Bickenbach (Bergstraße)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Darmstadt-Dieburg | |
| Höhe: | 105 m ü. NN | |
| Fläche: | 9,26 km² | |
| Einwohner: |
5553 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 600 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 64402–64404 | |
| Vorwahl: | 06257 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DA, DI | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 32 003 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Darmstädter Straße 7 64404 Bickenbach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Günter Martini (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Bickenbach im Landkreis Darmstadt-Dieburg | ||
Bickenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen (Deutschland).
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Bickenbach liegt an der nördlichen hessischen Bergstraße, in der Mitte zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Bickenbach grenzt im Norden an die Stadt Pfungstadt, im Osten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, im Süden an die Gemeinde Alsbach-Hähnlein sowie im Westen an die Stadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau).
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Bickenbach besteht nur aus einem Ortsteil.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort war bereits in der römischen Zeit besiedelt. Im sumpfigen Gewann „Schiffslache“ entdeckten Archäologen ein Kleinkastell aus dem 1. Jahrhundert sowie die Sumpfbrücke Bickenbach. In der Nachbarschaft dieser Bodendenkmale befindet sich die Villa rustica „Steinmauer“.
Bickenbach wurde im Jahre 874 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex erwähnt. Bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Ort eng mit dem Kloster Lorsch und dessen Lehnsherren verbunden. Es folgte eine Zeit häufig wechselnder Herrschaften. 1571 besaßen die Grafen von Erbach das Dorf, während der Landgraf von Hessen die hohe Obrigkeit ausübte. 1714 verkauften die Grafen von Erbach den Ort Bickenbach an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt.[2] Nachfolgend gehörte Bickenbach dann zu folgenden übergeordneten Verwaltungseinheiten:[2]
- 1714 Das Amt Seeheim wird durch Landgraf Ernst Ludwig für die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt von den Erbacher Grafen gekauft[3].
- bis 1820: Amt Zwingenberg mit Seeheim der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen.
- 1820 bis 1832: Landratsbezirk Bensheim der Provinz Starkenburg.
- 1832 bis 1948: Kreis Bensheim mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
- 1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
- 1852 bis 1938: Kreis Bensheim mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
- 1938 bis 1977: Kreis Darmstadt. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
- ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Darmstadt im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht.
Etwa 2 km südwestlich des Ortes finden sich die Reste des sogenannten Weilerhügels, einer Motte. Sie ist der Stammsitz der Herren von Bickenbach und wurde 1130 erstmals erwähnt.
Historische Ortsnamen [Bearbeiten]
In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt[2]:
- Bicchumbach (874)
- Picchenbah (10. Jahrhundert)
- Bikinbach (1012)
- Bichenbach (1130)
- Bickenbach (1267)
- Bickinbach (1310)
- Bickembag (1330/31)
- Bickenbach (1380)
- Bickenbach uf dem Sande (1380-1388)
- Byckinbach off dem Sande (1396)
- Byckinbach off dem Sande (1489)
- Beckhenbach (1538)
- Beckenbach (1579)
- Bickhenbach; Bickhenpach ahn der Bergstraßen (1583)
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Belegte Einwohnerzahlen sind[2]
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Wappen [Bearbeiten]
Am 4. August 1971 wurde der Gemeinde Bickenbach im damaligen Landkreis Darmstadt ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Roter, von einer Doppelreihe silberner Rauten schrägrechts geteilter Schild; links oben ein mit dem Gemarkungszeichen (breitendiges Kreuz über unten geöffnetem Ring. Rot in Silber) belegter Kleinschild.[4]
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister [Bearbeiten]
Seit 1. Januar 1994 ist Günter Martini (CDU) Bürgermeister. Er wurde am 3. Juli 2005 mit 64,6 % der Stimmen zum zweiten Mal, am 25. September 2011 mit 79,5 % der abgegebenen Stimmen zum dritten Mal im Amt bestätigt.
Frühere Bürgermeister (seit 1945):
- 15. April 1945 – 21. März 1946: Karl Dieter (KPD)
- 22. März 1946 – 24. Juni 1948: Georg Hill (SPD)
- 25. Juni 1948 - 30. September 1968: Georg Blum (SPD)
- 1. Oktober 1968 – 31. Dezember 1993: Karl Schemel (SPD)
Gemeindevertretung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [5]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 38,2 | 10 | 35,3 | 9 | |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 36,5 | 9 | 43,8 | 11 | |
| KOMM,A | Die Kommunale Alternative in Bickenbach | 17,8 | 4 | 10,2 | 2 | |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 7,5 | 2 | 10,8 | 3 | |
| Gesamt | 100 | 25 | 100 | 25 | ||
| Wahlbeteiligung in % | 54,8 | 52,8 | ||||
Vorsitzender der Gemeindevertretung ist Markus Hennemann (SPD).
Gemeindevorstand [Bearbeiten]
Im Gemeindevorstand sind neben dem Bürgermeister drei Beigeordnete der CDU, zwei der SPD und eine Beigeordnete von KOMM,A vertreten.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Bickenbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Tricarico in Italien und Saint Philbert de Grand-Lieu (Frankreich).
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Evangelische Pfarrkirche mit spätgotischem Westturm, Kirchenschiff mit klassizistischem Saalbau, das ehemalige Jagdschloss der Landgrafen von Hessen von 1720/21.
Weiter befindet sich in Bickenbach das weltweit einmalige Schuhspannermuseum. Es kann nach Vereinbarung besichtigt werden.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Bickenbach liegt verkehrsgünstig an der Main-Neckar-Bahn. Die RB/RE-Züge verbinden Bickenbach mit Darmstadt und Frankfurt sowie Mannheim und Heidelberg.
Die Buslinie K50 fährt von Bickenbach aus nach Alsbach-Hähnlein sowie nach Seeheim-Jugenheim und Mühltal. Eine Anbindung nach Bensheim und Heppenheim besteht außer durch die Main-Neckar-Bahn auch durch die Buslinie 669. Spätverbindungen von Darmstadt werden durch die Linie 8N hergestellt.
Bis 1961 zweigte im Bickenbacher Bahnhof die Bahnstrecke Bickenbach–Seeheim von der Main-Neckar-Bahn ab.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
In Bickenbach hat das Naturlebensmittel-Unternehmen Alnatura seinen Sitz. Die daraus hervorgegangenen Unternehmen(szweige) Alnavit und Alnatura-Naturtextil firmieren ebenfalls dort.
Im Jahr 1989 gründete Walter Gutjahr ein Unternehmen für die Herstellung der von ihm patentierten Verfahren zur sicheren Entwässerung, Entlüftung und Entkopplung von Belägen auf Balkonen, Terrassen, Fassaden und Außentreppen mit Drainage- und Entkopplungsmatten.
Seit 1907 ist die Firma DELFA in Bickenbach ansässig. DELFA ist über die Landesgrenzen bekannt als Hersteller von Schuhspannern und Schuhanziehern vorwiegend aus Holz, Kunststoff, Schaumstoff und Metall.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]
- Ludwig Keil (1896–1952), hessischer Landtagsabgeordneter (KPD)
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Gemeinde Bickenbach
- Bickenbach auf den Webseiten des Landkreises Darmstadt-Dieburg
- „Bickenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Links zum Thema Bickenbach im Open Directory Project
- Literatur zu Bickenbach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ a b c d Bickenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. September 2012.
- ↑ Haeimatbuch der Gemeinde Seeheim
- ↑ Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 4. August 1971 (StAnz. S. 1388) Seite 4 der tif-Datei 2,87 MB
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
Alsbach-Hähnlein | Babenhausen | Bickenbach | Dieburg | Eppertshausen | Erzhausen | Fischbachtal | Griesheim | Groß-Bieberau | Groß-Umstadt | Groß-Zimmern | Messel | Modautal | Mühltal | Münster | Ober-Ramstadt | Otzberg | Pfungstadt | Reinheim | Roßdorf | Schaafheim | Seeheim-Jugenheim | Weiterstadt
