Chicago-Marathon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick von der Michigan Avenue auf das Starterfeld, 2005

Der Chicago-Marathon (offizieller Name seit 2008 Bank of America Chicago Marathon) ist ein Marathon in Chicago, der zu den größten weltweit gehört. Aufgrund seines extrem flachen Kurses und der Verpflichtung internationaler Spitzenläufer wurden hier bereits vier Weltbestleistungen gelaufen.

Zur Teilnahme bedarf es keiner Qualifikationszeit. Der offizielle Zielschluss ist nach sechseinhalb Stunden, was nach europäischen Maßstäben großzügig, nach amerikanischen eher streng ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Chicagos erster Marathon fand am 25. September 1977 statt, das Startgeld betrug 5 US-$. Mit 2.128 Finishern war der neue Lauf auf Anhieb einer der teilnehmerstärksten Marathons der Welt. Die Sieger hießen Dan Cloeter (2:17:52) aus Indiana und Dorothy Doolittle (2:50:47) aus Texas.

Bereits beim Folgerennen traten über 5.200 Läufer an, von denen trotz großer Hitze 4.053 ins Ziel gelangten. Bei diesem Rennen wurde erstmals in den USA aus zwei Blöcken gestartet.

1982 wurden zum ersten Mal Preisgelder ausgelobt. Zwei Jahre später stellte der Brite Steve Jones mit 2:08:05 eine Weltbestzeit auf.

Obwohl beim 10. Jubiläum 1987 bereits 12.000 Läufer antraten und 8.173 ins Ziel kamen, gab es im Folgejahr wegen Sponsorenmangels keinen Marathon, sondern nur einen Halbmarathon.

1994 konnte mit der LaSalle Bank ein neuer Sponsor gewonnen werden, und der Lauf hieß fortan offiziell LaSalle Bank Chicago Marathon. Nach der Übernahme der LaSalle Bank durch die Bank of America 2008 wurde der Name entsprechend angepasst.

1999 stellte der Marokkaner Khalid Khannouchi eine weitere Weltbestzeit mit 2:05:42 auf. Im Folgejahr siegte er, nun US-amerikanischer Bürger, geworden, mit der US-Rekordzeit von 2:07:01.

2001 entschied sich der eigentlich als Tempomacher für die erste Streckenhälfte engagierte Benedict Muli Kimondiu durchzulaufen und gewann das Rennen. Im selben Rennen lief Catherine Ndereba mit 2:18:47 eine Weltrekordzeit, wodurch sich Chicago nun amerikanische Rekorde und Weltrekorde für Männer und Frauen zurechnen durfte.

Im Jahr darauf war es Paula Radcliffe, die mit 2:17:18 Chicago den vierten Weltrekord bescherte.

Seit 2006 gehört der Chicago-Marathon zu den World Marathon Majors.

2007 musste das Rennen abgebrochen werden, nachdem bei Temperaturen von über 30 °C ein Amateurläufer tot zusammengebrochen war und Hunderte von Athleten von Sanitätern versorgt werden mussten. Die Siegerzeiten in diesem Jahr waren den Umständen entsprechend die langsamsten seit 1995 bzw. 1992. Im selben Jahr gab es das knappste Finish in der Geschichte des Chicago-Marathons: Nur 0,05 Sekunden trennten den Sieger Patrick Mutuku Ivuti vom Zweiten Jaouad Gharib.

Strecke[Bearbeiten]

Der Start befindet sich im Grant Park auf dem Columbus Drive. Nach einer kurzen Schleife, die nordwärts auf das linke Ufer des Chicago River führt, wird der Loop, der Innenstadtbereich von Chicago durchlaufen. Über den LaSalle Drive geht es dann nach Norden in den Lincoln Park und zum Belmont Harbor, wo nach 12 km der nördlichste Punkt der Strecke erreicht wird. Nach weiteren acht Kilometern ist man wieder im Loop angelangt. Nun biegt der Kurs nach Westen auf die Adams Street. Kurz hinter dem United Center ist nach 24 km der westlichste Punkt der Strecke an der Damen Avenue. Danach passiert man die University of Illinois at Chicago und durchquert Little Italy. Im Zickzack geht es nun weiter nach Südosten, wo sich bei km 37 in der Nähe der Crown Hall der südlichste Punkt der Strecke befindet. Über die Michigan Avenue kehrt man nordwärts ins Stadtzentrum zurück und biegt am One Museum Park in den Grant Park ein, wo auf dem Columbus Drive ins Ziel einläuft.

Statistik[Bearbeiten]

Evans Kiprop Cheruiyot beim Chicago-Marathon 2008

Streckenrekorde[Bearbeiten]

Siegerliste[Bearbeiten]

Quelle für Ergebnisse: Website des Veranstalters[1] und ARRS[2]

Datum Männer Zeit (Std.) Frauen Zeit (Std.)
25. Sep. 1977 Dan Cloeter (USA) 2:17:52 Dorothy Doolittle (USA) 2:50:47
24. Sep. 1978 Mark Stanforth (USA) 2:19:20 Lynae Larson (USA) 2:59:25
21. Okt. 1979 Dan Cloeter -2- 2:23:20 Laura Michalek (USA) 3:15:45
28. Sep. 1980 Frank Richardson (USA) 2:14:04 Sue Peterson (USA) 2:45:03
27. Sep. 1981 Phil Coppess (USA) 2:16:13 Tina Gandy (USA) 2:49:39
26. Sep. 1982 Greg Meyer (USA) 2:10:59 Nancy Conz (USA) 2:33:23
16. Okt. 1983 Joseph Nzau (KEN) 2:09:45 Rosa Mota (POR) 2:31:12
21. Okt. 1984 Steve Jones (GBR) 2:08:05 Rosa Mota -2- 2:26:01
20. Okt. 1985 Steve Jones -2- 2:07:13 Joan Benoit Samuelson (USA) 2:21:21
26. Okt. 1986 Toshihiko Seko (JPN) 2:08:27 Ingrid Kristiansen (NOR) 2:27:08
25. Okt. 1987 nur Halbmarathon[3] nur Halbmarathon[4]
31. Okt. 1988 Alejandro Cruz (MEX) 2:08:57 Lisa Weidenbach (USA) 2:29:17
29. Okt. 1989 Paul Davies-Hale (GBR) 2:11:25 Lisa Weidenbach -2- 2:28:15
28. Okt. 1990 Martin Pitayo (MEX) 2:09:41 Aurora Cunha (POR) 2:30:11
27. Okt. 1991 Joseildo Rocha da Silva (BRA) 2:14:33 Midde Hamrin (SWE) 2:36:21
25. Okt. 1992 José César de Souza (BRA) 2:16:14 Linda Somers (USA) 2:37:41
31. Okt. 1993 Luíz Antônio dos Santos (BRA) 2:13:15 Ritva Lemettinen (FIN) 2:33:18
30. Okt. 1994 Luíz Antônio dos Santos -2- 2:11:16 Kristy Johnston (USA) 2:31:34
15. Okt. 1995 Eamonn Martin (GBR) 2:11:18 Ritva Lemettinen -2- 2:28:27
20. Okt. 1996 Paul Evans (GBR) 2:08:52 Marian Sutton (GBR) 2:30:41
19. Okt. 1997 Khalid Khannouchi (MAR) 2:07:10 Marian Sutton -2- 2:29:03
11. Okt. 1998 Ondoro Osoro (KEN) 2:06:54 Joyce Chepchumba (KEN) 2:23:57
24. Okt. 1999 Khalid Khannouchi -2- 2:05:42 Joyce Chepchumba -2- 2:25:59
22. Okt. 2000 Khalid Khannouchi (USA) -3- 2:07:01 Catherine Ndereba (KEN) 2:21:33
07. Okt. 2001 Benedict Muli Kimondiu (KEN) 2:08:52 Catherine Ndereba -2- 2:18:47
13. Okt. 2002 Khalid Khannouchi -4- 2:05:56 Paula Radcliffe (GBR) 2:17:18
12. Okt. 2003 Evans Rutto (KEN) 2:05:50 Swetlana Sacharowa (RUS) 2:23:07
10. Okt. 2004 Evans Rutto -2- 2:06:16 Constantina Tomescu (ROM) 2:23:45
09. Okt. 2005 Felix Limo (KEN) 2:07:02 Deena Kastor (USA) 2:21:25
22. Okt. 2006 Robert Kipkoech Cheruiyot (KEN) 2:07:35 Berhane Adere (ETH) 2:20:42
07. Okt. 2007 Patrick Mutuku Ivuti (KEN) 2:11:11 Berhane Adere -2- 2:33:49
12. Okt. 2008 Evans Kiprop Cheruiyot (KEN) 2:06:25 Lidija Grigorjewa (RUS) 2:27:17
11. Okt. 2009 Samuel Kamau Wanjiru (KEN) 2:05:41 Lilija Schobuchowa (RUS) 2:25:56
10. Okt. 2010 Samuel Kamau Wanjiru -2- 2:06:24 Lilija Schobuchowa -2- 2:20:25
09. Okt. 2011 Moses Cheruiyot Mosop (KEN) 2:05:37 Lilija Schobuchowa -3- 2:18:20
07. Okt. 2012 Tsegay Kebede (ETH) 2:04:38 Atsede Baysa (ETH) 2:22:04
13. Okt. 2013 Dennis Kipruto Kimetto (KEN) 2:03:45 Rita Jeptoo Sitienei (KEN) 2:19:57

Entwicklung der Finisherzahlen[Bearbeiten]

Jahr Gesamt Frauen
1997 14.400 04801
1998 17195 06251
1999 24.672 09363
2000 27.910 11.084
2001 28.774 11.430
2002 31.135 12.988
2003 31.680 13.377
2004 33.080 13.982
2005 33.003 14.326
2006 33.659 14.728
2007 25.523[5] 10.184
2008 31.344 13.666
2013 39098 17518

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrew Suozzo: The Chicago Marathon. University of Illinois Press, 2006, ISBN 0252074211

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chicago-Marathon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. 2007 Medie Guide: Results & History (PDF)
  2. arrs.net: Chicago-Marathon
  3. Sieger Steve Jones (GBR), 1:04:20
  4. Siegerin Kim Ballentine (USA), 1:18:20
  5. Das Rennen wurde wegen extremer Hitze abgebrochen

41.869722222222-87.620555555556Koordinaten: 41° 52′ 11″ N, 87° 37′ 14″ W