Bergen op Zoom

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Gemeinde Bergen op Zoom
Flagge der Gemeinde Bergen op Zoom
Flagge
Wappen der Gemeinde Bergen op Zoom
Wappen
Provinz Nordbrabant
Bürgermeister Han Polman (D66)
Sitz der Gemeinde Bergen op Zoom
Fläche
 – Land
 – Wasser
93,13 km²
80,92 km²
12,21 km²
CBS-Code 0748
Einwohner 66.445 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 713 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 30′ N, 4° 17′ O51.4944444444444.2866666666667Koordinaten: 51° 30′ N, 4° 17′ O
Vorwahl 0164
Postleitzahlen 4600–4625, 4661, 4664
Website bergenopzoom.nl
Lage von Bergen op Zoom in den Niederlanden

Bergen op Zoom ( anhören?/i) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Nordbrabant mit 66.445 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014). Die politische Gemeinde besteht aus der namensgebenden Stadt und weiteren Ortschaften.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im äußersten Westen der Provinz, an der Wasserstraße zwischen Rotterdam und Antwerpen. Westlich von Bergen schließt sich die seeländische Insel Tholen an.

Bergen op Zoom hat einen Hafen mit ausgedehnten Industriegebieten westlich der Stadtmitte. Die Autobahn A58 kreuzt sich hier mit der in den kommenden Jahren noch auszubauenden A4 aus Rotterdam, die nach Antwerpen durchgezogen wird. Bergen op Zoom hat einen Bahnhof an der Lokaleisenbahn RoosendaalVlissingen.

Bergen op Zoom hat heute Tabak-, Kunstharz-, Stärke- und Kunststoffindustrie. In der Umgebung werden Spargel, Erdbeeren und Sardellen produziert.

Die sehenswerte Innenstadt und die schöne Umgebung ziehen auch viele Touristen an.

Orte[Bearbeiten]

  • Die Stadt Bergen op Zoom, Sitz der Gemeindeverwaltung, mit etwa 51.800 Einwohnern;
  • Das Dorf Halsteren, einige Kilometer nördlich der Stadt, mit etwa 11.600 Einwohnern;
  • Das Dorf Lepelstraat, noch etwas nördlicher, mit etwa 2.000 Einwohnern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der Markiezenhof-Palast (das einzige Gebäude dieser Art in den Niederlanden) aus dem 15. und 16. Jahrhundert, der ein Kulturzentrum und ein Museum beherbergt. Zu sehen sind u.a. eine Sammlung regionaler Kunst, eine Ausstellung mit Miniaturen über die Kirmes und eine Sammlung politischer Spottbilder.
  • Die Sankt-Gertrudis-Kirche aus dem 14. Jahrhundert.
  • Das Stadttor Gevangenpoort, mit kleinem Museum der Stadtarchäologie.
  • Der weiße Rathauskomplex, der 1633 durch Umbau von drei alten Häusern am Großen Markt entstand.
  • Weitere alte Häuser im Stadtzentrum: die Innenstadt ist von der niederländischen Regierung zu beschermd stadsgezicht (Geschütztes Stadtbild) erklärt worden.
  • Die alte Befestigungsanlage Fort de Roovere östlich von Halsteren inmitten eines Naturgebietes.

Geschichte[Bearbeiten]

Gevangenpoort
Der Grote Markt mit der „Peperbus“

Bergen op Zoom entstand im Mittelalter aus dem Zusammenwuchs dreier kleiner Siedlungen. Es wurde 1330 ummauert und erhielt im Jahre 1347 die Stadtrechte. Die Stadt wurde das Verwaltungszentrum der Gegend; die Herren der Stadt aus dem Haus Glymes durften ab 1533 den Titel eines Marquis führen; das Palais Markiezenhof dieser Herren ist jetzt ein Museum. Bergen op Zoom war, mit seinem Hafen an der Oosterschelde und seinen Jahrmärkten, etwa bis 1500 ein bedeutender Handelskonkurrent für das südlicher gelegene Antwerpen. Zwei unterschiedliche Einflüsse bewirkten in der frühen Neuzeit einen Verfall für die Stellung der Stadt: gewaltige Sturmfluten mit Überschwemmungen bis ins Hinterland und der Achtzigjährigen Krieg (1568–1648). Ein beispielhaftes Ereignis für die Kraft der Elemente stellt die St.-Felix-Flut von 1530 dar, in Folge dieser Überschwemmung und weiterer schwerer Fluten ging das benachbarte Reimerswaal unter.[2]

1577, im Achtzigjährigen Krieg, wurden die Spanier aus der Stadt vertrieben.[3] Sie unternahmen zahlreiche Versuche, sie zurückzuerobern: 1581 und 1588 (durch Alessandro Farnese), 1605 und 1622 (durch Ambrogio Spinola).

Die Festung wurde 1688 durch Menno van Coehoorn angelegt und galt als eine der stärksten Festungen Hollands. Der französische General Ulrich von Löwendal konnte sie jedoch während des Österreichischen Erbfolgekriegs 1747 nach dreimonatiger Belagerung im Sturm einnehmen, was eine unglaubliche und ganz Europa erschütternde Plünderung nach sich zog. Er wurde zwar dafür verantwortlich gemacht, vom französischen König aber trotzdem zum Marschall befördert. Schon ein Jahr später musste Frankreich im Aachener Frieden von 1748 die Festung wieder räumen. Die Markgrafschaft Bergen op Zoom ging an das Kurfürstentum Baiern.

Am 30. Januar 1795 wurde Bergen op Zoom den Franzosen unter General Pichegru kampflos übergeben. Ein Versuch des britischen Generals Graham die Festung in der Nacht vom 8. zum 9. März 1814 im Sturm zu nehmen scheiterte. Nach dem Friedensvertrag von 1814 mussten die Franzosen sie räumen.

1867 wurde die Festung aufgelassen und deren Anlagen geschleift.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelmus Adriaan van Ham: Macht en gezag in het Markiezaat: een politiek-institutionele studie over stad en land van Bergen op Zoom (1477–1583). Hilversum: Verloren 2000, 479 S., (= Nijmegen, Kath. Univ., Diss., 2000), ISBN 90-6550-081-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bergen op Zoom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Gallery[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Das Flutereignis ist nach dem Gedenktag zweier Heiliger Felix und Eusebius, dem 5. November benannt.
  3. Illustrationen von Frans Hogenberg von 1577: Gefenknis des Carls Fughers vor der Statt Bergen auff Saum (Digitalisat); und von 1581: Gefenknis des Carls Fughers vor der Statt Bergen auff Saum (Digitalisat)