038 Buxtehude – Moisburg – Hollenstedt
  • 4037 Buchholz – Trelde – Wenzendorf – Dierstorf – Hollenstedt
  • 4039 S-Bahn Neu Wulmstorf – Elstorf – Hollenstedt – Regesbostel
  • außerdem mehrere firmen- und schulbezogene Linienverkehre
  • seit April 2015: Anruf-Sammeltaxi

Alle Buslinien verkehren nur an Werktagen (mo-fr); das Anruf-Sammeltaxi (AST) ergänzt die Busfahrpläne, insbesondere die Schulbuslinien, die während der Schulferien nicht verkehren und bietet auch einen Fahrplan für Sonnabende und Sonn- und Feiertage. Die Einführung des AST ist ein vorläufig bis 2017 befristetes Pilotprojekt.

Seit dem Jahre 2011 werden Hollenstedt und Orte innerhalb der Samtgemeinde Hollenstedt durch den Liniendienst Regionalpark-Shuttle Ring 2[7] auch an Sonn- und Feiertagen sowie sonnabends angefahren. Dieser kostenlose Busverkehr mit Möglichkeit zur Fahrradmitnahme dient vorrangig dem Ausflugsverkehr und wird nur in den Sommermonaten (Juli bis Oktober) angeboten. Einige Orte innerhalb der Samtgemeinde Hollenstedt waren somit ab 2011 erstmals seit 43 Jahren auch an Sonn- und Feiertagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder erreichbar, allerdings nur für etwa drei Monate.

Im Jahre 2015 wird von der Regionalpark-Shuttle-Linie nur noch der zur Gemeinde Wenzendorf gehörige Ort Klauenburg angefahren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Schmeling (1905–2005), deutsche Boxlegende, und seine Ehefrau Anny Ondra, deutsch-tschechische Schauspielerin, lebten in einem Nebenort von Hollenstedt (Dierstorf-Heide). Ihr gemeinsames Grab befindet sich auf dem Hollenstedter Friedhof. Ein Denkmal befindet sich an den Sporthallen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hollenstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Claus Ahrens: Die "Alte Burg" bei Hollenstedt. In: Helms-Museum – Hamburgisches Museum für Vor- und Frühgeschichte (Hrsg.): Informationsblatt. Nr. 45. Hamburg 1980, S. 15.
  3. Nam imperator super Albiam fluvium sedebat, in loco, qui dicitur Holdunsteti, et missa ad Godofridum legatione pro perfugis reddendis me*dio Septembrio Coloniam venit.
  4. Et habiit [imperator] ultra Alaram ad locum qui vocatur Oldonastath et venit ad eum ibi rex Abotritorum nomine Irosuc et detulit ei munera multa.
  5. http://www.helmsmuseum.de/index.php/17917 Archäologisches Museum Hamburg. Außenstelle Burgwall Hollenstedt
  6. http://www.ferienregion-nordheide.de/gemeinden_hollenstedt.php
  7. http://www.regionalpark-rosengarten.de/index.php?id=162