Bickenbach (Bergstraße)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bickenbach
Bickenbach (Bergstraße)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bickenbach hervorgehoben
49.7540277777788.6117361111111105Koordinaten: 49° 45′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 105 m ü. NHN
Fläche: 9,26 km²
Einwohner: 5577 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 602 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64404
Vorwahl: 06257
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Darmstädter Straße 7
64404 Bickenbach
Webpräsenz: www.bickenbach-bergstrasse.de
Bürgermeister: Günter Martini (CDU)
Lage der Gemeinde Bickenbach im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild
Bickenbach von Westen aus gesehen, dahinter Seeheim-Jugenheim
Ehemaliges Jagdschloss, heutiges Rathaus

Bickenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bickenbach liegt an der nördlichen hessischen Bergstraße, in der Mitte zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bickenbach grenzt im Norden an die Stadt Pfungstadt, im Osten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, im Süden an die Gemeinde Alsbach-Hähnlein sowie im Westen an die Stadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Bickenbach besteht nur aus einem Ortsteil.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort war bereits in der römischen Zeit besiedelt. Im sumpfigen Gewann „Schiffslache“ entdeckten Archäologen ein Kleinkastell aus dem 1. Jahrhundert sowie die Sumpfbrücke Bickenbach. In der Nachbarschaft dieser Bodendenkmale befindet sich die Villa rustica „Steinmauer“.

Bickenbach wurde im Jahre 874 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex erwähnt, als König Ludwig der Deutsche den Ort dem Kloster Lorsch schenkte.[2] Bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Ort eng mit dem Kloster Lorsch und dessen Lehnsherren verbunden. Es folgte eine Zeit häufig wechselnder Herrschaften. 1571 besaßen die Grafen von Erbach das Dorf, während der Landgraf von Hessen die hohe Obrigkeit ausübte. 1714 verkauften die Grafen von Erbach den Ort Bickenbach an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt.[3] Nachfolgend gehörte Bickenbach dann zu folgenden übergeordneten Verwaltungseinheiten:[3]

Etwa 2 km südwestlich des Ortes finden sich die Reste des sogenannten Weilerhügels, einer Motte. Sie ist der Stammsitz der Herren von Bickenbach und wurde 1130 erstmals erwähnt.

Historische Ortsnamen[Bearbeiten]

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt[3]:

  • Bicchumbach (874)
  • Picchenbah (10. Jahrhundert)
  • Bikinbach (1012)
  • Bichenbach (1130)
  • Bickenbach (1267)
  • Bickinbach (1310)
  • Bickembag (1330/31)
  • Bickenbach (1380)
  • Bickenbach uf dem Sande (1380-1388)
  • Byckinbach off dem Sande (1396)
  • Byckinbach off dem Sande (1489)
  • Beckhenbach (1538)
  • Beckenbach (1579)
  • Bickhenbach; Bickhenpach ahn der Bergstraßen (1583)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind[3]

  • 1629: 77 Hausgesessene (mit Hartenau)
  • 1829: 773 Einwohner
  • 1939: 1968 Einwohner
  • 1961: 3024 Einwohner
  • 1970: 3865 Einwohner
Bickenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
812
1840
  
863
1846
  
955
1852
  
651
1858
  
942
1864
  
919
1871
  
953
1875
  
1.006
1885
  
1.119
1895
  
1.208
1905
  
1.362
1910
  
1.533
1925
  
1.801
1939
  
1.968
1946
  
2.603
1950
  
2.749
1956
  
2.736
1961
  
3.024
1967
  
3.555
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Wappen[Bearbeiten]

Am 4. August 1971 wurde der Gemeinde Bickenbach im damaligen Landkreis Darmstadt ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Roter, von einer Doppelreihe silberner Rauten schrägrechts geteilter Schild; links oben ein mit dem Gemarkungszeichen (breitendiges Kreuz über unten geöffnetem Ring. Rot in Silber) belegter Kleinschild.[5]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1. Januar 1994 ist Günter Martini (CDU) Bürgermeister. Er wurde am 3. Juli 2005 mit 64,6 % der Stimmen zum zweiten Mal, am 25. September 2011 mit 79,5 % der abgegebenen Stimmen zum dritten Mal im Amt bestätigt.

Frühere Bürgermeister (seit 1945):

  • 15. April 1945 – 21. März 1946: Karl Dieter (KPD)
  • 22. März 1946 – 24. Juni 1948: Georg Hill (SPD)
  • 25. Juni 1948 - 30. September 1968: Georg Blum (SPD)
  • 1. Oktober 1968 – 31. Dezember 1993: Karl Schemel (SPD)

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [6]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
38,2 %
36,5 %
17,8 %
7,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+2,9 %p
-7,3 %p
+7,6 %p
-3,3 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,2 10 35,3 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,5 9 43,8 11
KOMM,A Die Kommunale Alternative in Bickenbach 17,8 4 10,2 2
FDP Freie Demokratische Partei 7,5 2 10,8 3
Gesamt 100 25 100 25
Wahlbeteiligung in % 54,8 52,8

Vorsitzender der Gemeindevertretung ist Markus Hennemann (SPD).

Gemeindevorstand[Bearbeiten]

Im Gemeindevorstand sind neben dem Bürgermeister drei Beigeordnete der CDU, zwei der SPD, eine Beigeordnete von KOMM,A und ein Beigeordneter der FDP vertreten.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bickenbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Tricarico (Italien) und Saint-Philbert-de-Grand-Lieu (Frankreich).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Evangelische Pfarrkirche mit spätgotischem Westturm, Kirchenschiff mit klassizistischem Saalbau, das ehemalige Jagdschloss der Landgrafen von Hessen von 1720/21.

Weiter befindet sich in Bickenbach das weltweit einmalige Schuhspannermuseum. Es kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bickenbach liegt verkehrsgünstig an der Main-Neckar-Bahn. Die RB/RE-Züge verbinden Bickenbach mit Darmstadt und Frankfurt sowie Mannheim und Heidelberg.

Die Buslinie K50 fährt von Bickenbach aus nach Alsbach-Hähnlein sowie nach Seeheim-Jugenheim und Mühltal. Eine Anbindung nach Bensheim und Heppenheim besteht außer durch die Main-Neckar-Bahn auch durch die Buslinie 669. Spätverbindungen von Darmstadt werden durch die Linie 8N hergestellt.

Bis 1961 zweigte im Bickenbacher Bahnhof die Bahnstrecke Bickenbach–Seeheim von der Main-Neckar-Bahn ab.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Bickenbach hat das Naturlebensmittel-Unternehmen Alnatura seinen Sitz. Die daraus hervorgegangenen Unternehmen(szweige) Alnavit und Alnatura-Naturtextil firmieren ebenfalls dort.

Im Jahr 1989 gründete Walter Gutjahr ein Unternehmen für die Herstellung der von ihm patentierten Verfahren zur sicheren Entwässerung, Entlüftung und Entkopplung von Belägen auf Balkonen, Terrassen, Fassaden und Außentreppen mit Drainage- und Entkopplungsmatten.

Seit 1907 ist die Firma DELFA in Bickenbach ansässig. DELFA ist über die Landesgrenzen bekannt als Hersteller von Schuhspannern und Schuhanziehern vorwiegend aus Holz, Kunststoff, Schaumstoff und Metall.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Ludwig Keil (1896–1952), hessischer Landtagsabgeordneter (KPD)

Persönlichkeiten, die mit Bickenbach in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Hermann Benjes (1937-2007), Landschaftsgärtner, Naturfotograf und Schriftsteller; lebte die längste Zeit seines Lebens in Bickenbach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bickenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 47
  3. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBickenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. September 2012.
  4. Haeimatbuch der Gemeinde Seeheim
  5. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 4. August 1971 (StAnz. S. 1388) Seite 4 der tif-Datei 2,87 MB
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011