Schenklengsfeld
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Kassel | |
| Landkreis: | Hersfeld-Rotenburg | |
| Höhe: | 317 m ü. NN | |
| Fläche: | 63,78 km² | |
| Einwohner: |
4.619 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 36277 | |
| Vorwahlen: | 06629, 06621 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HEF | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 6 32 019 | |
| Gemeindegliederung: | 14 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Rathausstraße 2 36277 Schenklengsfeld |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Stefan Gensler (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Schenklengsfeld im Landkreis Hersfeld-Rotenburg | ||
Schenklengsfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Osthessen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Gemeinde Schenklengsfeld liegt in den Ausläufern der Kuppenrhön zwischen dem Seulingswald im Norden und dem Hessischen Kegelspiel im Süden. Etwa 8 km westnordwestlich liegt Bad Hersfeld und zirka 17 km südsüdwestlich Hünfeld (je Luftlinie). Sie befindet sich auf einer fruchtbaren Hochebene. Im Westen fällt das Gelände zur Fulda hin ab und im Osten zum Werratal. Bei Schenklengsfeld verläuft ein Teil der Wasserscheide zwischen diesen beiden Flüssen. In der Nachbargemeinde Eiterfeld entspringt der kleine Fluss Solz, der in Bad Hersfeld in die Fulda mündet. Weiterhin liegt die Quelle des Ransbachs hier, der bei Philippsthal in die Werra fließt.
Der tiefste Punkt liegt mit 225 m ü. NN in der Solzaue. Der höchste Punkt in der Gemeindegemarkung ist der 511 m ü. NN hohe Landecker Berg.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Schenklengsfeld grenzt im Norden an die Stadt Bad Hersfeld und die Gemeinde Friedewald, im Osten an die Gemeinde Hohenroda (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Süden an die Gemeinde Eiterfeld (im Landkreis Fulda) sowie im Westen an die Gemeinde Hauneck (im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Schenklengsfeld, Dinkelrode, Erdmannrode, Hilmes, Konrode, Lampertsfeld, Landershausen, Malkomes, Oberlengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen, Wippershain und Wüstfeld.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort Schenklengsfeld wurde um das Jahr 800 als „Lengesfeld in Thuringia“ im „Breviarium Lulli“ des Klosters Hersfeld das erste Mal erwähnt und entwickelte sich schnell zu einem Amtsort mit Vogtei, Gericht und Amtmann. Ein Galgen wird noch 1688 erwähnt. Ab 1648 gehörte Schenklengsfeld mit dem gesamten Amt Landeck zur Landgrafschaft Hessen-Kassel und war reformiert-protestantisch. Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807-1813) war Schenklengsfeld Hauptort und Sitz des Friedensgerichts des Kantons Landeck.
Im Jahre 1455 wurde bei Lengsfeld ein Gesundbrunnen erwähnt. Neben dieser Quelle entsprangen im Jahre 1688 zwei weitere Quellen. Ab dem 23. April 1688 gab es daraufhin für mehrere Jahre einen Badebetrieb mit Brunnenhaus, betreut von dem Badearzt Dr. Bachoff aus Gotha.
Der Ort hatte seit 1912 (jetzt 930 Einwohner) mit der Hersfelder Kreisbahn eine Schienenanbindung nach Bad Hersfeld und ins Werratal nach Heimboldshausen. Heute ist noch das Betriebsgelände der ehemaligen Kreisbahn am alten Bahnhof vorhanden; hier soll nach den Plänen eines Fördervereins ein Museumsbahnbetrieb stattfinden. Am 11. September 2009 hat der Museumseisenbahnverein die Bahnstrecke von der Hessischen Landesbahn erworben.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Die kleine Gemeinde Lampertsfeld wurde bereits am 1. April 1962 nach Schenklengsfeld eingemeindet. Die Großgemeinde entstand in den Jahren 1971 und 1972 anlässlich der hessischen Gemeindegebietsreform. Bereits am 1. Februar 1971 wurden Konrode, Oberlengsfeld, Schenklengsfeld, Unterweisenborn und Wehrshausen zusammengeschlossen. Am 31. Dezember 1971 folgten die Gemeinden Dinkelrode, Landershausen, Malkomes und Schenksolz. Am 1. August 1972 kamen die Gemeinden Erdmannrode, Hilmes, Wippershain und Wüstfeld hinzu.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1972 | 1975 | 1978 | 1981 | 1986 | 1989 | 1991 | 1993 | 1995 | 1997 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2009 |
| Einwohner | 4.742 | 4.717 | 4.643 | 4.577 | 4.592 | 4.671 | 4.850 | 4.936 | 4.944 | 4.915 | 4.921 | 4.889 | 4.856 | 4.848 | 4.803 | 4.766 | 4.717 | 4.670 |
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeindevertretung
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 49,5 | 11 | 50,5 | 12 |
| BGL | Die Bürgerliste | 42,4 | 10 | – | – |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 8,1 | 2 | – | – |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | – | – | 38,2 | 9 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | – | – | 5,0 | 1 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Schenklengsfeld | – | – | 6,4 | 1 |
| gesamt | 100,0 | 23 | 100,0 | 23 | |
| Wahlbeteiligung in % | 63,2 | 65,0 | |||
[Bearbeiten] Bürgermeister
Der Bürgermeister Horst Hannich (SPD) wurde am 31. Oktober 1999 mit einem Stimmenanteil von 86,0 % gewählt. Nach 30 Amtsjahren trat Hannich nicht mehr zur Wahl am 27. November 2005 an, wurde aber zum Ehrenbürgermeister ernannt. In der Stichwahl setzte sich Stefan Gensler (CDU) 51,1 %, gegen seinen Kontrahenten Werner Kümmel (SPD) 48,9 %, durch. Stefan Gensler trat sein Amt am 2. Mai 2006 an.
[Bearbeiten] Wappen
In Silber ein gespaltener grüner Lindenzweig, links oben begleitet von einem roten Tatzenkreuz.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
Das Judaica-Museum gibt es seit 1999 in Schenklengsfeld. Es wurde im ehemaligen Lehrerwohnhaus der jüdischen Gemeinde von Schenklengsfeld als Erinnerungs- und Gedenkstätte eingerichtet. Das 1912 von der jüdischen Gemeinde erbaute Wohnhaus wurde von 1996 bis 1999 vom eigens gegründeten Förderkreis Jüdisches Lehrerhaus Schenklengsfeld e.V. komplett saniert und enthält neben zwei Wohnungen in den Obergeschossen im Erdgeschoss einen Seminarraum mit Fachbibliothek und einen Ausstellungsraum mit Exponaten zu Religion und Geschichte der jüdischen Minderheit von Schenklengsfeld. Sie machte 1925 mit 149 Seelen rund 13% der Bevölkerung aus. Im Ort gab es eine Synagoge, eine jüdische Volksschule und es gibt noch den sehenswerten jüdischen Friedhof. Die letzten Juden verließen im Sommer 1940 den Ort. Die Gemeinde hat insgesamt 22 Holocaust-Opfer zu beklagen, für die im November 1988 ein Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof errichtet wurde.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Burgruine Landeck auf dem Landecker Berg (Anfang des 12. Jahrhunderts durch die Äbte des Klosters in Hersfeld errichtet und im Bauernkrieg zerstört)
- Evangelische Mutterkirche des Kirchspiels Schenklengsfeld. Turmbau aus dem 12. Jahrhundert und Kirchenschiff von 1736/40. Der barocke Turmhelm wurde 1822 aufgesetzt.
- Historischer Schenklengsfelder Friedhof und jüdischer Friedhof (Schenklengsfeld hatte bis 1933 eine größere selbstständige jüdische Gemeinde)
- Lokschuppen der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn
[Bearbeiten] Naturdenkmäler
Eine über 1000-jährige Linde auf dem ehemaligen Marktplatz (lt. der ARD-Sendung Deutschlands älteste Bäume, die am 23. April 2007 erstmals ausgestrahlt wurde, ist die Linde mit vermuteten 1120 Jahren der älteste Baum in Deutschland).
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Kuppenrhöner Landmarkt an der Linde (jedes Jahr an einem Sonntag im September)
- Lindenblütenfest an der Linde (jedes zweite Jahr an einem Wochenende im Juni)
- Kirmes in Schenklengsfeld ,mav, (jedes Jahr Juli/August)
- Dorfabend der Trachten- und Volkstanzgruppe Schenklengsfeld im Saal Steinhauer (jedes Jahr an einem Samstag und Sonntag im März)
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Schenklengsfeld ist an das überregionale Verkehrsnetz über verschiedene Landstraßen angeschlossen. Sie stellen vor allem die Verbindung an die Bundesstraße 62 her, die nördlich an der Gemeinde vorbei führt.
Der öffentliche Personennahverkehr erfolgt durch die ÜWAG Bus GmbH mit der Linie 340 und 345.
[Bearbeiten] Sonstiges
Im Ort gibt es ein Bürgerhaus, welches auch die Großsporthalle der Gemeinde beinhaltet. Seit 2010 hat Schenklengsfeld einen Radiosender Radio Landeck.
[Bearbeiten] Literatur
- Anette Lenzing: Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland. Langewiessche, Königstein 2005, ISBN 3-7845-4520-3
- Konrad Schüler, Das Amt Landeck und seine Bewohner, Kassel (1914) 1933.
- Peter Roßkopf, Das Landecker Amt im Kreise Hersfeld, Bad Hersfeld 1964.
- Christlich-Jüdischer Arbeitskreis Schenklengsfeld, Geschichte der Jüdischen Gemeinde Schenklengsfeld, Schenklengsfeld 1988.
- Karl Honikel, Vor 60 Jahren: Deportation der Schenklengsfelder Familie Sally Löwenberg nach Riga. Ein Beitrag zur Erinnerung und zum Gedenken, in: Mein Heimatland, Beilage der Hersfelder Zeitung, Januar 2002.
- Karl Honikel, Roland Wenzel u.a., Heimerskirchen, Bethäuser und Glockentürme im ehemaligen Amt Landeck. Eine Untersuchung zu den kleinen Dorfkirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Kirchspiel Schenklengsfeld (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Ihre Bedeutung und ihr Verfall um 19. und 20 Jahrhundert. In: Schriftenreihe des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Heft 5, Wiesbaden und Kassel 2007, Seite 19 bis 66.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Internetseite der Gemeinde
- Judaica Museum
- Regionalportal für Schenklengsfeld
- Links zum Thema Schenklengsfeld im Open Directory Project
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