Schaafheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schaafheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schaafheim
Schaafheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schaafheim hervorgehoben
49.92515529.0045053160Koordinaten: 49° 56′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 160 m ü. NHN
Fläche: 32,16 km²
Einwohner: 9126 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 284 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64850
Vorwahl: 06073
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 021
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wilhelm-Leuschner-Straße 3
64850 Schaafheim
Webpräsenz: www.schaafheim.de
Bürgermeister: Reinhold Hehmann
Lage der Gemeinde Schaafheim im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Schaafheim ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schaafheim liegt in Südhessen, etwa 12 km nordöstlich von Dieburg und 15 km westlich des bayerischen Aschaffenburg in der historischen Region Bachgau auf 152 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt in der Hanau-Seligenstädter Senke, einem Teil der Untermainebene. Südwestlich von Schaafheim, am Nordhang des Odenwaldes, befindet sich fruchtbarer Lößboden, der bereits ersten Siedlern in der Jungsteinzeit gute Lebensbedingungen bot.[2]

Nachbargemeinden und -kreise[Bearbeiten]

An Schaafheim grenzt im Norden die Stadt Babenhausen, im Osten die Gemeinden Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) und Mömlingen, (Landkreis Miltenberg) sowie im Süden und Westen an die Ortsteile Kleestadt, Klein-Umstadt und Dorndiel der Stadt Groß-Umstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus dem namensgebenden Schaafheim und den Ortsteilen Schlierbach, Mosbach und Radheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Territorialgeschichte[Bearbeiten]

Schaafheim wurde in einem Güterverzeichnis des Klosters Fulda im Jahr 830 erstmals urkundlich erwähnt. Eine Abschrift ist im Codex Eberhardi überliefert. Der damalige Ortsname Scofheim leitet sich von Scop (Schoppen = Schuppen im Gehölz) und Heim (fränkisch für Dorf) ab, hat also keinerlei Beziehung zum Begriff Schaf. Das vermeintliche „Schaf“ im Schaafheimer Ortswappen ist tatsächlich ein Lamm und steht als Symbol für Johannes den Täufer.

Schaafheim gehörte im Mittelalter zum Wildbann Dreieich; in dem Dorf befand sich eine Wildhube. Dieser Wildbann gehörte zum Herrschaftsbereich der Familie Hagen-Münzenberg. 1326 sprach der Abt des Klosters Fulda die durch den Tod des Grafen Dieter von Katzenelnbogen erledigten Lehen, nämlich einen Teil des Dorfes mit Gericht, Leuten und Gütern, Ulrich von Bickenbach und Ulrich II. von Hanau zu.

Kaiser Karl IV. gewährte 1368 Schaafheim Stadtrecht mit den Freiheiten von Hanau und Windecken.[3] Der Ort wurde mit einer Stadtmauer befestigt, verfügte über einen Marktplatz und war Sitz der Gerichtsbarkeit (kaiserliches Hofgericht, Unter-, Obergericht) mit einem Galgen als Hinrichtungsstätte. König Ruprecht von der Pfalz bestätigte das Stadtrecht 1404.[4] Schaafheim entwickelte sich aber als Stadt nicht. Nachdem der Freiheitsbrief 1648 verschollen war, wurden die Stadtrechte nicht mehr anerkannt.[5][6]

1394 besaß Ulrich V. von Hanau das Dorf mit Zubehör einschließlich Zehnt und dem Kirchsatz, früher ein Lehen des Klosters Fulda, von Pfalzgraf Ruprecht II. zu Lehen. 1410 erfolgt eine erneute Belehnung durch Pfalzgraf Ludwig III. anlässlich dessen Regierungsantritt. Ulrich V. – mittlerweile von seinem Bruder Reinhard II. 1404 abgesetzt – verbrachte wohl seine letzten Lebensjahre auf der Burg von Schaafheim. Später müssen die Rechte – außer dem Zehnten – an Hanau übergegangen sein, denn bei dem Vergleich über das Kondominat Umstadt 1521 sind nur noch diese Teil des dabei vereinbarten Rechte-Tauschs, alle anderen Rechte liegen bereits bei Hanau.[7]

Bei der Hanauer Landesteilung 1458 fiel Schaafheim – wie die übrigen südmainischen Besitzungen der Grafschaft Hanau – an Graf Philipp den Älteren von Hanau und wurde damit Bestandteil der späteren Grafschaft Hanau-Lichtenberg.Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde die Kirche gebrandschatzt, das Schloss geplündert, das Rathaus zerstört und viele Menschen starben an der Pest. 1635 gab es nur noch 17 Steuerzahler. Für einige Zeit war der Ort sogar entvölkert, weil die Einwohner in die besser gesicherte Stadt Babenhausen geflüchtet waren.[2]

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Aufgrund der Intestaterbfolge fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg an den Sohn der einzigen Tochter von Johann Reinhard III., Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Umstritten zwischen den beiden Erben war die Zugehörigkeit des Amtes Babenhausen und seiner Orte zu Hanau-Münzenberg oder zu Hanau-Lichtenberg. Es kam fast zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, als Hessen-Kassel mit schon sorgsam in Hanau stationiertem Militär den größten Teil des Amtes Babenhausen besetzte. Der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt aber gelang die Besetzung von Schaafheim. Der Ort Schaafheim wurde Verwaltungssitz des Amtes Schaafheim, das aus den Teilen des Amtes Babenhausen bestand, die Hessen-Darmstadt für sich sichern konnte. Die Auseinandersetzung um das Hanauer Erbe konnte erst nach einem langjährigen Rechtsstreit vor den höchsten Reichsgerichten 1771 mit einem Vergleich beendet werden, dem so genannten Partifikationsrezess. Schaafheim verblieb bei Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen. Es gehörte dann zu folgenden übergeordneten Verwaltungseinheiten [5]:

bis 1820: Amt Schaafheim, das ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte.
1821 bis 1832: Landratsbezirk Dieburg der Provinz Starkenburg.
1832 bis 1848: Kreis Dieburg, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
1848 bis 1852: Regierungsbezirk Dieburg, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
1852 bis 1938: Kreis Dieburg mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
1938 bis 1977: Landkreis Dieburg. Im Zuge der Gebietsreform 1938 werden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen in Kreise aufgelöst.
ab 1977: Landkreis Darmstadt-Dieburg, in den der Landkreis Dieburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen aufgeht

Die zuständige Gerichtsbarkeit war[5]:

Zentgericht Ostheim, ab dem 14. Jahrhundert zu Umstadt
1821: Landgericht Umstadt
1879: Amtsgericht Groß-Umstadt
1970: Amtsgericht Dieburg

Die Verwaltungsgeschichte der bis Ende des 20. Jahrhunderts unabhängigen Ortschaften Radheim und Mosbach verlief anders: Diese waren bis 1772 in der Cent Bachgau dem Kurfürstentum Mainz zugehörig. Die 1772 in Amtsvogtei Obernburg umbenannte Cent kam 1804 zum Fürstentum Aschaffenburg, ab 1810 zum Großherzogtum Frankfurt und war ab 1814 Teil des Königreichs Bayern. Mit dem Bayerisch-Hessischen Gebietsaustausch von 1817 kamen Radheim und Mosbach zu Hessen-Darmstadt und später zu Schaafheim.

Das Geburtshaus des Odenwälder Heimatdichters Georg Schäfer (1840-1914) ist das älteste bestehende Wohnhaus in Schaafheim. Das Fachwerk-Obergeschoss stammt aus der Zeit um 1500.[8]

Die Burg innerhalb der ehemaligen Stadtmauern wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Die Straßennamen Schlossgraben und Burggartenstraße erinnern noch daran.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen gehört seit dem 31. Dezember 1971 Schlierbach zu Schaafheim.[9] Am 1. Januar 1977 wurden auch Radheim und Mosbach nach dem Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt eingemeindet.[10]

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen waren:[5]

  • Scofheim (830) [Codex Eberhardi, Bd. 2, S. 217, Nr. 252]
  • Schaffheim (1272)
  • Schafheim (1326)
  • Schoffheim (1355)
  • Schafheym (1390)
  • Schafheim (1394)
  • Schaffhem (1476)
  • Schoffheym (1492)
  • Schaaffheym (1538)
  • Schaafheim (1710)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind[5]:

  • 1829: 1.338 Einwohner
  • 1939: 2.013 Einwohner
  • 1961: 3.606 Einwohner
  • 1970: 4.139 Einwohner
  • 2010: 5.472 Einwohner
    (Kerngemeinde ohne Ortsteile)[11]
  • 2012: 5.547 Einwohner
    (Kerngemeinde ohne Ortsteile) [12]
Schaafheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.350
1840
  
1.365
1846
  
1.492
1852
  
1.456
1858
  
1.576
1864
  
1.519
1871
  
1.484
1875
  
1.517
1885
  
1.575
1895
  
1.666
1905
  
1.753
1910
  
1.815
1925
  
1.911
1939
  
2.013
1946
  
2.848
1950
  
3.087
1956
  
3.290
1961
  
3.606
1967
  
4.034
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Religionen[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Die ev. Kirche
Schaafheim evang Kirche.jpg
Die evangelische Kirche wurde 1839–1841 erbaut
Schaafheim 06 (Eingangsportal ev Kirche).jpg
Eingangsportal der Kirche zum Ort hin

Eine Kirche gab es in Schaafheim bereits 1272. Damals liegt das Kirchenpatronat als fuldisches Lehen bei den Grafen von Katzenelnbogen und den Herren von Hanau, ab 1355 allein bei den Herren von Hanau. Als Patrozinien werden Nikolaus (1472), Sebastian (1472), Dorothea (1472) und Maria (1492) genannt.[5] Filialkirche von Schaafheim war die Kirche in Schlierbach, kirchliche Mittelbehörde das Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat.

Die Reformation wurde 1545 unter Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg in Schaafheim eingeführt,[13] die Ortsteile Radheim und Mosbach blieben beim Kurfürstentum Mainz und daher katholisch. Die evangelische Kirchengemeinde hat heute rund 3.350 Mitglieder in den vier Ortschaften Schaafheim, Radheim, Mosbach und Wenigumstadt (Stand: 2011). Sie betreibt zwei Kindertagesstätten in der Kerngemeinde Schaafheim.[14]

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Eine jüdische Gemeinde bestand vom 18. Jahrhundert bis nach 1933. Durch Abwanderung in die Städte verringerte sich der Anteil der jüdischen Einwohner an der Bevölkerung von 1861 bis 1910 von 3,7 Prozent auf 1,1 Prozent. Die jüdischen Familien lebten vom Vieh-, Textil- und Getreidehandel. Die Gemeinde gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Darmstadt II. Eine Synagoge wurde 1840/41 im Hof des Hauses Spitzengasse 3 errichtet. Beim Novemberpogrom 1938 wurde sie verwüstet. Nach 1939 diente das Gebäude als Futterstall, 1953 wurde es abgebrochen.[15]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Schaafheim

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[16]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
39,2 %
37,9 %
22,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,9 %p
+2,0 %p
+2,9 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,2 12 44,1 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,9 12 35,9 11
FWG Freie Wählergemeinschaft Schaafheim 22,9 7 20,0 6
gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 49,2 46,0

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister der Großgemeinde Schaafheim ist Reinhold Hehmann (CDU). Am 17. August 2008 wurde er mit rund 70 Prozent der Wählerstimmen im Amt bestätigt.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Schaafheim unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Richelieu in Frankreich und Mansfeld in Sachsen-Anhalt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Südseite der mittelalterlichen und unter Denkmalschutz stehenden Kapelle nahe der evangelischen Kirche
Inschriftentafel der Erbauer der Kapelle datiert 1570
Wartturm bei Schaafheim

Musik[Bearbeiten]

Die Sängervereinigung Schaafheim ist der älteste Verein der Gemeinde. Sie wurde 1879 als Liederkranz Schaafheim gegründet und vereinigte sich 1929 mit dem Gesangverein Eintracht zur Sängervereinigung. Sie hat derzeit drei Chöre.[17] Der Arbeitergesangverein Bruderkette besteht seit 1903 und hat fünf Chöre.[18]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Den historischen Stadtkern bilden das Rathaus und viele Fachwerkhäuser sowie die beiden Kirchen. Die evangelische Kirche wurde 1839–1841 nach Plänen von Georg Moller errichtet. Am Standort der 1838 niedergelegten mittelalterlichen Kirche (neben der heutigen evangelischen Kirche) befand sich auch das Familiengrab von Georg Ridinger, dem Baumeister des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg. Die sich daneben befindliche 1570 erbaute mittelalterliche Kapelle steht unter Denkmalschutz.
  • Südlich von Schaafheim ragt auf einer Kuppe der 22 m hohe Wartturm auf, den 1492 der Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg an der alten Bachgauer Landwehr errichten ließ. Er sicherte den Übergang des Schiffwegs in Kurmainzer Gebiet. Hier begann das Kurmainzer Geleit zum Schutz der Fuhr- und Kaufleute. 1992 wurde der Turm grundlegend restauriert.

Sport[Bearbeiten]

Der ADAC-Odenwaldring ist eine Anlage, auf der eine Outdoor-Kartbahn und ein Motocross-Parcours untergebracht sind. Wegen Lärmschutzes müssen strenge Auflagen erfüllt werden, was den Betrieb von Renngeräten stark einschränkt. Betreiber der Anlage ist der Motorsportclub Wartturm.

Das Schaafheimer Freibad hat ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Spaßbecken mit Rutsche, zwei Kinderbecken, einen Beachvolleyballplatz und eine große Liegewiese.

Im Ortskern findet sich der Sportplatz von Viktoria Schaafheim. Der Verein wurde 1927 gegründet. Auf dem Sportplatz ist auch ein DFB- Minispielfeld eingerichtet, ein kleiner Kunstrasenplatz für Kinder und Jugendliche.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jährlich findet am letzten Augustwochenende die Scheffemer Kerb auf dem Festplatz vor der Kulturhalle statt. Diese Veranstaltung ist tief in die Tradition Schaafheims verwurzelt und somit Inbegriff „Scheffemer“ Brauchtums. In einem alle fünf Jahre festgelegten Rhythmus wechseln die Veranstalter der Kerb. 2011 richtet die Freiwillige Feuerwehr Schaafheim anlässlich ihres 110-Jährigen Jubiläums die Kerb aus.

Jeweils am letzten Septemberwochenende richtet die Freiwillige Feuerwehr Schaafheim das Oktoberfest aus.

Ende September findet in der Kulturhalle das jährliche Volkstanzfest statt. Dieses wird von der Spielschar Hessen zusammen mit der Ortsgruppe des Odenwaldklubs veranstaltet. Es fand 1976 zum ersten Mal im Ortsteil Mosbach statt.

Am dritten Adventswochenende kann man den Weihnachtsmarkt im Ortskern besuchen. Gewerbetreibende und Kirchengemeinden betreiben die Stände. Der Schaafheimer Weihnachtsmarkt ist einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte im Bachgau.

In der Fastnachtszeit finden zwei Faschingssitzungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Eisenbahnanschluss Schaafheims durch die Hessische Ludwigsbahn scheiterte zwischen 1850 und 1860 am Widerspruch der Gemeindegremien. Die Hessische Ludwigsbahn führte die Rhein-Main-Bahn zwischen Darmstadt und Aschaffenburg vielmehr über Babenhausen, ebenso die Odenwaldbahn.[2]

Schaafheim ist heute durch ein regionales Busnetz an die Gemeinden des Umlands angeschlossen:

  • K53: Babenhausen - Schaafheim - Großostheim - Aschaffenburg (Anschluss zum Fernverkehr Richtung Würzburg und Nürnberg)
  • K54: Babenhausen - Schaafheim - Radheim - Mosbach - Großostheim - Aschaffenburg
  • K65: Babenhausen - Hergershausen - Schlierbach - Schaafheim (nur Werktags)
  • K67: Ober-Klingen - Habitzheim - Lengfeld - Groß-Umstadt - Klein-Umstadt - Kleestadt - Schaafheim (nicht zu allen Zeiten, tw. nur bis in die Stadtteile von Groß-Umstadt, nur Werktags)
  • 677: Darmstadt - Dieburg - Babenhausen (- Schaafheim) - Stockstadt am Main - Aschaffenburg (nur im Spätverkehr am Wochenende)

In Babenhausen bestehen Anschlüsse in Richtung Darmstadt, Hanau, Frankfurt und Erbach.

Medien[Bearbeiten]

Schaafheim gehört zum Verbreitungsgebiet der Offenbach-Post, des Main-Echos und des Darmstädter Echos.

Bildung[Bearbeiten]

Seit 1896 bestand im Schaafheimer Ortskern eine Volksschule. 1972 erhielt diese am Eichwald einen Ausbau. Die Eichwaldschule Schaafheim ist eine Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe. Durch den seit 1989 neu aufgebauten Realschulzweig wurde 1993 ein Erweiterungstrakt mit Fach- und weiteren Klassenräumen nötig. Die leitende Direktorin der Eichwaldschule ist Hilde Spahn.

Im Ortsteil Mosbach gibt es zusätzlich eine Grundschule mit jeweils zwei Klassen pro Jahrgang, die auch von den Radheimer Kindern besucht wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Schaafheim gelebt haben[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Die Schaafheimer bezeichnen sich selbst gerne als Scheffmer und ihre Gemeinde als Schoffem.

Schaafheim ist für seinen ganz eigenen, südhessischen Dialekt bekannt, der gerne als Scheffemerisch bezeichnet wird. Bei genauerer Analyse des Sprachduktus lassen sich eindeutige Differenzen zu umliegenden Orten erkennen (z. B. Kolder für Decke). Eine Sammlung typisch Scheffemer Wörter ist bereits in einer Publikation des Heimat- und Geschichtsvereins Schaafheim erschienen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains = Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde 29 (1966), S. 148.
  • Siegfried Enders: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland - Kulturdenkmäler in Hessen – Landkreis Darmstadt-Dieburg. Braunschweig 1988, ISBN 3-528-06235-5, S. 487ff.
  • Heinrich Geißler: Schaafheim, Heimatbuch einer hessischen Landgemeinde. Drei Bände, erschienen 1949, 1950 und 1954.* Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940, S. 269ff.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 1995, S. 543.
  • Eicke Meyer: Schaafheim in der Zeit der Grafen von Hanau-Lichtenberg. In: Klaus Lötzsch und Georg Witteberger: Beiträge zur Geschichte der Grafschaft Hanau-Lichtenberg = Babenhausen einst und jetzt 31 (2004), S. 67-80. [arbeitet ohne Quellennachweise, enthält einige Fehler]
  • Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 630ff.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 185f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schaafheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim. Abgerufen am 31. März 2011.
  3. Regesta Imperii 8, Nr. 4598; Heinrich Reimer: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau = Hessisches Urkundenbuch, Zweite Abtheilung. Bd. 3: 1350-1375, Leipzig 1894., Nr. 569.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHelmut Heß: Die Stadt Schaafheim. In: Scheffemerisches, Informationen zur Heimatgeschichte in Schaafheim. Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim, Dezember 2001, abgerufen am 31. März 2011 (PDF 70 kB).
  5. a b c d e f g Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Schaafheim, Landkreis Darmstadt-Dieburg“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. September 2012.
  6. Meyer, S. 76.
  7. Willi Alter (Hrsg.): Pfalzatlas. Textband I. Speyer: Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1964, S. 426.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKulturdenkmäler in Schaafheim. In: Scheffemerisches, Informationen zur Heimatgeschichte in Schaafheim. Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim, September 1999, abgerufen am 31. März 2011 (PDF 62 kB).
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 355.
  10. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974 In: GVBl.I 1974/22
  11. Schaafheim.de (abgerufen 2. August 2011)
  12. Main-Netz.de (abgerufen 6. Februar 2012)
  13. Heimat- und Geschuchtsverein Schaafheim, abgerufen am 26. November 2012
  14. Unsere Gemeinde. Abgerufen am 31. März 2011.
  15. Die Synagoge in Schaafheim (Kreis Darmstadt-Dieburg). Abgerufen am 31. März 2011.
  16. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
  17. Sängervereinigung 1879 Schaafheim. Abgerufen am 31. März 2011.
  18. Arbeitergesangverein Bruderkette Schaafheim. Abgerufen am 31. März 2011.
  19. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Menschen hinter den Namen. In: Scheffemerisches, Informationen zur Heimatgeschichte in Schaafheim. Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim, Dezember 2004, abgerufen am 31. März 2011 (PDF 377 kB).