Modautal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Modautal
Modautal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Modautal hervorgehoben
49.7544444444448.7347222222222320Koordinaten: 49° 45′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 31,79 km²
Einwohner: 4988 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64397
Vorwahlen: 06167, 06254
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Odenwaldstraße 34
64397 Modautal
Webpräsenz: www.modautal.de
Bürgermeister: Jörg Lautenschläger (CDU)
Lage der Gemeinde Modautal im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Modautal ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Modautal liegt im vorderen Odenwald etwa 15 km südöstlich von Darmstadt und wird teilweise von der Modau durchflossen. Die höchste Erhebung ist die Neunkircher Höhe (605 m), wo die Modau entspringt .

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Modautal grenzt im Norden an die Stadt Ober-Ramstadt, im Nordosten an die Stadt Groß-Bieberau, im Osten an die Gemeinde Fischbachtal, im Südosten an die Stadt Lindenfels, im Süden an die Gemeinde Lautertal (beide Kreis Bergstraße), im Westen an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, sowie im Nordwesten an die Gemeinde Mühltal.

Einwohnerzahl Modautales nach Ortsteilen gelistet

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Modautal besteht aus den Ortsteilen Allertshofen, Asbach, Brandau (Sitz der Gemeindeverwaltung), Ernsthofen, Herchenrode, Hoxhohl, Klein-Bieberau, Lützelbach, Neunkirchen, Neutsch und Webern.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Modautal wurde am 1. April 1971 zunächst nur aus den bisherigen Gemeinden Allertshofen und Hoxhohl gebildet.

Am 31. Dezember 1971 wurden Lützelbach und Neunkirchen nach Brandau sowie Herchenrode nach Ernsthofen eingemeindet.[2]

Am 1. Januar 1977 wurde dann im Rahmen der hessischen Gebietsreform aus Asbach, Brandau, Ernsthofen, Klein-Bieberau, Modautal und Neutsch die heutige Gemeinde Modautal gebildet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister Jörg Lautenschläger

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der bis 2006 amtierende Bürgermeister Klaus Peter Schellhaas trat am 1. Januar 2007 die Nachfolge von Celine Fries als Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Darmstadt-Dieburg an. Die Wahl zu seinem Nachfolger gewann Jörg Lautenschläger (CDU).

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[4]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl in Modautal 2011
 %
40
30
20
10
0
38,9 %
36,8 %
24,3 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-3,6 %p
+4,7 %p
+10,0 %p
-11,1 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,9 9 42,5 10 44,8 10
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 8 32,1 7 35,2 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 24,3 6 14,3 3 8,2 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Modautal 11,1 3 11,9 3
gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23
Wahlbeteiligung in % 55,8 55,3 63,6

Partnerschaften[Bearbeiten]

  • Szölösgyörök, Somogy, Ungarn
  • Pelago, Florenz, Italien

Verkehr[Bearbeiten]

In der Gemeinde Modautal besteht ein gutvertaktetes Busnetz, das die einzelnen Ortsteile untereinander sowie mit Darmstadt verbindet.

  • Linie NE: Neutsch – Nieder-Ramstadt – Traisa – Darmstadt
  • Linie O: Brandau – Hoxhohl – Ernsthofen – Ober-/Nieder-Modau – Ober-Ramstadt – Darmstadt
  • Linie K56: Lichtenberg/Asbach – Rohrbach – Ober-Ramstadt – Roßdorf – Darmstadt
  • Linie K57: Gadernheim – Brandau – Neunkirchen – Lützelbach – Niedernhausen – Groß-Bieberau – Reinheim
  • Linie K58: Groß-Bieberau – Lichtenberg – Klein-Bieberau – Asbach – Ernsthofen – Rohrbach
  • Linie 665: Gadernheim – Brandau – Hoxhohl – Reichenbach – Elmshausen – Bensheim

Eine Besonderheit der Gemeinde ist die teilweise Zugehörigkeit zu zwei Verkehrsverbünden. Die Gemeinde liegt im Tarifgebiet 3910 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sowie in der Tarifwabe 16 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Der RMV-Tarif kommt standardmäßig zur Anwendung, während der VRN-Tarif für Fahrten in Richtung VRN-Gebiet gilt. Modautal ist die einzige Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg, in der der VRN-Tarif uneingeschränkt ohne gesonderte Übergangsregelungen auf allen Linien innerhalb des Gemeindegebiets gilt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Kaiserturm (ein allerdings schon auf Gadernheimer Gemarkung im Kreis Bergstraße gelegener Aussichtsturm) auf der Neunkircher Höhe, der mit 605 m höchsten Erhebung im hessischen Odenwald. Von hier genießt man, Sonne und klare Sicht vorausgesetzt, einen herrlichen Ausblick über das ganze Hessische Ried und den nördlichsten Teil der Oberrheinischen Tiefebene und über den Rhein hinüber bis in das Pfälzer Hügelland.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Ernsthofen[Bearbeiten]

Die Anfänge des Schlosses Ernsthofen sollen bis in das 8./9. Jahrhundert zurückreichen. Der frühere Hof des Ernst, der zur Burg ausgebaut wurde, soll namensgebend für den Ort Ernsthofen gewesen sein. Urkundlich wird die Burg Ernsthofen erstmals 1440 erwähnt, als die Herren von Rabenhold zu Ernsthofen die Burg an Hans IV. von Wallbrunn zu Nieder-Ramstadt verkaufen. Im 15.–17. Jahrhundert wird sie durch die Herren von Wallbrunn ausgebaut, deren Sitz das Schloss bis 1722 war, wobei die Burganlage mehr und mehr ihren Zweck als Talsperre verlor und so zum Schloss Ernsthofen wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert diente das Schloss wiederholt landgräflichen Jagdgesellschaften als Quartier.[5] Das Schloss ist in Privatbesitz und daher nicht zu besichtigen.

Hottenbacher Hof[Bearbeiten]

Der Hottenbacher Hof ist ein historisches Hofgut bei Klein-Bieberau, dessen urkundliche Ersterwähnung bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht und der bis heute (mit Ausnahme einer Zeit im Dreißigjährigen Krieg) genutzt wird.[6]

Der Hottenbacher Hof gehört allerdings zur Gemeinde Fischbachtal und liegt auf deren Gemarkung, er ist verkehrsmäßig nur über die Gemeinde Modautal zu erreichen und deshalb auch dort postalisch zugeordnet.

Bildung[Bearbeiten]

Modautalschule Ernsthofen, Grundschule

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Modautal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Modautal, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 29. Juni 2012, abgerufen am 1. Oktober 2012.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26.Juni 1974
    GVBl. I S. 318; GVBl. II Nr. 330-34
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Gernot Scior: Die Herren von Wallbrunn zu Ernsthofen – Geschichte einer Herrschaft 1440–1722, Eigenverlag des Vereins für Heimatgeschichte Ober-Ramstadt 1977
  6. Hans Ulrich Colmar: Aus der Geschichte des ehemals Rodensteinischen Hofes Hottenbach bei Klein-Bieberau, in: Der Odenwald – Zeitschrift des Breuberg-Bundes, 48. Jahrgang 2001, Heft 3, S. 87ff.