Auxerre

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Auxerre
Wappen von Auxerre
Auxerre (Frankreich)
Auxerre
Region Burgund
Département Yonne (Präfektur)
Arrondissement Auxerre
Kanton Chef-lieu von 5 Kantonen
Gemeindeverband Communauté d’agglomération de l’Auxerrois.
Koordinaten 47° 48′ N, 3° 34′ O47.79753.5669444444444124Koordinaten: 47° 48′ N, 3° 34′ O
Höhe 93–217 m
Fläche 49,95 km²
Einwohner 35.534 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 711 Einw./km²
Postleitzahl 89000
INSEE-Code
Website www.auxerre.com

Auxerre an der Yonne

Auxerre [oˈsɛʀ] (lateinisch: Autissiodorum oder Autessiodorum) ist Hauptort (chef-lieu) des Départements Yonne in der Region Burgund, Frankreich. Die Stadt hat 35.534 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Aus der Gegend um Auxerre stammt die Rebsorte Auxerrois.

Geografie[Bearbeiten]

Auxerre liegt an der Yonne. Die Fläche von Auxerre beträgt 49,95 km². Der Canal du Nivernais mündet hier in den Fluss Yonne. In der Nähe liegt der Mont Autric.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Auxerre, das in der Antike den Namen Autessiodurum trug, war eine Stadt der Senonen und wird von Caesar in seinen Kommentaren noch nicht erwähnt; es scheint erst nach der römischen Eroberung Galliens an Bedeutung gewonnen zu haben. In der Kaiserzeit gehörte es zur römischen Provinz Gallia Lugdunensis. Eine Weiheinschrift für Icauna, die Flussgöttin der Yonne, wurde hier im 18. Jahrhundert gefunden, gilt jedoch heute als verschollen. Die Via Agrippa reichte ebenfalls an die Siedlung heran. Ruinen und andere Altertümer aus gallo-römischer Zeit blieben in geringem Ausmaß erhalten.

Bereits seit dem späten 3. Jahrhundert war die Stadt Sitz eines Bischofs, der seit dem Ende des 4. Jahrhunderts dem Erzbistum Sens unterstellt war. Als erster Bischof von Auxerre wird der heilige Pelerin namhaft gemacht. Vor der Mitte des 5. Jahrhunderts erfuhr die Stadt durch das Wirken des Bischofs und Truppenführers Germanus von Auxerre eine erste wirtschaftliche und religiöse Blütezeit. 451 wurde sie wohl von den Hunnen Attilas geplündert.

Mittelalter[Bearbeiten]

486 wurde Auxerre den Römern durch den fränkischen König Chlodwig entrissen. So gehörte es im Frühmittelalter zum merowingischen Besitztum. Dabei kam es zunächst nach Chlodwigs Tod (511) an Chlodomer, dann an Childebert I., Chlothar I., Guntram I. und 613 an Chlothar II.

584 fand in Auxerre ein von Bischof Aunaire (Aunacharius) abgehaltenes Konzil statt, über das 45 Kanones zur Kirchenzucht Aufschluss liefern. 695 gab es in der Stadt unter Bischof Tétrice ein über geistliche Amtsverrichtungen beratendes Konzil. Weitere Synoden tagten hier 1020 und 1147, letztere unter dem Vorsitz von Gilbert Porretanus, Bischof von Poitiers.

Im 9. Jahrhundert war Auxerre Sitz einer berühmten Klosterschule der Abtei Saint Germain, an der u. a. die Gelehrten Heiricus und Remigius wirkten.

Die Grafschaft Auxerre (Auxerrois) war bis 1005 Lehen der Herzöge von Burgund und befand sich danach als Lehen der Bischöfe von Auxerre fast zwei Jahrhunderte im Besitz des Hauses Monceaux, Grafen von Nevers. Landry war der erste dieser Grafen. In den 1160er Jahren ließ Wilhelm IV. die Stadtmauer erweitern, die nun auch jenseits der früheren römischen Befestigung gelegene Klöster und Vorstädte umgab. Sein Bruder Guido wollte hier Anfang der 1170er Jahre eine Kommune errichten, doch widersetzte sich der Bischof diesem Vorhaben. Guidos Erbtochter Agnes heiratete 1184 Peter II. von Courtenay, den späteren lateinischer Kaiser von Konstantinopel. Nach einem verheerenden Brand erhielt Auxerre von Peter II. 1188 einen Freibrief. Fermer ließ Peter die von Wilhelm IV. begonnene Umwallung fertigstellen. Peters Tochter Mathilde brachte die Grafschaft Hervé, Herrn von Donzy zu und bestätigte Auxerre 1223 ein erweitertes Stadtrecht.

Durch Heirat gelangte die Grafschaft Auxerre in der Folge nacheinander an die Häuser Châtillon, Bourbon, Burgund und Chalon. In der Frühphase des Hundertjährigen Kriegs attackierten die Engländer und deren Söldner im Januar 1358 Auxerre. Sie wurden zunächst zurückgeschlagen, doch bereits am 10. März 1358 eroberten sie die Stadt und plünderten diese. 1370 verkaufte Johann IV. von Chalon die Grafschaft Auxerre an den französischen König Karl V. Louis de Chalon focht zwar den Kauf an, doch verglichen sich die Streitparteien am Anfang des 15. Jahrhunderts mit König Karl VI.

Im Kampf zwischen den Armagnaken und den Burgundern ergriffen die Bürger von Auxerre 1411 für den Herzog von Burgund, Johann Ohnefurcht, Partei. Am 22. August 1412 wurde hier unter dem Vorsitz des Dauphins ein Friedensvertrag zwischen den Herzögen von Burgund und Orléans abgeschlossen. 1435 fiel die Grafschaft Auxerre durch den Vertrag von Arras an Herzog Philipp den Guten von Burgund. Während der Ligue du Bien public zeigten sich die Einwohner Auxerres wenig beflissen, den dringenden Bitten des burgundischen Herzogs nachzukommen. Nach Karls des Kühnen Tod 1477 fiel die Grafschaft Auxerre endgültig an die französische Krone, obschon unter Widerspruch Marias von Burgund und später des Kaisers Maximilian.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Frieden von Madrid (1526) musste Auxerre an Kaiser Karl V. abgetreten werden, kam jedoch in den Friedensschlüssen von Cambrai (1529) und Crépy (1544) wieder an Frankreich zurück.

1561 erhielten die Bürger Auxerres das Recht zugestanden, alle zwei Jahre einen Bürgermeister zu wählen, der an der Spitze eines aus u. a. aus zwölf Schöffen zusammengesetzten Stadtrats stand. Im gleichen Jahr brachen religiöse Unruhen aus, die 1563 in gewaltsamerer Form wieder einsetzten. Im Oktober 1567 überrumpelten die Hugenotten die Stadt und plünderten die Kirchen, wurden aber im folgenden Jahr vertrieben. 1587 trat Auxerre der Heiligen Liga bei, und es kam zwischen den Anhängern der Liga und Royalisten zu Kämpfen. 1592 erschienen königliche Truppen im Auxerrois. Die Stadt unterwarf sich Heinrich IV. im April 1594. Im 17. Jahrhundert hatte sie unter mehreren Hungersnöten zu leiden. Während der französischen Revolution kam es in Auxerre am 19. August 1792 zu einem schlimmen Tumult. Im Zuge der Niederringung Napoleons wurde Auxerre Anfang März 1814 vorübergehend von den Österreichern besetzt.

Im August 1944 wurde Auxerre von den Truppen des General Leclerc befreit.
1972 vereinigte sich die Stadt mit der Gemeinde Vaux.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1851 - 14.166
  • 1936 - 24.282
  • 1954 - 26.583
  • 1975 - 38.342
  • 1982 - 38.767
  • 1999 - 37.790
  • 2006 - 37.419

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Saint-Étienne, Querhaus

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Auxerre

Kirchen

Freizeit

  • Freizeithafen: In Auxerre mündet der Canal du Nivernais in den Fluss Yonne und es gibt hier einen großen Freizeithafen am Fluss.
  • Die Stadt ist Heimat des Fußballvereins AJ Auxerre.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Auxerre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien