Gravity (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Gravity
Originaltitel Gravity
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Vereinigtes Königreich[1]
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[2]
JMK 12[3]
Stab
Regie Alfonso Cuarón
Drehbuch Alfonso Cuarón,
Jonás Cuarón,
George Clooney
Produktion David Heyman,
Alfonso Cuarón
Musik Steven Price
Kamera Emmanuel Lubezki
Schnitt Alfonso Cuarón,
Mark Sanger
Besetzung
Synchronisation

Gravity (deutsch Gravitation) ist ein US-amerikanisch-britischer 3D-Weltraum-Thriller von Alfonso Cuarón aus dem Jahr 2013, der im August desselben Jahres bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere hatte. Der Filmstart in den deutschsprachigen Kinos war am 3. Oktober 2013. Im Filmjahr 2013 gewann der Film zahlreiche Auszeichnungen, darunter sieben Oscars.

Handlung[Bearbeiten]

Der altgediente Astronaut Matt Kowalski und Missionsspezialistin Dr. Ryan Stone sind gemeinsam mit drei anderen Astronauten in einem Space Shuttle mit der Missionsnummer STS-157 im Weltall. Es ist Matt Kowalskis letzter Einsatz, weshalb er etwas wehmütig ist. Für die Biomedizinerin Dr. Ryan Stone hingegen ist es der allererste Flug im Space Shuttle und ihr erster Außeneinsatz im All. Die beiden Astronauten führen zusammen mit einem dritten Kollegen Reparaturarbeiten am Hubble-Weltraumteleskop durch und stehen in ständigem Kontakt mit der Kommandozentrale der NASA in Houston. So erfahren Stone und Kowalski, dass ein russischer Satellit im Orbit zerstört wurde und die Trümmerteile ziellos in der Umlaufbahn treiben. Da aktuell laut Houston keine Gefahr bestehe, setzen die Astronauten ihre Arbeit zunächst fort.

Nach kurzer Zeit geht von Houston ein erneuter Funkspruch ein, dass die Trümmerteile des russischen Satelliten andere Satelliten getroffen haben, sich das Trümmerfeld dadurch dramatisch vergrößert hat und nun doch eine ernste Gefahr für die Crew am Hubble-Teleskop besteht. Der Außeneinsatz soll sofort abgebrochen werden. Kowalski und Stone versuchen, das Hubble vom Space Shuttle so schnell wie möglich zu lösen und zurück in das Shuttle zu gelangen. Doch die Trümmerteile schlagen mit voller Wucht am Ort des Geschehens ein und treffen den dritten Astronauten tödlich. Durch die zahlreichen Einschläge werden das Space-Shuttle und das Hubble-Teleskop zerstört. Kowalski und Stone werden durch umherfliegende Trümmer vom Schiff weggeschleudert. Stone wird hinaus ins offene Weltall gestoßen und dreht sich unkontrolliert um ihre eigene Achse. Trotzdem kann sie wieder Funkkontakt mit Kowalski aufnehmen, der sie zu beruhigen versucht, da die Sauerstoffvorräte ihres Raumanzuges einen kritisch niedrigen Wert erreicht haben. Er kann sie von ihrer Panik befreien, und kurz danach bewegt er sich mittels der Schubdüsen seines Düsenrucksacks zu ihrer Position. Er verbindet sich mit einem Gurt mit ihrem Raumanzug, damit sich beide zusammen auf den Weg zum Space-Shuttle machen, in der Hoffnung, dass dieses noch intakt ist und sie dort auf Rettung von der Erde warten können. Am Shuttle angelangt, finden sie aber nur noch die leblosen Körper der restlichen Crew vor, da die Trümmer der Satelliten das lebenserhaltende System sowie die Außenhülle zerstört haben. Kowalski gibt nun als neues Ziel die Internationale Raumstation ISS an, damit sie dort eine der vorhandenen Rettungskapseln für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nutzen können. Sie machen sich mit Hilfe der Schubdüsen von Kowalskis Raumanzug auf den Weg dorthin.

Als die ISS in Sichtweite gerät, müssen sie feststellen, dass auch diese von den Trümmern beschädigt wurde und dass bei der nach erfolgter Notfallevakuierung einzigen verbliebenen Sojus-Raumkapsel der Bremsfallschirm ausgelöst wurde. Zudem ist der Treibstoff für Kowalskis Steuerdüsen aufgebraucht, und so werden die beiden Astronauten mit hoher Geschwindigkeit gegen die Außenhülle der ISS geworfen und drohen wieder in den offenen Weltraum zu gelangen. Der offene Bremsfallschirm der Rettungskapsel verhindert dies zunächst, da sich Stone in den Fallschirmleinen verfängt. Jedoch droht sich dieser Halt zu lösen, und Kowalski fasst den Entschluss, die Verbindung zu Stone auszuklinken, damit sich wenigstens Stone retten kann. Obwohl Stone eindringlich dagegen protestiert, löst Kowalski die Verbindung und schwebt in die Umlaufbahn der Erde, unerreichbar für Stones eventuelle Rettungsversuche. Stone muss sich in das Innere der ISS retten, da ihr Sauerstoffvorrat nun völlig aufgebraucht ist. Sie gelangt in letzter Sekunde in eine Druckschleuse, wo sie sich ihres Raumanzuges entledigt.

Die durch den Einschlag der Trümmer in die ISS verursachten Schäden lassen nach kurzer Zeit ein Feuer ausbrechen, und Stone kann sich im letzten Moment in die noch verbliebene russische Raumkapsel retten. Beim Versuch, diese zu starten, muss sie allerdings feststellen, dass sich die Fallschirmleinen an der Raumstation verfangen haben und die Kapsel am Wegflug hindern. Als sie aussteigt, um die Leinen zu lösen, nähert sich wieder das Trümmerfeld, das nach 90 Minuten die Erde umrundet hat und mit heftigen Einschlägen die ISS zerstört. Stone schafft es daraufhin, in die nun befreite Kapsel zu gelangen und diese mit Hilfe der Steuerdüsen auf eine chinesische Raumstation auszurichten. Da das Haupttriebwerk jedoch nicht zündet, bleibt die Station unerreichbar. Stone treibt nun mit der Kapsel im Orbit und verzweifelt langsam an ihrer Situation. Durch ständige Funkversuche schafft sie es zwar, mit einem Menschen in Kontakt zu kommen, aber dieser stellt sich als grönländisch sprechender Fischer[4] heraus, der ihr in ihrer Situation nicht helfen kann.

Durch ein Drosseln des Sauerstoffs möchte Stone sich schließlich das Leben nehmen, als Kowalski in seinem Raumanzug an die Außenhülle der Kapsel klopft und in das Innere gelangt. Dieser geht nicht näher darauf ein, wie er zurück zu Stone gelangen konnte, und schlägt vor, mit Hilfe der Bremsraketen der Kapsel zur chinesischen Raumstation Tiangong 1 zu gelangen. Er versucht, Stone Mut zu diesem Unterfangen zu machen, und hält sie von der Selbsttötung ab. Plötzlich stellt sich die Erscheinung Kowalskis allerdings als Halluzination heraus, und Stone bemerkt, dass sie sich sein Auftauchen und die Unterhaltung zwischen ihnen nur eingebildet hat. Doch Stone kann dadurch neuen Mut fassen und macht sich nun mit Hilfe der russischen Bedienungsanleitung daran, die Kapsel auszuklinken und die Bremsraketen zu aktivieren, damit sie der entstehende Schub zur (ebenfalls evakuierten) chinesischen Raumstation bringt. Dort angelangt, kann sie aus der russischen Kapsel aussteigen und sich mit Hilfe des Rückstoßes eines Feuerlöschers, den sie von der ISS mitnehmen konnte, zur Eintrittsluke der chinesischen Shenzhou-Rettungskapsel an der Raumstation bewegen. Die Raumstation wurde allerdings ebenfalls von den Satellitentrümmern getroffen und befindet sich bereits im unkontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, der durch das erneute Eintreffen des Trümmerfelds verstärkt wird. Stone schafft es in letzter Sekunde, die chinesische Rettungskapsel von der Raumstation zu lösen und der Zerstörung durch den Wiedereintritt zu entgehen. Der Bremsfallschirm der Kapsel löst vollständig aus, und die Kapsel kann sicher in einem See auf der Erde landen.

Durch den Wiedereintritt ist in der Kapsel ein Feuer ausgebrochen, so dass Stone so schnell wie möglich versucht, aus der Kapsel zu entkommen. Dabei öffnet sie die Austrittsluke der Kapsel, wodurch Wasser des Sees eindringt und die Kapsel zum Sinken bringt. Stone kann sich zwar aus der sinkenden Kapsel befreien, wird aber beinahe durch das Gewicht des Raumanzuges, der sie am Auftauchen hindert, ertränkt. Schließlich gelingt es ihr, sich des Raumanzuges zu entledigen und an das Ufer des Sees zu schwimmen.

Am Ufer des Sees angelangt, ist sie zunächst überwältigt von ihrem sicheren Ankommen auf der Erde und kann auch aufgrund der plötzlich wieder vorhandenen Schwerkraft nur mit Mühe aufrecht stehen. Amerikanische Funksprüche in der chinesischen Kapsel kündigten zuvor während der letzten Flugphase der Kapsel an, dass der Wiedereintritt Stones bemerkt wurde und sich Hilfe auf dem Weg befindet.

Kurzfilm Aningaaq[Bearbeiten]

Parallel zum Hauptfilm erschien noch der Kurzfilm Aningaaq, gedreht von Jonás Cuarón, dem Sohn des Regisseurs Alfonso Cuarón. Der Kurzfilm beleuchtet den sonderbaren Empfänger der SOS-Funkrufe von Dr. Ryan Stone.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte die FFS Film- & Fernseh-Synchron, Berlin, an.[5]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Dr. Ryan Stone Sandra Bullock Bettina Weiß
Matt Kowalski George Clooney Detlef Bierstedt
Mission Control Ed Harris Holger Mahlich
Space Station Captain Basher Savage Imtiaz Haque

Kritiken[Bearbeiten]

Erste Reaktionen nach der Premiere auf den 70. Filmfestspielen in Venedig, die der Film eröffnete, waren durchweg positiv. Regieführung, Darsteller und Effekte wurden gelobt.[6]

„Was Cuarón mit Gravity geschaffen hat, ist Kino für das 21. Jahrhundert. Während sich der Rest Hollywoods in infantilen Jungs-Phantasien suhlt und uns immer und immer wieder die Vernichtung amerikanischer Großstädte als ultimativen Blockbuster-Showdown verkaufen möchte, zeigt der Mexikaner, was man mit den Werkzeugen moderner digitaler Effekte wirklich anstellen kann, wenn man sie nur zu nutzen weiß.“

Philipp Süßmann: Filmjunkies[7]

„Das grandiose Science-Fiction-Drama ist ein zutiefst sinnliches Erlebnis und ein Triumph für Regisseur und Co-Autor Alfonso Cuarón (Children of Men). Der zelebriert hier eine ursprüngliche Lust am Erzählen in bewegten Bildern, verbeugt sich nebenbei subtil und formvollendet vor Klassikern des Genres und präsentiert einen der spannendsten und emotional forderndsten Filme des Jahres.“

David Kleingers: Spiegel Online[8]

„Viereinhalb Jahre hat Cuarón gewartet, zusammen mit seinem Kameramann Emmanuel Lubezki […], bis die Technik so weit war, um seine Vision aus dem All auf die Leinwand zu bringen, mit jeder Menge Computertechnik und Postproduction, in 3D. Die Dreharbeiten waren die Hölle, strapaziös und chaotisch, völlig unberechenbar. Wie Shackleton, sagt Emmanuel Lubezki. Was dabei rauskam, ist pures Kino, ein Film ohne gesellschaftskritische Ambition und ohne ästhetischen Hyperdrive. Eine Meditation. Ein Mobile. L’art pour l’art.“

Fritz Göttler: Süddeutsche Zeitung[9]

Einspielergebnis[Bearbeiten]

Bei Produktionskosten von rund 100 Millionen US-Dollar erreichte Gravity am Startwochenende in den Vereinigten Staaten ein Einspielergebnis von 55,7 Millionen US-Dollar (Platz 1 der Kinocharts). Bis zum 18. März 2014 konnte der Film weltweit 714,1 Millionen US-Dollar einspielen.[10]

Im Jahr 2013 wurden bundesweit 1.296.052 Besucher an den deutschen Kinokassen gezählt, womit der Film den 24. Platz der meistbesuchten Filme des Jahres belegte.[11]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Gravity eröffnete am 28. August 2013 die Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Dort konnte der Film den Future Film Festival Digital Award gewinnen. Sandra Bullock wurde außerdem als Darstellerin des Jahres auf dem Hollywood Film Festival in Los Angeles ausgezeichnet.[12]

Der Film führte sowohl bei den BAFTA Awards als auch bei den Academy Awards die Rangfolge der Nominierungen an und konnte in beiden Preisverleihungen die mit Abstand größte Zahl an Auszeichnungen auf sich vereinen (BAFTA Awards: 11 Nominierungen, 6 Auszeichnungen, Academy Awards: 10 Nominierungen, 7 Auszeichnungen).

Academy Awards 2014

  • Nominierung in der Kategorie Bester Film
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie für Alfonso Cuarón
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Sandra Bullock
  • Nominierung in der Kategorie Bestes Szenenbild für Andy Nicholson, Rosie Goodwin und Joanne Woollard
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Filmmusik für Steven Price
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Kamera für Emmanuel Lubezki
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Schnitt für Alfonso Cuarón und Mark Sanger
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Ton für Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead und Chris Munro
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Tonschnitt für Glenn Freemantle
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste visuelle Effekte für Tim Webber, Chris Lawrence, Dave Shirk und Neil Corbould

British Academy Film Awards 2014

  • Auszeichnung in der Kategorie Bester britischer Film
  • Nominierung in der Kategorie Bester Film
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie
  • Nominierung in der Kategorie Bestes Original-Drehbuch
  • Nominierung Sandra Bullocks in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Filmmusik
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Kamera
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Ton
  • Nominierung in der Kategorie Bestes Szenenbild
  • Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste visuelle Effekte

Golden Globe Awards 2014

Critics’ Choice Movie Awards 2014

  • Nominierung in der Kategorie Bester Film
  • Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Sandra Bullock
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie für Alfonso Cuarón
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Kamera für Emmanuel Lubezki
  • Nominierung in der Kategorie Bestes Szenenbild für Andy Nicholson & Rosie Goodwin
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Schnitt für Alfonso Cuarón & Mark Sanger
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste visuelle Effekte
  • Auszeichnung in der Kategorie Beste Schauspielerin in einem Actionfilm für Sandra Bullock
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Sci-Fi-/Horrorfilm
  • Auszeichnung in der Kategorie Bester Komponist für Steven Price

Wissenschaftliche Genauigkeit[Bearbeiten]

Vergleich der Bahnen der Internationalen Raumstation ISS und des Hubble-Weltraumteleskops

Cuarón erklärte, dass der Film nicht immer wissenschaftlich korrekt sei, da aus narrativen Gründen einige Freiheiten nötig waren.[13] Der Film ist für den Realismus der Bauten im All und die Einhaltung physikalischer Prinzipien gelobt worden, trotz einer Reihe von Ungenauigkeiten und Übertreibungen.[14][15][16] Der NASA-Astronaut Michael J. Massimino, der an den zwei Hubble-Missionen STS-109 und STS-125 teilnahm, lobte die Detailtreue bis hin zur Nutzung einzelner Werkzeuge.[17] Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson bemerkte einige Ungenauigkeiten.[18]

Beispiele von Übereinstimmungen und Ungenauigkeiten:

  • Die letzte reale Mission war STS-135 im Jahr 2011, im Film ist es STS-157, das Shuttle-Programm wurde im Film also nicht eingestellt.
  • Die Raumfähre im Film trägt den Namen „Explorer“. Ein echtes Space Shuttle mit diesem Namen wurde nie im All verwendet. Unter dem Namen „Explorer“ wurde lediglich ein Shuttle-Nachbau hergestellt, dieses reine Ausstellungsstück wurde inzwischen in „Independence“ umbenannt.
  • Das Hubble-Teleskop, das am Anfang des Films repariert wird, hat eine Umlaufbahn in etwa 559 km Höhe. Die ISS hat eine leicht elliptische Umlaufbahn in ca. 420 km Höhe und eine andere Bahnebene. Es wäre daher nicht möglich, dass Astronauten von Hubble zur ISS mit einer wie im Film gezeigten Manned Maneuvering Unit gelangen.[19] Auch die chinesische Raumstation hat eine weiter entfernte Umlaufbahn.
  • Bei einer notwendigen Evakuierung der ISS bleibt keine Raumkapsel an der Station zurück. Es sind stets nur so viele Sojus-Kapseln (mit Raumfahrer-Plätzen) angedockt, dass gerade die Stationsmannschaft damit evakuiert werden kann (derzeit jeweils 2). Gleiches dürfte für die an die (fiktive) chinesische Raumstation – offenbar einem geplanten Nachfolgemodell der Tiangong 1 – angedockten Shenzhou-Raumkapseln gelten.
  • Stones Tränen fliegen aus ihrem Gesicht. Ohne ausreichende Beschleunigung würden die Tränen auf ihrem Gesicht aufgrund der Oberflächenspannung kleben bleiben.[20]
  • Die sphärische Bewegung von Flüssigkeitstropfen in ihrem Mikrogravitationsbereich wird realistisch dargestellt.[15]
  • Stone erwähnt, dass sie nur sechs Monate Ausbildung vor dem Flug hatte und wegen ihrer besonderen Ausbildung ausgewählt wurde. Solche Personen werden als „payload specialist“ (Nutzlast-Spezialist) und nicht als „mission specialist“ bezeichnet. Sie würden nicht trainiert werden, einen Weltraumspaziergang zu machen oder ein Raumschiff zu landen.[20]
  • Das Zusammenprallen von Weltraumschrott und Raumstationen bzw. Hubble ist wegen des Fehlens einer Atmosphäre im Weltraum nicht zu hören. Im Film ist die Übertragung von Geräuschen bzw. deren Fehlen realistischer als sonst in SF-Filmen üblich dargestellt. Meist handelt es sich realistischerweise um Körperschall.
  • Stone verfängt sich mit ihrem Schuh im Fallschirm der Sojus und hält Kowalski an einem Gurt fest. Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson kritisiert an der Szene, dass Kowalski nach dem Lösen des Gurts von der Sojus wegtreibt. Es bedürfe nur eines kleinen Rucks, um Kowalski in Richtung der Sojus zu ziehen.[21] Der NASA-Ausbilder Robert Frost erklärt, Kowalski treibe weg, weil seine Bewegung noch nicht gestoppt sei. Kowalski löse den Gurt in der Annahme, die Fallschirmleinen können nicht genügend kinetische Energie aufnehmen, um beide Personen abzubremsen.[22]
  • Für die Idee der Kollision mit Weltraumschrott folgte Cuarón der Theorie des Kessler-Syndroms, einem von dem NASA-Berater Donald J. Kessler entworfenen Modell, nach dem eine Potenzierung des Weltraumschrotts die bemannte Raumfahrt im erdnahen Orbit für Jahrzehnte unmöglich machen wird. Diese Kettenreaktion wird nicht – wie im Film[23] – ausgelöst durch die Havarie eines Satelliten, sondern läuft bereits sehr langsam ab.
  • Verschiedene Quellen berichten,[24][25][26] dass Astronauten auf Weltraumspaziergängen Erwachsenenwindeln oder eine Form von flüssigkeitsgekühltem Körperanzug tragen. Im Film trägt Sandra Bullock nur normale, hautenge Unterwäsche.
  • Im Film wird die Steuerung einer MMU mit schnelleren Richtungswechseln und höheren Geschwindigkeiten dargestellt, als es in der Realität unter Berücksichtigung der Massenträgheit und des verwendeten Vorschubs möglich ist. Es ist äußerst schwierig, eine MMU zu steuern[27] und gezielte Anflüge sind langwierig. Im Film dagegen kreist Kowalski zügig und scheinbar spielend leicht zwischen den Außenelementen von Space Shuttle und Satelliten umher.

Trivia[Bearbeiten]

Nachdem die Indian Space Research Organisation (ISRO) am 30. Juni 2014 erfolgreich die PSLV-CA C23 gestartet hat, äußerte sich Premierminister Narendra Modi über die Kosten der Mars Orbiter Mission im Verhältnis zu Gravity: Diese Raumfahrt-Mission zum Mars sei günstiger als der Film.[28]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Festival – Special Presentation. In: tiff.net. Abgerufen am 23. Oktober 2013 (englisch)
  2. Freigabebescheinigung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, 10. September 2013, abgerufen am 15. September 2013 (PDF; 34 kB, Prüf-Nr. 140 747 K): „Freigegeben ab 12 (zwölf) Jahren“
  3. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  4. Aningaaq, Kurzfilm von Jonás Cuarón zum Hintergrund des Funkkontaktes
  5. Gravity in der Deutschen Synchronkartei
  6. http://collider.com/gravity-reviews/
  7. Philipp Süßmann: Gravity: Kritik. Filmjunkies.de. 3. Oktober 2013. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  8. David Kleingers: Weltall-Thriller "Gravity": Der nächste Science-Fiction-Klassiker. Spiegel Online. 30. September 2013. Abgerufen am 29. Oktober 2013.
  9. Fritz Göttler: Völlig losgelöst. Süddeutsche Zeitung, 2. Oktober 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  10. Box Office Mojo: Gravity. Abgerufen am 19. März 2014 (englisch).
  11. KINOaktuell: Was ihr wolltet: Münsters Kinojahr 2013, C. Lou Lloyd, Filminfo Nr. 4, 23. – 29. Januar 2014, S. 24f
  12. Gravity – Awards (englisch) In: Internet Movie Database. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  13. Gravity (englisch) In: Space.com. Abgerufen am 17. Oktober 2013.
  14. What’s behind the science of 'Gravity'? (englisch) In: CNN. 28. September 2013. Abgerufen am 2. Oktober 2013.
  15. a b How realistic is 'Gravity'? (englisch) In: UCLA. 28. September 2013. Abgerufen am 8. Oktober 2013.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPatrick Illinger: Die seltsame Physik Hollywoods. In: Sueddeutsche.de. 18. Oktober 2013, abgerufen am 19. Oktober 2013.
  17. Gravity: Ripped from the Headlines? (englisch) In: Space Safety Magazine. 3. Oktober 2013. Abgerufen am 3. Oktober 2013.
  18. Astrophysicist Neil deGrasse Tyson Fact-Checks Gravity on Twitter (englisch) In: Wired. 7. Oktober 2013. Abgerufen am 8. Oktober 2013.
  19. Poking holes in the Gravity trailer with NASA’s help (englisch) In: arstechnica. 3. Oktober 2013. Abgerufen am 6. Oktober 2013.
  20. a b Gwynne Watkins: An Astronaut Fact-checks Gravity (englisch) Vulture. 8. Oktober 2013. Abgerufen am 12. Oktober 2013.
  21. Everything Wrong With Gravity - With Neil deGrasse Tyson (ab 0:02:48) auf YouTube. Ursprünglicher Kommentar von Tyson auf Twitter, 6. Oktober 2013.
  22. Caitlin Dewey: Here’s what ‘Gravity’ gets right and wrong about space. In: Wonkblog bei der Onlineausgabe der Washington Post, 21. Oktober 2013. Abgerufen am 16. September 2014.
  23. Im Weltall hört dich niemand schreien fluter, abgerufen am 13. Februar 2014.
  24. http://www.vulture.com/2013/10/astronaut-fact-checks-gravity.html Scott Parazynski talks about Gravity
  25. http://science.time.com/2013/10/01/what-gravity-gets-right-and-wrong-about-space/ Faktencheck von Gravity
  26. http://www.buzzfeed.com/daves4/the-one-mistake-in-gravity-that-is-truly-unforgivable Übersicht über Reaktionen über die Tatsache, dass Sandra Bullock in Gravity keine Erwachsenenwindeln trägt
  27. Artikel "The Manned Maneuvering Unit in Space" der NASA, abgerufen am 2. März 2014
  28. 'Our Mars Mission Cheaper Than The Movie Gravity': PM Modi After PSLV C-23 Launch, ndtv.com, 30. Juni 2014. Abgerufen am 3. Juli 2014.