Wilfried (Sänger)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wilfried, 2013
Wilfried 2008

Wilfried (* 24. Juni 1950 in Goisern, Oberösterreich, eigentlich Wilfried Scheutz ) ist ein österreichischer Sänger, Songwriter und Schauspieler. Große Bekanntheit im deutschsprachigen Raum erreichte er ab den 1970ern als „rockende Rampensau“.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Schulzeit verbrachte er in Bad Goisern und Gmunden. Mit 19 Jahren ging er nach Graz, um zu studieren. Wenig später begann seine musikalische Karriere. 1973 veröffentlichte er Ziwui Ziwui, eine rockige Neuinterpretation eines Innsbrucker Vogelfängerliedes.[1] Durch diesen Titel, wie auch unter anderem seine Hardrockversion des Kufsteinliedes, gilt er als früher Wegbereiter der Neuen Volksmusik. Sein musikalisches Schaffen umfasst allerdings auch zahlreiche andere Genres, von Blues über Rock bis zu eigenwilligen Popsongs wie Orange und Highdelbeeren. Seine größten Erfolge, zu denen auch Lauf Hase, lauf zählt, feierte er in den 1970er- und 1980er-Jahren, was ihn zu einem der bekanntesten Vertreter des Austropops macht, von dem er sagte:

„Dieser Begriff ist in Wahrheit nur irgendeine Schublade. Der Unterschied zwischen mir und Ambros, zwischen Hubert und Danzer ist doch so groß wie zwischen Lauffen und Kentucky.“[2]

Von 1978 bis Mitte 1979 war Wilfried Sänger der Ersten Allgemeinen Verunsicherung (EAV). Er ist nicht nur auf dem Debütalbum 1. Allgemeine Verunsicherung zu hören, er war mit der Band auch auf Tour. Da die EAV keinen eigenen Plattenvertrag hatte, wurde das Album über seinen Plattenvertrag bei EMI veröffentlicht. Umgekehrt wurden einige seiner Lieder von Thomas Spitzer von der EAV getextet. Eine Topplatzierung in den Hitparaden erreichte er Mitte der 1980er mit seinem Lied Südwind.

1988 vertrat er Österreich mit Lisa Mona Lisa beim Grand Prix d’Eurovision de la Chanson. Er erreichte mit 0 Punkten den 21. Platz. Nebenbei betätigte er sich immer wieder als Schauspieler in Theater und Film. So spielte er Anfang der 1990er in der Fernsehserie Die Leute von St. Benedikt die Rolle des ‚Walter Lehner‘ und war Sprecher in Werbespots (z. B. 1987 „Der Unterschied ist Köck“).

1991 holte ihn Felix Dvorak zu seinen Berndorf-Festspielen, wo er, neben Hans Holt und Daniela Markus, in der Titelrolle von Molnárs Liliom reüssierte. Es folgten viele Auftritte als Schauspieler unter der Regie von Elfriede Ott bei den Maria Enzersdorfer Festspielen.

1996 gründete er die A-cappella-Gruppe 4Xang. Im Frühsommer 2000 startete er gemeinsam mit 4Xang die Jubel, Trubel, Heiserkeit-Tour anlässlich seines 50. Geburtstages. Premiere war traditionellerweise im K. u. K. Hofbeisl in Bad Ischl, da er dort seine ersten musikalischen Gehversuche als Künstler absolviert hatte. 2010, nach 14 Jahren und hunderten Auftritten im gesamten deutschsprachigen Raum, löste sich die Gruppe 4Xang auf. Das letzte Konzert der Jubel, Trubel, Heiserkeit-Tour wurde anlässlich seines 60. Geburtstages, am 26. Juni 2010 im Pressbaumer Center gegeben.[3]

Wilfried nennt sich nun Wilfried Scheutz[4] und tritt im Duo wahlweise mit Orges Toçe (Gitarre) oder Heinz Jiras (Keyboard) mit den Programmen WillBlues bzw. BuchstabenBlues auf.

2008 erschien sein erstes Buch BuchstabenBlues, in dem er Kurzgeschichten, Gedichte und Lebensweisheiten zusammenfasst, die von einer Foto-Lebensgeschichte begleitet werden.[5]

2009 gründete er die Jazzformation „Fathers’n’Sons“, mit Wilfried Scheutz & Hanibal Scheutz (Kontra-Bass) und Gerd Schuller (Keyboard) und Gerald Schuller (Schlagzeug).

2009 eröffnete er mit seiner Frau die Gaststätte „Vereinsmeierei“.

Anfang 2011 stellte er mit seinem Sohn Hanibal Scheutz eine neue Rockband zusammen, die „Neue Band“, in der auch Orges Toçe (Gitarre), Heinz Jiras (Keyboard), Carlos Barreto-Nespoli (Bass) und Christian Eberle (Schlagzeug) mitwirken. Die Band spielt Hits von Wilfried Scheutz, die von Hanibal Scheutz neu arrangiert und der Neuen Band interpretiert werden. Der erste Auftritt fand beim Grazer Stadtfest im Juni 2011 statt.

2011 setzte er seine Schauspielkarriere fort; in Der Watzmann ruft! übernahm er die Ambros-Rolle des Erzählers.[6]

Ende November 2012 erschien Wilfried Scheutz’ Album Tralala, das mit der Formation Neue Band aufgenommen wurde. Gleichzeitig erschien beim gleichen Label auch die Kompilation Best of 1974–1992.

Im August 2016 spielte er die Hauptrolle (Chuck) in Tankstelle der Verdammten von Georg Ringsgwandl in der Fassung von Thomas Maurer im Stadtsaal in Wien.[7] Für 2017 ist ein neues Studio-Album geplant.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[8]
Make Up
  AT 19 15.06.1980 (4 Wo.)
Ganz normal
  AT 3 01.08.1981 (12 Wo.)
Wunschkonzert
  AT 10 01.06.1982 (4 Wo.)
Nachts in der City – Live
  AT 19 01.07.1986 (4 Wo.)
Singles[8]
Mary, Oh Mary
  AT 3 15.04.1973 (16 Wo.)
Ziwui, Ziwui
  AT 6 15.01.1974 (16 Wo.)
Nights in the City
  AT 23 15.03.1979 (8 Wo.)
Highdelbeeren
  AT 19 01.11.1981 (2 Wo.)
Lass mi bei dir sein
  AT 12 15.02.1984 (6 Wo.)
Südwind
  AT 14 15.06.1985 (10 Wo.)
Ikarus
  AT 6 15.07.1987 (14 Wo.)
Lisa Mona Lisa
  AT 27 15.05.1988 (2 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Album Anmerkungen
1974 The Crazy Baby Interpret: Wilfried Scheutz
1974 Wilfried
1979 Nights in the City
1980 Make Up
1981 Ganz Normal
1982 Wunschkonzert
1983 Ja
1984 Sehr sehr arg
1985 Ganz oder gar net
1986 Nachts in der City – Live Live-Album
1987 Leicht
1988 Feuer auf dem Dach
1990 Berg und Tal
1992 Gemma!
1994 Katerfrühstück feat. Wilfried
2000 Buchstaben-Blues
2012 Tralalala 2-CD Special Edition inkl. Best of 1974–92
2013 Wieder da! Das Live Album Live Album

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Single Anmerkungen
1973 Mary, Oh Mary c/w Rock-Medley
Woodpecker’s Music c/w Let Me Swing
Ziwui, Ziwui c/w Do Not
1974 ’s Katherl c/w Mein Vatern sein Häuserl
Go, Go, Go c/w Oh Lord; Interpret: Wilfried Scheutz
1975 Country Blues c/w Momma, Momma
1976 Neonliacht Maria c/w Luise
Dobermann c/w Schmäh-Symphonie; Interpret:

Wilfried und das Wiener Schmähorchester

Teifi eini – Tieifi aussi c/w Raspa Rock
1977 Tanz, Franz! c/w Magdalena
1978 Hey Big Brother c/w Yodel Funk
Nights in the City c/w Lucy
Johnny’s Discothek c/w Singin’ My Own Song
1978 Hans „Puschi“ Pusch* / Karl „Mundl“ Merkatz* Tango Argentina c/w Wilfried - Every 1's A Winner
1979 In the Middle of the Night c/w Fire Walk
1980 I’ve Got to Have a Reggae on My LP c/w Right Mood
Telephone Terror c/w Incognito
I’m In c/w I’ll Get Over You
1981 Highdelbeeren c/w Sie, sie leider
Buhuhuhu hu c/w Never Trust No One Over 30; c/w Meilenweit
Ich hab’ zuviel Power c/w Pink Punk
Keiner liebt dich c/w Das Kufsteinlied
1982 Orange c/w 08/15 – Lass die Arschbacken locker
1983 Lass mi bei dir sein c/w ABC–XYZ
Mir san alle froh (Alles leiwand) c/w Die Hochzeit
1984 I Like Donnerstag c/w Bruch-Tanz
Weit, so weit c/w Schluß
Wudu c/w Bella Parola
1985 Südwind c/w Mei Kopf is a Kassettn
Masqumje c/w Whisky pur
Nix hat Nagel c/w Erwachsen wie ein Kind
1986 Nachts in der City c/w Nachts in der City Teil 2
Morgenstern c/w Der Rock and Roll kommt aus dem Radio
1987 Ikarus c/w Orange (live)
Leicht c/w Leicht (Instrumental)
1988 Lisa Mona Lisa c/w Lisa Mona Lisa (franz. Originalaufnahme)
Gratuliere Österreich c/w Der Blues hat mi
Nur noch mit dir c/w Mein Wort
1989 Musique, mon amour c/w Feuer auf dem Dach
1990 Ebensee c/w Sehr gut
Sag warum c/w ’s Geld is’ weg
1993 Ziwui '93 c/w Sehr gut

Compilations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Compilation Anmerkungen
1983 Bist du narrisch: Die Hits 1973–83
1988 Poptakes
1990 Der weiche Kern
1997 Die größten Hits aus 20 Jahren
1998 Master Series
2000 …und immer wieder geht die Sunn auf
2007 Best of Wilfried 2-CD mit dem unveröffentlichten Song Sole mio (i schnoi o)
2011 Das Beste von Wilfried
2012 Best of 1974–92 CD 2 der Tralalala Special Edition
2013 The Best of Wilfried Krone-Edition Austropop
2015 Austropop-Legenden Krone-Edition Austropop

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilfried ist seit 1982 mit Marina Tatic verheiratet, der gemeinsame Sohn Jovan Hanibal kam 1981 zur Welt. Er spielt den Kontrabass bei 5/8erl in Ehr’n. Die Familie lebt in Pressbaum (Niederösterreich).

Seine Frau war 1977 bei der EAV als Sängerin und Kostümschneiderin engagiert worden. Sie wirkte unter anderem bei der Show Uschi im Glück oder beim Album 1. Allgemeine Verunsicherung mit. 1979 stiegen beide bei der Band aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilfried Scheutz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vogelfängerlied aus Innsbruck
  2. Wilfried Scheutz, Edmund Brandner für OÖN, 4. Juni 2004
  3. WILFRIED & Freunde: Das 60er Jubiläumskonzert; Kulturinitiative Vereinsmeierei.
  4. Offizielle Website
  5. Verlag Bibliothek der Provinz, ISBN 978-385252-950-9
  6. Der Watzmann ruft!
  7. Stadtsaal: Die Tankstelle der Verdammten, abgerufen am 4. März 2016
  8. a b Chartverfolgung