Gambrinus Liga

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Gambrinus Liga
Logo der LigaVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Logoformat
Voller Name 1. česká fotbalová liga
Verband ČMFS
Erstaustragung 1993
Hierarchie 1. Liga
Mannschaften 16
Meister Sparta Prag
Rekordmeister Sparta Prag (12 Titel)
Rekordspieler Jaroslav Šilhavý (465)
Rekordtorschütze Horst Siegl (176)
Website www.gambrinusliga.czVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Qualifikation für Champions League
Europa League
Mannschaften der Saison 2011/12

Die Gambrinus Liga ist die höchste Spielklasse im tschechischen Fußball. In ihr wird jährlich der tschechische Fußballmeister ausgespielt. Die 16 teilnehmenden Mannschaften bestreiten von August bis Mai je 30 Partien (15 Heim- und 15 Auswärtsspiele). Am Ende jeder Saison steigen die beiden letztplatzierten Mannschaften ab, die durch Aufsteiger aus der 2. Tschechischen Liga ersetzt werden.

Rekord- wie auch amtierender Meister (2013/14) ist Sparta Prag mit zwölf gewonnenen Meisterschaften.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste tschechische Fußballliga entstand in ihrer heutigen Form im Jahre 1993, als sie sich nach der Auflösung der Tschechoslowakei von einer gemeinsamen Spielklasse mit der heutigen Slowakei abspaltete. Sie ist somit Nachfolger der Tschechoslowakischen Fußballmeisterschaft. Seit 1997 ist die in Pilsen beheimatete Gambrinus-Brauerei namensgebender Sponsor der Liga.

Dominierende Mannschaften waren seither die beiden Prager Mannschaften Sparta und Slavia, die meist die ersten beiden Plätze der Abschlusstabelle einnahmen. Während Sparta Prag bis 2007 zehn der dreizehn ausgetragenen Meisterschaften gewann, musste sich Slavia Prag bereits achtmal mit der Vizemeisterschaft begnügen und wurde nur 1996, 2008 und 2009 tschechischer Meister. 2004 gewann Baník Ostrava den Titel; 2002, 2006 und 2012 Slovan Liberec; 2011 und 2013 Viktoria Pilsen.

Im Februar 2010 wurde bekannt, dass es Erwägungen von tschechischen und slowakischen Funktionären gibt, die Bildung einer gemeinsamen Profiliga anzustreben. Die Verbände erwarten sich von einer gemeinsamen Liga nicht nur eine höhere sportliche Qualität, sondern auch Marketing-Chancen. Die Zustimmung der UEFA dafür gilt jedoch als unwahrscheinlich.[1]

Saisonübersicht[Bearbeiten]

Saison Meister 2. Platz 3. Platz Torschützenkönig Verein
1994 logo Sparta Prag (1) Slavia Prag Baník Ostrava Horst Siegl (20) Sparta Prag
1995 logo Sparta Prag (2) Slavia Prag FC Boby Brno Radek Drulák (15) Petra Drnovice
1996 logo Slavia Prag (1) Sigma Olomouc FK Jablonec Radek Drulák (22) Petra Drnovice
1997 logo Sparta Prag (3) Slavia Prag FK Jablonec Horst Siegl (19) Sparta Prag
1998 logo Sparta Prag (4) Slavia Prag Sigma Olomouc Horst Siegl (13) Sparta Prag
1999 logo Sparta Prag (5) FK Teplice Slavia Prag Horst Siegl (18) Sparta Prag
2000 logo Sparta Prag (6) Slavia Prag FK Drnovice Vratislav Lokvenc (21) Sparta Prag
2001 logo Sparta Prag (7) Slavia Prag Sigma Olomouc Vítězslav Tuma (15) FK Drnovice
2002 Logo Slovan Liberec (1) Sparta Prag Viktoria Žižkov Jiří Štajner (15) Slovan Liberec
2003 logo Sparta Prag (8) Slavia Prag Viktoria Žižkov Jiří Kowalík (16) 1.FC SYNOT
2004 FC Baník Ostrava Baník Ostrava (1) Sparta Prag Sigma Olomouc Marek Heinz (19) Baník Ostrava
2005 logo Sparta Prag (9) Slavia Prag FK Teplice Tomáš Jun (14) Sparta Prag
2006 Logo Slovan Liberec (2) FK Mladá Boleslav Slavia Prag Milan Ivana (11) FC Slovácko
2007 logo Sparta Prag (10) Slavia Prag FK Mladá Boleslav Luboš Pecka (16) FK Mladá Boleslav
2008 logo Slavia Prag (2) Sparta Prag Baník Ostrava Václav Svěrkoš (15) Baník Ostrava
2009 logo Slavia Prag (3) Sparta Prag Slovan Liberec Andrej Kerić (15) Slovan Liberec
2010 logo Sparta Prag (11) FK Jablonec Baník Ostrava Michal Ordoš (12) Sigma Olomouc
2011 logo Viktoria Pilsen (1) Sparta Prag FK Jablonec David Lafata (19) FK Jablonec
2012 Logo Slovan Liberec (3) Sparta Prag Viktoria Pilsen David Lafata (25) FK Jablonec
2013 logo Viktoria Pilsen (2) Sparta Prag Slovan Liberec David Lafata (20) FK Jablonec/Sparta Prag
2014 logo Sparta Prag (12) Viktoria Pilsen FK Mladá Boleslav Josef Hušbauer (18) Sparta Prag

Ligasystem[Bearbeiten]

Das folgende Schema zeigt das derzeitige Ligensystem im tschechischen Fußball:

1. Liga Gambrinus-Liga Logo der Gambrinus Liga
16 Mannschaften, zwei Absteiger
2. Liga Druhá fotbalová liga Logo der Druhá fotbalová liga
16 Mannschaften, zwei Aufsteiger, zwei Absteiger
3. Ligen Česká fotbalová liga (ČFL) Moravskoslezská fotbalová liga (MSFL)
Ein Aufsteiger,drei Absteiger Ein Aufsteiger, zwei Absteiger
4. Ligen Divize A Divize B Divize C MSD Divize D MSD Divize E
Ein Aufsteiger,
zwei oder drei Absteiger
Ein Aufsteiger,
zwei oder drei Absteiger
Ein Aufsteiger,
zwei oder drei Absteiger
Ein Aufsteiger,
zwei Absteiger
Ein Aufsteiger,
zwei Absteiger
  • Während am Ende der Saison die letzten zwei Mannschaften der 1. Liga in die 2. Liga absteigen, spielen die ersten zwei Mannschaften der 2. Liga in der Folgesaison in der 1. Liga. Die Mannschaften, die am Saisonende die Plätze 15 und 16 der zweiten Liga belegen, steigen in die ČFL oder MSFL ab.
  • Unterhalb der beiden ersten Ligen befindet sich die dritte tschechische Liga. Sie wird in zwei Staffeln (ČFL und MSFL) gespielt. Die ČFL (Böhmen) spielt derzeit mit 18 Mannschaften, die MSFL (Mähren und Schlesien) mit 16 Vereinen. Die Meister der beiden Staffeln steigen jeweils in die 2. Liga auf.

Stadien 2012/13[Bearbeiten]

Die Synot Tip Aréna in Prag, welche bis 2009 Stadion Eden hieß
Stadion Bazaly, Heimspielstätte des FC Baník Ostrava
Verein Stadion Stadionkapazität[2]
FK Dukla Prag Stadion Juliska 28.000
Slavia Prag Synot Tip Aréna 21.000
Sparta Prag Generali Arena 20.558
FK Teplice Na Stínadlech 18.221
FC Baník Ostrava Stadion Bazaly 17.372
Viktoria Pilsen Stadion města Plzně 13.000
SK Sigma Olomouc Andrův stadion 12.072
FC Slovan Liberec Stadion u Nisy 9.900
1. FK Příbram Stadion Na Litavce 9.100
1. FC Slovácko Městský fotbalový stadion Miroslava Valenty 8.121
FC Hradec Králové Všesportovní stadion 7.000[1]
SK Dynamo České Budějovice Stadion Střelecký ostrov 6.746
FK BAUMIT Jablonec Stadion Střelnice 6.280
FK Mladá Boleslav Městský stadion Mladá Boleslav 5.000
FC Vysočina Jihlava Stadion v Jiráskově ulici 4.025
FK Ústí nad Labem Městský stadion 3.000

[1] Stadion im Umbau; eigentlich 25.000 Plätze

Internationaler Wettbewerb[Bearbeiten]

Partie von Viktoria Pilsen in der Champions League gegen den FC Barcelona

Tschechien befindet sich in der UEFA-Fünfjahreswertung derzeit (Stand: Ende der Saison 2012/13) auf Rang 17, was den Meister zur Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde zur Champions-League berechtigt. An der Qualifikation zur Europa League nehmen der Vizemeister (in der 3. Qualifikationsrunde), der Drittplazierte (in der 2. Qualifikationsrunde) sowie der Sieger des Pokalwettbewerbs teil.

Noch nie hat ein tschechischer Verein das Endspiel eines Europapokalwettbewerbs erreicht. Mit seinen regelmäßigen Teilnahmen an der UEFA Champions League ist Sparta Prag der international renommierteste Klubs des Landes. Bestes Abschneiden war das Ausscheiden im Achtelfinale (0:0 und 1:4 gegen den AC Mailand) im Jahre 2004.

Slavia Prag hat, trotz regelmäßiger Teilnahme an der Qualifikationsrunde, die Gruppenphase der Champions League außer in der Saison 2007/2008 nie erreicht. Viktoria Pilsen konnte hingegen in der Saison 2011/12 als Meister der Vorsaison in die Gruppenphase der Champions League einziehen. Gelungen ist das durch Siege über den FC Pjunik Jerewan, Rosenborg Trondheim sowie den FC Kopenhagen. In der Gruppenphase landete das Team hinter dem FC Barcelona und dem AC Mailand, aber vor BATE Baryssau aus Weißrussland auf Platz 3 und durfte somit in der Europa League weiterspielen. Dort unterlag man dem FC Schalke 04 im Sechzehntelfinale nach Verlängerung im Rückspiel.

Aus der tschechischen Liga konnten noch drei weitere Mannschaften an der Qualifikation zur Champions-League teilnehmen. Vizemeister FK Teplice scheiterte 1999 zweimal mit 0:1 an Borussia Dortmund, Baník Ostrava reichte 2004 ein 2:1-Heimsieg nicht mehr, um die 0:5 Hinspielniederlage bei Bayer 04 Leverkusen auszugleichen. In der Saison 2006/07 besiegte der FK Mladá Boleslav in der zweiten Qualifikationsrunde den norwegischen Vertreter Vålerenga Oslo mit 3:1 und 2:2, scheiterte aber in der dritten Runde an Galatasaray Istanbul mit 2:5 und 1:1.

Die größten Erfolge tschechischer Teams im UEFA-Pokal waren der Einzug ins Halbfinale von Slavia Prag 1996 sowie ins Viertelfinale vom FC Slovan Liberec im Jahr 2002.

Zuschauerinteresse[Bearbeiten]

Nicht ausverkaufte Stadien wie hier in Prag sind in Tschechien die Regel

Spannende Meisterschaftskämpfe sind in der tschechischen Eliteklasse eher selten. Nur dreimal - 2001/02, 2006/07 und in der Saison 2011/12 - wurde der Titelgewinn erst am letzten Spieltag ermittelt.

Die Zuschaueranzahl bei den tschechischen Ligaspielen ist relativ gering. Ungenügende Vermarktung, eine schlechte Infrastruktur, gewalttätige Hooligans auf den Tribünen[3] und nicht zuletzt Bestechungsfälle[4] sind Faktoren, die das Zuschauerinteresse an der Liga im Vergleich zur Vergangenheit rapide schwinden lassen. Trotz zahlreicher Meistertitel trägt Sparta Prag seine Heimspiele durchschnittlich vor etwa 9.000 Zuschauern aus, obwohl die heimische Spielstätte etwas mehr als 20.000 erlauben würde.[5]

In anderen Großstädten wie Brünn, Pilsen und Olomouc besuchen in der Regel um die 5.000 Fußballanhänger die Ligaspiele.[6] Der Ligaschnitt betrug in der Saison 2011/12 rund 4.700 Zuschauer.[7]

Statistiken[Bearbeiten]

Ewige Tabelle[Bearbeiten]

Auf einem Nebengebäude der Haupttribüne des Stadions in Benešov erinnerte noch 2005 ein Logo an die erfolgreiche Zeit des FK Švarc Benešov, als der Verein in der Saison 1994/95 ein Jahr lang erstklassig war.
Eintrittskarte zur Partie Sparta Prag gegen den 1. FC Synot aus der Saison 2000/01

Letzte Aktualisierung: Ende der Saison 2012/13[8] Fett markierte Mannschaften spielen in der Saison 2013/14 in der Gambrinus Liga

Platz Verein Spiele Siege Remis Niederl. Tore Gegent. Pkt.
1. Sparta Prag 600 374 127 99 1107 470 1249
2. Slavia Prag 600 309 164 127 967 556 1091
3. Slovan Liberec 600 269 170 161 821 615 971
4. Sigma Olomouc 600 241 165 194 761 652 879
5. Baník Ostrava 600 218 182 200 809 725 836
6. FK Baumit Jablonec 570 217 161 192 723 656 812
7. FK Teplice 510 198 150 162 643 569 744
8. FC Zbrojovka Brünn 570 197 148 225 685 735 739
9. Viktoria Pilsen 480 179 129 172 623 601 666
10. SK Dynamo České Budějovice 510 146 146 218 522 726 584
11. FK Viktoria Žižkov 420 144 106 170 478 509 538
12. 1. FK Příbram 450 135 124 191 471 585 529
13. FK Drnovice 300 114 67 119 392 398 409
14. FK Mladá Boleslav 270 111 71 88 379 330 404
15. 1. FC Slovácko 330 104 90 137 350 397 389
16. FC Hradec Králové 360 91 103 166 319 498 376
17. FC Bohemians Prag 330 88 88 154 315 478 352
18. FC Tescoma Zlín 300 84 87 129 271 388 339
19. FK Chmel Blšany 240 67 63 110 255 350 264
20. SFC Opava 240 63 64 113 260 354 247
21. SK Kladno 120 28 30 62 99 173 114
22. FK Hvězda Cheb 90 29 26 35 95 121 113
23. FK Dukla Prag 90 23 30 37 111 140 99
24. FK Baník Most 90 19 30 41 96 140 87
25. FC Vysočina Jihlava 60 13 26 21 56 78 65
26. MFK Karviná 60 12 12 36 53 105 48
27. Bohemians 1905 Prag 60 14 8 38 60 111 35
28. FK Ústí nad Labem 30 4 7 19 22 67 19
29. FC JOKO Slovácká Slavia Uherské Hradiště 30 3 8 19 19 65 17
30. FC Vítkovice 30 3 7 20 22 64 16
31. SK Benešov 30 3 3 24 23 78 12
32. AFK Lázně Bohdaneč 30 2 5 23 18 61 11
33. 1. SC Znojmo 0 0 0 0 0 0 0

Punktabzüge:

  • 2004-05: 1. FC Slovácko -12
  • 2004-05: SFC Opava -6
  • 2004-05: Slovan Liberec -6
  • 2009-10: Bohemians Praha -15
  • 2011-12: Sigma Olomouc -9

Rekordspieler[Bearbeiten]

Martin Vaniak wurde zwischen 1991 und 2011 441 mal aufgestellt und ist somit auf Platz 3 der Rekordspieler

Letzte Aktualisierung: Ende der Saison 2011/12

Spieler Verein(e) Zeitraum Einsätze
Jaroslav Šilhavý RH Cheb, Slavia Prag, FC Petra Drnovice, FK Viktoria Žižkov 1980–1999 465
Stanislav Vlček FC Bohemians Prag, SK Dynamo České Budějovice, SK Sigma Olomouc, Slavia Prag 1993– 451
Martin Vaniak Sigma Olomouc, Petra Drnovice, FK Siad Most, Slavia Prag 1991–2011 441
Horst Siegl Sparta Prag, FK Marila Příbram, Viktoria Pilsen, FK Siad Most 1987–2006 435
Rudolf Otepka 1. FK Drnovice, 1. FK Příbram, FC Baník Ostrava, SK Sigma Olomouc, Dynamo České Budějovice 1997– 417
Oldřich Machala Sigma Olomouc 1984–2001 414
Martin Kotůlek Sigma Olomouc, 1. FC Brno, SFC Opava 1986–2005 412
Jozef Weber Sparta Prag, RH Cheb, 1. FK Drnovice, FK Jablonec 97 1993–2007 409
Michal Bílek Sparta Prag, RH Cheb, Viktoria Žižkov, FK Teplice 1982–2000 407
Jiří Novotný Sparta Prag, FC Slovan Liberec, FK Siad Most 1987–2007 407

UEFA-Fünfjahreswertung[Bearbeiten]

Platzierung in der UEFA-Fünfjahreswertung (in Klammern die Vorjahresplatzierung). Die Kürzel CL und EL hinter den Länderkoeffizienten geben die Anzahl der Vertreter in der Saison 2014/15 der Champions League bzw. der Europa League an.

Stand: Ende der Europapokalsaison 2012/13[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tschechien und die Slowakei erwägen gemeinsame Fußballliga radio.cz
  2. Stadien Tschechien stadionwelt.de
  3. Randale beim Fußball: Stadienverbote und härteres Gesetz sollen Problem lösen radio.cz
  4. Urteile im tschechischen Fußball-Bestechungsskandal fielen endlich härter aus radio.cz
  5. Von der Hand in den Mund pragerzeitung.cz
  6. Zuschauerschnitt 2011/12 weltfussball.at
  7. 1. fotbalová liga. weltfussball.de, abgerufen am 9. Mai 2013.
  8. http://www.gambrinusliga.cz/historicka-tabulka.html
  9. Bert Kassies: Aktuelle UEFA-Fünfjahreswertung 2013. Abgerufen am 16. Mai 2013 (englisch).