Landkreis Alzey-Worms

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Alzey-Worms Deutschlandkarte, Position des Landkreises Alzey-Worms hervorgehoben49.768.16Koordinaten: 49° 46′ N, 8° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Alzey
Fläche: 588 km²
Einwohner: 125.173 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: AZ
Kreisschlüssel: 07 3 31
Kreisgliederung: 69 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Ernst-Ludwig-Straße 36
55232 Alzey
Webpräsenz: kreis-alzey-worms.eu
Landrat: Ernst Walter Görisch (SPD)
Lage des Landkreises Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild
Hessen im Jahr 1930

Der Landkreis Alzey-Worms ist ein Kreis in Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung ist Alzey.

Der Kreis ist umgeben von den beiden hessischen Landkreisen Groß-Gerau und Bergstraße, der Stadt Worms und den Landkreisen Bad Dürkheim, Donnersbergkreis, Bad Kreuznach und Mainz-Bingen.

Er ging größtenteils aus den Landkreisen Alzey und Worms hervor, die bis 1945 der Kreis Alzey und der Kreis Worms im Volksstaat Hessen waren.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis ist nach der Stadt Worms, welche im Südosten des Kreises liegt, aber nicht dem Kreis angehört, und der Stadt Alzey, dem Verwaltungssitz des Kreises benannt. Der Rhein ist die östliche Kreisgrenze und gleichzeitig die Landesgrenze zu Hessen. Von hier aus breitet sich das Alzeyer Hügelland in Richtung Westen bis an die nordöstlichen Ausläufer des Pfälzerwaldes aus. Der westliche Teil des Kreises ist eine felsige Waldlandschaft, auch Rheinhessische Schweiz genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet war in römischer Zeit Teil der Provinz Germania superior. Während Alzey in römischer Zeit ein vicus war, befand sich in Worms ein römisches Kastell. Vom zwölften Jahrhundert bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs gehörte die Region in großen Teilen zur Kurpfalz. Nach der französischen Besatzung (1797–1814) war sie als Provinz Rheinhessen Teil des Großherzogtums Hessen. Innerhalb Hessens entstanden am 5. Februar 1835 die beiden Kreise Alzey und Worms. Am 7. April 1938 wurde der Westteil des aufgelösten Kreises Oppenheim dem Kreis Alzey angegliedert. Nach der Kreisreform 1969 wurden beide Kreise zum neuen Landkreis Alzey-Worms vereinigt. Außerdem kam die Gemeinde Mauchenheim des aufgelösten Landkreises Kirchheimbolanden hinzu.

Geschichte Kreis Alzey[Bearbeiten]

Hauptartikel: Landkreis Alzey

Geschichte Kreis Worms[Bearbeiten]

Hauptartikel: Landkreis Worms

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1980: 95.946
  • 2000: 123.243
  • 2005: 126.381 (31. Oktober 2005)
  • 2007: 125.697 (31. Dezember 2007)

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009
Gewichtetes Ergebnis
 %
40
30
20
10
0
35,4 %
29,6 %
12,2 %
8,9 %
8,1 %
2,9 %
2,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-0,7 %p
-5,7 %p
-2,1 %p
+2,4 %p
+0,4 %p
+2,9 %p
+2,9 %p

Der Kreistag des Landkreises Alzey-Worms besteht aus 46 gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Nach der letzten Kreistagswahl am 7. Juni 2009 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[2]

Jahr SPD CDU FDP GRÜNE LINKE NPD FWG Gesamt
2009 16 14 4 4 1 1 6 46 Sitze
2004 17 16 3 4 6 46 Sitze
1999 18 14 2 3 5 42 Sitze
  • Aufgrund des Bevölkerungszuwachses in den letzten Jahren erhöhte sich 2004 die Zahl der Kreistagsmitglieder von 42 auf 46.
  • Am 8. November 2010 änderte sich die Zusammensetzung des Kreistages durch den Übertritt von Kemal Gülcehre. Bündnis 90/Die Grünen sind seitdem mit drei und Die Linke mit zwei Mitgliedern vertreten.[3]
  • Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Graphik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[4]

Landräte[Bearbeiten]

Quellenhinweis:[5]

Landräte im Altkreis Alzey (1835 bis 1969)
  • 1835–1848: Kreisrat Friedrich Müller
  • 1848–1850: siehe Landräte im Altkreis Worms (1835–1969)
  • 1852–1860: Kreisrat Theodor Wilhelm Georg Hallwachs
  • 1860–1861: Kreisrat Ludwig Strecker
  • 1861–1893: Kreisrat Carl Ludwig Wolff
  • 1893–1897: Kreisrat Georg Freiherr von Wedekind
  • 1897–1900: Kreisrat Friedrich von Hombergk zu Vach
  • 1900–1905: Kreisrat Ernst Süffert
  • 1905–1913: Kreisrat Freiherr Schenk zu Schweinsberg
  • 1913–1923: Kreisrat (ab 1917: Kreisdirektor) Friedrich Martin von Bechtold
  • 1924–1932: Kreisdirektor Karl Draudt
  • 1932–1937: Kreisdirektor Konrad Wolf
  • 1937–1939: Kreisdirektor Wilhelm Köhler
  • 1940–1944: Landrat Alfred Klostermann
  • 1944–1945: Regierungsdirektor Paul Stieh
  • 1945–1946: Landrat Konrad Elm
  • 1946–1947: Landrat Wilhelm Bechtolsheimer
  • 1947–1952: Landrat Eugen Klee
  • 1952–1969: Landrat Heinz-Eberhardt Andres
Landräte im Altkreis Worms (1835 bis 1969)
  • 1835–1841: Kreisrat Gustav Eduard Städel
  • 1841–1845: Kreisrat Reinhard Carl Friedrich von Dalwigk
  • 1846–1848: Kreisrat Wilhelm Willich gen. von Pöllnitz
  • 1848–1850: Dirigent der Regierungskommission Rheinhessen Reinhard Carl Friedrich Carl Freiherr von Dalwigk
  • 1850: designierter Dirigent der Regierungskommission Worms Regierungsrat Carl Schmitt
  • 1850–1852: Regierungsrat Johann Pfannebecker, Dirigent der Regierungskommission Worms
  • 1852–1874: Kreisrat Johann Pfannebecker
  • 1874–1881: Kreisrat Hermann Lotheißen
  • 1881–1888: Kreisrat Maximilian Freiherr von Gagern
  • 1888–1894: Kreisrat Franz Gros
  • 1894–1898: Kreisrat Andreas Breidert
  • 1898–1919: Kreisrat (ab 1917: Kreisdirektor) Dr. Karl Kayser
  • 1919–1929: Kreisdirektor Hans Wolff
  • 1929–1934: Kreisdirektor Wilhelm Schön
  • 1934–1937: Kreisdirektor Otto Schwebel
  • 1937–1940: Kreisdirektor Otto Straub
  • 1940–1945: Landrat Hans Becker
  • 1945–1946: Landrat Adolf Güngerich
  • 1946–1963: Landrat Georg Schick
  • 1963–1969: Landrat Willibrord Fischer
Landräte im Landkreis Alzey-Worms (seit 1969)

Ernst-Walter Görisch setzte sich bei der Stichwahl am 27. Juni 2004 mit 51,7 % der Stimmen gegen den Kandidaten der CDU Ludwig Tauscher durch. Die Kandidaten von FWG, Grünen und FDP waren im ersten Wahlgang ausgeschieden. Die Wahlbeteiligung war sehr schwach, sie lag bei rund 35 Prozent. In der Stadt Alzey ging gar nur jeder fünfte Wahlberechtigte zur Wahlurne.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung:

Im geteilten Schild oben ein nach rechts liegender roter Drache (Fafnir aus der Nibelungensage) in Gold mit erhobener rechter Pranke, unten eine schräg liegende, goldene Fidel in Rot (Wappen-Genehmigung 25. Januar 1970)

Bedeutung:

Der Drache, Sinnbild des Drachtentöters Siegfried, war das Hauptmotiv des ehemaligen Wormser Kreiswappens und die Fiedel weist auf Volker von Alzey hin.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 61 (Ludwigshafen–Koblenz) und 63 (Kaiserslautern–Mainz), beide kreuzen sich am Autobahnkreuz Alzey. Der Kreis wird ferner von den Bundesstraßen 9, 271 und 420 durchzogen.

Nach der Einführung des Rheinland-Pfalz-Taktes im Mai 1994 ist auch in diesem Teil des Bundeslandes der ÖPNV starkt aufgewertet worden. Die wichtigste Verbindung, auf der auch viele Fernzüge verkehren, verläuft entlang des Rheines (Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen, Strecke 660). Ferner werden von der Deutschen Bahn die Strecken betrieben:

Daneben gab es auch ehemalige Bahnstrecken die heute nicht mehr existieren, dazu zählen:

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Zusammenstellung[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[6])

Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisVerbandsgemeinden in AZ.svg
Über dieses Bild
Verbandsfreie Gemeinden/Städte:
  • Alzey, Stadt * (17.509)

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)
  1. Albig (1639)
  2. Bechenheim (419)
  3. Bechtolsheim (1633)
  4. Bermersheim vor der Höhe (320)
  5. Biebelnheim (653)
  6. Bornheim (880)
  7. Dintesheim (154)
  8. Eppelsheim (1242)
  9. Erbes-Büdesheim (1369)
  10. Esselborn (384)
  11. Flomborn (1026)
  12. Flonheim (2667)
  13. Framersheim (1620)
  14. Freimersheim (698)
  15. Gau-Heppenheim (528)
  16. Gau-Odernheim (3839)
  17. Kettenheim (303)
  18. Lonsheim (581)
  19. Mauchenheim (982)
  20. Nack (628)
  21. Nieder-Wiesen (592)
  22. Ober-Flörsheim (1202)
  23. Offenheim (622)
  24. Wahlheim (610)
  1. Alsheim (2626)
  2. Eich * (3379)
  3. Gimbsheim (2976)
  4. Hamm am Rhein (2131)
  5. Mettenheim (1508)
  1. Flörsheim-Dalsheim (2995)
  2. Hohen-Sülzen (633)
  3. Mölsheim (607)
  4. Monsheim * (2494)
  5. Mörstadt (928)
  6. Offstein (1820)
  7. Wachenheim (703)
  1. Eckelsheim (449)
  2. Gau-Bickelheim (2006)
  3. Gumbsheim (607)
  4. Siefersheim (1252)
  5. Stein-Bockenheim (664)
  6. Wendelsheim (1381)
  7. Wöllstein * (4545)
  8. Wonsheim (889)
  1. Bechtheim (1789)
  2. Bermersheim (378)
  3. Dittelsheim-Heßloch (2077)
  4. Frettenheim (328)
  5. Gundersheim (1631)
  6. Gundheim (900)
  7. Hangen-Weisheim (462)
  8. Hochborn (422)
  9. Monzernheim (591)
  10. Osthofen, Stadt * (8727)
  11. Westhofen (3142)
  1. Armsheim (2516)
  2. Ensheim (460)
  3. Gabsheim (740)
  4. Gau-Weinheim (608)
  5. Partenheim (1544)
  6. Saulheim (7227)
  7. Schornsheim (1553)
  8. Spiesheim (937)
  9. Sulzheim (1088)
  10. Udenheim (1384)
  11. Vendersheim (574)
  12. Wallertheim (1791)
  13. Wörrstadt, Stadt * (7611)

Fusionen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 2014 fusionierten die Verbandsgemeinde Westhofen und die Stadt Osthofen zur neuen Verbandsgemeinde Wonnegau. Der Verwaltungssitz ist Osthofen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Karkosch / Karin Müller: Die rheinhessischen Kreise (Alzey, Mainz, Oppenheim, Worms). Darmstadt/Marburg 1973 (= Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt, Abt. G 15 Kreis- und Landratsämter), DNB 730535312, Vorwort online
  • Susanne Karkosch / Karin Müller: Kreisamt Alzey. Darmstadt 1973/2006 (= Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt, Abt. G 15 Kreis- und Landratsämter), vollständig online

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Alzey-Worms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wahlergebnisse der Kreistagswahlen, der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  3. Kreistag Wahlperiode 2009–2014 / Homepage des Landkreises Alzey-Worms
  4. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  5. für die Daten von 1835 bis 1969: Karkosch, Susanne / Müller, Karin: Die rheinhessischen Kreise (Alzey, Mainz, Oppenheim, Worms). Darmstadt/Marburg 1973 (= Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt, Abt. G 15 Kreis- und Landratsämter)
  6. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)