Gimbsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gimbsheim
Gimbsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gimbsheim hervorgehoben
49.7777777777788.37585Koordinaten: 49° 47′ N, 8° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Eich
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 17,62 km²
Einwohner: 2996 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67578
Vorwahl: 06249
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 034
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 26
67575 Eich
Webpräsenz: www.gimbsheim.de
Ortsbürgermeisterin: Amanda Wucher (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Gimbsheim im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild
Ortseinfahrt von Gimbsheim, von Eich kommend

Gimbsheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Eich an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in Rheinhessen zwischen Worms und Mainz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gimbsheim grenzt im Norden an die Gemeinde Guntersblum, im Westen an die Gemeinde Alsheim und im Süden an die Gemeinde Eich. Im Osten wird die Gemeinde Gimbsheim durch den Rhein begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Gimbsheim wurde vermutlich um das Jahr 500 während der Frankenbesiedelung unter Chlodwig I. von einem Franken namens Gimmund gegründet. Da sich im Laufe der Jahrhunderte die Bezeichnung eines Ortes in den historischen Quellen ändert, entstand aus dem anfänglichen Namen Gimmundheim (Heim des Gimmud) die heutige Bezeichnung Gimbsheim.

Die erste Erwähnung der Ortschaft findet sich wie bei vielen Dörfern der Region im Lorscher Codex. Zu diesem gehört eine auf den 13. Mai 766 datierte Urkunde, in der zwei Einwohner von Gimmenheim, wie es damals genannt wurde, dem Kloster Lorsch Ackerland und Weinberge für ihr Seelenheil schenken. Eine weitere Schenkung eines Dorfbewohners erfolgte 813 an das Kloster Fulda. Konkretere Informationen über die Entwicklung Gimbsheims gibt es erst für 1194; aus dieses Jahr findet sich ein erster urkundlicher Nachweis einer Kirche im Ort. Bereits wenige Jahre darauf, im Jahr 1208, taucht auch ein Gimbsheimer Pfarrer namens Heinrich in den Quellen auf, wo er als Mitglied des Wormser Domkapitels erwähnt wird.

1402 erfolgte die erste heute belegbare Nennung des Gimbsheimer Gerichtssiegels, das „Mauricius Siegel“. 1499 brannte der Ort vollständig ab, 1662 gelangte er an die Kurpfalz. Vier Jahre darauf suchte eine Pestepidemie die Bevölkerung heim. Am 17. Oktober 1704 kam es zu einem weiteren Großbrand, der eine große Anzahl an Gehöften zerstörte.

Im Zuge der Französischen Revolution gelangte das Dorf 1798 durch die Napoleonischen Feldzüge an Frankreich, dem es bis 1814 als Teil des Département du Mont-Tonnerre (Bezirk Donnersberg) angehörte. Damit einher ging auch eine Säkularisierung: Die wichtigen Eintragungen zur Ortsgeschichte wurden seitdem nicht mehr im Kirchenbuch getätigt, sondern im Rathaus vermerkt. Für 1800 ist zum ersten Mal ein Arzt in Gimbsheim erwähnt.

1830 erfolgte der Rheindurchstich im Zuge der Begradigung dieses Flusses. Die dabei trockengelegten Gebiete (der Altrhein) wurden 1977 unter Naturschutz gestellt. Bereits drei Jahre zuvor hatte in Gimbsheim das Freibad eröffnet. 1997 wurde im Ort die TV-Serie „Himmelsheim“ für den SWR gedreht; im gleichen Jahr wurde als Zentrum für Sport und Kultur die Niederrheinhalle errichtet. 2000 gestaltete man schließlich der „Pfarrwiesensee“ von einem Kiesweiher zu einem Badesee um.

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

Die jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

In Gimbsheim bestand von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis nach 1933 eine kleine jüdische Gemeinde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1900/1905 mit 72 Personen erreicht (3 % der Gesamteinwohnerschaft). Eine Synagoge wurde am 27. August 1892 eingeweiht. Nach 1933 ist sie verkauft und zu einem noch bestehenden Wohnhaus umgebaut worden. Mindestens acht der in Gimbsheim lebenden jüdischen Personen kamen nach den Deportationen in der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gimbsheim besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[2][3]

Wahl CDU SPD FWG OLfG Gesamt
2014 2 9 5 4 20 Sitze
2009 2 9 6 3 20 Sitze
2004 2 8 7 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Gimbsheim e.V.
  • OLfG = Offene Liste für Gimbsheim e.V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • Günther Debusi - SPD (bis 1999)
  • Jakob Scheller - FWG (1999 - 2009)
  • Peter Kölsch - SPD (2009 - 2012)
  • Amanda Wucher - SPD (seit 2012)

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der Gemeinde Talant in Frankreich.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter schwarzem, von goldenen Ähren, Weintrauben und Weinblättern belegtem Schildhaupt in Rot ein mit einem schwarzen Doppelhaken belegter silberner Schrägrechtsbalken.“

Begründung: Der Doppelhaken auf dem Wappen wurde von dem Gimbsheimer Wappen des 18. Jahrhunderts übernommen. Er steht symbolisch für die Jagd, die Fischerei und die Schifffahrt am und im Rhein. Die Embleme des Schildhauptes stellen den schon seit langem in Gimbsheim durchgeführten Weinbau und die Landwirtschaft dar.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kriegerdenkmal mit der Figur der Germania für die im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 gefallenen deutschen Soldaten in der Eicher Straße

Brauchtum[Bearbeiten]

Die „Gemsemer Kerb“ wird am letzten Wochenende im September gefeiert, Sie geht auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Seit den 1970er Jahren wird jährlich eine Kerweprinzessin gewählt.[5]

Kultur- und Naturdenkmale[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten]

Gimbsheim gehört zum „Weinbaubereich Nierstein“ im Anbaugebiet Rheinhessen. In der Gemeinde sind 23 Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 118 Hektar. Etwa 71 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2010). Im Jahre 1979 waren noch 84 Betriebe tätig, die damalige Rebfläche betrug 191 Hektar[6].

Verkehr[Bearbeiten]

Gleise der alten Bahnstrecke Osthofen–Rheindürkheim–Guntersblum im alten Gimbsheimer Bahnhof

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • MGL Metro Group Logistics GmbH Co. KG (MGL) mit einem 50.000 m² großen Lebensmittel-Zentrallager für 8.500 Artikel
  • H. G. Oswald Sanitär Heizung GmbH: Das Unternehmen wurde 1958 von Hans Gerhard Oswald gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Zum Betrieb gehört heute 21 Mitarbeiter und ein Betriebsgelände von 2800 Quadratmetern für Werkstatt, Büro, Lagerhaltung und Verkaufsräume. Der Fuhrpark umfasst 9 Geschäftsfahrzeuge.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Heinrich Hirsch (* 1838; † 1919): Vater von Harold Hirsch[7], der Justitiar bei der Coca Cola Company war und mitbestimmend bei der Einführung der Konturflasche und des Schriftzug des Brauseherstellers.[8] Heinrichs Brüder, Raphael, Moritz und Joseph wanderten ebenfalls aus und ließen sich im Bundesstaat Georgia, USA nieder.
  • Moritz David (1875–1956), Rabbiner in Bochum.
  • Jakob Muth (1927–1993), Professor, der durch seinen Einsatz für die Integration behinderter Kinder ins Schulwesen bekannt wurde.
  • Herbert Scheller (* 19. Mai 1948), ehemaliger deutscher Fußballspieler, der für den 1. FC Kaiserslautern und den TSV 1860 München in der Bundesliga spielte. Rekordspieler des 1. FSV Mainz 05.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gimbsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Offizielle Website der Ortsgemeinde Gimbsheim
  5. Gimbsheim und sein Kirchweihfest
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Regionaldaten
  7. en:Harold Hirsch
  8. Hinweis auf Harold Hirsch, Justitiar des Coca Cola Company, dessen Vater aus Gimbsheim stammte auf alemannia-judaica.de/; Die Geburt einer Legende: COCA COLA Der Gimbsheimer Auswanderer Harold Hirsch erfindet im 19. Jahrhundert die weltbekannte Brauseflasche Von Angela Zimmermann, Stand: 12. November 2011 in Wormser Zeitung.