Friedewald (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Friedewald
Friedewald (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friedewald hervorgehoben
50.8830555555569.8602777777778388Koordinaten: 50° 53′ N, 9° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 39,65 km²
Einwohner: 2394 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36289
Vorwahlen: 06674, 06629 (Motzfeld)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 006
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Motzfelder Straße 12
36289 Friedewald
Webpräsenz: www.gemeinde-friedewald.de
Bürgermeister: Dirk Noll (SPD)
Lage der Gemeinde Friedewald im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Friedewald ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Osthessen, Deutschland, direkt östlich von Bad Hersfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Grenzbereich zwischen der Kuppenrhön und dem Seulingswald. Friedewald liegt an der Wasserscheide von Fulda und Werra. Der Ort Friedewald liegt nördlich vom Dreienberges, der zu den nördlichsten Ausläufern der Rhön gehört und südlich vom Toten Mann, der höchsten Erhebung des Seulingswaldes.

Blick über Friedewald von den Hängen des Dreienberges nach Norden fotografiert. Im Hintergrund ist der Berg „Toter Mann“ zu sehen


Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Friedewald grenzt im Norden an die Gemeinden Ronshausen und Wildeck, im Osten an die Stadt Heringen und die Gemeinde Philippsthal, im Südosten an die Gemeinde Hohenroda, im Süden an die Gemeinde Schenklengsfeld sowie im Westen an die Stadt Bad Hersfeld und die Gemeinde Ludwigsau (alle im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben der Kerngemeinde aus den Ortsteilen Hillartshausen, Lautenhausen und Motzfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wasserburg Friedewald

Das Amt Friedewald wurde 1392 (mit Marktrecht und Gerichtsbarkeit) und der Ort Friedewald wurde im Jahre 1430 erstmals schriftlich erwähnt. Eine Abtsburg stand hier schon vor 1302, die als Hersfeldisches Lehen in diesem Jahr an die Landgrafschaft Hessen abgegeben wurde. Die Burg wurde vermutlich gebaut, um die Handelsstraße Kurze Hessen, die von Frankfurt nach Leipzig führte, zu kontrollieren.

Im Jahre 1472 wurde diese Burg abgerissen, und Landgraf Heinrich III. ließ sich hier von seinem Baumeister Hans Jakob von Ettlingen die Wasserburg Friedewald bauen, die den Landgrafen für Jagdaufenthalte diente. Am 5. Oktober 1551 wurde hier der Vertrag zwischen Frankreich und den schmalkaldischen Fürsten zur Befreiung des Landgrafen Philipp von Hessen aus kaiserlicher Gefangenschaft geschlossen. Die Burg Friedewald mit ihren vier Ecktürmen wurde im Jahr 1762 zerstört. Das Schloss ist immer noch Mittelpunkt des Ortes und das Wahrzeichen der Gemeinde.

Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Friedewald Hauptort des Kantons Friedewald und Sitz des Friedensgerichts.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Hillartshausen und Lautenhausen eingegliedert. Am 1. August 1972 kam Motzfeld hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
44,0 %
39,9 %
16,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-15,4 %p
+20,4 %p
-4,9 %p
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,0 7 59,4 9 46,7 7
OL Offene Liste 39,9 6 19,5 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 16,1 2 21,0 3 33,4 5
BpF Bürgerliste pro Friedewald e. V. 17,5 3
FDP Freie Demokratische Partei 2,4 0
gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 55,3 58,4 74,1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Dirk Noll (SPD) wurde am 16. September 2012 mit einem Stimmenanteil von 67,2 % zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In rot eine silberne Burgsilhouette mit Zinnen davor in schwarz die Silhouette eines Dreischalenbrunnens. Im Schildhaupt vier silberne Eichenblätter mit Eichenfrucht.“

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle 33). Weiterhin führt durch die Gemeinde die Bundesstraße 62 von Bad Hersfeld nach Bad Salzungen. Der öffentliche Personennahverkehr erfolgt durch die ÜWAG Bus GmbH mit der Linie 330, 331 und 345 sowie durch die Verkehrsgesellschaft Wartburgkreis mbH mit der Linie 300.[3]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Anfang 2009 hat Hermes ihre neueste HUB (Haupt-Umschlagsbasis) auf einer Fläche von 100.000 m² mit einem 18.000 m² großen Gebäude in Betrieb genommen. Außerdem führt die Schenker Deutschland AG eines der leistungsfähigsten HUBs Europas. Es ist für Schenker insbesondere für innerdeutsche Stückgutsendungen von zentraler Bedeutung.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht neben Friedewald aus den Ortsteilen Lautenhausen, Hillartshausen und Motzfeld.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum Friedewald im südlichen Marstall der Vorburg

Bauwerke[Bearbeiten]

Dreischalenbrunnen im Hof der Vorburg, im Hintergrund der „Dicke Turm“ der Wasserburg Friedewald
Das „Nadelöhr“
  • Ruine der Wasserburg Friedewald mit vier Wehrtürmen aus Friedewalder Sandstein, der Landgrafen von Hessen aus dem 15. Jahrhundert und Vorburg von etwa 1600.
  • In der Mitte des Schlossplatzes steht ein barocker Dreischalenbrunnen.
  • Hammundeseiche (von diesem wüst gewordenen Dorf findet man die wieder aufgemauerten Mauern der Kirche, den Dorfweiher, den Brunnen und die „Dicke Eiche“ (1000-jährige Dorfeiche))
  • „Zollstock“ (ehemaliger Grenzpfosten an der Grenze zwischen Hessen, Thüringen und Grabfeld, die hier seit 1306 lange Bestand hatte).
  • Nadelöhr (wurde 1579 erstmals erwähnt, und als hohle Eiche beschrieben, es wurde als heilwirksam angesehen dort hindurch zu kriechen. Der verfallene Baum wurde vermutlich im späten 16. Jahrhundert durch einen torähnlichen Stein ersetzt.)
  • Vier evangelische Kirchen (Friedewald, OT Motzfeld, OT Lautenhausen und OT Hillartshausen.)
  • Turmruine der Gießlingskirche
  • Ruine der Walterskirche, des wüst gewordenen Dorfes Waldradeberg
  • Ruine eines Wachturms der Drygenburg
  • Kriegerdenkmal 1914–1918 von Bildhauer Arnold Rechberg

Parks und Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Hammundeseiche (eine Eiche bei dem wüst gewordenen Dorf gleichen Namens)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 396 und 397.
  3. http://www.nvv.de/service/presse/detailansicht/nvv-richtet-ab-dezember-2012-neue-buslinie-zwischen-bad-hersfeld-und-bad-salzungen-ein-gute-busverbindungen-zukuenftig-zwischen-osthessen-und-thueringen-918/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedewald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien