FC Kopenhagen

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FC Kopenhagen
Logo FC Kopenhagen.svg
Voller Name Football Club København
Ort Kopenhagen
Gegründet 1. Juli 1992
Vereinsfarben weiß-blau
Stadion Telia Parken
Plätze 38.009
Präsident Hans Munk Nielsen
Trainer Ståle Solbakken
Homepage fck.dk
Liga Superligaen
2013/14 2. Platz
Heim
Auswärts
F.C. Kopenhagen beim Frederiksberg Idrætspark.
Außenansicht Telia Parken

Der FC Kopenhagen (dänisch FC København, kurz: FCK) ist ein dänischer Sportverein aus Kopenhagen, der vor allem durch seine Fußballmannschaft bekannt ist. Seit seiner Gründung 1992 konnte der Verein (Motto: Gør drenge til mænd – og mænd til drenge, zu deutsch: „Mach Jungen zu Männern – und Männer zu Jungen“) bereits mehrere nationale Titel erringen, mit dem Gewinn der Royal League 2004/05 seinen ersten internationalen Erfolg verzeichnen und sich 2006/07 erstmals für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren. Den bisher größten Erfolg erreichte der Verein mit dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League 2010/11. Gegen den FC Chelsea schied man mit 0:2 und 0:0 aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten]

Obwohl die Mannschaft des FC København erst 1992 zum ersten Mal aufgelaufen ist, kann dieser sehr junge Verein doch von sich behaupten, der älteste Fußballverein Nordeuropas außerhalb Großbritanniens zu sein. Denn er entstand durch die Fusion der Profimannschaften zweier Kopenhagener Klubs, von denen der Ältere von 1876 (Fußballabteilung ab 1879) datiert:

  • Kjøbenhavns Boldklub (KB) wurde am 26. April 1876 in Kopenhagen gegründet. Neben Fußball spielen die Mitglieder des Vereins auch Cricket und Tennis. KB konnte bereits die ersten beiden ausgetragenen dänischen Meisterschaften 1913/14 und 1914/15 gewinnen. 13 weitere Titel, zuletzt 1980, kamen noch hinzu, und so kann sich der Boldklub, obwohl er keine eigene Profimannschaft mehr stellt, immer noch den Titel des dänischen Rekordmeisters zuschreiben. Den nationalen Pokalwettbewerb konnte der Verein aber trotz fünf Finalteilnahmen nur ein einziges Mal gewinnen.
  • Der Boldklubben 1903 (B1903) war seit seiner Gründung zu Anfang des 20. Jahrhunderts stets ein reiner Fußballverein. Bei der ersten ausgetragenen dänischen Meisterschaft 1913/14 wurde die Mannschaft bereits Vierter, und 1924 konnte man den Titel erstmals für sich entscheiden. Es folgten sechs weitere Meisterschaften, zuletzt 1976, sowie zwei Pokalsiege. Der Pokalsieg 1986 war zugleich der letzte nationale Titel eines der beiden traditionsreichen Hauptstadtvereine. Torben Piechnik war der letzte „3er“ (so nannten die Anhänger ihre Spieler oft, in Anspielung auf das Gründungsjahr 1903), der neben dem rot-schwarzen 1903er-Trikot auch das rote Trikot der dänischen Nationalmannschaft trug – als Teil der legendären Europameistermannschaft von 1992.

Die Fusion[Bearbeiten]

Im Laufe der 1980er Jahre verlor KB jedoch zusehends an Boden, und letztendlich fand man sich, trotz anhaltend hohen Zuspruchs der Fans, in der zweiten Liga wieder. Die 3er plagte indes ein anderes Problem: obwohl der Verein sportlich weiterhin mithalten konnte (1992 wurde man noch Vizemeister und in derselben Saison konnte man den FC Bayern München im UEFA-Cup mit 6:2 besiegen), kamen durchschnittlich nicht mehr als 2000 Zuschauer zu den Heimspielen.

Gleichzeitig kam in dieser Zeit ein anderer Club auf, der wie aus dem Nichts zum Seriensieger der dänischen Liga wurde: Brøndby IF aus der Kopenhagener Peripherie brachte die alteingesessenen Hauptstadtvereine zusehends in Bedrängnis.

Zusätzlich wurde in dieser Zeit das dänische Nationalstadion Parken („der Park“) am Kopenhagener Østerport neu gebaut und hätte als größtes und modernstes Stadion des Landes ab 1993 leer gestanden, hätte sich kein hochklassiger Verein gefunden, der es mit Zuschauern füllen würde.

Als letzten Ausweg entschied man sich zu einem drastischen Schritt: man verband die Stärken von KB (die starke Fanszene und die Unterstützung der regionalen Wirtschaft) und des B1903 (eine starke Mannschaft und den Startplatz in der ersten Liga) und stellte unter dem Namen FC København (der Name wurde gewählt, um sich deutlich vom Vorstadtklub Brøndby IF abzugrenzen, den man nicht als „echten“ Kopenhagener Verein ansah) eine gemeinsame Profimannschaft zusammen. Dabei wurden die beiden Vereine als solches nicht fusioniert, sie legten nur den Spielbetrieb ihrer jeweiligen ersten Mannschaft zusammen. Beide Klubs bestehen weiter und unterhalten ihre eigenen Jugendmannschaften.

Die erste Mannschaft, die zu Beginn der Saison 1992/93 für den FCK auflief, bestand fast komplett aus ehemaligen B1903-Spielern. Als Zugeständnis gegenüber den KB-Fans, die plötzlich eine völlig andere Mannschaft anfeuern sollten, und auch eingedenk der Tradition des Boldklub als Rekordmeister, wurden als Vereinsfarben Weiß und Blau gewählt, die alten KB-Farben. Das neue Wappen zeigte einen blauen Löwenkopf und einen stilisierten Dannebrog. Der Löwe wurde gewählt, da bisher noch kein einziger großer dänischer Verein einen solchen im Wappen führte.

Geschichte als FC Kopenhagen[Bearbeiten]

Der Zeitpunkt für die Fusion schien gut gewählt: Als der FCK im Herbst 1992 die Bühne betrat, war die Fußballbegeisterung in Dänemark gerade auf dem Höhepunkt – im Sommer war man in Schweden überraschend Europameister geworden. Breite Bevölkerungsschichten interessierten sich plötzlich erstmals für Fußball und fanden im FC København einen neuen Lieblingsverein. Mit dem bis dahin höchsten Zuschauerschnitt der dänischen Fußballgeschichte gewann der FCK gleich beim ersten Anlauf die Meisterschaft und liefert sich seither in dem Lokalderby New Firm ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Brøndby um die Vorherrschaft im dänischen Fußball.

Vorläufiger sportlicher Höhepunkt des Vereins war bisher die Saison 2003/04, in der man sowohl die Meisterschaft als auch den Pokal (der bisher dritte Sieg in diesem Wettbewerb) gewinnen konnte. In der Saison 2006/07 wurde der FC zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte dänischer Meister. 2006 erreichte der FC die Gruppenphase der Champions League durch ein 1:2 und 2:0 gegen Ajax Amsterdam. In der Gruppenphase traf man dann auf Benfica Lissabon, Celtic Glasgow und Manchester United. Die Gruppe beendete man als Tabellenletzter, der gleichbedeutend mit dem Ausscheiden war.

2010 erreichte der Hauptstadtverein durch einen Sieg in den Play-offs gegen den norwegischen Klub Rosenborg Trondheim (1:2/1:0) erneut die Gruppenphase der Champions League. Dieses Mal traf man auf Rubin Kasan, Panathinaikos Athen und auf den FC Barcelona. Anders als beim ersten Mal konnte man überraschend die Gruppenphase bestehen, als man hinter dem FC Barcelona und vor Rubin Kazan und Panathinaikos Athen den zweiten Tabellenplatz belegte. Im Achtelfinale schied man gegen den FC Chelsea (0:2/0:0) aus. Das erreichen des Achtelfinals – als erste dänische Mannschaft – ist der bisher größte Erfolg auf internationaler Ebene.

Das Fusionskonzept des FCK wurde europaweit als voller Erfolg wahrgenommen und auch schon mehrfach nachgeahmt – sowohl in Dänemark (z. B. FC Midtjylland) als auch außerhalb (wie zum Beispiel bei der SpVgg Greuther Fürth).

Aufsehen erregte der Verein im September 2013 durch die umstrittene Maßnahme, Karten für die UEFA Champions League 2013/14 nur an Fans mit dänischen Namen zu verkaufen.[1] Dies wurde mit vorgeblichen Sicherheitsbedenken begründet, um den Erwerb von Karten durch gegnerische Fans zu verhindern.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

  • Dänischer Meister (10): 1993, 2001, 2003, 2004, 2006, 2007, 2009, 2010, 2011, 2013
  • Royal League Gewinner (2): 2005 und 2006
  • Dänischer Pokalsieger (5): 1995, 1997, 2004, 2009, 2012
  • Dänischer League Cup Gewinner (1): 1996
  • Dänischer Super Cup Gewinner (3): 1995, 2001, 2004
  • Ørestad Cup Gewinner (2): 2000, 2002
  • Kings Cup Gewinner (1): 1994

Wirtschaftliche Expansion[Bearbeiten]

Heute ist der FC København zweifelsohne Dänemarks reichster Verein – eine Folge guten Managements seitens Flemming Østergaard (scherzhaft wird der Patron des FCK oft Don Ø genannt). Østergaard, der Vorstand der Stadion-Betreibergesellschaft Parken Sports & Entertainment A/S, deren Tochtergesellschaft der FCK heute ist, baute das Parken-Areal sukzessive zu einem prosperierenden Büro- und Veranstaltungszentrum aus, was dazu führte, dass der FCK heute als einer von wenigen europäischen Fußballvereinen regelmäßig Gewinne erwirtschaftet.

Gleichzeitig expandiert Østergaard mit seiner Marke FCK in andere Sportarten – so übernahm man 2002 die Damen- und Herrenmannschaft des Handballvereins Frederiksberg Idrætsforening, die seither als FCK Håndbold firmiert.

Kader 2014/15[Bearbeiten]

FCK home Jersey 2012/13

(Stand: 27. Juli 2014)[2]

Name Nr. Nat.
Torwart
Kim Christensen 41 DanemarkDänemark
Johan Wiland 21 SchwedenSchweden
Stephan Andersen 1 DanemarkDänemark
Abwehr
Tom Høgli 2 NorwegenNorwegen
Pierre Bengtsson 3 SchwedenSchweden
Kris Stadsgaard 13 DanemarkDänemark
Olof Mellberg 5 SchwedenSchweden
Per Nilsson 4 SchwedenSchweden
Mathias Jørgensen 25 DanemarkDänemark
Christoffer Remmer 20 DanemarkDänemark
Mittelfeld
Claudemir 6 BrasilienBrasilien
Thomas Delaney 8 DanemarkDänemark
Daniel Amartey 18 SchwedenSchweden
Nicolai Jørgensen 10 DanemarkDänemark
Rúrik Gíslason 19 IslandIsland
Franco Mussis 7 ArgentinienArgentinien
Mikkel Wohlgemuth 35 DanemarkDänemark
Angriff
Stefan de Ridder 22 BelgienBelgien
Andreas Cornelius 11 DanemarkDänemark
Bashkim Kadrii 9 DanemarkDänemark
Marvin Pourie 23 DeutschlandDeutschland
Yones Felfel 33 DanemarkDänemark
Danny Amankwaa 32 DanemarkDänemark

Internationale Spiele[Bearbeiten]

Der FC Kopenhagen zu Gast bei Manchester United (2006)
Jahr Turnier Runde Verein Land Ergebnisse
1993 UEFA-Pokal 2. AJ Auxerre Frankreich 0:5/0:2
1994 Champions League 2. AC Mailand Italien 0:6/0:1
1998 Europapokal der Pokalsieger 2. Betis Sevilla Spanien 0:2/1:1
1999 Europapokal der Pokalsieger 2. FC Chelsea England 1:1/0:1
2002 Champions League 3. Qualifikationsrunde Lazio Rom Italien 2:1/1:4
2002 UEFA-Pokal 2. Ajax Amsterdam Holland 0:0/1:0
2002 UEFA-Pokal 3. Borussia Dortmund Deutschland 0:1/0:1
2004 Champions League 3. Glasgow Rangers Schottland 1:1/1:2
2004 UEFA-Pokal 2. Real Mallorca Spanien 1:2/1:1
2005 Royal League Finale IFK Göteborg Schweden 1:1 (12:11, n. E.)
2005 UEFA-Pokal 1. Hamburger SV Deutschland 1:1/0:1
2006 Royal League Finale Lillestrøm SK Norwegen 1:0
2006 Champions League Gruppenspiel Benfica Lissabon Portugal 0:0
2006 Champions League Gruppenspiel Celtic Glasgow Schottland 0:1
2006 Champions League Gruppenspiel Manchester United England 0:3
2006 Champions League Gruppenspiel Manchester United England 1:0
2006 Champions League Gruppenspiel Benfica Lissabon Portugal 1:3
2006 Champions League Gruppenspiel Celtic Glasgow Schottland 3:1
2007 Champions League 3. Qualifikationsrunde Benfica Lissabon Portugal 1:2/0:1
2007 UEFA-Pokal 1. Runde RC Lens Frankreich 1:1/2:1 n. V.
2007 UEFA-Pokal Gruppenspiel Panathinaikos Athen Griechenland 0:1
2007 UEFA-Pokal Gruppenspiel Lokomotive Moskau Russland 1:0
2007 UEFA-Pokal Gruppenspiel Atlético Madrid Spanien 0:2
2007 UEFA-Pokal Gruppenspiel FC Aberdeen Schottland 0:4
2008 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde Cliftonville FC Nordirland 4:0/7:0
2008 UEFA-Pokal 2. Qualifikationsrunde Lillestrøm SK Norwegen 3:1/4:2
2008 UEFA-Pokal 1. Runde FK Moskau Russland 2:1/1:1
2008 UEFA-Pokal Gruppenspiel AS Saint-Étienne Frankreich 1:3
2008 UEFA-Pokal Gruppenspiel FC Valencia Spanien 1:1
2008 UEFA-Pokal Gruppenspiel Rosenborg Trondheim Norwegen 1:1
2008 UEFA-Pokal Gruppenspiel FC Brügge Belgien 1:0
2009 UEFA-Pokal Sechzehntelfinale Manchester City England 2:2/1:2
2009 Champions League 2. Qualifikationsrunde FK Mogren Montenegro 6:0/6:0
2009 Champions League 3. Qualifikationsrunde Stabæk IF Norwegen 3:1/0:0
2009 Champions League Play-off APOEL Nikosia Zypern 1:0/1:3
2010 Champions League Gruppenspiel Rubin Kasan Russland 1:0
2010 Champions League Gruppenspiel Panathinaikos Athen Griechenland 2:0
2010 Champions League Gruppenspiel FC Barcelona Spanien 0:2
2010 Champions League Gruppenspiel FC Barcelona Spanien 1:1
2010 Champions League Gruppenspiel Rubin Kasan Russland 0:1
2010 Champions League Gruppenspiel Panathinaikos Athen Griechenland 3:1
2011 Champions League Achtelfinale FC Chelsea England 0:2/0:0
2011 Champions League 3. Qualifikationsrunde Shamrock Rovers Irland 1:0/2:0
2011 Champions League Play-off Viktoria Pilsen Tschechien 1:3/1:2
2011 Europa League Gruppenspiel Worskla Poltawa Ukraine 1:0
2011 Europa League Gruppenspiel Standard Lüttich Belgien 0:3
2011 Europa League Gruppenspiel Hannover 96 Deutschland 2:2
2011 Europa League Gruppenspiel Hannover 96 Deutschland 1:2
2011 Europa League Gruppenspiel Worskla Poltawa Ukraine 1:1
2011 Europa League Gruppenspiel Standard Lüttich Belgien 0:1
2012 Champions League 3. Qualifikationsrunde FC Brügge Belgien 0:0/3:2
2012 Champions League Play-off OSC Lille Frankreich 1:0/0:2 n.V.
2012 Europa League Gruppenspiel Molde FK Norwegen 2:1
2012 Europa League Gruppenspiel Steaua Bukarest Rumänien 0:1
2012 Europa League Gruppenspiel VfB Stuttgart Deutschland 0:0
2012 Europa League Gruppenspiel VfB Stuttgart Deutschland 0:2
2012 Europa League Gruppenspiel Molde FK Norwegen 2:1
2012 Europa League Gruppenspiel Steaua Bukarest Rumänien 1:1
2013 Champions League Gruppenspiel Juventus Turin Italien 1:1
2013 Champions League Gruppenspiel Real Madrid Spanien 0:4
2013 Champions League Gruppenspiel Galatasaray Istanbul Türkei 1:3
2013 Champions League Gruppenspiel Galatasaray Istanbul Türkei 1:0
2013 Champions League Gruppenspiel Juventus Turin Italien 1:3
2013 Champions League Gruppenspiel Real Madrid Spanien 0:2
2014 Champions League 3. Qualifikationsrunde Dnipro Dnipropetrowsk Ukraine 0:0/2:0
2014 Champions League Play-off Bayer 04 Leverkusen Deutschland

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FC Kopenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Champions League: FC Kopenhagen schließt Fans mit ausländischen Namen aus, Spiegel Online vom 15. September 2013
  2. F.C. København: Byens Hold, abgerufen am 1. September 2012 (dänisch)