Wörrstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wörrstadt
Wörrstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wörrstadt hervorgehoben
49.8383333333338.1158333333333210Koordinaten: 49° 50′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 16,75 km²
Einwohner: 7611 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 454 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55286
Vorwahl: 06732
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 073
Stadtgliederung: Stadt und 1 Stadtteil
Adresse der
Stadtverwaltung:
Pariser Straße 75
55286 Wörrstadt
Webpräsenz: www.woerrstadt.de
Stadtbürgermeister: Ingo Kleinfelder (SPD)
Lage der Stadt Wörrstadt im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Wörrstadt ist eine Stadt im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Wörrstadt, der sie auch angehört. Wörrstadt ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Wörrstadt liegt in Rheinhessen am nordwestlichen Rand der Oberrheinischen Tiefebene. Zu Wörrstadt gehört der Stadtteil Rommersheim.

Wörrstadt ist von der typischen rheinhessischen Kulturlandschaft umgeben: In den Gunsträumen wird intensiver Weinbau betrieben, in den weniger gut exponierten Lagen Ackerbau. Die rheinhessische Landschaft ist weitgehend ausgeräumt und die natürliche Vegetation ist kaum bis gar nicht vorhanden. Wörrstadt bietet hier für Rheinhessen eine Besonderheit: Mit dem Neuborn verfügt die Stadt über eines der wenigen Waldgebiete der Region. In diesem Waldgebiet existieren viele natürliche Quellen, deren Wasser das Schwimmbad der Verbandsgemeinde, das Neubornbad, speist. Durch Wörrstadt fließt der Mühlbach.

Wörrstadt liegt auf einer Erhebung, wodurch sich reizvolle und für Rheinhessen beachtliche Fernblicke ermöglichen. Von Wörrstadt aus ist der Donnersberg, der Wißberg, das Rheingaugebirge sowie der Große Feldberg im Taunus zu sehen. Bei gutem Wetter ist auch die Skyline von Frankfurt am Main von einigen Punkten in der Gemarkung zu sehen.

Der Stadtteil Rommersheim, ehemals Eichloch, liegt in einer Senke und schmiegt sich eindrucksvoll in die Kulturlandschaft ein. Aus der Gemarkung Rommersheim kann man schöne Blicke auf den Wißberg und in Richtung Bad Kreuznach genießen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 567 mm. Die Niederschläge sind niedrig. Sie liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2 mal mehr Niederschläge als im Januar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 49 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Wörrstadt wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt, Rommersheim im Jahr 824, dessen Name bis 1931 Eichloch war.

Um 1100 wurde die Laurentiuskirche als Wehrkirche erbaut. Es gab im 8. Jahrhundert schon eine frühere Kirche. Die zweite Kirche ist um etwa 1600 durch einen Blitzeinschlag abgebrannt und wurde neu aufgebaut. Die vorherige Kirche war zwar höher, doch trotzdem ist die Kirche das höchste Gebäude der Stadt. Man kann sie bei dem Vorbeifahren von der Bundesstraße 420 aus sehen. Die katholische Kirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut und steht neben der evangelischen Kirche. Die Rommersheimer Kirche wurde zwischen 1733 und 1751 erbaut. Das alte Kruzifix lässt auf eine sehr alte Kirche schließen.

Am 7. November 1970 wurde Rommersheim mit damals 432 Einwohnern nach Wörrstadt eingemeindet.[3] Am 4. September 2009 wurde Wörrstadt durch Ministerpräsident Kurt Beck das Stadtrecht verliehen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Wörrstadt besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. In der vorherigen Wahlzeit von 2004 bis 2009 gehörten dem Gemeinderat 22 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU GRÜNE BfW FWG Gesamt
2009 11 7 2 2 2 24 Sitze
2004 7 8 2 2 3 22 Sitze

Orts- bzw. Stadtbürgermeister[Bearbeiten]

  • Hans-Günter Schweers - SPD (1982-1983)
  • Günter Helmus – SPD (1983–2004)
  • Ingo Kleinfelder – SPD (2004–heute) (seit 2009 Stadtbürgermeister)

Partnerstadt[Bearbeiten]

Seit 1986 pflegt Wörrstadt partnerschaftliche Beziehungen zu Arnay-le-Duc in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur und Musik[Bearbeiten]

  • Kulturkreis Wörrstadt e. V., gegründet 1979; aktiv mit 15-20 Veranstaltungen pro Jahr, Theater, Konzerte, Vorträge
  • Jazz-Club Rheinhessen e. V., gegründet 1986; veranstaltet fünf bis sechs Konzerte im Jahr, teils mit internationalen Jazzgrößen
  • Neuborn Open Air Festival (Metal/Rock Open Air)
  • mehrere Gesangsvereine
    • Gesangverein Liederkranz e. V. Wörrstadt
    • Gesangverein Sängerbund e. V. Wörrstadt
    • Gesangverein WÖ-Rommersheim

Bauwerke[Bearbeiten]

Windkraftanlagen bei Wörrstadt, fotografiert vom Rheinsenderplateau
  • Gebäude der ehemaligen Thurn-und-Taxis-Post
  • Laurentiuskirche (Wörrstadt) mit Stumm-Orgel aus dem Jahr 1759
  • Neunröhrenbrunnen, erbaut 1608, renoviert 1930. Hier entspringt der Mühlbach.
  • Ulmengraben, Reste der ehemaligen Befestigungsanlage
  • Rathaus von Rommersheim, erbaut um 1600. Rommersheim ist heute Stadtteil von Wörrstadt
  • Tagelöhnerhaus, ein historisches Wohnhaus der damaligen Unterschicht.
  • Schillerdenkmal in der Nähe des Friedhofes
  • Schmiedbrunnen im Stadtkern
  • Fünf Windkraftanlagen vom Typ E-82 mit je einer Nabenhöhe von 138 Metern. Die Rotorblätter erreichen eine Höhe von 179 m. 5 weitere Windkraftanlagen vom gleichen Typ haben eine Nabenhöhe von ebenfalls 138 Metern.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wörrstadt

Sport[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

  • Großsporthalle (IGS)
  • Trainingshalle (IGS)
  • Radsporthalle
  • Schießsportanlage „Im Neuborn“
  • Fußballplatz „Am Neuborn“
  • Tennisplätze „Am Schwimmbad“
  • Gemeindehalle an der Jahnstraße
  • Freibad
  • Skateanlage für Jugendliche am Neubornsportplatz

Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Das Neubornbad liegt in ruhiger Lage, eingebettet in einer Talmulde und umgeben von Wiesen und Weinbergen, zwischen Wörrstadt und dem Stadtteil Rommersheim. Gespeist wird das Freibad mit Wasser aus der Neubornquelle. Eine Solaranlage erwärmt das kalte Quellwasser.
  • In der Umgebung von Wörrstadt sind viele ausgewiesene Radwege zu finden, die an ein umfangreiches Wegenetz angeschlossen sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Großbaustelle für die Unternehmenszentrale von juwi im Industriegebiet Wörrstadt (Panoramaaufnahme vom Januar 2008)

Der Hauptwirtschaftszweig Wörrstadts ist der Weinbau.

  • Drei Gewerbegebiete sind ausgewiesen, zwei davon direkt an der Bundesautobahn 63
  • Ende 2003 zählte Wörrstadt 711 Gerwerbebetriebe.
  • An Einkaufsmöglichkeiten bietet Wörrstadt für seine Größe ein übermäßiges Angebot.

Im ersten Halbjahr 2008 entstand im Industriegebiet in der Nähe der Autobahn die neue Unternehmenszentrale des in der Erneuerbare-Energien-Branche tätigen Unternehmens Juwi. Das Unternehmen hatte zuvor in Bolanden und in Mainz seinen Sitz, doch Mitte Juli 2008 wurde die neue Zentrale in Wörrstadt bezogen. Mit rund 1000 Mitarbeitern ist juwi[6] inzwischen einer der größten Arbeitgeber in der Umgebung. Die Pfeiler des Unternehmens sind Windenergie, Solarenergie und Bioenergie.

Im Energiepark Wörrstadt befindet sich ein Windpark mit 22 Windkraftanlagen, zudem ist ein Solarpark vorhanden. Eine der Windkraftanlagen befindet sich im Eigentum der Verbandsgemeinde.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau hat in der Stadt eine lange Tradition und wird in den Weingütern von Generation zu Generation weitergegeben. Sämtliche Weingüter in der Stadt sind seit mehreren Generationen im Familienbesitz. Die Rebfläche in der Stadt gliedert sich in die beiden Weinlagen Kachelberg und Rheingrafenberg. In Wörrstadt sind die rheinhessisch typischen Bodenarten Kalkstein, Löss und Lehm vertreten.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Wörrstadt liegt am Schnittpunkt der Bundesstraßen 420 und 271, zweier wichtiger regionaler Verkehrsachsen. Die Stadt verfügt ferner über eine Abfahrt an der Bundesautobahn 63, über die man die umliegenden mittleren und großen Zentren wie Alzey, Worms, Mainz, Kaiserslautern und Frankfurt sehr gut erreichen kann. Die Distanz zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt Deutschlands, dem Flughafen Frankfurt am Main, beträgt via Straße rund 45 km. In wenigen Kilometern Entfernung von der Stadt liegt das Alzeyer Kreuz, der Kreuzungspunkt der Bundesautobahnen 61 (Koblenz–Ludwigshafen) und 63 (Kaiserslautern–Mainz). Die Pariser Straße führt durch Wörrstadt.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Über die Bahnstrecke Alzey–Mainz, die im Rheinland-Pfalz-Takt betrieben wird, erreicht man vom Haltepunkt Wörrstadt (49° 50′ 45,8″ N, 8° 6′ 53,9″ O49.846058.11496) aus Mainz in rund einer halben, Alzey in rund einer Viertelstunde. Am Haltepunkt halten sowohl Regional-Express- als auch Regionalbahn-Züge. Das Bahnhofsgebäude wurde um 1871 erbaut, in dem Jahr, als auch die Bahnlinie Mainz-Alzey eröffnet wurde. Der Flughafen Frankfurt am Main ist mit Umstieg in Mainz in rund einer Stunde und die Innenstadt von Frankfurt in rund 75 Minuten erreichbar. Am Wochenende sowie an Feiertagen sind Fahrten mit dem Elsass-Express bis nach Wissembourg möglich.

Um eine höhere Zugfrequenz auf der Strecke Alzey–Mainz zu erreichen, wird der Haltepunkt Wörrstadt bis zum turnusgemäßen Fahrplanwechsel 2014/2015 im Dezember 2014 zu einem zweigleisigen Kreuzungsbahnhof ausgebaut. Ab dann sollen werktäglich umsteigefreie Verbindungen von Kirchheimbolanden über Alzey und Mainz bis nach Frankfurt angeboten werden.[7]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Wörrstadt gibt es mehrere Kindergärten und je eine Grundschule, Hauptschule (seit 2009 Realschule plus), Realschule und Integrierte Gesamtschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Adam Elsheimer, ein Maler des 17. Jahrhunderts, stammt aus Wörrstadt. Nach ihm ist die Adam-Elsheimer-Straße benannt. Seine Eltern wanderten nach Frankfurt aus, so bleibt umstritten, ob Elsheimer in Wörrstadt oder Frankfurt geboren wurde.
  • Karl Behlen (1811–1874), ehemaliger liberaler Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Karl Doflein (1852–1944), Architekt
  • Karl Göttelmann (1858–1928), Nationalökonom und Politiker
  • Hanns Wilhelm Eppelsheimer (1890–1972), Bibliothekar und Literaturwissenschaftler
  • Mathias Schüz (* 1956), Physiker und Philosoph
  • Eugen Salomon (1888–1942), Mitbegründer und erster Vorsitzender des FSV Mainz 05, geboren in Wörrstadt als Sohn des Tapezierers Moritz Salomon und dessen Frau Fanny, im November 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er am 14. November 1942 von den Nazis ermordet wurde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wörrstadt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 202 (PDF; 2,6 MB)
  4. Rheinböllen und Wörrstadt dürfen sich künftig „Stadt“ nennen
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. JUWI im Netz
  7. 6,8 Millionen Euro für Kreuzungsbahnhof Wörrstadt auf isim.rlp.de vom 19. März 2014