Fischbachtal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fischbachtal
Fischbachtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fischbachtal hervorgehoben
49.7705555555568.8141666666667180Koordinaten: 49° 46′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 13,27 km²
Einwohner: 2622 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64405
Vorwahl: 06166
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Darmstädter Straße 8
64405 Fischbachtal
Webpräsenz: www.fischbachtal.de
Bürgermeister: Wilfried Speckhardt
Lage der Gemeinde Fischbachtal im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Fischbachtal ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Fischbachtal liegt im vorderen (nördlichen) Odenwald. Durch die Gemeinde fließt der namensgebende Bach Fischbach, der über die Gersprenz bei Stockstadt in den Main mündet. Die Entfernung zum Main ist ungefähr gleich mit der zum Rhein bei Gernsheim. Den Rhein erreicht man über die L 3102 Richtung Lautertal und die Bundesstraße 47 im Tal der Lauter. Die höchste Erhebung ist der Rimdidim mit 498,50 Metern.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Fischbachtal grenzt im Nordosten an die Stadt Groß-Bieberau an der Bundesstraße 38, die über die Landesstraße 3106 erreicht wird, im Südosten an die Gemeinde Fränkisch-Crumbach (Odenwaldkreis) und an die Stadt Lindenfels (Kreis Bergstraße) (sehr kurze Grenze), sowie im Westen an die Gemeinde Modautal.

Einwohner der Gemeinde Fischbachtal nach Ortsteilen aufgegliedert

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Fischbachtal besteht aus den Ortsteilen Billings, Lichtenberg, Meßbach, Niedernhausen (Sitz der Gemeindeverwaltung), Nonrod und Steinau. (Außerdem die Ortsteile der früheren Gemeinde Lichtenberg: Obernhausen, Hottenbacher Hof und Hütte Kernbach.)

Geschichte[Bearbeiten]

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde am 11. Dezember 1971 mit der Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages in der Kapelle von Schloss Lichtenberg die neue Gemeinde Fischbachtal aus der Taufe gehoben. Sie ist am 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der sechs bis dahin selbständigen Gemeinden Steinau, Billings, Meßbach, Nonrod, Lichtenberg und Niedernhausen gebildet worden.[2] Diese Ortsteile waren schon lange geografisch, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden. Durch den neuen Namen wurde keins der traditionellen Ortsteile bevorzugt. Für das Gebiet jeder der früheren Gemeinden wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

Logo der Gemeinde Fischbachtal

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
Kommunalwahl in Fischbachtal 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,2 %
24,0 %
20,1 %
12,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,6 %p
-1,2 %p
-9,1 %p
+7,8 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,2 6 40,6 6 38,5 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,0 4 25,2 4 25,9 4
FWF Freie Wählergemeinschaft Fischbachtal 20,1 3 29,2 4 29,3 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,8 2 5,0 1 6,3 1
Gesamt 100 15 100 15 100 15
Wahlbeteiligung in % 75,3 65,6 71,2

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Lichtenberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die Grafen von Katzenelnbogen erbauten um das Jahr 1200 eine Burg; aus dem Jahr 1228 wird von Graf Diether IV. von Katzenelnbogen berichtet, der sich Comes de Lichtenberg nannte. Auf den Grundmauern der Burg ließ Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt zwischen 1570 und 1581 das Schloss Lichtenberg errichten, das seit dieser Zeit Wahrzeichen und kultureller Mittelpunkt des Tales ist.

Das Renaissance-Bauwerk beherbergt das Odenwälder Landschaftsmuseum in drei Etagen. Dort sind auch Werke von Johannes Lippmann (1858–1935) zu sehen, „dem Maler des Odenwaldes und seiner Menschen“, der ab 1908 in Lichtenberg lebte.

Schloss Lichtenberg

Das dem Schloss vorgelagerte als Geschützturm 1503 errichtete Bollwerk – „Krautbütt“ genannt (die Einheimischen sagen jedoch Bollwerk) – erhebt sich auf einer alleinstehenden Granitkuppe als dreigeschossiger Rundbau inmitten Lichtenbergs. Es war als Reaktion auf veränderte Formen der Kriegsführung im Mittelalter entstanden. Der Turm mit einem Durchmesser von fast 19 m ist 15 m hoch und hat im Erdgeschoss eine Mauerstärke von fast sechs Metern. Der Turm kann besichtigt werden und bietet einen guten Rundblick über die Region.

Die 1967 eingeweihte evangelische Schneckenkapelle im Ortsteil Billings ist ein Betonbau in schneckenhausähnlicher Form.

Am südlichen Ende des Höhenrückens, auf dem Lichtenberg und sein Schloss liegen, befinden sich Überreste der „Heuneburg“ (in der Ersterwähnung im Salbuch des Amtes Lichtenberg 1589 noch als „Quirnburg“ erwähnt[4]), ein keltischer Ringwall aus der jüngeren Eisenzeit (500 bis 50 v. Chr.), der La-Tène-Zeit. Sie ist nicht mit der als Museum wiedererrichteten Höhensiedlung gleichen Namens an der Donau bei Hundersingen zu verwechseln.

Hottenbacher Hof[Bearbeiten]

Der Hottenbacher Hof (49° 45′ 45″ N, 8° 46′ 56″ O49.7623611111118.7821111111111) ist ein historisches Hofgut bei Klein-Bieberau, dessen urkundliche Ersterwähnung bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht und der bis heute (mit Ausnahme einer Zeit im Dreißigjährigen Krieg) genutzt wird.[5]

Der Hottenbacher Hof ist eine Besonderheit im Fischbachtal. Zwar gehört er als Ortsteil zur Gemarkung von Lichtenberg ist jedoch postalisch Modautal zugeordnet, wo er auch verkehrsmäßig angebunden ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Die Konzertreihe Lichtenberger Schlosskonzerte gibt es seit 1971 – die Konzerte sind im Sommer Teil des Kultursommers Südhessen.
  • Alle zwei Jahre wird der Lichtenberger Musikpreis an ausgewählte Künstler verliehen.
  • Jährlich findet im Schloss Lichtenberg eine Sommergalerie mit ausgewählten Künstlern und Ihren Werken statt.
  • Der Lichtenberger Adventsmarkt findet jedes Jahr am 1. Adventswochenende im alten Ortskern von Lichtenberg vor dem stimmungsvoll angestrahlten Schloss und Bollwerk statt.
  • Das Nonstock Festival findet seit 2003 jährlich in der zweiten Hälfte im Monat August statt. In der Nähe von Nonrod gibt es an zwei Abenden Auftritte von regionalen und landesweit erfolgreichen Bands. Es kommen jährlich etwa 2000 Besucher, die größtenteils vor Ort zelten.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Die einzelnen Ortsteile der Gemeinde Fischbachtal sind durch verschiedene Buslinien an die umliegenden Gemeinden angeschlossen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fischbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 228
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  4. Dr. Georg Spalt: Die Gemeinde Fischbachtal und ihre Ortsteile; Selbstverlag der Gemeinde Fischbachtal, 1972, 83 Seiten; auch in Keltischer Ringwall auf www.fischbachtal.de
  5. Hans Ulrich Colmar: Aus der Geschichte des ehemals Rodensteinischen Hofes Hottenbach bei Klein-Bieberau, IN: Der Odenwald – Zeitschrift des Breuberg-Bundes, 48. Jahrgang 2001, Heft 3, S. 87ff.
  6. Nonstock-Festival, abgerufen am 11. April 2013