Werder Bremen (Frauenfußball)

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SV Werder Bremen
(Frauenfußball)
Vereinswappen
Basisdaten
Name Sport-Verein „Werder“ v. 1899 e. V.
Sitz Bremen
Gründung 2007
Farben grün-weiß
Präsident Hubertus Hess-Grunewald
Website www.werder.de
Erste Mannschaft
Trainer Carmen Roth
Stadion Weserstadion Platz 11
Plätze 5.500
Liga Bundesliga
2016/17 1. Platz (2. Bundesliga Nord)
Heim
Auswärts

Der Sport-Verein „Werder“ v. 1899 e. V.[1], bekannt als SV Werder, SV Werder Bremen oder Werder Bremen ist ein Sportverein aus Bremen. Die erste Fußballmannschaft der Frauen spielte seit dem Aufstieg im Jahre 2009 in der 2. Bundesliga Nord und stieg im Jahr 2015 in die Bundesliga auf.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge in den 1970er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Anfang der 1970er Jahre gegründetes Frauenteam, das 1974 in der Endrunde zur ersten Deutschen Meisterschaft mitgespielt hatte, war nach wenigen Jahren wieder aufgelöst worden.

2007 bis 2009: Neugründung und Durchmarsch in 2. Liga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst Anfang des Jahres 2007 reetablierte der SV Werder eine Frauenabteilung, nachdem der Bremer Fußball-Verband den Sportverein im Herbst 2006 gebeten hatte, diese zu gründen, um die Abwanderung von talentierten Spielerinnen ins niedersächsische Umland einzudämmen.[3] Zuvor hatte es der Verein stets abgelehnt, erneut eine eigenständige Frauenfußballabteilung zu betreiben und dies mit dem Platzmangel auf dem Gelände der Pauliner Marsch gerechtfertigt.

In der Saison 2007/08 haben ein Frauen- und ein B-Juniorinnen/U17-Team den Spielbetrieb aufgenommen. Sowohl die Mädchen- als auch die Frauenmannschaft wurden in Zusammenarbeit mit dem Bremer Fußballverband aus den leistungsstärksten Spielerinnen aus Bremen und Umgebung gebildet. Über 300 Spielerinnen hatten sich um einen Platz in den Kadern beworben. Am 8. Mai 2007 wurden die zwei Teams dann der Presse vorgestellt. Zur Frauenmannschaft gehörten Britta und Lara Möhlmann sowie Eva-Marlen Votava, die Töchter der ehemaligen Werder-Profis Benno Möhlmann und Mirko Votava. Trainiert wurde die Frauenmannschaft in dieser Saison von Frank Schwalenberg, der bereits beim FSV Frankfurt eine Bundesligamannschaft gecoacht hatte. Mit der Zielsetzung binnen vier Jahren in die 2. Bundesliga aufzusteigen war die Frauenmannschaft in der Verbandsliga Bremen gestartet. Die beiden Auswahlteams spielten zu Beginn noch auf dem Gelände der Universität Bremen.[4] In der ersten Saison konnten die Spielerinnen alle Saisonspiele gewinnen und wiesen ein Torverhältnis von 162:0 auf.[5]

In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord traf man auf den Niendorfer TSV (Hamburg) (2:1) sowie den Ratzeburger SV (Schleswig-Holstein) (1:1) und qualifizierte sich, begünstigt durch einen Sieg des Ratzeburger SV über den Niendorfer TSV, für die höhere Liga. In der folgenden Regionalligasaison 2008/09 lieferte sich die Werderelf ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem BV Cloppenburg, welches die Bremerinnen mit einem Punkt Vorsprung für sich entscheiden konnten, und schafften somit binnen zwei Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der ersten Runde des DFB-Pokals gelang den Bremer Spielerinnen ein überraschender 2:1-Sieg gegen den Zweitligisten Blau-Weiß Hohen Neuendorf, unterlagen jedoch in der zweiten Runde dem FCR 2001 Duisburg mit 1:10.

2009 bis 2014: Feste Größe in der 2. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga hielt einige Herausforderungen bereit, weshalb sich der sportliche und organisatorischen Bereich neu aufstellen musste. Mit Lisa-Marie Scholz, Maren Wallenhorst, Lea Notthoff und Maria Doll konnte man vier erfahrenen Zweitliga-Spielerinnen gewinnen. Weiterhin sorgte die Verpflichtung der kenianischen Nationalspielerin Doreen Nabwire Omondi für mediale Aufmerksamkeit. Auch das Trainerteam bekam zur Winterpause Verstärkung. Holger Stemmann führte die Bremerinnen mit Cheftrainerin Birte Brüggemann am Ende auf den 7. Tabellenplatz. Im DFB-Pokal konnte sich die Mannschaft nach Siegen gegen ATS Buntentor (8:0) und Blau-Weiß Hohen Neuendorf (4:1) erstmals für das Achtelfinale qualifizieren, wo sie jedoch gegen den FSV Gütersloh 2009 mit 1:5 verloren.

In den folgenden drei Spielzeiten erreichte Werder jeweils den fünften Rang und konnte sich somit als Spitzenmannschaft etablieren. Im DFB-Pokal konnte man sich in dieser Zeit einmal für die 2. Runde und zweimal für das Achtelfinale qualifizieren. In der Saison 2013/14 erzielte man mit dem 3. Rang erneut einen neuen Spitzenwert und konnte sich auch im DFB-Pokal nach Siegen gegen 1. FFC Recklinghausen (14:1), 1. FC Lübars (2:1) und VfL Bochum (3:1) erstmals ins Viertelfinale durchschlagen, wo gegen den 1. FFC Frankfurt (0:8) jedoch Endstation war.

2014 bis 2016: Aufstieg in die 1. Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem frühen Ausscheiden im DFB-Pokal in der 2. Runde gegen den Erstligisten SGS Essen (1:5), lief die Saison 2014/15 umso erfolgreicher. Da der 1. FC Lübars keinen Lizenzantrag für die Bundesliga gestellt hatte[6] und der 1. FFC Turbine Potsdam II für die Bundesliga nicht spielberechtigt ist, konnte sich Werder bereits am vorletzten Spieltag - zu dieser Zeit auf Platz 2 stehend - erstmals für die erste Liga qualifizieren.

Mit dem Aufstieg einher kam die Ablösung der Trainerin Chadia Freyhat, da die 1. Bundesliga eine hauptamtliche Trainerin vorsieht.[7] Berufssoldatin Freyhat gab das Amt ab und wurde durch Steffen Rau abgelöst.[8]

Der erste Bundesliga-Sieg konnte direkt am ersten Spieltag eingefahren werden. Gegen den Mitaufsteiger 1. FC Köln gewannen die Bremerinnen mit 6:2. Der Rest der Hinrunde lief jedoch weniger erfolgreich, wobei kein weiterer Sieg errungen werden konnte. Somit überwinterte Werder auf dem 11. Platz. Im DFB-Pokal erreichten die Bremerinnen das Viertelfinale, wo sie jedoch gegen den amtierenden Meister FC Bayern München in der Verlängerung mit 0:3 verloren. Bis zum Saisonende konnten noch zwei weitere Siege erzielt aber der 11. Tabellenplatz nicht mehr verlassen werden. Somit stieg die Mannschaft nach nur einer Saison wieder in die 2. Bundesliga ab. Nach dem Abstieg im Jahr 2016 gelang jedoch mit der Meisterschaft 2017 in der 2. Bundesliga der sofortige Wiederaufstieg, trennte sich aber vom Aufstiegstrainer Steffen Rau.[9] Am 26. Juni 2017 gab man bekannt, dass die ehemalige Fußballspielerin des FC Bayern München Carmen Roth den vakanten Cheftrainerposten übernimmt.[10]

Spieler und Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
30 Anneke Borbe DeutschlandDeutschland
01 Anna Bockhorst DeutschlandDeutschland
22 Lena Pauels DeutschlandDeutschland
24 Bianca Becker DeutschlandDeutschland
13 Alicia Kersten DeutschlandDeutschland
09 Katharina Schiechtl OsterreichÖsterreich
15 Gabriella Tóth UngarnUngarn
05 Michelle Ulbrich DeutschlandDeutschland
08 Janine Angrick DeutschlandDeutschland
06 Marie-Louise Eta DeutschlandDeutschland
21 Jessica Golebiewski DeutschlandDeutschland
18 Lina Hausicke DeutschlandDeutschland
17 Giovanna Hoffmann DeutschlandDeutschland
20 Lisa Josten DeutschlandDeutschland
04 Nina Lührßen DeutschlandDeutschland
07 Lisa-Marie Scholz DeutschlandDeutschland
27 Meggie Schröder DeutschlandDeutschland
16 Verena Volkmer DeutschlandDeutschland
10 Pia-Sophie Wolter DeutschlandDeutschland
02 Franziska Gieseke DeutschlandDeutschland
11 Cindy König DeutschlandDeutschland
23 Stephanie Goddard DeutschlandDeutschland

Wechsel zur Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge Abgänge
Janine Angrick (BV Cloppenburg)
Bianca Becker (Werder Bremen II)
Anneke Borbe (eigene Jugend)
Franziska Gieseke (SV Meppen)
Lina Hausicke (FF USV Jena)
Lisa Josten (BV Cloppenburg)
Sandra Hausberger (Arminia Bielefeld)
Nadine Moelter (unbekannt)
Stefanie Sanders (USA)
Maren Wallenhorst (Karrierepause)
Reena Wichmann (USA)

Bekannte ehemalige Spielerinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Team der 1970er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inge Becker (geb. Pfaff)
  • Manfred Becker (Trainer)
  • Elke Bein(-Prout)
  • Petra Brzezinski
  • Gabi Grundmann
  • Gudrun Joho
  • Norbert Jontza
  • Waltraud Kreienhoop
  • Ingeborg Lange
  • Petra Lihl
  • Bärbel Manthey
  • Susanne Mischok
  • Gitta Packhäuser
  • Jana Rackebrand
  • Angelika Rauch
  • Manfred Würdemann (Betreuer)
  • Marion Zedowitz

Alle Trainer seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name von bis
Frank Schwalenberg 2007 2007
Birte Brüggemann 2007 2013
Chadia Freyhat 2013 2015
Steffen Rau 2015 2017
Carmen Roth 2017 jetzt

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meister der zweiten Bundesliga Nord: 2017
  • Norddeutscher Meister: 2009
  • Bremer Meister: 1974, 2008, 2009, 2010, 2011
  • Bremer Pokalsieger: 2008, 2009, 2010

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz S U N Tore Punkte DFB-Pokal
2007/08 Verbandsliga Bremen 1. 20 0 0 162:0 60 nicht qualifiziert
2008/09 Regionalliga Nord 1. 16 4 2 76:23 52 2. Runde
2009/10 2. Bundesliga Nord 7. 8 5 9 29:37 29 Achtelfinale
2010/11 2. Bundesliga Nord 5. 11 3 8 43:36 36 2. Runde
2011/12 2. Bundesliga Nord 5. 9 4 9 38:37 31 Achtelfinale
2012/13 2. Bundesliga Nord 5. 13 3 6 54:32 42 Achtelfinale
2013/14 2. Bundesliga Nord 3. 11 1 10 60:38 34 Viertelfinale
2014/15 2. Bundesliga Nord 2. 16 1 5 71:25 49 2. Runde
2015/16 1. Bundesliga 11. 3 4 15 17:53 13 Viertelfinale
2016/17 2. Bundesliga Nord 1. 19 2 1 96:19 59 Viertelfinale
2017/18 1. Bundesliga - - - - -:- - -
Anmerkung: Grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg.

Kinofilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Jahr der Bremerinnen wurde filmisch begleitet und erschien als regionaler Kinofilm und später auf DVD unter dem Namen Einsteigerinnen - Ein Jahr für Werder Bremen.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satzung und Jugendordnung vom 16.11.2015. Sport-Verein „Werder“ von 1899 e.V., abgerufen am 11. Mai 2017 (PDF; 1.669 kB, § 1 Name).
  2. Deutsche Presse-Agentur: Werder-Frauen steigen in die 1. Liga auf. In: focus.de. Focus, 17. Mai 2015, abgerufen am 17. Mai 2015.
  3. Werder nimmt Herausforderung "Frauenfußball" an. In: werder.de. Werder Bremen, 9. Februar 2007, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  4. Mittlerweile werden die Heimspiele auf dem Vereinsgelände (Platz 12) ausgetragen.
  5. Werder schließt Saison ohne Gegentreffer ab. In: werder.de. Werder Bremen, 8. Mai 2008, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  6. Spitzenreiter Lübars verzichtet auf 1. Liga. In: nw.de. Neue Westfälische, 16. März 2015, abgerufen am 1. April 2015.
  7. Chadia Freyhat: "Wir sind ein Superteam". In: weser-kurier.de. Weser Kurier, 19. Mai 2015, abgerufen am 31. Juli 2015.
  8. Mit neuem Coach ins Abenteuer Bundesliga. In: radiobremen.de. Radio Bremen, 29. Juli 2015, abgerufen am 31. Juli 2015.
  9. Frauenfussball: Werder Bremen trennt sich von Trainer Steffen Rau Werder trennt sich von Trainer
  10. Roth wird Cheftrainerin bei Werder Bremen
  11. Einsteigerinnen - Ein Jahr für Werder Bremen, filmbuero-bremen.de